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Fif­ty/­Fif­ty-Wär­me­bo­nus-Modell — Weil und Lies stel­len rasch umsetz­ba­res Modell für eine Gas­preis­brem­se vor.

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Fif­ty/­Fif­ty-Wär­me­bo­nus-Modell — Minis­ter­prä­si­dent Weil und Umwelt­mi­nis­ter Lies stel­len rasch umsetz­ba­res Modell für eine Gas­preis­brem­se vor

Die Gas­prei­se in Deutsch­land und Euro­pa waren infol­ge der Erho­lung der Welt­wirt­schaft von den Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie bereits in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2021 ange­stie­gen — seit dem Angriff Russ­lands auf die Ukrai­ne haben sie sich mas­siv erhöht. Zen­tra­le Ursa­chen der Preis­stei­ge­rung sind die durch Russ­land vor­ge­nom­me­nen Kür­zun­gen und das spä­te­re Aus­set­zen der Gas­lie­fe­run­gen. Die damit ver­bun­de­ne Ver­knap­pung des Ener­gie­trä­gers Gas am Welt­markt und die Not­wen­dig­keit, die deut­schen Gas­spei­cher zu fül­len, haben die Preis­spi­ra­le kon­ti­nu­ier­lich nach oben getrie­ben. Obwohl der Gas­preis in jüngs­ter Zeit wie­der leicht gesun­ken ist, kön­nen vie­le Pri­vat­haus­hal­te, aber auch Wirt­schafts­be­trie­be die enor­men Ener­gie­prei­se kaum stem­men. Es dro­hen viel­fach Zah­lungs­un­fä­hig­kei­ten und Insol­ven­zen, Abwan­de­run­gen von Pro­duk­tio­nen und Ein­stel­lun­gen von Betrieben.

Damit die­se dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung schnellst­mög­lich gestoppt wer­den kann, schla­gen Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil und Umwelt­mi­nis­ter Olaf Lies ein prak­ti­ka­bles und rasch umsetz­ba­res Fif­ty/­Fif­ty-Wär­me­bo­nus-Modell vor.

Grund­la­ge der Berech­nun­gen ist der Ver­brauch des Vor­jah­res und der dafür gezahl­te Durch­schnitts­preis für Gas und Fern­wär­me. Ermit­telt wird dann die Dif­fe­renz zwi­schen dem im Durch­schnitt 2021 gezahl­ten Gas-/Fern­wär­me­preis und dem aktu­el­len, sehr viel höhe­ren Preis. Das Fifty/Fifty Wär­me­bo­nus-Modell sieht vor, dass der Staat 50 Pro­zent die­ser Dif­fe­renz, also der Mehr­kos­ten, über­nimmt, die ande­re Hälf­te der Mehr­kos­ten ver­bleibt grund­sätz­lich bei den Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern bezie­hungs­wei­se bei den Betrie­ben. Sie kön­nen jedoch ihren 50-%-Anteil durch Ener­gie­ein­spa­run­gen wei­ter redu­zie­ren. Alle durch eine Sen­kung des Wär­me­en­er­gie­ver­brauchs her­bei­ge­führ­ten Kos­ten­ein­spa­run­gen kom­men den Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern zugu­te, die Einspar­an­rei­ze wir­ken damit unver­min­dert. Der staat­li­che Bonus wird von den Ener­gie­ver­sor­gern bereits bei den Abschlags­zah­lun­gen berück­sich­tigt. Die Reduk­ti­on erfolgt auto­ma­tisch durch die Ener­gie­ver­sor­ger, die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher müs­sen nicht selbst aktiv werden.

Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil: „Die von den enor­men Gas­preis­stei­ge­run­gen Betrof­fe­nen brau­chen schnel­le und unbü­ro­kra­ti­sche Ent­las­tung. Und es ist auch grund­sätz­lich sehr viel sinn­vol­ler, einen früh grei­fen­den Preis­de­ckel zu eta­blie­ren, als im Nach­hin­ein Ret­tungs­pro­gram­me instal­lie­ren zu müs­sen. Es war uns ein Anlie­gen, ein Modell zu ent­wi­ckeln, das ohne gro­ßen Auf­wand noch in die­sem Herbst umge­setzt wer­den kann und von dem die Men­schen und die Betrie­be vom ers­ten Moment an pro­fi­tie­ren. Das Fif­ty/­Fif­ty-Wär­me­bo­nus­mo­dell ist, soweit ich das über­bli­cken kann, das ers­te Modell, zu dem die Prak­ti­ker in der Ener­gie­wirt­schaft sagen, dass es umsetz­bar ist.”

Das Wär­me­bo­nus-Modell wür­de sowohl den Pri­vat­haus­hal­ten als auch den klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men hel­fen. Denn ein­be­zo­gen wer­den sol­len auch alle Unter­neh­men mit soge­nann­ten Stan­dard­last­pro­fi­len. Dazu Ste­phan Weil: „Der Fif­ty-Fif­ty Wär­me­bo­nus hilft damit auch dem Bäcker oder dem Laden um die Ecke.”

Umwelt- und Ener­gie­mi­nis­ter Olaf Lies: „Das Fifty/Fifty Wär­me­bo­nus-Modell sorgt für eine rasche Sen­kung der Ener­gie­kos­ten und es belohnt zusätz­lich die­je­ni­gen, die Ener­gie spa­ren.” Die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher kön­nen den von ihnen zu tra­gen­den hälf­ti­gen Anteil an der Preis­stei­ge­rung durch eige­ne Anstren­gun­gen wei­ter redu­zie­ren. Der Vor­teil unse­res Modells ist, dass es auch bei ver­än­der­ten Gas­prei­sen greift: Wenn der Preis sich ändert, wird der Bonus angepasst.”

Ande­re For­men der Wär­me­er­zeu­gung (Heiz­öl, Holz­pel­lets) sol­len einen ähn­li­chen Bonus erhal­ten. Auf­grund der nicht von einem Ver­sor­ger ermit­tel­ba­ren Vor­jahrs­ver­brauchs­kos­ten kann dies nur pau­scha­liert erfolgen.

Und auf noch einen Umstand weist Ste­phan Weil hin: „Auch wenn es einen Preis­de­ckel gibt, wer­den wir um zusätz­li­che Hilfs­pro­gram­me nicht drum her­um­kom­men. Das betrifft zum Bei­spiel Haus­hal­te mit einem gerin­gen Ein­kom­men, aber auch Groß­un­ter­neh­men, die sich Ener­gie selbst beschaffen.”


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