Lokal

Bun­des­wei­te Schwer­punkt­prü­fung: Zoll kon­trol­liert Bau­stel­len in der Region

Veröffentlicht

am

Bun­des­wei­te Schwer­punkt­prü­fung: Zoll nimmt das Bau­ge­wer­be ins Visier

OLDENBURG / OSTFRIESLAND. Die Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit (FKS) hat im Rah­men einer bun­des­wei­ten kon­zer­tier­ten Akti­on eine umfas­sen­de Über­prü­fung der Bau­bran­che durch­ge­führt. Auch im Nord­wes­ten war der Zoll mit einem Groß­auf­ge­bot im Ein­satz, um Schwarz­ar­beit, ille­ga­ler Beschäf­ti­gung und dem Miss­brauch von Sozi­al­leis­tun­gen entgegenzuwirken.

Groß­ein­satz in Olden­burg und dem Land­kreis Aurich

Das Haupt­zoll­amt Olden­burg betei­lig­te sich mit ins­ge­samt 51 Ein­satz­kräf­ten der Stand­or­te Emden und Olden­burg an der risi­ko­ori­en­tier­ten Schwer­punkt­prü­fung. Im Fokus stan­den dabei meh­re­re Bau­stel­len im Stadt­ge­biet von Olden­burg sowie im Land­kreis Aurich.

Die Beam­ten kon­trol­lier­ten vor Ort, ob Arbeit­ge­ber ihren Mel­de­pflich­ten zur Sozi­al­ver­si­che­rung nach­ge­kom­men sind, ob der gesetz­li­che Min­dest­lohn gezahlt wird und ob aus­län­di­sche Arbeits­kräf­te über die erfor­der­li­chen Arbeits­ge­neh­mi­gun­gen ver­fü­gen. Ins­ge­samt wur­den 44 Arbeit­neh­mer zu ihren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen befragt. In zwei Fäl­len wur­de zudem unmit­tel­bar mit der Prü­fung der Geschäfts­un­ter­la­gen in den jewei­li­gen Betrie­ben begonnen.

Ers­te Bilanz: Zahl­rei­che Verdachtsfälle

Die vor­läu­fi­gen Ergeb­nis­se der Kon­trol­len unter­strei­chen die Not­wen­dig­keit der Maß­nah­men. Bei den Befra­gun­gen und ers­ten Sich­tun­gen erga­ben sich in 35 Fäl­len Anhalts­punk­te, die auf Unre­gel­mä­ßig­kei­ten schlie­ßen las­sen. Die­se Ver­dachts­mo­men­te müs­sen nun durch die FKS im Detail aus­er­mit­telt wer­den. Die Schwer­punk­te der wei­te­ren Unter­su­chun­gen lie­gen auf:

  • Bei­trags­vor­ent­hal­tung: Mög­li­che Unter­schla­gung von Sozialversicherungsbeiträgen.

  • Leis­tungs­miss­brauch: Unbe­rech­tig­ter Bezug von Sozi­al­leis­tun­gen trotz Erwerbstätigkeit.

  • Min­dest­lohn­ver­stö­ße: Prü­fung der Ein­hal­tung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns, der seit dem 1. Janu­ar 2026 bei 13,90 Euro pro Stun­de liegt.

  • Ille­ga­le Aus­län­der­be­schäf­ti­gung: Über­prü­fung von Auf­ent­halts­ti­teln und Arbeitserlaubnissen.

Hohe volks­wirt­schaft­li­che Relevanz

Der Zoll legt auf­grund der enor­men volks­wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung einen beson­de­ren Fokus auf das Bau­ge­wer­be. Wie mas­siv die Aus­wir­kun­gen sind, zei­gen die Zah­len des Vor­jah­res: Im Jahr 2025 wur­den im Bau­haupt- und Neben­ge­wer­be bun­des­weit über 10.000 Straf­ver­fah­ren sowie knapp 7.900 Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Rund 60 Pro­zent der gesam­ten durch die FKS fest­ge­stell­ten Scha­dens­sum­me ent­fie­len im Jahr 2025 auf die­se Branche.

Sol­che kon­zer­tier­ten Prü­fun­gen die­nen laut Zoll nicht nur der Auf­de­ckung von Ver­stö­ßen, son­dern sol­len auch die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz von Schwarz­ar­beit sen­ken und für fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen auf dem Arbeits­markt sorgen.

Anzeige 

Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen