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Land­kreis­ver­samm­lung in Leer berät über dra­ma­ti­sche kom­mu­na­le Finanzlage

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Aus­tausch zur Zukunft der Kom­mu­nen in Leer: (v. l. n. r.) CDU-Lan­des­chef Sebas­ti­an Lech­ner, NLT-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Joa­chim Schwind, NLT-Prä­si­dent Land­rat Mar­co Prietz, , NLT-Vize­prä­si­dent Land­rat Sven Ambro­sy,  sowie NLT-Geschäfts­füh­rer Dr. Lutz Mehl­horn erör­tern die aktu­el­le Finanz­la­ge und not­wen­di­ge Refor­men wäh­rend der Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Nie­der­säch­si­schen Landkreistages.

Land­kreis­ver­samm­lung in Leer: Kom­mu­nen for­dern finan­zi­el­le Befreiungsschläge

Die finan­zi­el­le Lage der nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nen ist dra­ma­tisch. Zum Auf­takt der zwei­tä­gi­gen Land­kreis­ver­samm­lung des Nie­der­säch­si­schen Land­kreis­ta­ges (NLT) in Leer stan­den die pre­kä­re Haus­halts­la­ge sowie die drin­gend not­wen­di­ge Moder­ni­sie­rung des Staa­tes im Fokus. Im direk­ten Aus­tausch mit dem CDU-Lan­des- und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Sebas­ti­an Lech­ner wur­den kon­kre­te Lösungs­we­ge diskutiert.

„Kom­mu­nal­pakt Nie­der­sach­sen“: CDU bie­tet Land­krei­sen Unter­stüt­zung an

Sebas­ti­an Lech­ner, Oppo­si­ti­ons­füh­rer im Nie­der­säch­si­schen Land­tag, nutz­te die inter­ne Mit­glie­der­ver­samm­lung, um den Land­krei­sen einen soge­nann­ten „Kom­mu­nal­pakt Nie­der­sach­sen“ vor­zu­schla­gen. Zen­tra­ler Bestand­teil sei­ner Stra­te­gie ist eine mas­si­ve finan­zi­el­le Stär­kung der kom­mu­na­len Ebene.

Die Kern­for­de­run­gen im Überblick:

  • Finanz­sprit­ze: Auf­sto­ckung des Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleichs (KFA) um 750 Mil­lio­nen Euro.

  • Per­spek­ti­ve: Lang­fris­ti­ges Ziel ist eine zusätz­li­che Mil­li­ar­de Euro für die Kommunen.

  • Ent­las­tungs­ge­setz: Ein neu­es Gesetz auf Basis von 80 Vor­schlä­gen der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de soll den Büro­kra­tie­ab­bau vorantreiben.

  • Über­par­tei­lich­keit: Lech­ner lud die aktu­el­le Regie­rungs­ko­ali­ti­on ein, die­ses Ent­las­tungs­ge­setz gemein­sam auf den Weg zu bringen.


NLT-Prä­si­dent Prietz: „Vor­schlä­ge zei­gen in die rich­ti­ge Richtung“

NLT-Prä­si­dent Land­rat Mar­co Prietz begrüß­te die kla­ren Signa­le aus der Lan­des­po­li­tik. Der Aus­tausch sei eine wich­ti­ge Gele­gen­heit gewe­sen, die Posi­tio­nen der Land­krei­se deut­lich zu machen. Beson­ders der Fokus auf die Stär­kung der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung und den Abbau büro­kra­ti­scher Hür­den stieß auf Zustimmung.

„Die 750 Mil­lio­nen Euro sind ein ers­ter wich­ti­ger Schritt hin zur zusätz­li­chen Mil­li­ar­de im Finanz­aus­gleich, die die gesam­te kom­mu­na­le Fami­lie als zwin­gend not­wen­dig erach­tet“, beton­te Prietz.


Sta­bi­li­täts­an­ker in der Kri­se: Unab­hän­gig­keit des Verbands

Auch NLT-Vize­prä­si­dent Sven Ambro­sy unter­strich die Bedeu­tung des Ver­ban­des als par­tei­po­li­tisch neu­tra­les Organ. Die Land­krei­se ver­stün­den sich als Sta­bi­li­täts­an­ker der Gesell­schaft und sei­en pri­mär den Men­schen vor Ort ver­pflich­tet. In die­sem Kon­text sei der Dia­log mit rele­van­ten Akteu­ren wie Lech­ner wert­voll, um die Hand­lungs­fä­hig­keit der Ver­wal­tung zu sichern.

Fokus auf Staats­mo­der­ni­sie­rung und Digitalisierung

Trotz der Gemein­sam­kei­ten in der Ana­ly­se bleibt der Hand­lungs­druck hoch. NLT-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Joa­chim Schwind bemän­gel­te feh­len­de Impul­se in den Bereichen:

  1. Staats­mo­der­ni­sie­rung

  2. Büro­kra­tie­ab­bau

  3. Digi­ta­li­sie­rung der Verwaltung

Aus­blick: Posi­ti­ons­pa­pier am Freitag

Die Land­kreis­ver­samm­lung in Leer wird am Frei­tag mit einem öffent­li­chen Teil fort­ge­setzt. Erwar­tet wird die Prä­sen­ta­ti­on eines umfas­sen­den Posi­ti­ons­pa­piers des NLT, das kon­kre­te For­de­run­gen an die Lan­des­po­li­tik for­mu­lie­ren wird, um der „kata­stro­pha­len Finanz­la­ge“ entgegenzuwirken.


Über den NLT: Der Nie­der­säch­si­sche Land­kreis­tag (NLT) ist der kom­mu­na­le Spit­zen­ver­band der 35 nie­der­säch­si­schen Land­krei­se sowie der Regi­on Han­no­ver. Er ver­tritt die Inter­es­sen der Krei­se gegen­über dem Land­tag und der Landesregierung.

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