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Mil­lio­nen­för­de­rung — Chan­ce für Schwimm­bä­der in Ost­fries­land und dem Emsland

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Ein Plä­doy­er für die blaue Infra­struk­tur: War­um der Bund jetzt in unse­re Schwimm­bä­der investiert

Es ist eine Nach­richt, die in den Rat­häu­sern zwi­schen Leer und Lin­gen für Auf­se­hen sorgt und weit über die Gren­zen Ost­fries­lands und des Ems­lands hin­aus­strahlt. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Bau­we­sen (BMWSB) hat eine neue För­der­run­de des Pro­gramms „Sanie­rung kom­mu­na­ler Sport­stät­ten“ (SKS) ein­ge­läu­tet. Die Beson­der­heit dies­mal: Zum ers­ten Mal stellt der Bund stol­ze 250 Mil­lio­nen Euro aus­schließ­lich für die Sanie­rung von kom­mu­na­len Schwimm­bä­dern zur Verfügung.

Mehr als nur Beton und Was­ser: Orte der Begegnung

Man mag sich fra­gen, war­um der Bund in Zei­ten knap­per Kas­sen ein so spe­zi­fi­sches Pro­gramm auf­legt. Doch wer Schwimm­bä­der nur als Sport­stät­ten betrach­tet, greift zu kurz. Sie sind, wie die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Anja Troff-Schaffar­zyk tref­fend for­mu­liert, „Orte der Begeg­nung für Jung und Alt“. Sie för­dern den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt, sind unver­zicht­bar für die Gesund­heits­prä­ven­ti­on und, viel­leicht am wich­tigs­ten, für den Schwimm­un­ter­richt unse­rer Kinder.

Ein Inves­ti­ti­ons­stau, der Baden geht

In vie­len Kom­mu­nen besteht jedoch ein erheb­li­cher Sanie­rungs­be­darf. Vie­le Ein­rich­tun­gen sind in die Jah­re gekom­men, maro­de und ent­spre­chen nicht mehr den moder­nen Stan­dards für Nach­hal­tig­keit und Bar­rie­re­frei­heit. Die­ser Inves­ti­ti­ons­stau bedroht die Exis­tenz vie­ler Bäder und damit ein Stück Lebens­qua­li­tät vor Ort.

Der Bund als Ret­tungs­an­ker: För­der­kon­di­tio­nen im Überblick

Das neue Bun­des­pro­gramm setzt genau hier an und bie­tet Städ­ten, Gemein­den sowie Land­krei­sen eine sub­stan­ti­el­le Unter­stüt­zung bei der Moder­ni­sie­rung ihrer Infra­struk­tur. Die För­der­kon­di­tio­nen sind dabei durch­aus attraktiv:

  • För­der­quo­te: Der Bund über­nimmt grund­sätz­lich bis zu 45 Pro­zent der Kos­ten. Kom­mu­nen in einer Haus­halts­not­la­ge kön­nen sogar mit einer För­de­rung von bis zu 75 Pro­zent rechnen.

  • För­der­sum­men: Die För­de­rung muss min­des­tens 250.000 Euro betra­gen, der Höchst­be­trag pro Pro­jekt liegt bei 8 Mil­lio­nen Euro.

  • Ziel­grup­pe: Antrags­be­rech­tigt sind Kom­mu­nen, die Eigen­tü­mer der jewei­li­gen Ein­rich­tung sind. Eine Wei­ter­lei­tung der Mit­tel an Drit­te, wie bei­spiels­wei­se Ver­ei­ne, ist möglich.

Ein Auf­ruf zur Tat: Die Regi­on ist am Zug

Anja Troff-Schaffar­zyk ermu­tigt die Kom­mu­nen im Land­kreis Leer und im Ems­land, die­se Chan­ce zu nut­zen. „Ich möch­te alle Ver­ant­wort­li­chen in unse­rer Regi­on ermu­ti­gen, geeig­ne­te Pro­jek­te zu iden­ti­fi­zie­ren“, so die Abgeordnete.

Fris­ten und Fakten

Inter­es­sier­te Kom­mu­nen kön­nen ihre Pro­jekt­skiz­zen bis zum 19. Juni 2026 digi­tal beim Bun­des­in­sti­tut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) ein­rei­chen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt­auf­ruf und den För­der­richt­li­ni­en sind unter www.bbsr.bund.de/sks-schwimmbaeder abrufbar.

Fazit: Eine Inves­ti­ti­on in die Zukunft

Die Inves­ti­ti­on in unse­re Schwimm­bä­der ist weit mehr als nur eine kos­me­ti­sche Kor­rek­tur. Es ist eine Inves­ti­ti­on in die Gesund­heit, den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und die Lebens­qua­li­tät in unse­rer Regi­on. Es ist ein kla­res Signal, dass der Bund die Bedeu­tung der blau­en Infra­struk­tur erkannt hat und bereit ist, sie zu sichern. Es liegt nun an den Kom­mu­nen, die­ses Ange­bot anzu­neh­men und ihre Schwimm­bä­der fit für die Zukunft zu machen.

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