Wirtschaft

Mit­tel­stand warnt Regie­rung vor wirt­schaft­li­chem Abgrund

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Mit­tel­stand zieht Not­brem­se – BVMID sen­det heu­te dra­ma­ti­schen Brand­brief an Kanz­ler Merz

Es ist eine dra­ma­ti­sche Zuspit­zung an einem Tag, der für die deut­sche Wirt­schaft weg­wei­send sein könn­te: Mit Datum vom heu­ti­gen Mitt­woch hat die BVMID – Bun­des­ver­ei­ni­gung Mit­tel­stand in Deutsch­land einen alar­mie­ren­den Brand­brief an die Füh­rungs­spit­ze der Bun­des­re­gie­rung gesen­det. Das Schrei­ben, das unse­rer Redak­ti­on vor­liegt, ver­deut­licht die äußers­te Dring­lich­keit der Lage. Der Ver­band warnt Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz, Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Katha­ri­na Rei­che und Finanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil mit dras­ti­schen Wor­ten: Das Rück­grat der deut­schen Wirt­schaft steht „buch­stäb­lich vor dem Abgrund“.


Die Ver­tre­ter der BVMID, Prä­si­dent Kajet­an Brand­stät­ter und Klaus H. Rad­tke (Lei­ter Poli­tik & Pres­se­spre­cher), machen in ihrem heu­te über­mit­tel­ten Schrei­ben unmiss­ver­ständ­lich klar, dass der deut­sche Mit­tel­stand, Motor für Inno­va­ti­on, Inves­ti­tio­nen und Arbeits­plät­ze, immer stär­ker unter Druck gerät. Die aktu­el­le Ent­wick­lung sei nicht nur wirt­schaft­lich bedroh­lich, son­dern auch gesell­schaft­lich riskant.

Alar­mie­ren­de Fak­ten: Insol­venz­wel­le und Kostenexplosion

Die Lage ist laut Brand­brief alar­mie­rend und dul­det kei­nen Auf­schub. Die BVMID unter­mau­ert die Dring­lich­keit mit har­ten Fak­ten zur wirt­schaft­li­chen Schief­la­ge:

  • Insol­venz-Schock: Im Jahr 2025 stie­gen die Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen bereits um 10,3 Pro­zent auf über 24.000 Fäl­le. Eine Bes­se­rung ist nicht in Sicht.

  • Ener­gie­preis-Dilem­ma: Die Ener­gie­prei­se in Deutsch­land gehö­ren zu den höchs­ten welt­weit. Wäh­rend die kWh in Indi­en oder Chi­na bei 7 Cent, in den USA bei 18 Cent und im welt­wei­ten Durch­schnitt bei 15 Cent liegt, zah­len deut­sche Unter­neh­men um die 38 Cent – mehr als das Zwei­ein­halb­vi­sche des Durchschnitts.

  • Abga­ben- und Büro­kra­tiel­ast: Die Abga­ben­las­ten der Unter­neh­men errei­chen 50 bis 60 Pro­zent. Zudem blo­ckie­ren Büro­kra­tie und Regu­lie­rungs­las­ten unnö­tig Wachs­tum und Fle­xi­bi­li­tät und kos­ten die Unter­neh­men Milliarden.

Exis­tenz­be­dro­hung durch Poli­tik und Krisen

Zu den hei­mi­schen Pro­ble­men gesel­len sich inter­na­tio­na­le Fak­to­ren wie geo­po­li­ti­sche Kri­sen, Han­dels­re­strik­tio­nen und wirt­schaft­li­che Unsi­cher­hei­ten, wel­che die Pla­nungs­si­cher­heit ekla­tant gefährden.

Der Brand­brief kri­ti­siert scharf, dass klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, orts­ge­bun­de­ne Betrie­be und Solo-Selbst­stän­di­ge von aktu­el­len poli­ti­schen Vor­schlä­gen zusätz­lich irri­tiert wer­den. Als Bei­spie­le nennt der Verband:

  • Geplan­te Ände­run­gen beim Ehegattensplitting

  • Steu­er­be­las­tun­gen

  • Feh­len­de Mit­ver­si­che­rung von nicht täti­gen Ehepartnern

  • Mehr­wert­steu­er­erhö­hun­gen

Vom ursprüng­li­chen Ziel der Wirt­schafts­po­li­tik – Ent­las­tung und Impul­se – sei bis­lang nichts zu spü­ren. Die BVMID betont die Stand­ort­treue des Mit­tel­stands: „Der Mit­tel­stand kann sei­ne Zel­te hier in Deutsch­land nicht abbau­en und irgend­wo anders im Aus­land wie­der auf­bau­en. Er ist abhän­gig von der wirt­schaft­li­chen Pro­spe­ri­tät in die­sem Land.“ Die­se sei zur­zeit akut gefährdet.

Schar­fe Kri­tik an aktu­el­len Regierungsplänen

Die BVMID zer­pflückt in dem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Schrei­ben zwei kon­kret benann­te Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung als völ­lig unzu­rei­chend und kontraproduktiv:

1. Sen­kung der Mine­ral­öl­steu­er (um 17 Cent für zwei Monate)

Die­se Maß­nah­me sei „weder ziel­ge­rich­tet noch ver­läss­lich wirk­sam“. Es bestehe ein erheb­li­ches Risi­ko, dass die Ent­las­tung nicht bei den Ver­brau­chern ankommt, son­dern von der Mine­ral­öl­in­dus­trie abge­schöpft wird.

2. Steu­er­freie Kri­sen­prä­mie (bis zu 1.000 Euro)

Dies sei ein „Schlag ins Gesicht für die­je­ni­gen, die es am dring­lichs­ten benö­ti­gen würden“.

  • Ver­ant­wor­tungs­ver­schie­bung: Die Rege­lung ver­la­gert die Ver­ant­wor­tung für staat­li­che Ent­las­tung fak­tisch auf die Unter­neh­men, was in der aktu­el­len Lage ein pro­ble­ma­ti­sches Signal sei.

  • Struk­tu­rel­le Unge­rech­tig­keit: Von die­ser Rege­lung pro­fi­tie­ren aus­schließ­lich Beschäf­tig­te in wirt­schaft­lich leis­tungs­fä­hi­gen Betrie­ben. Arbeit­neh­mer in ange­spann­ten Unter­neh­men, Selbst­stän­di­ge, Solo­un­ter­neh­mer, Hand­wer­ker, Rent­ner und Stu­die­ren­de wer­den voll­stän­dig aus­ge­schlos­sen. Die Maß­nah­me ver­stär­ke bestehen­de Ungleichheiten.

In der Gesamt­schau ent­ste­he der Ein­druck, dass die Maß­nah­men weder sozi­al aus­ge­wo­gen noch in ihrer Wir­kung aus­rei­chend durch­dacht sind. Bis­her bekannt gewor­de­ne Reform­plä­ne sei­en völ­lig kon­tra­pro­duk­tiv und wür­den der Wirt­schaft „buch­stäb­lich end­gül­tig das Genick brechen“.

Die kon­kre­ten For­de­run­gen der BVMID

Der Ver­band for­dert die Bun­des­re­gie­rung mit Nach­druck auf, die gewähl­ten Instru­men­te zu über­den­ken. Statt ver­fehl­ter Ein­zel­maß­nah­men müs­se ein kon­sis­ten­tes Sys­tem geschaf­fen werden.

Kern­for­de­run­gen des BVMID an die Bundesregierung:

All­ge­mein:

  • Höhe­rer Grundfreibetrag

  • Auto­ma­ti­sche Inflationsanpassung

  • Eine Art nega­ti­ve Einkommensteuer

  • Ver­ein­fa­chung statt Sonderregeln

Kon­kre­te Maß­nah­men für den Mittelstand:

  • Sofor­ti­ge Ent­las­tung: Sen­kung der Ener­gie­prei­se, Abga­ben­las­ten und signi­fi­kan­ter Abbau büro­kra­ti­scher Hürden.

  • Gleich­be­hand­lung für Solo­selbst­stän­di­ge: Umge­hen­de Ein­füh­rung der glei­chen steu­er­frei­en Zuver­dienst­gren­ze von 2.000 Euro monat­lich, wie sie bereits für Rent­ner gilt. Zudem for­dern sie fle­xi­ble­re steu­er­li­che Rege­lun­gen und kon­kre­te Hilfsprogramme.

  • Zukunfts­si­che­rung: Geziel­te För­de­rung von Inno­va­ti­on und Inves­ti­ti­on, um Wett­be­werbs­fä­hig­keit natio­nal und inter­na­tio­nal zu sichern.

Ulti­ma­tum und Gesprächsangebot

Die BVMID, die über 1.000 mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men ver­tritt, erwar­tet, dass die Bun­des­re­gie­rung die Dring­lich­keit der Lage erkennt und unver­züg­lich kon­kre­te Maß­nah­men ergreift. Soll­te dies nicht zeit­nah gesche­hen, kün­digt der Ver­band an, die Kon­se­quen­zen für sei­ne Mit­glie­der öffent­lich zu adres­sie­ren, um eine brei­te Dis­kus­si­on über die Zukunft des Mit­tel­stands in Deutsch­land anzu­sto­ßen. Man ste­he jeder­zeit für kon­struk­ti­ve Gesprä­che bereit und erwar­te eine zeit­na­he Rückmeldung.

Das Bei­trags­bild wur­de von der Redak­ti­on mit­hil­fe von KI erstellt und dient als Sym­bol­bild zur Ver­an­schau­li­chung des Themas.

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