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Hilfe bei häuslicher Gewalt: Bilanz und Schutzangebote im Landkreis Leer
Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt: Die „Orange Bank“ auf Wanderschaft
Die „Orange Bank“ – ein Projekt des Präventionsrates gegen Gewalt an Frauen – setzt im Stadtgebiet von Leer ein weithin sichtbares Zeichen. Im vergangenen Jahr wanderte die symbolträchtige Bank monatlich durch die Stadt und machte unter anderem Station vor dem Landkreisgebäude in der Bavinkstraße 23 sowie beim Gesundheitsamt in der Jahnstraße.
Ab 2026 weitet sich die Aktion aus: Die Bank kann dann im gesamten Landkreis gebucht werden, um auch über die Stadtgrenzen hinaus auf Schutzangebote aufmerksam zu machen. Interessierte Organisationen oder Gemeinden können sich für Buchungsanfragen direkt per E‑Mail an praeventionsrat@leer.de wenden.
Schutz vor häuslicher Gewalt: Bilanz 2025 für den Landkreis Leer
LEER – Gewalt in den eigenen vier Wänden ist ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt, aber auch im Landkreis Leer bittere Realität ist. Im zehnten Teil unseres Jahresrückblicks 2025 werfen wir einen Blick auf die wichtige Arbeit der Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder in unserer Region.
Häusliche Gewalt macht vor keinem sozialen Umfeld halt. Betroffene sind auf schnelle, unbürokratische Hilfe und sichere Zufluchtsorte angewiesen. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht des Landkreises Leer hervorgeht, suchten im vergangenen Jahr insgesamt 43 Frauen und 45 Kinder Schutz im Leerer Frauenhaus, um der Gewalt durch ihre Partner zu entkommen.
Hohe Auslastung und individuelle Wege aus der Krise
Die Statistik verdeutlicht die Relevanz dieser Einrichtung: Insgesamt wurden im Jahr 2025 1.391 Übernachtungen im Frauenhaus registriert. Die Wege der Frauen nach ihrem Aufenthalt sind dabei sehr unterschiedlich und hängen stark von der jeweiligen Sicherheitslage ab:
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Neuanfang: Ein Großteil der Frauen bezog eine neue Wohnung oder kehrte unter besonderen Schutzmaßnahmen in das alte Umfeld zurück, nachdem der gewalttätige Partner die Wohnung verlassen musste.
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Rückkehr: Sieben Frauen entschieden sich für eine Rückkehr in ihre gewohnte häusliche Situation.
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Privates Umfeld: Einige Betroffene fanden nach der ersten Krisenzeit vorübergehend Unterkunft bei Freunden oder Angehörigen.
Hilfe rund um die Uhr – Anonymität als oberstes Gebot
Um die Sicherheit der Bewohnerinnen zu gewährleisten, bleibt die Adresse des Frauenhauses streng anonym. Das Team ist jedoch jederzeit erreichbar und nimmt Hilfesuchende zu jeder Tages- und Nachtzeit auf. Neben der stationären Aufnahme bietet das Frauenhaus auch ambulante Beratungsgespräche an, die auf Wunsch ebenfalls anonym durchgeführt werden können.
Kontakt Frauenhaus Leer: > Telefon: 0491 926 2881 (24 Stunden erreichbar)
Die BISS: Unterstützung ohne Heimaufenthalt
Ergänzend zum Frauenhaus betreibt der Landkreis die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS). Dieses Angebot richtet sich an Opfer, die Unterstützung benötigen, aber keinen Aufenthalt im Frauenhaus planen. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und unabhängig.
Kontakt BISS: > Telefon: 0491 926 2882
Der Schutz von Frauen und Kindern bleibt eine zentrale Aufgabe der sozialen Infrastruktur im Landkreis Leer. Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen, wie unverzichtbar diese Hilfsangebote für eine gewaltfreie Zukunft in unserer Gesellschaft sind.
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