Lokal
Gemeinsam auf Kurs: Hafenwirtschaft und Politik setzen auf enge Kooperation
„Maritime Wirtschaft ist eine große Stärke unserer Region“: Nico Bloem zu Gast bei der Hafenwirtschaftsvereinigung
Leer – Die Häfen im Landkreis Leer sind weit mehr als nur idyllische Postkartenmotive; sie bilden ein wirtschaftliches Rückgrat für Ostfriesland. Doch die Herausforderungen, insbesondere die anhaltende Verschlickung der Ems, wiegen schwer. Dies wurde deutlich, als der SPD-Landtagsabgeordnete Nico Bloem kürzlich die Mitgliederversammlung der Hafenwirtschaftsvereinigung (HWV) besuchte.
Ein Verbund mit Potenzial
Als Vorsitzender des Landtags-Unterausschusses für Häfen und Schifffahrt betonte Bloem die Bedeutung der sieben kommunalen Häfen – Leer, Ditzum, Jemgum, Weener, Oldersum, Borkum und der Emsport. Für ihn sind diese Standorte „wirkliche Schätze“, die Heimatgefühl mit harter Wirtschaftskraft verbinden.
Ob der Fischereistandort Ditzum, der Offshoreservice auf Borkum oder der hohe Güterumschlag in Leer: Die maritime Wirtschaft sei eine tragende, oft unterschätzte Säule der Region. „Ich wünsche mir, dass sie noch stärker werden, denn die Schifffahrt hat eine große Zukunft“, so Bloem.
Herausforderung Tidesteuerung
Ein zentrales Thema des Austauschs war der Masterplan Ems und die damit verbundene Tidesteuerung. Während diese Maßnahme die Schlickbelastung im Fluss senken soll, wächst vor Ort die Sorge um die Wasserstände und eine mögliche Zunahme der Verschlickung in den Hafenzufahrten. Besonders die Schleusen in Leer und Oldersum stehen hier vor technischen Herausforderungen.
Nico Bloem fand hierzu klare Worte:
„Wir wollen den Masterplan umsetzen, aber es muss auch klar sein, dass es keine negativen Auswirkungen für die Häfen im Landkreis Leer geben darf. Wenn Nachteile entstehen, müssen sie ausgeglichen werden. Dafür werde ich mich einsetzen.“
Forderung nach mehr Sichtbarkeit und Dialog
Reiner Graalmann, Vorsitzender der HWV, artikulierte den Wunsch nach einem verbesserten Dialog mit dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), um Risiken frühzeitig bewerten zu können. Bloem sicherte hierbei seine Unterstützung als Vermittler zu.
Gleichzeitig rief der Abgeordnete die Hafenvertreter dazu auf, „öffentlich sichtbarer zu werden“. Die neu aufgestellte Hafenwirtschaftsvereinigung, die nun alle Häfen des Landkreises geschlossen vertritt, sei dafür die ideale Plattform. Bloem lud die Mitglieder ausdrücklich ein, die öffentlichen Sitzungen seines Unterausschusses zu nutzen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.
Ein starkes Signal für die Zukunft
Der Besuch endete mit einem positiven Ausblick. Die maritime Wirtschaft vor Ort verfüge über enormes Entwicklungspotenzial, das es gemeinsam zu heben gelte. „Ich halte die Fahne für unsere Häfen immer hoch“, versprach Bloem zum Abschluss der Versammlung und unterstrich damit seine Rolle als Fürsprecher der regionalen Hafenwirtschaft in Hannover.
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