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Ankauf des Syn­ago­gen­grund­stücks als Chan­ce für einen wür­di­gen Erinnerungsort

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Ein Mei­len­stein gegen das Ver­ges­sen: SPD Leer sieht his­to­ri­sche Chan­ce für Synagogengrundstück

Ein jah­re­lan­ger Still­stand fin­det sein Ende: Der Ankauf des ehe­ma­li­gen Syn­ago­gen­grund­stücks an der Heis­fel­der Stra­ße durch die Stadt Leer mar­kiert weit mehr als nur ein Immo­bi­li­en­ge­schäft. Es ist der spä­te Sieg der Beharr­lich­keit über die Sta­gna­ti­on und ein tief­grei­fen­des Signal für die Erin­ne­rungs­kul­tur in unse­rer Stadt.

Der SPD-Orts­ver­ein Leer reagiert mit deut­li­cher Erleich­te­rung und aus­drück­li­cher Zustim­mung auf die Nach­richt, dass eine Eini­gung mit dem bis­he­ri­gen Eigen­tü­mer erzielt wer­den konn­te. Für den Orts­vor­sit­zen­den Jar­no Beh­rens ist die­ser Schritt ein „wich­ti­ger Durch­bruch“, der den Weg frei macht für ein Vor­ha­ben, das längst über­fäl­lig war: die Trans­for­ma­ti­on einer geschichts­träch­ti­gen Bra­che in einen leben­di­gen Ort des Gedenkens.

Aus­dau­er als Schlüs­sel zum Erfolg

Hin­ter der nun ver­kün­de­ten Eini­gung lie­gen Jah­re inten­si­ver Bemü­hun­gen. Dass die Stadt Leer nun end­lich Zugriff auf das Are­al hat, auf dem einst das geis­ti­ge Zen­trum der jüdi­schen Gemein­de stand, ist das Resul­tat poli­ti­scher Aus­dau­er und ste­ti­gen öffent­li­chen Drucks. „Damit ist end­lich die Vor­aus­set­zung geschaf­fen, die­sen Ort der Stadt­ge­sell­schaft zurück­zu­ge­ben“, betont Beh­rens. Es geht dabei nicht um eine musea­le Kon­ser­vie­rung der Ver­gan­gen­heit, son­dern um die Hei­lung einer städ­te­bau­li­chen und mora­li­schen Wun­de im Her­zen Leers.

Ein Ver­spre­chen an Albrecht Weinberg

Beson­de­re mora­li­sche Gewich­tung erfährt die­ser Durch­bruch durch die Ver­bin­dung zum Holo­caust-Über­le­ben­den und Ehren­bür­ger Albrecht Wein­berg. Sein uner­müd­li­ches Mah­nen und sein expli­zi­ter Wunsch nach einem wür­di­gen Erin­ne­rungs­ort waren über Jah­re hin­weg der ethi­sche Kom­pass in die­ser Debatte.

Die Eini­gung ist somit auch eine Ver­pflich­tung gegen­über den Zeit­zeu­gen. Es liegt nun in der Ver­ant­wor­tung der aktu­el­len Akteu­re, dafür zu sor­gen, dass aus der blo­ßen Flä­che zeit­nah ein Ort ent­steht, der der Geschich­te gerecht wird und künf­ti­gen Gene­ra­tio­nen als Mahn­mal dient.

Der Blick nach vorn: Par­ti­zi­pa­ti­on statt Hinterzimmerpolitik

Für die SPD Leer ist mit dem Kauf jedoch erst das Fun­da­ment gelegt. Ent­schei­dend wird nun die Aus­ge­stal­tung sein. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten for­dern daher, die ange­kün­dig­te Arbeits­grup­pe ohne Ver­zug einzusetzen.

Dabei setzt der Orts­ver­ein auf ein brei­tes Fundament:

  • Früh­zei­ti­ge Ein­bin­dung: Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft müs­sen Hand in Hand arbeiten.

  • Bil­dungs­im­pul­se: Schu­len sol­len aktiv in die Kon­zep­ti­on ein­be­zo­gen wer­den, um den Ort als päd­ago­gi­schen Anker­punkt zu etablieren.

  • Fach­li­che Exper­ti­se: Akteu­re der regio­na­len Erin­ne­rungs­kul­tur sind als unver­zicht­ba­re Bera­ter gefragt.

Es gilt nun, das Momen­tum zu nut­zen. Der Ankauf ist das Ende eines unwür­di­gen War­tens – und zugleich der Beginn einer gestal­te­ri­schen Auf­ga­be, die das Selbst­ver­ständ­nis der Stadt Leer als Ort der Tole­ranz und Wach­sam­keit nach­hal­tig prä­gen wird.

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