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Nach­wuchs im Hand­werk: Kita-Kin­der besu­chen Tisch­le­rei in Uplengen

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Beim Rund­gang durch die Werk­statt von Tisch­ler­meis­ter Eden gab es für die Kita-Kin­der vie­le inter­es­san­te Maschi­nen und Werk­zeu­ge zu entdecken.

Hand­werk im Klei­nen Wie ein Tisch­ler­meis­ter in Ost­fries­land um den Nach­wuchs wirbt

VON UNSEREM KORRESPONDENTEN

UPLENGEN. In der Werk­statt von Wil­helm Eden im ost­frie­si­schen Jüb­ber­de riecht es an die­sem Vor­mit­tag nach frisch geho­bel­tem Kie­fern­holz und jener beson­de­ren Form von Neu­gier, die nur Kin­dern eigen ist. Eden, Tisch­ler­meis­ter und Ober­meis­ter der Tisch­ler-Innung Leer, hat zehn Jun­gen und Mäd­chen aus den Kin­der­ta­ges­stät­ten „Kita Hol­len“ und „Kita Hol­len Oll School“ zu Gast. Es ist kein gewöhn­li­cher Besuch, son­dern Teil des bun­des­wei­ten Wett­be­werbs „Klei­ne Hän­de, gro­ße Zukunft“.

Wäh­rend die indus­tri­el­le Fer­ti­gung zuneh­mend anony­mi­siert, setzt Eden auf die hap­ti­sche Erfah­rung. Er führt die per Los­ver­fah­ren aus­ge­wähl­ten Gäs­te durch das Holz­la­ger und den Maschi­nen­park. Anschau­lich erläu­tert er die Funk­ti­on von Hobel, Säge und Schleif­klotz. Es geht um die Ver­mitt­lung von Wert­schät­zung für das Mate­ri­al und das Ver­ständ­nis für ein Hand­werk, das, wie vie­le Gewer­ke im länd­li­chen Raum, vor der Her­aus­for­de­rung steht, künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen für sich zu gewin­nen. „Mir liegt es am Her­zen, jun­ge Men­schen früh für das Hand­werk zu begeis­tern“, sagt Eden, der bereits zum zwei­ten Mal an der Initia­ti­ve teilnimmt.

Der Wett­be­werb, eine Koope­ra­ti­on der Akti­on Moder­nes Hand­werk e.V. mit der Hand­werks­kam­mer für Ost­fries­land, zielt dar­auf ab, die Viel­falt hand­werk­li­cher Beru­fe bereits im Vor­schul­al­ter im Bewusst­sein zu ver­an­kern. Die päd­ago­gi­sche Nach­be­rei­tung fin­det indes in den Grup­pen­räu­men der Kitas statt: Die Kin­der ver­ar­bei­ten ihre Ein­drü­cke auf groß­for­ma­ti­gen Pos­tern, die nun einer Jury vor­ge­legt wer­den. Neben dem ideel­len Wert winkt den Sie­gern ein Preis­geld für künf­ti­ge Projekte.

In einer Zeit, in der die Aka­de­mi­sie­rung der Arbeits­welt ste­tig vor­an­schrei­tet, wir­ken Initia­ti­ven wie jene in Uple­n­gen wie ein Plä­doy­er für die boden­stän­di­ge Pro­fes­sio­na­li­tät. Es ist der Ver­such, durch das Greif­ba­re eine Brü­cke in die Zukunft zu schla­gen – begin­nend bei jenen, deren Hän­de heu­te noch klein sind.

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