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NABU bit­tet um Rück­sicht­nah­me wäh­rend der aktu­el­len Brutzeit

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© NABU/Winfried Rusch

Wenn Hecken zu Kin­der­stu­ben wer­den: NABU bit­tet um Rück­sicht zur Brutzeit

Mit dem 1. März hat für zahl­rei­che hei­mi­sche Tier­ar­ten eine beson­ders sen­si­ble Pha­se begon­nen: Die gesetz­li­che Brut- und Setz­zeit. Wäh­rend Hecken, Sträu­cher und Gehöl­ze nun wie­der zu essen­zi­el­len Rück­zugs- und Auf­zucht­sor­ten wer­den, appel­liert die NABU-Regio­nal­ge­schäfts­stel­le Ost­fries­land an Kom­mu­nen, Gar­ten­be­sit­zen­de und Ver­ant­wort­li­che in der Grün­pfle­ge, bei Schnitt­maß­nah­men Geduld und Augen­maß wal­ten zu lassen.

Lebens­raum für Amsel, Igel und Co.

Hecken sind weit­aus mehr als blo­ße Grund­stücks­gren­zen. Sie die­nen als Struk­tur­ge­ber in der Land­schaft und bie­ten als unver­zicht­ba­re Lebens­räu­me Schutz, Nah­rung sowie Nist­mög­lich­kei­ten. Aktu­ell begin­nen zahl­rei­che Vogel­ar­ten wie der Zaun­kö­nig oder die Amsel in dem dich­ten Geäst mit dem Nest­bau. Auch für Klein­säu­ger wie den Igel und ver­schie­de­ne Amphi­bi­en bie­tet die schüt­zen­de Vege­ta­ti­on eine wich­ti­ge Basis für die Auf­zucht ihres Nachwuchses.

Wer jetzt zur Hecken­sche­re greift, ris­kiert laut NABU schwer­wie­gen­de Fol­gen: „Wir erle­ben jedes Früh­jahr, dass Hecken stark zurück­ge­schnit­ten oder sogar kom­plett auf den Stock gesetzt wer­den. Für vie­le Tie­re bedeu­tet das den Ver­lust ihres Lebens­raums“, erklärt Jan Fuchs von der NABU-Regio­nal­ge­schäfts­stel­le Ostfriesland.

Sorg­falt vor dem Schnitt

Obwohl scho­nen­de Form- und Pfle­ge­schnit­te unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen auch wäh­rend der Brut­zeit zuläs­sig sind, gibt der NABU kla­re Ver­hal­tens­re­geln vor:

  • Gründ­li­che Prü­fung: Vor jedem Schnitt muss zwin­gend geprüft wer­den, ob sich Nes­ter oder Jung­tie­re im Gehölz befinden.

  • Ver­schie­bung emp­foh­len: Da vie­le Vögel mehr­fach im Jahr brü­ten, rät der NABU dazu, umfang­rei­che­re Pfle­ge­maß­nah­men mög­lichst bis in den Spät­som­mer zu verschieben.

  • Prak­ti­scher Nut­zen: Ein spä­te­rer Schnitt ist oft nach­hal­ti­ger, da vie­le Gehöl­ze im Früh­som­mer erneut aus­trei­ben und ein frü­her Schnitt daher dop­pel­te Arbeit bedeu­ten kann.

Ver­ant­wor­tung in der Region

Der NABU Ost­fries­land beob­ach­tet mit Sor­ge, dass auch in öffent­li­chen Grün­an­la­gen teils radi­ka­le Ein­grif­fe statt­fin­den. Die­se Flä­chen sind jedoch wich­ti­ge Ver­bin­dungs­ele­men­te in Bio­top­ver­bün­den, die es Tie­ren ermög­li­chen, zwi­schen Lebens­räu­men zu wan­dern. Die Natur­schüt­zer set­zen sich in kom­mu­na­len Gre­mi­en für eine öko­lo­gi­sche Grün­pfle­ge ein. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sind dazu auf­ge­ru­fen, auf­fäl­li­ge oder radi­ka­le Schnitt­maß­nah­men bei ihrer ört­li­chen NABU-Grup­pe zur fach­li­chen Ein­schät­zung zu melden.

Der Appell zur Rück­sicht­nah­me gilt dabei nicht nur für den hei­mi­schen Gar­ten. Auch in der frei­en Natur soll­te wäh­rend der Brut- und Setz­zeit auf den Wegen geblie­ben und Hun­de ange­leint wer­den, um Wild­tie­re bei der Auf­zucht ihres Nach­wuch­ses nicht zu stö­ren. Wer Geduld zeigt, wird belohnt: Eine natur­be­las­se­ne, zwit­schern­de Hecke ist ein wert­vol­ler Gewinn für die Arten­viel­falt und die eige­ne Lebens­qua­li­tät. Wer sich dar­über hin­aus aktiv enga­gie­ren möch­te, kann Kon­takt zur loka­len NABU-Grup­pe aufnehmen.

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