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„Kom­mu­nen am Limit“: Land­rat Groo­te for­dert fai­re Steu­er­ver­tei­lung für den Land­kreis Leer

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„Kom­mu­nen am Limit“: Land­kreis Leer mahnt mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit an

Land­rat Mat­thi­as Groo­te for­dert eine kräf­ti­ge Erhö­hung des kom­mu­na­len Anteils am Steu­er­auf­kom­men – Finan­zi­el­le Schief­la­ge bedroht kom­mu­na­le Handlungsfähigkeit

Leer. Im Rah­men des bun­des­wei­ten Akti­ons­ta­ges „Kom­mu­nen am Limit“ hat der Leera­ner Land­rat Mat­thi­as Groo­te deut­li­che Kri­tik an der aktu­el­len Ver­tei­lung der Steu­er­ein­nah­men geübt und eine stär­ke­re finan­zi­el­le Berück­sich­ti­gung der Land­krei­se, Städ­te und Gemein­den gefordert.

Steu­er­an­tei­le decken Auf­ga­ben nicht mehr ab

Nach Ansicht von Groo­te klafft eine deut­li­che Lücke zwi­schen den Auf­ga­ben, die vor Ort zu bewäl­ti­gen sind, und den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Finanz­mit­teln. „Der Anteil, den die Land­krei­se, Städ­te und Gemein­den bekom­men, muss erhöht wer­den, und zwar kräf­tig“, unter­strich der Land­rat am Mon­tag. Bund und Län­der stün­den in der Pflicht, die kom­mu­na­le Ebe­ne bei der Auf­ga­ben­er­fül­lung deut­lich bes­ser aus­zu­stat­ten, da der der­zei­ti­ge Steu­er­an­teil in kei­nem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zur tat­säch­li­chen Belas­tung durch staat­li­che Auf­ga­ben stehe.

Dra­ma­ti­sche Finanz­la­ge im Kreis Leer

Bereits im April mach­te die Arbeits­ge­mein­schaft des Land­krei­ses Leer gemein­sam mit den kreis­an­ge­hö­ri­gen Kom­mu­nen in einem Hil­fe­ruf an den nie­der­säch­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Olaf Lies auf die pre­kä­re Haus­halts­la­ge auf­merk­sam. Die finan­zi­el­le Situa­ti­on hat sich dabei mas­siv ver­schlech­tert: Wäh­rend die Haus­hal­te bis 2023 noch Über­schüs­se ver­zeich­ne­ten, sind die­se nun in ein tie­fes Defi­zit gerutscht. Die Ver­schul­dung nimmt ste­tig zu, sodass mitt­ler­wei­le sogar der lau­fen­de Betrieb teil­wei­se durch Kre­di­te finan­ziert wer­den muss. „Das kann so nicht blei­ben, wir kön­nen sonst unse­re Auf­ga­ben vor Ort nicht mehr ange­mes­sen bewäl­ti­gen“, warn­te Groo­te mit Blick auf die dro­hen­de Handlungsunfähigkeit.

Feh­len­de Gegen­fi­nan­zie­rung durch Bund und Land

Die Kom­mu­nen im Land­kreis Leer sehen die Ursa­che für das Finanz­di­lem­ma vor allem in der Gesetz­ge­bung von Bund und Land. Durch neue Stan­dards und gesetz­li­che Vor­ga­ben wür­den den Kom­mu­nen kon­ti­nu­ier­lich Auf­ga­ben über­tra­gen, ohne die not­wen­di­ge finan­zi­el­le Gegen­fi­nan­zie­rung bereit­zu­stel­len. Ins­be­son­de­re an das Land Nie­der­sach­sen rich­tet sich die Erwar­tung, die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen neu­er Geset­ze bereits im Vor­feld stär­ker in den Fokus zu nehmen.

Ver­trau­en in den Staat stärken

Für den Land­rat ist die kom­mu­na­le Ebe­ne das Fun­da­ment, auf dem die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger den Staat unmit­tel­bar erle­ben. Ob bei der Müll­ab­fuhr, der Digi­ta­li­sie­rung, der Jugend­ar­beit oder dem Betrieb von Schwimm­bä­dern und Büche­rei­en – die Ent­schei­dun­gen in den Rat­häu­sern und Kreis­häu­sern bestim­men maß­geb­lich die Lebens- und Wohn­qua­li­tät vor Ort.

„Die Kom­mu­nen benö­ti­gen genü­gend Geld, damit sie die Auf­ga­ben so erle­di­gen kön­nen, dass das Ver­trau­en der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Hand­lungs­fä­hig­keit des Staa­tes wie­der gestärkt wird“, so das Fazit von Mat­thi­as Groote.

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