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Debat­te um Hin­den­burg­stra­ße: CDU unter­stützt neue Bürgerinitiative

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LEER / LOGA. Die Dis­kus­si­on um die Umbe­nen­nung der Hin­den­burg­stra­ße im Stadt­teil Loga gewinnt an Dyna­mik. Die CDU-Frak­ti­on im Rat der Stadt Leer hat sich nun offi­zi­ell zur Grün­dung der neu­en Bür­ger­initia­ti­ve (BI) geäu­ßert, die sich für den Erhalt des Stra­ßen­na­mens ein­setzt. Die Christ­de­mo­kra­ten wer­ten den Zusam­men­schluss der Bür­ger als ein „star­kes Zei­chen geleb­ter Demokratie“.

Kri­tik an SPD und Grünen

In einer aktu­el­len Stel­lung­nah­me spart die CDU-Frak­ti­on nicht mit Kri­tik an den Rats­frak­tio­nen von SPD und Grü­nen. Die Grün­dung der Bür­ger­initia­ti­ve sei die „rich­ti­ge und not­wen­di­ge Ant­wort auf die Igno­ranz“ gegen­über dem Bür­ger­wil­len. Nach Ansicht der CDU beschä­di­ge das Über­ge­hen klar geäu­ßer­ter Mei­nun­gen das Ver­trau­en in poli­ti­sche Ver­fah­ren massiv.

„Wer Betei­li­gung ver­spricht und das Ergeb­nis dann ein­fach über­geht, beschä­digt das Ver­trau­en in Poli­tik“, so die Frak­ti­on. Man ver­weist dar­auf, dass sich neben der Mehr­heit der direk­ten Anwoh­ner auch ein gro­ßer Teil der Bevöl­ke­rung in Loga und im gesam­ten Stadt­ge­biet gegen die Umbe­nen­nung aus­ge­spro­chen habe.

Iden­ti­tät kon­tra „Ein­griff von oben“

Für vie­le Bür­ger sei der Stra­ßen­na­me ein Teil der gewach­se­nen Iden­ti­tät Logas. Eine Ände­rung des Namens wer­de daher nicht als wert­vol­le geschicht­li­che Auf­ar­bei­tung emp­fun­den, son­dern als ein bevor­mun­den­der Ein­griff „von oben her­ab“. Die CDU betont, dass die Ableh­nung der Umbe­nen­nung tief in der Stadt­ge­sell­schaft ver­an­kert sei und es sich kei­nes­falls um eine Ein­zel­mei­nung handele.

Ein­ord­nung statt Til­gung der Geschichte

Die CDU stellt klar, dass ihre Hal­tung nicht als Ver­harm­lo­sung der his­to­ri­schen Rol­le Paul von Hin­den­burgs zu ver­ste­hen sei. Viel­mehr gehe es um einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit der Historie:

  • Sicht­bar­keit: Geschich­te sol­le nicht getilgt, son­dern erklärt werden.

  • Kon­tex­tua­li­sie­rung: Die Frak­ti­on spricht sich wei­ter­hin für das Auf­stel­len von Hin­weis­schil­dern aus, die den his­to­ri­schen Kon­text vor Ort einordnen.

  • Bür­ger­nä­he: Erin­ne­rungs­kul­tur kön­ne laut CDU nur im Dia­log mit den Men­schen funk­tio­nie­ren, nicht gegen sie.

Die CDU-Frak­ti­on kün­dig­te an, das Enga­ge­ment der Bür­ger­initia­ti­ve aus­drück­lich zu unter­stüt­zen, um sicher­zu­stel­len, dass Bür­ger­be­tei­li­gung in Leer ernst genom­men wird.

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