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Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te wird 30: 354 Kilo­me­ter Rad­fah­ren zwi­schen Ost­fries­land und den Niederlanden

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Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te fei­ert 30-jäh­ri­ges Bestehen: Heu­te 354 Kilo­me­ter Rad­ver­gnü­gen zwi­schen Deutsch­land und den Niederlanden

Ostfriesland/Niederlande – Seit 30 Jah­ren ver­bin­det die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te (IDR) Deutsch­land und die Nie­der­lan­de mit einem grenz­über­schrei­ten­den Rad­wan­der­weg. Was 1996 als tou­ris­ti­sches Gemein­schafts­pro­jekt in einer wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zeit begann, ist heu­te eine 354 Kilo­me­ter lan­ge Rund­rou­te durch abwechs­lungs­rei­che Land­schaf­ten, his­to­ri­sche Orte und die Küs­ten­re­gi­on rund um Dol­lart und Ems­mün­dung. Jähr­lich nut­zen rund 10.000 bis 12.000 Rad­fah­re­rin­nen und Rad­fah­rer das Ange­bot für Mehr­ta­ges­tou­ren, Stern­fahr­ten oder Tagesausflüge.

Die Rou­te ist inzwi­schen fast dop­pelt so lang wie bei ihrer Eröff­nung. Zu ihren Beson­der­hei­ten gehö­ren die Fähr­ver­bin­dung über den Dol­lart, die Anbin­dung an die Nord­see­insel Bor­kum und die Mög­lich­keit, Rad­rei­sen mit oder ohne Gepäck­trans­fer zu buchen.

Von der wirt­schaft­li­chen Kri­se zum grenz­über­schrei­ten­den Tourismusprojekt

Die Geschich­te der Inter­na­tio­na­len Dol­lard Rou­te begann in einer Zeit, in der die Regi­on mit hoher Arbeits­lo­sig­keit und knap­pen kom­mu­na­len Haus­hal­ten zu kämp­fen hat­te. Eine teu­re Infra­struk­tur war für vie­le Städ­te und Gemein­den kaum finan­zier­bar. Des­halb kon­zen­trier­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen auf den Tou­ris­mus als Mög­lich­keit, die Regi­on gemein­sam weiterzuentwickeln.

Die Euro­päi­sche Uni­on unter­stütz­te das Vor­ha­ben über das Inter­reg-Pro­gramm „Tou­ris­mus ohne Grenzen“.

Die­ter Schrö­er, ehe­ma­li­ger Wirt­schafts­för­de­rer des Land­krei­ses Leer, Ideen­ge­ber und ers­ter Geschäfts­füh­rer der IDR, erin­nert sich an die dama­li­gen Her­aus­for­de­run­gen: „Alle Kom­mu­nen waren knapp bei Kas­se und konn­ten sich kei­ne teu­re Infra­struk­tur leis­ten. Wir haben uns daher auf das Pro­jekt Tou­ris­mus kon­zen­triert, das wir aus eige­ner Kraft umset­zen konnten.“

Am 29. Mai 1996 grün­de­ten die betei­lig­ten Part­ner den Ver­ein. Die offi­zi­el­le Eröff­nung der Inter­na­tio­na­len Dol­lard Rou­te folg­te am 2. August 1996.

Zu den Grün­dungs­mit­glie­dern gehör­ten auf deut­scher Sei­te die Städ­te und Gemein­den Leer, Papen­burg, Wee­ner, Bun­de, Jem­gum und Emden sowie der Land­kreis Leer. Auf nie­der­län­di­scher Sei­te betei­lig­ten sich die Gemein­den Rei­der­land, Win­scho­ten, Sche­em­da, Appin­ge­dam und Delfzijl.

War­um die Dol­lard Rou­te mit „d“ geschrie­ben wird

Eine Fra­ge beglei­tet die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te seit ihrer Grün­dung: War­um wird Dol­lard mit „d“ statt mit „t“ geschrieben?

Im Deut­schen ist die Schreib­wei­se „Dol­lart“ gebräuch­lich. Im Nie­der­län­di­schen und auf See­kar­ten wird dage­gen „Dol­lard“ ver­wen­det. Die Grün­der des deutsch-nie­der­län­di­schen Ver­eins ent­schie­den sich bewusst für die nie­der­län­di­sche Schreib­wei­se. Der Name steht damit auch für den grenz­über­schrei­ten­den Cha­rak­ter des Projekts.

Die Fäh­re ver­bin­det Ditz­um, Emden und Delfzijl

Ein wich­ti­ger Bestand­teil der Inter­na­tio­na­len Dol­lard Rou­te ist seit Beginn die Fähr­ver­bin­dung über den Dol­lart. Sie ver­bin­det die Häfen von Ditz­um, Emden und Delf­zi­jl und ermög­licht Rad­fah­ren­den, die deutsch-nie­der­län­di­sche Grenz­re­gi­on auch vom Was­ser aus zu erleben.

Den Anfang mach­te der nie­der­län­di­sche Kapi­tän Pie­ter Bak­ker mit dem Schiff „Twee Gebroe­der“. Im Jahr 2008 über­nahm die „Kom­man­dant“ der Ger­ma­nia Schif­fahrt den Fähr­dienst. 2009 gab es ein Jahr lang kei­ne Fährverbindung.

Seit 2010 ist das Fahr­gast­schiff „Dol­lard“ im Ein­satz. Bis 2017 wur­de es von der Ree­de­rei Brie­se betrie­ben. In den Jah­ren 2018 und 2019 über­nahm die Ree­de­rei Frei­muth aus Esens den Betrieb. Seit 2020 ist die Balt­rum-Linie für das Schiff verantwortlich.

Die Bilanz der Fähr­ver­bin­dun­gen seit 1996 kann sich sehen las­sen: Ins­ge­samt beför­der­ten die drei ein­ge­setz­ten Schif­fe rund 128.000 Per­so­nen und 75.000 Fahrräder.

Rad­rei­sen mit und ohne Gepäcktransfer

Seit 1997 kön­nen Rad­rei­sen­de über die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te orga­ni­sier­te Rad­rei­sen mit oder ohne Gepäck­trans­fer buchen. Rund 3.400 Grup­pen mit ins­ge­samt 14.900 Per­so­nen haben die­ses Ange­bot bis­lang genutzt.

Die meis­ten Gäs­te erkun­den die Stre­cke aller­dings indi­vi­du­ell. Dafür stellt der Ver­ein Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al zur Ver­fü­gung, mit dem sich die Tou­ren eigen­stän­dig pla­nen lassen.

Zusätz­lich orga­ni­siert die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te Bus­ta­ges­fahr­ten zu tou­ris­ti­schen Zie­len in der Regi­on. Das aktu­el­le Pro­gramm umfasst unter ande­rem das Dol­lart­mu­se­um in Bun­de, den Pri­vat­gar­ten „Tuin­fleur“ in Oost­wold, Appin­ge­dam und eine Schiff­fahrt auf dem Oldambtmeer.

Der Besuch im Pri­vat­gar­ten „Tuin­fleur“ ist 2026 letzt­ma­lig Bestand­teil des Programms.

Zwi­schen Wat­ten­meer, Warf­ten­dör­fern und his­to­ri­schen Städten

Die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te zeich­net sich durch ihren beson­de­ren Ver­lauf ent­lang der Küs­te und durch das Bin­nen­land aus. Immer wie­der füh­ren Stre­cken­ab­schnit­te an den Dol­lart und die Ems­mün­dung. Dort begeg­nen Rad­fah­ren­de der Geschich­te des Deich­baus und der Land­ge­win­nung, der See­fahrt und Fische­rei sowie dem Natio­nal­park Wat­ten­meer, der zum UNESCO-Welt­na­tur­er­be gehört.

Im Lan­des­in­ne­ren wech­seln sich Warf­ten­dör­fer, Korn­fel­der und gepfleg­te Kul­tur­land­schaf­ten ab. Die Stre­cke bie­tet damit sowohl Natur­er­leb­nis­se als auch Ein­bli­cke in die Geschich­te und Kul­tur der deutsch-nie­der­län­di­schen Grenzregion.

Zu den Sehens­wür­dig­kei­ten ent­lang der Rou­te zäh­len unter anderem:

  • Leer: die his­to­ri­sche Alt­stadt mit ihren cha­rak­te­ris­ti­schen Gas­sen und Gebäuden.

  • Appin­ge­dam: die bekann­ten Hän­gen­den Küchen, die zu den mar­kan­ten Wahr­zei­chen der nie­der­län­di­schen Stadt gehören.

  • Win­scho­ten: die Pie­ter-Smit-Brü­cke, eine der längs­ten Fahr­rad­brü­cken Europas.

  • Papen­burg: die Mey­er Werft, die inter­na­tio­nal für den Bau gro­ßer Kreuz­fahrt­schif­fe bekannt ist.

  • Die Nie­der­lan­de: zahl­rei­che klei­ne Schlös­ser und his­to­ri­sche Anwe­sen ent­lang der Strecke.

  • Bor­kum: die größ­te der Ost­frie­si­schen Inseln, die eben­falls an die Rou­te ange­bun­den ist.

Die Kom­bi­na­ti­on aus Küs­ten­land­schaft, his­to­ri­schen Orten, mari­ti­mer Kul­tur und grenz­über­schrei­ten­den Erleb­nis­sen macht den beson­de­ren Cha­rak­ter der Rund­rou­te aus.

Von 180 auf 354 Kilo­me­ter: Die Rou­te wächst weiter

Bei ihrer Eröff­nung im Jahr 1996 war die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te rund 180 Kilo­me­ter lang. Heu­te umfasst sie 354 Kilo­me­ter und ist damit fast dop­pelt so lang wie zu Beginn.

Im Jahr 2002 kam Sloch­te­ren hin­zu. Mit dem Ort wur­de auch das Schloss Fre­ay­le­ma­borg in die Rou­te ein­ge­bun­den. 2012 erwei­ter­ten Eems­mond, Lop­per­sum und die Nord­see­insel Bor­kum das Ange­bot. Seit­dem bie­tet der Ver­ein auch Rad­rei­sen mit Gepäck­trans­fer bis auf die Insel an.

Wei­te­re Erwei­te­run­gen folg­ten 2024 und 2025 mit Mid­den-Gro­nin­gen und Het Hogeland.

Die Ent­wick­lung zeigt, wie sich das grenz­über­schrei­ten­de Tou­ris­mus­pro­jekt über drei Jahr­zehn­te hin­weg wei­ter­ent­wi­ckelt hat. Heu­te nut­zen jähr­lich rund 10.000 bis 12.000 Rad­fah­ren­de die Rou­te – von län­ge­ren Mehr­ta­ges­tou­ren bis hin zu Tages­aus­flü­gen und Sternfahrten.

 

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Kon­ti­nui­tät und Qua­li­tät als Erfolgsfaktoren

Für Ulrich Schmun­kamp, Geschäfts­füh­rer der Inter­na­tio­na­len Dol­lard Rou­te, ist die lang­fris­ti­ge Arbeit ein ent­schei­den­der Fak­tor für den Erfolg des Pro­jekts. „Das Erfolgs­re­zept ist Kon­ti­nui­tät über die Jah­re und Prä­senz am Markt“, sagt Schmunkamp.

Auch Hem­mo Phil­bert bei, ehe­ma­li­ger Tou­ris­mus­re­fe­rent der Gemein­de Sche­em­da und einer der Initia­to­ren der Dol­lard Rou­te in den Nie­der­lan­den, hebt die Qua­li­tät des Ange­bots her­vor: „Die Qua­li­tät zählt und die ist von Beginn an gut.“

Der Ver­ein möch­te die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te auch künf­tig attrak­tiv hal­ten und wei­ter­ent­wi­ckeln. Poten­zi­al sieht Geschäfts­füh­rer Schmun­kamp ins­be­son­de­re in einer bes­se­ren Ver­bin­dung mit der Bahn­stre­cke „Wun­der­line“. Dafür sei­en attrak­ti­ve Kom­bi­ti­ckets erfor­der­lich, mit denen Rad­fah­ren­de Bahn und Fahr­rad unkom­pli­ziert mit­ein­an­der ver­bin­den können.

Auch bei nie­der­län­di­schen Gäs­ten sieht der Ver­ein noch Mög­lich­kei­ten, das Inter­es­se an der Rou­te zu stei­gern. Bis­lang stam­men rund zwei Drit­tel der Rad­tou­ris­ten aus Deutschland.

EU-För­de­rung unter­stützt wei­te­re Verbesserungen

Die Euro­päi­sche Uni­on beglei­tet die Ent­wick­lung der Inter­na­tio­na­len Dol­lard Rou­te seit ihrer Grün­dung. Der Ver­ein war im Lau­fe der Jah­re an meh­re­ren Inter­reg-Pro­gram­men beteiligt.

Auch im aktu­el­len Inter­reg-Pro­gramm 6a „Wat­ten­Vi­si­on“ wird die Rou­te wei­ter auf­ge­wer­tet. Unter Feder­füh­rung des Öko­werks aus Emden ent­ste­hen natur­na­he Rast­plät­ze ent­lang der Stre­cke. Sie sol­len Rad­fah­ren­den zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten für Pau­sen bie­ten und zugleich den Natur­raum stär­ker in das tou­ris­ti­sche Ange­bot einbeziehen.

Mit dem 30-jäh­ri­gen Bestehen blickt die Inter­na­tio­na­le Dol­lard Rou­te auf eine Ent­wick­lung zurück, die aus einer gemein­sa­men Idee in wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zei­ten her­vor­ge­gan­gen ist. Aus dem ursprüng­lich rund 180 Kilo­me­ter lan­gen Rad­wan­der­weg ist ein 354 Kilo­me­ter umfas­sen­des grenz­über­schrei­ten­des Tou­ris­mus­an­ge­bot gewor­den, das Ost­fries­land und die nie­der­län­di­sche Pro­vinz Gro­nin­gen mit­ein­an­der verbindet.

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