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Büro­kra­tie belas­tet Indus­trie im inter­na­tio­na­len Wettbewerb

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Her­aus­for­de­run­gen für den Mit­tel­stand: Die Ver­bes­se­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit, Büro­kra­tie­ab­bau und die Siche­rung von Fach­kräf­ten durch eine bes­se­re Bil­dungs­po­li­tik waren zen­tra­le The­men beim Besuch von Ulf Thie­le (CDU). Im Gespräch (v.l.): Tho­mas Otten (LMB), Julia Malch­us (CDU), Alex­an­der Malch­us (Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung), Ulf Thie­le (MdL) und Ger­hard Mül­ler (LMB). (Foto: CDU Wahl­kreis­bü­ro Ulf Thiele)

Thie­le: Büro­kra­tie bremst inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Industrie

In Log­abir­um trifft Hoch­tech­no­lo­gie auf har­te glo­ba­le Rea­li­tät. Beim Besuch der Fir­men­grup­pe Logaer Maschi­nen­bau (LMB) kri­ti­sier­te der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le den schlep­pen­den Büro­kra­tie­ab­bau und Män­gel in der Bil­dungs­po­li­tik, die hie­si­ge Unter­neh­men im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb belasten.


Prä­zi­si­on für die Energiewende

Zwi­schen wei­tem Grün­land und dem cha­rak­te­ris­ti­schen ost­frie­si­schen Him­mel ste­hen in Log­abir­um die über­di­men­sio­na­len Pro­duk­ti­ons­hal­len der Logaer Maschi­nen­bau (LMB). Rund 200 hoch­qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter fer­ti­gen hier Kom­po­nen­ten für die Ener­gie­wen­de – ins­be­son­de­re für Windenergieanlagen.

Die Dimen­sio­nen sind beein­dru­ckend: Eine Por­tal-Dreh- und Fräs­ma­schi­ne von der Grö­ße eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses ver­deut­licht den Trend zu immer grö­ße­ren Bau­tei­len. Die­se müs­sen extre­men Bedin­gun­gen wie hohem Druck, Vibra­tio­nen und mas­si­ven Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen stand­hal­ten. Neben der Seri­en­fer­ti­gung ist die LMB vor allem für Spe­zi­al­an­fer­ti­gun­gen ein welt­weit gefrag­ter Partner.

Glo­ba­ler Wett­be­werb und büro­kra­ti­sche Hürden

Trotz der Inno­va­ti­ons­kraft ist der Markt hart umkämpft. „Wir bewe­gen uns auf inter­na­tio­na­lem Par­kett und kon­kur­rie­ren mit teils staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Kon­zer­nen aus dem asia­ti­schen Raum“, erklärt der kauf­män­ni­sche Geschäfts­füh­rer Tho­mas Otten.

Beson­ders die Rah­men­be­din­gun­gen am Stand­ort Deutsch­land berei­ten Sorgen:

  • Kos­ten­struk­tur: Hohe Lohn- und Lohn­ne­ben­kos­ten sowie stren­ge Umwelt- und Sicherheitsstandards.

  • Büro­kra­tie-Stau: Ein dras­ti­sches Bei­spiel sind Geneh­mi­gungs­pro­zes­se für Schwer­last­trans­por­te. Blo­ckiert eine kurz­fris­ti­ge Bau­stel­le den Weg, müs­sen oft sämt­li­che Ver­fah­ren neu durch­lau­fen wer­den, was zu tage­lan­gen Still­stän­den führt.

Ulf Thie­le (CDU) fand dazu deut­li­che Wor­te: „Alle reden vom Büro­kra­tie­ab­bau. Lang­sam muss mal gelie­fert wer­den.“ Er kri­ti­sier­te, dass die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung von 80 Vor­schlä­gen der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de aus dem Früh­jahr 2025 bis heu­te kei­nen ein­zi­gen umge­setzt habe.


Fach­kräf­te­man­gel und Bildungsnotstand

Ein wei­te­res Kern­the­ma des Besuchs, an dem auch Alex­an­der Malch­us (Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung) und Julia Malch­us (CDU Stadt­ver­band Leer) teil­nah­men, war die Ver­füg­bar­keit von Fach­per­so­nal. Da qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter am Markt kaum ver­füg­bar sind, bil­det die LMB über Jah­re hin­weg selbst für die hoch­kom­ple­xen Anfor­de­run­gen aus.

Thie­le warn­te vor den Fol­gen einer ver­nach­läs­sig­ten Bildungspolitik:

  • Schul­ab­bre­cher­quo­te: Nie­der­sach­sen kön­ne sich eine Quo­te von über 15 % nicht leisten.

  • For­de­run­gen: Inves­ti­tio­nen in Bil­dungs­qua­li­tät, Schul­so­zi­al­ar­beit und eine bes­se­re Unter­richts­ver­sor­gung sei­en zwingend.

  • Inte­gra­ti­on: Geziel­te Kon­zep­te mit Pra­xis­be­zug und ver­bind­li­cher Sprach­för­de­rung sei­en nötig, ins­be­son­de­re für Jun­gen und Jugend­li­che mit Migrationshintergrund.

„Spra­che ist der Schlüs­sel für Bil­dung und gesell­schaft­li­che Teil­ha­be. Das nützt am Ende auch Unter­neh­men wie der LMB“, so Thiele.

Inno­va­ti­on als Überlebensstrategie

Trotz der Hür­den bli­cken die Geschäfts­füh­rer Ger­hard Mül­ler und Tho­mas Otten stolz auf ihr Unter­neh­men. Die Stär­ke der LMB lie­ge dar­in, den Mit­be­wer­bern durch stän­di­ge Opti­mie­rung der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se und inno­va­ti­ve Lösun­gen immer einen Schritt vor­aus zu sein. Nur so lässt sich das hohe Tem­po des Wan­dels in der Wind­ener­gie-Tech­no­lo­gie mitgehen.


 

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