Wirtschaft
Neue Macht am Bankenmarkt: Strategische Weichenstellung bei der OLB
TARGO Deutschland GmbH stellt Weichen für die Zukunft: Führungswechsel bei der OLB nach erfolgreichem Closing
Mit dem erfolgreichen Closing der Akquisition der Oldenburgischen Landesbank AG (OLB) durch die TARGO Deutschland GmbH am 2. Januar 2026 beginnt ein neues Kapitel in der deutschen Bankenlandschaft. Unmittelbar nach dem Vollzug der Übernahme gibt die Gruppe nun entscheidende personelle Weichenstellungen an der Spitze der OLB bekannt.
Führungswechsel: Christophe Jéhan wird neuer CEO der OLB
Stefan Barth, der die OLB in den vergangenen fünf Jahren maßgeblich geprägt hat, verlässt das Unternehmen Ende Januar im besten gegenseitigen Einvernehmen, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen.
Sein Nachfolger ist Christophe Jéhan, der zum 2. Januar 2026 das Amt des CEO übernommen hat. Jéhan war bislang stellvertretender CEO der TARGOBANK und dort insbesondere für das Privatkundengeschäft sowie die Transformation verantwortlich. Der erfahrene Bankmanager blickt auf 25 Jahre Branchenerfahrung in Frankreich, Skandinavien und Deutschland zurück. Er bleibt zudem weiterhin Mitglied der Geschäftsführung der Holding TARGO Deutschland GmbH.
Isabelle Chevelard übernimmt Aufsichtsratsvorsitz
Parallel zum Wechsel im Vorstand übernimmt Isabelle Chevelard, Vorsitzende der Geschäftsführung der TARGO Deutschland GmbH und Vorstandsvorsitzende der TARGOBANK, den Vorsitz im Aufsichtsrat der OLB. Sie folgt auf John Denhof. Diese Doppelfunktion stellt sicher, dass die Strategien beider Institute sowie die Einbindung in die Muttergesellschaft Crédit Mutuel Alliance Fédérale optimal harmonisiert werden.
„Stefan Barth hat die OLB zu einer der erfolgreichsten und profitabelsten Banken im deutschen Markt gemacht“, würdigt Isabelle Chevelard die Arbeit des scheidenden CEO. „Gemeinsam mit Christophe Jéhan und dem engagierten Team der OLB werden wir nun unsere Kräfte bündeln und neues Wachstum schaffen.“
Eine neue Kraft am deutschen Bankenmarkt
Durch den Zusammenschluss unter dem Dach der TARGO Deutschland GmbH entsteht ein neuer Schwergewicht im Sektor der Privatbanken:
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Top Ten: Mit einer gemeinsamen Bilanzsumme von rund 80 Milliarden Euro zählt die Gruppe nun zu den zehn größten privaten Banken in Deutschland.
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Kundenbasis: Insgesamt werden knapp 5 Millionen Kunden in den Bereichen Privat‑, Geschäfts- und Firmenkunden betreut.
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Präsenz: Mit über 400 Standorten bundesweit kombiniert die Gruppe die Vorteile einer modernen Digitalbank mit persönlicher Beratung vor Ort.
Synergien und Transformation zur Universalbank
Die Übernahme der OLB folgt der klaren Strategie der Crédit Mutuel Alliance Fédérale, die Präsenz in Deutschland auszubauen. Während die TARGOBANK ihre Transformation zur Universalbank vorantreibt – unter anderem durch den Start eines flächendeckenden Versicherungsangebots mit ACM Deutschland –, bringt die OLB ihre starke Expertise im gehobenen Mittelstand, Private Banking und bei strukturierten Finanzierungen ein.
Christophe Jéhan betont die Chancen der neuen Konstellation: „Mit Unterstützung der Crédit Mutuel Alliance Fédérale werden wir erfolgreich an die bisherige Arbeit anknüpfen und durch die Bündelung unserer Einheiten neues Wachstum generieren.“
Hintergrund zur OLB und TARGO Deutschland
Die OLB blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück und hat sich durch gezielte Akquisitionen (u.a. Bankhaus Neelmeyer, Degussa Bank) zu einem bedeutenden, EZB-beaufsichtigten Institut entwickelt. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte sie ein Nettoergebnis von 132,8 Mio. Euro.
Die TARGO Deutschland GmbH ist die deutsche Holding der französischen Crédit Mutuel Alliance Fédérale, einer der finanzstärksten Bankengruppen Europas. Mit insgesamt 7.700 Mitarbeitenden in Deutschland deckt die Gruppe nun das gesamte Spektrum einer Universalbank ab – vom Retailbanking über Corporate Banking bis hin zu spezialisierten Finanzlösungen wie Factoring und Leasing.
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