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Neu­er Wind im Jade­bu­sen: Zoll­schiff „Fries­land“ offi­zi­ell in Dienst gestellt

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Nach­hal­tig­keit auf hoher See: Zoll nimmt LNG-Ein­satz­schiff „Fries­land“ in Dienst

Wil­helms­ha­ven. Der deut­sche Zoll setzt ein deut­li­ches Signal für die Moder­ni­sie­rung sei­ner mari­ti­men Ein­hei­ten: Mit einem fei­er­li­chen Fest­akt im Mari­ne­stütz­punkt Wil­helms­ha­ven wur­de heu­te die „Fries­land“ offi­zi­ell getauft und in den Dienst gestellt. Das über 55 Meter lan­ge Ein­satz­schiff ver­stärkt künf­tig die Über­wa­chungs­flot­te in der Nord­see und mar­kiert zugleich den Abschluss einer ehr­gei­zi­gen tech­no­lo­gi­schen Erneuerung.

Pio­nier­ar­beit durch LNG-Antrieb

Das von der Pee­ne-Werft in Wol­gast kon­stru­ier­te Schiff zeich­net sich durch ein zukunfts­wei­sen­des Antriebs­kon­zept aus. Anstatt auf kon­ven­tio­nel­le Die­sel­mo­to­ren zu set­zen, wird die „Fries­land“ mit ver­flüs­sig­tem Erd­gas (LNG) betrie­ben. Die­se Tech­no­lo­gie redu­ziert die Emis­sio­nen von Schwe­fel­di­oxid nahe­zu voll­stän­dig, wäh­rend der Aus­stoß von Stick­oxi­den und Fein­staub mas­siv gesenkt wird. Auch die CO₂-Bilanz fällt um bis zu 20 Pro­zent güns­ti­ger aus.

Für die­ses öko­lo­gi­sche Enga­ge­ment wur­de das Schiff – eben­so wie sei­ne Schwes­ter­schif­fe „Feh­marn“, „Emden“ und „Rügen“ – mit dem Umwelt­zei­chen „Blau­er Engel“ prä­miert. Eine Aus­zeich­nung, die bis­her welt­weit nur weni­gen Schif­fen zuteilwurde.

Mari­ti­me Prä­senz und Kontrolle

Die Auf­ga­ben der „Fries­land“ sind viel­fäl­tig: Sie über­wacht den grenz­über­schrei­ten­den Waren­ver­kehr, bekämpft Schmug­gel und stellt die Ein­hal­tung zoll­recht­li­cher Vor­schrif­ten sicher – und das bis weit in die aus­schließ­li­che Wirt­schafts­zo­ne (AWZ) hin­ein. Um auch bei Boar­ding-Manö­vern und kom­ple­xen Kon­trol­len fle­xi­bel zu agie­ren, führt das Schiff das Fest­rumpf­schlauch­boot „Klaas“ als Toch­ter­boot mit. Die „Fries­land“ ersetzt damit das bis­he­ri­ge Zoll­boot „Jade“.

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„Schutz und Ord­nung auf See“

Bei der fei­er­li­chen Indienst­stel­lung unter­strich der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär beim Bun­des­mi­nis­ter der Finan­zen, Den­nis Roh­de, den stra­te­gi­schen Wert der Inves­ti­ti­on: „Die ‚Fries­land‘ zeigt sehr anschau­lich, wie wir in moder­ne und nach­hal­ti­ge Ein­satz­mit­tel inves­tie­ren – und damit in Schutz und Ord­nung auf See.“ Die Zöll­ne­rin­nen und Zöll­ner leis­te­ten einen unver­zicht­ba­ren Bei­trag zur Sicher­heit, vom Jade­bu­sen bis zur AWZ.

Dr. Frank Mül­ler, Direk­ti­ons­prä­si­dent bei der Gene­ral­zoll­di­rek­ti­on, ergänz­te: „Mit der Indienst­stel­lung der ‚Fries­land‘ wird die aktu­el­le Neu­bau­rei­he unse­rer LNG-Ein­satz­schif­fe erfolg­reich abge­schlos­sen.“ Er beton­te, dass der Zoll mit die­ser Serie sei­ne mari­ti­men Fähig­kei­ten bei der Schmug­gel­be­kämp­fung erheb­lich gestärkt habe.

Eine Tauf­pa­tin mit regio­na­lem Bezug

Die Tauf­pa­ten­schaft über­nahm die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Siemt­je Möl­ler, in deren Wahl­kreis das Schiff nun behei­ma­tet ist. Mit dem tra­di­tio­nel­len Wunsch nach „all­zeit guter Fahrt und immer eine Hand­breit Was­ser unter dem Kiel“ ent­ließ sie die „Fries­land“ in ihre künf­ti­ge Lauf­bahn. Ste­pha­nie Gro­theer, Lei­te­rin des Haupt­zoll­amts Olden­burg, zeig­te sich erfreut, dass dem Stand­ort Wil­helms­ha­ven damit ein solch hoch­mo­der­nes Ein­satz­mit­tel zur Ver­fü­gung steht.

Tech­ni­sche Spe­zi­fi­ka­tio­nen und Hintergrund

Das Schiff ope­riert mit einer Besat­zung von acht Stamm­kräf­ten sowie zwei zusätz­li­chen Kon­troll­be­am­ten. Bei einer Län­ge von 55,20 Metern und einer Brei­te von 10 Metern erreicht die „Fries­land“ eine Geschwin­dig­keit von 25,8 Knoten.

Der Zoll über­nimmt im mari­ti­men Bereich eine Schlüs­sel­rol­le als Teil des Koor­di­nie­rungs­ver­bunds der deut­schen Küs­ten­wa­che. Ange­sichts von rund 400.000 Schiffs­be­we­gun­gen jähr­lich in Nord- und Ost­see ist die mari­ti­me Prä­senz des Zolls ein essen­zi­el­ler Bau­stein zum Schutz der deut­schen Wirt­schaft, Gesell­schaft und Umwelt. Die Flot­te, die nun durch die „Fries­land“ kom­plet­tiert wird, umfasst der­zeit 27 akti­ve Ein­satz­schif­fe und ‑boo­te.

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