Wirtschaft
Niedersachsens Inflationsrate steigt im März auf 2,6 Prozent
Verbraucherpreise in Niedersachsen: Inflation steigt im März 2026 auf 2,6 %
Die Inflationsrate in Niedersachsen hat im März 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) in der aktuellen Pressemitteilung Nr. 033 mitteilt, erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,6 %. Dies ist der höchste gemessene Wert seit Dezember 2024.
Zum Vergleich: Im Februar 2026 lag die Teuerungsrate noch bei moderateren 1,9 %. Auch im direkten Vergleich zum Vormonat (Februar 2026) zogen die Preise im März spürbar um 1,1 % an.
Energiepreise als Haupttreiber der Teuerung
Ein wesentlicher Faktor für den aktuellen Anstieg sind die Energiepreise, die im März 2026 um insgesamt 5,6 % über dem Niveau des Vorjahres lagen. Besonders die angespannte Lage im Nahen Osten führte zu massiven Preissprüngen an den Zapfsäulen und bei der Heizölbelieferung:
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Kraftstoffe gesamt: +18,4 %
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Diesel: +30,8 %
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Superbenzin: +14,7 %
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Heizöl: +38,1 %
Interessanterweise zeigt sich bei der Haushaltsenergie ein gegensätzliches Bild: Diese war insgesamt um 2,4 % günstiger als im Vorjahr. Preisrückgänge gab es hier vor allem bei Erdgas (-8,2 %), Strom (-4,8 %) und Fernwärme (-3,0 %). Ohne die Berücksichtigung von Heizöl und Kraftstoffen läge der Gesamtindex lediglich bei einer Steigerung von 2,0 %.
Moderate Entwicklung bei Nahrungsmitteln – Ausreißer bei Fleisch und Kaffee
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im März um 1,0 % und blieben damit deutlich hinter der allgemeinen Inflationsrate zurück. Dennoch müssen Verbraucher in bestimmten Warengruppen tiefer in die Tasche greifen:
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Süßwaren: +7,6 % (Schokolade sogar +12,4 %)
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Fleisch & Geflügel: +4,0 % (Geflügel und Rindfleisch jeweils +10,9 %)
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Fisch: +4,1 %
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Getränke: Kaffee, Tee und Kakao verteuerten sich um 11,4 %.
Entlastung gab es hingegen bei Speisefetten und Ölen (-15,5 %), wobei insbesondere Butter mit einem Minus von 26,9 % deutlich günstiger wurde als im März 2025.
Dienstleistungen: Hohes Preisniveau belastet Haushalte
Dienstleistungen bleiben mit einem Plus von 3,4 % ein massiver Preistreiber. Während die Nettokaltmieten mit einem Anstieg von 1,9 % noch dämpfend auf die Gesamtstatistik wirkten, gab es in anderen Bereichen extreme Steigerungen:
| Dienstleistungsbereich | Veränderung zum Vorjahr |
| Personenbeförderung (Luftverkehr) | +17,1 % |
| Häusliche Alten- und Behindertenpflege | +10,2 % |
| Soziale Einrichtungen gesamt | +6,8 % |
| Müllabfuhr | +5,6 % |
Hintergrund: Die Kerninflation
Die sogenannte Kerninflation (Verbraucherpreisindex ohne Berücksichtigung von schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreisen) lag im März 2026 ebenfalls bei 2,6 %. Dies unterstreicht, dass der Preisdruck längst in der Breite der Wirtschaft angekommen ist.
Methodischer Hinweis:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) bildet die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen ab, die private Haushalte konsumieren. Die Ergebnisse vom 30.03.2026 sind vorläufig. Sofern bis zum 7. April 2026 keine Korrektur erfolgt, gelten die Werte als endgültig.
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