Lokal

Fern­mel­de­mu­se­um Leer: His­to­ri­sche Tech­nik soll für Ost­fries­land erhal­ten bleiben

Veröffentlicht

am

Nico Blo­em besuch­te das Fern­mel­de­mu­se­um Leer gemein­sam mit Mit­glie­dern des Ver­eins­vor­stands. Auch der ehe­ma­li­ge Leera­ner Land­rat Bern­hard Bramla­ge, der den Ver­ein unter­stützt, nahm an dem Gespräch teil.

Fern­mel­de­mu­se­um Leer vor Her­aus­for­de­run­gen: Nico Blo­em sagt Unter­stüt­zung zu

His­to­ri­sche Tech­nik und ost­frie­si­sche Fern­mel­de­ge­schich­te: Das Fern­mel­de­mu­se­um Leer gibt Ein­bli­cke in eine längst ver­gan­ge­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­welt. Bei einem Besuch mach­te sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em ein Bild von der Samm­lung und beton­te: „Das muss erhal­ten werden.“

Leer – Das Fern­mel­de­mu­se­um Leer im ehe­ma­li­gen Tele­kom-Gebäu­de an der Bavink­stra­ße bewahrt ein Stück Kul­tur- und Tech­nik­ge­schich­te Ost­fries­lands. Zahl­rei­che his­to­ri­sche Gerä­te erin­nern dort an die Ent­wick­lung der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on. Bei einem Besuch über­zeug­te sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em aus Wee­ner von der Arbeit des Ver­eins. An dem Gespräch nahm auch der ehe­ma­li­ge Leera­ner Land­rat Bern­hard Bramla­ge teil, der sich eben­falls für den Erhalt des Muse­ums einsetzt.

Das Team um den Ver­eins­vor­sit­zen­den Wal­ter Brück­mann hat seit der Grün­dung des Ver­eins und des Muse­ums viel auf­ge­baut. In den Räu­men des ehe­ma­li­gen Tele­kom-Gebäu­des befin­den sich zahl­rei­che Ori­gi­nal­stü­cke aus der Fern­mel­de­ge­schich­te Ost­fries­lands. Die Aus­stel­lung reicht von alten See­ka­beln über Tele­fo­ne unter­schied­li­cher Bau­jah­re und Gene­ra­tio­nen bis hin zu his­to­ri­schen Tele­fon­zel­len, Fern­schrei­bern, Ver­mitt­lungs­stel­len und Morsetastern.

„Wir konn­ten ein­fach die alte Tech­nik nicht weg­wer­fen“, erklärt Brück­mann. Aus die­ser Hal­tung ist inzwi­schen eine umfang­rei­che Samm­lung ent­stan­den, die nicht nur his­to­ri­sche Gerä­te bewahrt, son­dern auch deren Funk­ti­ons­wei­se nach­voll­zieh­bar macht.

Ehe­ma­li­ge Fern­mel­de­tech­ni­ker hal­ten Tech­nik am Leben

Der Ver­ein zählt der­zeit rund 50 Mit­glie­der, etwa zehn von ihnen enga­gie­ren sich regel­mä­ßig im Muse­um. Sie restau­rie­ren his­to­ri­sche Gerä­te, set­zen sie instand und berei­ten sie für die Aus­stel­lung auf.

Vie­le Ver­eins­mit­glie­der sind ehe­ma­li­ge Fern­mel­de­tech­ni­ker. Sie ver­fü­gen daher nicht nur über tech­ni­sches Wis­sen, son­dern ken­nen einen gro­ßen Teil der aus­ge­stell­ten Gerä­te noch aus ihrer eige­nen beruf­li­chen Ver­gan­gen­heit. Gleich­zei­tig ver­bin­det der Ver­ein die his­to­ri­sche Tech­nik mit moder­nen Entwicklungen.

Ein beson­de­res Bei­spiel dafür ist ein alter Fern­schrei­ber. Über das his­to­ri­sche Gerät kön­nen inzwi­schen sogar Anfra­gen an ChatGPT gestellt und beant­wor­tet wer­den. Damit zeigt das Muse­um auf unge­wöhn­li­che Wei­se, wie sich Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik über Jahr­zehn­te ent­wi­ckelt haben.

Muse­um steht vor finan­zi­el­len und räum­li­chen Herausforderungen

Trotz des Enga­ge­ments der Ver­eins­mit­glie­der steht das Fern­mel­de­mu­se­um vor meh­re­ren Pro­ble­men. Ein wesent­li­cher Punkt ist die feh­len­de Bar­rie­re­frei­heit: Das Gebäu­de ver­fügt über kei­nen Aufzug.

Hin­zu kom­men stei­gen­de Kos­ten. Zwar kön­nen die Räu­me der­zeit noch miet­frei genutzt wer­den, doch die finan­zi­el­le Situa­ti­on macht eine lang­fris­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung schwie­rig. „Auf die Dau­er ist das Muse­um unter den der­zei­ti­gen Bedin­gun­gen nicht zu hal­ten“, sagt Wal­ter Brückmann.

Damit stellt sich für den Ver­ein zuneh­mend die Fra­ge, wie das Fern­mel­de­mu­se­um Leer dau­er­haft gesi­chert und gleich­zei­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den kann.

Nico Blo­em zeigt sich beein­druckt von der Aus­stel­lung und emp­fiehlt einen Besuch im Fern­mel­de­mu­se­um Leer: Die viel­fäl­ti­ge Samm­lung und die his­to­ri­schen Gerä­te sei­en für alle Alters­klas­sen sehenswert.

Nico Blo­em sieht Zukunfts­per­spek­ti­ve im Museum

Nico Blo­em zeig­te sich bei sei­nem Besuch beein­druckt und signa­li­sier­te sei­ne Bereit­schaft, bei der Suche nach einer Per­spek­ti­ve zu hel­fen. Vor­aus­set­zung sei aller­dings ein ent­spre­chen­des Kon­zept, das den wei­te­ren Weg des Muse­ums aufzeigt.

Für Blo­em ist das Fern­mel­de­mu­se­um mehr als eine Samm­lung alter tech­ni­scher Gerä­te. Es ver­mit­telt einen Ein­blick in die tech­ni­sche Ent­wick­lung der Regi­on und macht anhand kon­kre­ter Ori­gi­nal­stü­cke nach­voll­zieh­bar, wie Kom­mu­ni­ka­ti­on frü­her funktionierte.

Beson­ders beein­druckt zeig­te sich der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te vom per­sön­li­chen Enga­ge­ment der Ver­eins­mit­glie­der. „Ich bin wirk­lich sehr ange­tan, mit wel­chem Herz­blut hier gear­bei­tet wird“, erklär­te Blo­em. Die Aus­stel­lung sei für alle Alters­klas­sen sehens­wert.

Rund 300 Besu­cher pro Jahr

Das Fern­mel­de­mu­se­um ver­fügt der­zeit über kei­ne regel­mä­ßi­gen Öff­nungs­zei­ten. Wer die Aus­stel­lung besich­ti­gen möch­te, kann einen Besuch über die Inter­net­sei­te www.femule.de anmelden.

Trotz die­ser ein­ge­schränk­ten Zugangs­mög­lich­kei­ten fin­den jähr­lich bereits rund 300 Besu­che­rin­nen und Besu­cher den Weg in das Muse­um in der Bavink­stra­ße. Die Samm­lung bie­tet dabei nicht nur ehe­ma­li­gen Fern­mel­de­tech­ni­kern Gele­gen­heit, Erin­ne­run­gen auf­zu­fri­schen. Auch jün­ge­re Besu­cher kön­nen nach­voll­zie­hen, wie sich die Kom­mu­ni­ka­ti­on von Tele­fo­nen, Fern­schrei­bern und Ver­mitt­lungs­stel­len bis hin zu moder­ner digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ent­wi­ckelt hat.

Für den Ver­ein steht nun die Fra­ge im Mit­tel­punkt, wie das Fern­mel­de­mu­se­um Leer lang­fris­tig erhal­ten wer­den kann. Die vor­han­de­ne Samm­lung, das tech­ni­sche Fach­wis­sen der Mit­glie­der und das Besu­cher­inter­es­se bil­den dafür eine Grund­la­ge. Ent­schei­dend wird jedoch sein, ein trag­fä­hi­ges Kon­zept für die Zukunft und die damit ver­bun­de­nen räum­li­chen und finan­zi­el­len Anfor­de­run­gen zu entwickeln.

Anzeige 
Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen