Lokal

Auto­no­me Fäh­ren, KI und neue Antrie­be: Leer blickt auf die mari­ti­me Zukunft

Veröffentlicht

am

Mari­ti­me For­schung und Inno­va­ti­on in Leer: Beim Besuch des Mari­ti­men Tech­ni­kums der Hoch­schu­le Emden/Leer infor­mier­te sich der Arbeits­kreis Häfen und Schiff­fahrt der CDU-Land­tags­frak­ti­on über For­schung, Leh­re und neue mari­ti­me Tech­no­lo­gien. Im Bild von links: Hoch­schul­prä­si­dent Prof. Dr. Mar­co Rim­kus, Saskia Busch­mann MdL, Ulf Thie­le MdL, Hart­mut Moor­kamp MdL, Katha­ri­na Jen­sen MdL, Claus See­beck MdL, MARI­KO-Geschäfts­füh­re­rin Kat­ja Bau­mann, Pro­de­kan Prof. Dr. Klaus Heil­mann, Dekan Prof. Dr. Mar­cus Ben­tin, eine Mit­ar­bei­te­rin der Hoch­schu­le Emden/Leer und Sören Berg (MARIKO). Foto: Wahl­kreis­bü­ro Ulf Thiele

CDU-Arbeits­kreis Häfen besucht Mari­ti­men Cam­pus in Leer: „Mari­ti­me Zukunft wird in Leer gestaltet“

Leer. Wie wird sich die Schiff­fahrt durch Digi­ta­li­sie­rung, Künst­li­che Intel­li­genz und neue Antriebs­tech­no­lo­gien ver­än­dern? Wel­che Rol­le könn­ten auto­no­me Fäh­ren künf­tig spie­len und war­um blei­ben gut aus­ge­bil­de­te See­leu­te trotz zuneh­men­der Auto­ma­ti­sie­rung unver­zicht­bar? Mit die­sen und wei­te­ren Fra­gen hat sich der Arbeits­kreis Häfen und Schiff­fahrt der CDU-Frak­ti­on im Nie­der­säch­si­schen Land­tag bei einem Besuch auf dem Mari­ti­men Cam­pus in Leer beschäftigt.

Der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le besuch­te den Cam­pus gemein­sam mit dem Spre­cher für Häfen und Schiff­fahrt der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Hart­mut Moor­kamp, sowie den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Katha­ri­na Jen­sen, Saskia Busch­mann und Claus See­beck.

Auf dem Pro­gramm stan­den Gesprä­che und Ein­bli­cke in die Arbeit des Mari­ti­men Kom­pe­tenz­zen­trums MARIKO, des Green­Ship­ping-Kom­pe­tenz­zen­trums Nie­der­sach­sen, der Nau­ti­tec GmbH sowie des Mari­ti­men Tech­ni­kums der Hoch­schu­le Emden/Leer.

Leer als mari­ti­mer Zukunftsstandort

Nach dem Besuch sehen die CDU-Abge­ord­ne­ten in der Ver­bin­dung von mari­ti­mer Wirt­schaft, For­schung, Aus­bil­dung und Tech­no­lo­gie­trans­fer gro­ßes Poten­zi­al für Ostfriesland.

„Leer ist weit mehr als ein tra­di­ti­ons­rei­cher Schiff­fahrts- und Ree­de­rei­stand­ort. Hier ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein star­kes Netz­werk aus mari­ti­mer Wirt­schaft, For­schung, Aus­bil­dung und Tech­no­lo­gie­trans­fer ent­stan­den. Die­se Ver­bin­dung ist eine gro­ße Chan­ce für unse­re Regi­on. Mari­ti­me Zukunft wird in Leer gemacht“, erklär­te Hart­mut Moorkamp.

Die Abge­ord­ne­ten erhiel­ten auf dem Mari­ti­men Cam­pus Infor­ma­tio­nen über aktu­el­le Pro­jek­te und die Ent­wick­lung des mari­ti­men Kompetenzstandortes.

„Fer­ry Go“ unter­sucht auto­no­me Fährsysteme

Bei der MARIKO GmbH und dem ange­glie­der­ten Green­Ship­ping-Kom­pe­tenz­zen­trum Nie­der­sach­sen ging es unter ande­rem um das deutsch-nie­der­län­di­sche Pro­jekt „Fer­ry Go“. MARI­KO-Geschäfts­füh­re­rin Kat­ja Bau­mann, Green­Ship­ping-Pro­jekt- und Team­lei­ter Sören Berg sowie Land­rat Mat­thi­as Groo­te für den Gesell­schaf­ter Land­kreis Leer stell­ten das Pro­jekt vor.

Hin­ter­grund ist der umfang­rei­che Fähr­ver­kehr zu den Inseln auf deut­scher und nie­der­län­di­scher Sei­te. Im Rah­men von „Fer­ry Go“ wur­de unter­sucht und erprobt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen teil­au­to­no­me und auto­no­me Sys­te­me auf Fäh­ren im deutsch-nie­der­län­di­schen Wat­ten­meer ein­ge­setzt wer­den können.

Dabei geht es nicht aus­schließ­lich um tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten. Betrach­tet wer­den auch Künst­li­che Intel­li­genz, nau­ti­sche Anfor­de­run­gen, Schiff­bau, Sicher­heit und recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen.

Für Ulf Thie­le zei­gen Pro­jek­te wie „Fer­ry Go“, dass Digi­ta­li­sie­rung und KI bereits kon­kre­te Anwen­dun­gen in der Schiff­fahrt erreichen.

„Gera­de für unse­re Regi­on mit ihren Insel­ver­keh­ren und ihrer star­ken mari­ti­men Wirt­schaft erge­ben sich dar­aus gro­ße Chan­cen. Ent­schei­dend ist, dass Inno­va­ti­on nicht nur erforscht wird, son­dern mög­lichst schnell ihren Weg in die prak­ti­sche Anwen­dung fin­det“, sag­te Thiele.

Dabei müs­se es nicht zwin­gend dar­um gehen, Arbeits­kräf­te durch Tech­nik zu erset­zen. Viel­mehr könn­ten neue tech­ni­sche Sys­te­me dazu bei­tra­gen, die Sicher­heit auf stark befah­re­nen Gewäs­sern zu erhö­hen und Unfall­ri­si­ken zu redu­zie­ren.

Aus­bil­dung bleibt trotz Auto­ma­ti­sie­rung entscheidend

Eine wei­te­re Erkennt­nis des Besuchs: Mit zuneh­men­der Auto­ma­ti­sie­rung wird die Aus- und Wei­ter­bil­dung von See­leu­ten nach Ein­schät­zung der CDU nicht weni­ger, son­dern wichtiger.

Denn auch auto­no­me und teil­au­to­no­me Sys­te­me sei­en nicht unfehl­bar. Die Ver­ant­wor­tung blei­be des­halb beim Men­schen. Wel­che Mög­lich­kei­ten moder­ne Simu­la­ti­ons­tech­nik bereits heu­te bie­tet, zeig­te die Nau­ti­tec GmbH.

Der neue Geschäfts­füh­rer Kapi­tän Finn Kosel stell­te gemein­sam mit sei­nem Team den Schiffs­füh­rungs­si­mu­la­tor des Unter­neh­mens vor. Dort las­sen sich anspruchs­vol­le Situa­tio­nen auf See sowie in Fluss- und Hafen­ge­bie­ten rea­li­täts­nah dar­stel­len und trainieren.

Die Tech­no­lo­gie kann zudem für die Hafen­pla­nung ein­ge­setzt wer­den. So las­sen sich bei­spiels­wei­se neue Hafen­an­la­gen bereits im Simu­la­tor befah­ren, wäh­rend auf dem tat­säch­li­chen Gelän­de noch Pla­nun­gen lau­fen und die Flä­chen unbe­baut sind.

Damit unter­stützt die Simu­la­ti­on sowohl die Aus- und Wei­ter­bil­dung von See­leu­ten als auch die Pla­nung von Häfen und die Sicher­heit in der Schiff­fahrt.

Hoch­schu­le zeigt For­schung zu Schiffs­tech­nik und neu­en Antrieben

Eine wei­te­re Sta­ti­on war das Mari­ti­me Tech­ni­kum der Hoch­schu­le Emden/Leer am Hoch­schul­stand­ort Leer. Hoch­schul­prä­si­dent Prof. Dr. Mar­co Rim­kus, der Dekan des Fach­be­reichs See­fahrt und Mari­ti­me Wis­sen­schaf­ten, Prof. Dr. Mar­cus Ben­tin, sowie Pro­de­kan Prof. Dr. Klaus Heil­mann infor­mier­ten die Poli­ti­ker über For­schung, Leh­re und die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten des Standortes.

Das Mari­ti­me Tech­ni­kum bün­delt unter ande­rem Kom­pe­ten­zen in den Berei­chen Schiffs­füh­rungs­si­mu­la­ti­on, Schiffs­tech­nik, Mee­res­tech­nik und zukünf­ti­ge Schiffs­an­trie­be.

Gera­de mit Blick auf den Wan­del der mari­ti­men Wirt­schaft misst Ulf Thie­le dem Stand­ort Leer eine beson­de­re Bedeu­tung bei.

„Nie­der­sach­sen ist Hafen- und Schiff­fahrts­land. Die­sen Anspruch müs­sen wir auch für die nächs­te Gene­ra­ti­on mari­ti­mer Tech­no­lo­gien ver­tei­di­gen“, erklär­te der CDU-Landtagsabgeordnete.

Dafür brau­che es star­ke For­schungs- und Aus­bil­dungs­stand­or­te, einen schnel­len Wis­sens­trans­fer in die Unter­neh­men und ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen. Leer bie­te dafür her­vor­ra­gen­de Voraussetzungen.

Green Ship­ping und Digi­ta­li­sie­rung als Chan­ce für Ostfriesland

Die CDU sieht in der Trans­for­ma­ti­on der Schiff­fahrt nicht nur eine Her­aus­for­de­rung für den Kli­ma­schutz. Auch die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der mari­ti­men Wirt­schaft und qua­li­fi­zier­te Arbeits­plät­ze sei­en von zen­tra­ler Bedeutung.

Green Ship­ping, Digi­ta­li­sie­rung, Auto­ma­ti­sie­rung und alter­na­ti­ve Antriebs­sys­te­me wer­den die Schiff­fahrt nach Ein­schät­zung der Abge­ord­ne­ten in den kom­men­den Jah­ren erheb­lich verändern.

Thie­le for­mu­liert des­halb ein kla­res Ziel: Tech­no­lo­gien für die mari­ti­me Trans­for­ma­ti­on sol­len nicht aus­schließ­lich an ande­ren Stand­or­ten ent­wi­ckelt und anschlie­ßend in der Regi­on ein­ge­setzt wer­den. For­schung, Ent­wick­lung, Wert­schöp­fung und qua­li­fi­zier­te Arbeits­plät­ze sol­len mög­lichst in Nie­der­sach­sen und ins­be­son­de­re in Ost­fries­land gehal­ten bezie­hungs­wei­se neu geschaf­fen werden.

Dank an MARI­KO-Geschäfts­füh­re­rin Kat­ja Baumann

Ein beson­de­rer Dank der CDU galt MARI­KO-Geschäfts­füh­re­rin Kat­ja Bau­mann, die das Kom­pe­tenz­zen­trum und das Green­Ship­ping-Kom­pe­tenz­zen­trum über mehr als ein Jahr­zehnt geprägt und zu leis­tungs­fä­hi­gen Ein­rich­tun­gen ent­wi­ckelt habe.

Bau­mann hat­te auch den Besuch des Arbeits­krei­ses vor­be­rei­tet, koor­di­niert und die Abge­ord­ne­ten durch die ver­schie­de­nen Sta­tio­nen des Mari­ti­men Cam­pus begleitet.

Hart­mut Moor­kamp zog zum Abschluss eine posi­ti­ve Bilanz: „Der Aus­tausch hat ein­drucks­voll gezeigt, wel­ches Poten­zi­al in der engen Zusam­men­ar­beit von Hoch­schu­le, For­schung und mari­ti­mer Wirt­schaft liegt. Die­ses Netz­werk wol­len wir poli­tisch wei­ter stärken.“

Anzeige 
Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen