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Atom­kraft­geg­ner pro­tes­tie­ren gegen Rosatom-Deal in Lin­gen und Uran-Trans­por­te in Gronau

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Pro­test vor der Brenn­ele­men­te­fa­brik in Lin­gen, 27.07.2026

Erneu­te Pro­tes­te gegen Brenn­ele­men­te­fa­brik in Lin­gen: Kri­tik an Rosatom-Deal hält an

Lingen/Bonn/Hannover – Rund 100 Atom­kraft­geg­ne­rin­nen und Atom­kraft­geg­ner haben am Mon­tag­abend vor der Brenn­ele­men­te­fa­brik in Lin­gen (Ems­land) gegen die jüngst erwei­ter­te Betriebs­er­laub­nis demons­triert. Im Zen­trum der Kri­tik steht die Koope­ra­ti­on mit dem rus­si­schen Staats­kon­zern Rosatom sowie die gene­rel­le Fort­füh­rung der Pro­duk­ti­on. Wei­te­re Pro­tes­te sind für das kom­men­de Wochen­en­de in Gro­nau angekündigt.

Am Mon­tag­abend ver­sam­mel­ten sich nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter rund 100 Akti­vis­ten aus Nie­der­sach­sen und Nord­rhein-West­fa­len zu einer Mahn­wa­che vor den Toren der Lin­ge­ner Anla­ge. Mit Kund­ge­bungs­re­den und Trans­pa­ren­ten mach­ten sie ihrem Unmut über die Geneh­mi­gungs­la­ge Luft. Zu dem Pro­test hat­ten neben ört­li­chen Initia­ti­ven aus dem Ems­land und dem Müns­ter­land auch der Bun­des­ver­band Bür­ger­initia­ti­ven Umwelt­schutz (BBU) aufgerufen.

Anlass der Demons­tra­ti­on ist die am 22. Juli 2026 vom nie­der­säch­si­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­um in Han­no­ver erteil­te Geneh­mi­gung. Die­se erlaubt der Fabrik, Brenn­stä­be rus­si­scher Bau­art für ost­eu­ro­päi­sche Atom­kraft­wer­ke zu pro­du­zie­ren. Die Maß­nah­me erfolgt in Abstim­mung mit der Bun­des- und Lan­des­re­gie­rung und stößt auf mas­si­ven Wider­stand. Kri­ti­ker wer­fen den Behör­den vor, trotz des beschlos­se­nen Atom­aus­stiegs wei­ter nuklea­re Geschäf­te zu ermög­li­chen – nun auch in direk­ter Zusam­men­ar­beit mit Russland.

BBU for­dert Still­le­gung der Anlage

Der BBU, der sei­nen Sitz in Bonn hat, erneu­er­te sei­ne schar­fe Kri­tik an dem Vor­ha­ben. Trotz zahl­rei­cher Stör­fäl­le in der Ver­gan­gen­heit und der unge­lös­ten Fra­ge nach der dau­er­haf­ten End­la­ge­rung des anfal­len­den Uran­mülls wer­de an der Anla­ge fest­ge­hal­ten. Lin­gen beher­bergt bun­des­weit die letz­te Brenn­ele­men­te­fa­brik, für die es bis­her kei­ne Lauf­zeit­be­gren­zung gibt.

Udo Buch­holz, Vor­stands­mit­glied des BBU, beton­te: „Umwelt­mi­nis­ter Mey­er hät­te, eben­so wie sei­ne Vor­gän­ger, schon längst die Still­le­gung die­ser inter­na­tio­nal umstrit­te­nen Anla­ge ver­fü­gen kön­nen.“ Wäre dies gesche­hen, „dann wäre die gan­ze Dis­kus­si­on um den Ein­stieg des rus­si­schen Rosatom-Kon­zerns über­haupt nicht not­wen­dig gewe­sen“, so Buch­holz weiter.

Trans­por­te und Fol­ge­ter­mi­ne in Gronau

Die Bri­sanz der nuklea­ren Mate­ri­al­flüs­se in der Regi­on bleibt hoch. Am heu­ti­gen Diens­tag erreich­ten erneut meh­re­re LKW mit Uran­he­xa­fluo­rid die Uran­an­rei­che­rungs­an­la­ge (UAA) im nord­rhein-west­fä­li­schen Gro­nau. Uran­he­xa­fluo­rid ist das hoch­ge­fähr­li­che Nukle­ar­ma­te­ri­al, das sowohl in Gro­nau als auch in Lin­gen ver­ar­bei­tet wird.

Der Pro­test gegen die Atom­in­dus­trie ver­ar­bei­ten­de Indus­trie geht am kom­men­den Wochen­en­de wei­ter. Für Sonn­tag, den 2. August 2026, haben Initia­ti­ven zu einer Fahr­rad­de­mons­tra­ti­on nach Gro­nau auf­ge­ru­fen. Sie beginnt um 12 Uhr am Bahn­hof und endet direkt vor der Uran­an­rei­che­rungs­an­la­ge an der Röntgenstraße.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den Pro­tes­ten in Gro­nau sind auf der Web­site https://sofa-ms.de abrufbar.

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