Lokal

Ost­fries­land wird Was­ser­stoff­land: Emder Was­ser­stoff macht grü­nen Stahl möglich!

Veröffentlicht

am

Bild­un­ter­schrift: (v.l.n.r.) Ste­fan Doh­ler Vor­stands­vor­sit­zen­der EWE AG, Git­ta Con­ne­mann MdB, Gun­nar Groeb­ler Vor­stands­vor­sit­zen­der Salz­git­ter AG

Ost­fries­land wird Was­ser­stoff­land: EWE und Salz­git­ter AG star­ten weg­wei­sen­de Kooperation

BERLIN/EMDEN/OSTFRIESLAND. In der Haupt­stadt wur­de heu­te Ener­gie­ge­schich­te geschrie­ben: Mit der Unter­zeich­nung eines lang­fris­ti­gen Lie­fer­ver­trags zwi­schen dem Ener­gie­un­ter­neh­men EWE und der Salz­git­ter Flach­stahl GmbH – einer Toch­ter der Salz­git­ter AG – wur­de der Start­schuss für ein weg­wei­sen­des Pro­jekt gege­ben, das Ost­fries­land fest auf der Land­kar­te der grü­nen Ener­gie­tech­no­lo­gien verankert.

Vom Nor­den in den Süden: Grü­ner Was­ser­stoff für grü­nen Stahl

Das Herz­stück der Ver­ein­ba­rung ist eine kla­re Auf­ga­ben­ver­tei­lung mit gro­ßer Wir­kung: Die EWE errich­tet der­zeit in Emden eine leis­tungs­star­ke 320-Mega­watt-Erzeu­gungs­an­la­ge. Ab dem Jahr 2030 soll dort pro­du­zier­ter grü­ner Was­ser­stoff nach Salz­git­ter gelie­fert wer­den, um dort die Stahl­pro­duk­ti­on kli­ma­freund­lich zu trans­for­mie­ren. Über eine Lauf­zeit von sie­ben Jah­ren ist die Abnah­me von jähr­lich rund 10.000 Ton­nen Was­ser­stoff vereinbart.

Poli­ti­sche Unter­stüt­zung als Fundament

Mög­lich wur­de die­ser Ver­trags­ab­schluss durch ein mas­si­ves finan­zi­el­les Enga­ge­ment von Bund und Land Nie­der­sach­sen. Die Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin Git­ta Con­ne­mann (CDU) unter­strich bei der Ver­trags­un­ter­zeich­nung die Bedeu­tung für den Indus­trie­stand­ort Deutsch­land: „Die­ser Ver­trag ist eine gute Nach­richt für Deutsch­land und Ost­fries­land. In Emden wird Was­ser­stoff erzeugt, in Salz­git­ter wird damit grü­ner Stahl pro­du­ziert – das ist der Kreis­lauf der Zukunft.“

Der Bund unter­stützt die­ses Vor­ha­ben mit ins­ge­samt 925 Mil­lio­nen Euro für die Umstel­lung der Stahl­pro­duk­ti­on in Salz­git­ter sowie 267 Mil­lio­nen Euro für den Auf­bau der Was­ser­stoff­er­zeu­gung in Emden. „Das ist eine Inves­ti­ti­on in Arbeits­plät­ze, Wert­schöp­fung und Zukunft“, so Con­ne­mann. Sie beton­te zudem die stra­te­gi­sche Not­wen­dig­keit, die eige­ne Ener­gie­er­zeu­gung aus­zu­bau­en, um Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten und Abhän­gig­kei­ten zu reduzieren.

Ost­fries­land als Vor­rei­ter der Energiewende

Auch auf Lan­des­ebe­ne wird das Pro­jekt als Erfolg gefei­ert. Der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le wer­tet die Zusam­men­ar­beit als star­kes Signal: „Ost­fries­land ist Vor­rei­ter bei der Her­stel­lung und Nut­zung grü­ner Ener­gie. Das Land Nie­der­sach­sen inves­tiert rund 153 Mil­lio­nen Euro in die EWE-Anla­ge in Emden und för­dert den Elek­tro­licht­bo­gen­ofen der Salz­git­ter Stahl AG mit 397 Mil­lio­nen Euro.“ Thie­le ver­wies dar­auf, dass die Wei­chen für die­ses Pro­jekt bereits in der vor­an­ge­gan­ge­nen Lan­des­re­gie­rung gestellt wur­den, um die Was­ser­stoff­tech­no­lo­gie zur Markt­rei­fe zu füh­ren. Der Nord­wes­ten ent­wick­le sich damit immer mehr zur füh­ren­den Was­ser­stoff­re­gi­on Europas.

Chan­cen für die Regi­on Emden

Wil­ke Held, CDU-Kreis­vor­sit­zen­der in Emden, blickt opti­mis­tisch auf die regio­na­len Aus­wir­kun­gen. Für ihn steht der Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien in direk­tem Zusam­men­hang mit der wirt­schaft­li­chen Zukunft der Stadt: „Neben den öko­lo­gi­schen Zie­len, von denen wir alle pro­fi­tie­ren, schaf­fen wir damit siche­re Arbeits­plät­ze und wirt­schaft­li­che Wertschöpfung.“

Ein Leucht­turm­pro­jekt für die Industrie

Die Salz­git­ter AG ver­folgt mit die­sem Schritt eine kon­se­quen­te Stra­te­gie: Weg von Koh­le, Gas und Koks, hin zu einer kli­ma­neu­tra­len Stahl­er­zeu­gung. Das Pro­jekt in Emden gilt als „Leucht­turm“, der zei­gen soll, wie grü­ner Was­ser­stoff zu einem inter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hi­gen Ener­gie­trä­ger wer­den kann. Die Part­ner­schaft zwi­schen Erzeu­ger und Anwen­der gilt dabei als Blau­pau­se für den not­wen­di­gen Was­ser­stoff­hoch­lauf in Deutschland.

Anzeige 

Die mobile Version verlassen