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FDP Leer: Pro Bür­ger­initia­ti­ve und his­to­ri­sche Auf­klä­rung statt Namensänderung

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Schul­ter­schluss für den Erhalt: Gün­ter Pod­lich und Sven Albert von der FDP-Frak­ti­on (es fehlt Susan­ne Smit) unter­stüt­zen die neu gegrün­de­te Bür­ger­initia­ti­ve in Loga. Trotz des knap­pen Rats­be­schlus­ses vom Sep­tem­ber 2025 zur Namens­än­de­rung set­zen sich die Libe­ra­len gemein­sam mit der BI wei­ter­hin für his­to­ri­sche Auf­klä­rung vor Ort ein.

FDP Leer unter­stützt Bür­ger­initia­ti­ve: „Erin­ne­rung durch Auf­klä­rung bewahren“

LEER / LOGA. Die FDP-Frak­ti­on im Rat der Stadt Leer begrüßt die Grün­dung der Bür­ger­initia­ti­ve (BI) zum Erhalt der Hin­den­burg­stra­ße in Loga aus­drück­lich. Die Libe­ra­len, die bereits im Vor­feld des knap­pen Rats­be­schlus­ses gegen eine Umbe­nen­nung gestimmt hat­ten, sehen in dem bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ment eine wich­ti­ge Stär­kung der demo­kra­ti­schen Mit­be­stim­mung vor Ort.

His­to­ri­sche Iden­ti­tät und Beständigkeit

Für die FDP-Frak­ti­on ist die Hin­den­burg­stra­ße weit mehr als nur eine Adres­se. Seit fast 100 Jah­ren ist der Name fes­ter Bestand­teil des Lebens­um­fel­des der Anwoh­ner. In einer sich rasant wan­deln­den Welt benö­tig­ten Men­schen Bestän­dig­keit und Ver­läss­lich­keit in ihrem direk­ten Umfeld, so die Fraktion.

Beson­ders hebt die FDP den loka­len Bezug her­vor: Im Mai 1927 besuch­te der dama­li­ge Reichs­prä­si­dent Paul von Hin­den­burg die Even­burg in Loga und die Vieh­markt­hal­le in Leer. „In die­sem posi­ti­ven Geist der Iden­ti­fi­ka­ti­on wur­de 1928 der Weg an der Frie­dens­kir­che umbe­nannt“, erläu­tert die Frak­ti­on. Eine Umbe­nen­nung gegen den erklär­ten Wil­len der Mehr­heit der betrof­fe­nen Bür­ger wer­de daher als tief­grei­fen­der Ein­griff in den All­tag und das Gemein­schafts­le­ben wahrgenommen.

„Reflek­tier­te Erin­ne­rungs­po­li­tik“ statt blo­ßem Verwaltungsakt

Die FDP betont, dass eine Ableh­nung der Umbe­nen­nung kei­nes­falls eine Ver­harm­lo­sung der geschicht­li­chen Rol­le Hin­den­burgs bedeu­tet. Die Frak­ti­ons­mit­glie­der Gün­ter Pod­lich, Sven Albert und Susan­ne Smit plä­die­ren statt­des­sen für eine „reflek­tier­te Erinnerungspolitik“.

  • Sicht­ba­rer Kon­text: Ziel sei es, die Geschich­te kri­tisch zu ver­mit­teln, ohne sie unsicht­bar zu machen.

  • Kon­kre­ter Vor­schlag: Die FDP setzt sich wei­ter­hin für das Auf­stel­len einer deut­lich sicht­ba­ren Hin­weis­ta­fel ein, die die his­to­risch kom­ple­xe und zwie­späl­ti­ge Per­son Hin­den­burgs ein­ord­net. Hier­für stün­de bereits ein Grund­stück der Frie­dens­kir­che zur Verfügung.

Kri­tik an der knap­pen Entscheidung

Der Rats­be­schluss vom 25. Sep­tem­ber 2025, der mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit von 15 zu 14 Stim­men die Umbe­nen­nung besie­gel­te, wird von der FDP kri­tisch hin­ter­fragt. Die Frak­ti­on zitiert in die­sem Zusam­men­hang den ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Roman Her­zog: „Ohne Erin­ne­rung gibt es weder Über­win­dung des Bösen noch Leh­ren für die Zukunft.“ Nach Ansicht der Libe­ra­len leis­te eine rei­ne Namens­än­de­rung kei­nen Bei­trag zur ech­ten Aufarbeitung.

Die FDP wünscht der Grün­dungs­ver­samm­lung der Bür­ger­initia­ti­ve einen guten Ver­lauf und kün­dig­te an, den Weg der BI kon­struk­tiv zu begleiten.

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