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Ener­gie-Sha­ring für Leer: Kom­mu­na­le Gebäu­de als vir­tu­el­les Kraftwerk

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Loka­le Ener­gie­wen­de in Leer: CDU-Frak­ti­on for­dert Prü­fung eines Strombilanzkreismodells

In der Stadt Leer könn­te die Nut­zung von Solar­strom bald eine neue Effi­zi­enz­stu­fe errei­chen. Die CDU-Frak­ti­on hat einen Antrag an Bür­ger­meis­ter Claus-Peter Horst gerich­tet, in dem die Ver­wal­tung auf­ge­for­dert wird, die tech­ni­sche und wirt­schaft­li­che Umset­zung eines soge­nann­ten Strom­bi­lanz­kreis­mo­dells für kom­mu­na­le Lie­gen­schaf­ten zu prüfen.

Das Pro­blem: Unge­utz­tes Poten­zi­al auf städ­ti­schen Dächern

Die Stadt Leer ver­folgt bereits das Ziel, zuneh­mend kom­mu­na­le Gebäu­de mit Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen (PV) aus­zu­stat­ten. Doch die Rea­li­tät stößt oft an bau­li­che Gren­zen: Nicht jedes Gebäu­de ist für eine eige­ne Anla­ge geeig­net. Denk­mal­schutz, sta­ti­sche Pro­ble­me oder Ver­schat­tun­gen durch Nach­bar­ge­bäu­de ver­hin­dern oft die Installation.

Bei den bereits exis­tie­ren­den Anla­gen han­delt es sich zumeist um Teil­ein­spei­se­an­la­gen. Das bedeutet:

  • Ein Groß­teil des Stroms wird direkt vor Ort verbraucht.

  • Ein beacht­li­cher Rest – geschätzt zwi­schen 20 und 40 Pro­zent – fließt unge­nutzt ins öffent­li­che Netz.


Die Lösung: Ener­gy Sha­ring inner­halb der Kommune

Hier setzt das bean­trag­te Strom­bi­lanz­kreis­mo­dell an. Ziel ist es, den über­schüs­si­gen Strom nicht ein­fach gegen eine gerin­ge Ein­spei­se­ver­gü­tung abzu­ge­ben, son­dern ihn gezielt ande­ren städ­ti­schen Gebäu­den zuzu­füh­ren, die selbst kei­ne Solar­ener­gie erzeu­gen können.

So funk­tio­niert das Modell tech­nisch: Mit­hil­fe moder­ner Mess­tech­nik und spe­zia­li­sier­ter Soft­ware wer­den die Über­schuss­men­gen erfasst. Über das öffent­li­che Strom­netz erfolgt die vir­tu­el­le Wei­ter­lei­tung an ande­re kom­mu­na­le Abneh­mer im Stadtgebiet.

Wirt­schaft­li­che Vor­tei­le für den Haushalt

Die Vor­tei­le die­ses “Ener­gy Sha­rings” sind zweierlei:

  1. Stei­ge­rung des Eigen­ver­brauchs: Der wert­vol­le Son­nen­strom bleibt im Sys­tem der Stadtverwaltung.

  2. Sen­kung der Strom­kos­ten: Durch die direk­te Ver­rech­nung ent­fal­len der Ener­gie­preis des Ver­sor­gers und unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch die Stromsteuer.


Zusam­men­ar­beit mit Ver­sor­gern als Schlüssel

In dem Antrag betont die CDU, dass für den Erfolg eine enge Abstim­mung mit dem loka­len Ener­gie­ver­sor­ger not­wen­dig ist. Ohne des­sen Unter­stüt­zung und die Bereit­stel­lung der ent­spre­chen­den Netz­struk­tu­ren ist eine Umset­zung nicht möglich.

Dass die­ses Modell kei­ne blo­ße Theo­rie ist, zei­gen Bei­spie­le aus ande­ren Regio­nen Deutsch­lands. Der Main-Tau­nus-Kreis gilt hier­bei als Vor­rei­ter und hat bereits demons­triert, wie Kom­mu­nen durch intel­li­gen­te Bilan­zie­rung ihre Ener­gie­kos­ten sen­ken und gleich­zei­tig das Kli­ma schüt­zen können.

Ob und wie schnell die Ver­wal­tung in Leer die­ses Modell rea­li­sie­ren kann, wird nun die ange­for­der­te Prü­fung zeigen.

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