Wirtschaft

Neue Anlauf­stel­le beglei­tet Struk­tur­wan­del der deut­schen Küstenfischerei

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Ein leben­di­ges Stück Ost­fries­land: Im Dit­zu­mer Hafen lie­gen die Krab­ben­kut­ter der ein­hei­mi­schen Flot­te bereit für den nächs­ten Fang. Die Fische­rei prägt hier noch immer das Ortsbild.

Struk­tur­wan­del an der Küs­te: Neue Anlauf­stel­le für die Fische­rei nimmt Arbeit auf

Die deut­sche Küs­ten­fi­sche­rei an Nord- und Ost­see steht vor einem tief­grei­fen­den Umbruch. Um die­sen Pro­zess aktiv zu beglei­ten, hat die neue Infor­ma­ti­ons- und Koor­di­nie­rungs­stel­le Trans­for­ma­ti­on Fische­rei (IKTF) in der Ham­bur­ger Hafen­Ci­ty ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Als zen­tra­le Anlauf­stel­le soll sie Fische­rin­nen und Fischer dabei unter­stüt­zen, den Sek­tor wirt­schaft­lich trag­fä­hig und öko­lo­gisch nach­hal­tig für die Zukunft aufzustellen.

Unter­stüt­zung in schwie­ri­gen Zeiten

Die Her­aus­for­de­run­gen für die Betrie­be sind viel­schich­tig: In der Ost­see set­zen schlech­te Umwelt­be­din­gun­gen den Bestän­den von Dorsch und Hering zu, wäh­rend in der Nord­see der Aus­bau der Off­shore-Wind­ener­gie und neue Schutz­ge­bie­te die ver­füg­ba­ren Fang­ge­bie­te ver­knap­pen. Hin­zu kom­men eine ver­al­te­te Flot­te und ein mas­si­ver Nachwuchsmangel.

Die IKTF, die im Auf­trag des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Hei­mat (BMLEH) arbei­tet und am Thü­nen-Insti­tut ange­sie­delt ist, fun­giert hier­bei als:

  • Netz­werk­part­ner: Sie ver­bin­det die Pra­xis mit Poli­tik, Ver­wal­tung und Wissenschaft.

  • För­der­mit­tel-Lot­se: Sie unter­stützt bei der Ver­mitt­lung von Pro­gram­men und zeigt Anpas­sungs­mög­lich­kei­ten auf.

  • Inno­va­ti­ons­mo­tor: Im Fokus ste­hen Pro­jek­te wie der „Fisch­kut­ter der Zukunft“ mit kli­ma­neu­tra­len Antrie­ben sowie nach­hal­ti­ge Fangtechniken.

Per­spek­ti­ven über das Netz hinaus

Ein wesent­li­cher Schwer­punkt der neu­en Stel­le liegt in der Diver­si­fi­ka­ti­on. Da der rei­ne Fisch­fang oft nicht mehr aus­reicht, rücken alter­na­ti­ve Ein­kom­mens­quel­len in den Fokus. Dazu gehö­ren unter anderem:

  • Die Erhe­bung von Mee­res­da­ten für die Wis­sen­schaft wäh­rend der Fangfahrten.

  • Tätig­kei­ten im Bereich des Mee­res-Ran­gings oder tou­ris­ti­sche Ausfahrten.

  • Poten­zia­le in der mari­nen Aqua­kul­tur oder der Freizeitfischerei.

„Die Fische­rei prägt seit Jahr­hun­der­ten die Kul­tur der Küs­te“, betont IKTF-Lei­ter Dani­el Schnei­der. Ziel sei es, den Beruf für jun­ge Men­schen wie­der attrak­tiv zu machen und ver­läss­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ven zu schaf­fen. Durch den engen Aus­tausch zwi­schen For­schung und Pra­xis sol­len Lösun­gen ent­wi­ckelt wer­den, die den Erhalt der Mee­re mit einer erfolg­rei­chen Wirt­schafts­tä­tig­keit in Ein­klang bringen.

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