Lokal

Pimp your town in Leer: Möör­ken­schü­ler ent­wi­ckeln elf Anträ­ge für die Zukunft der Stadt

Veröffentlicht

am

Pimp your town in Leer: Schü­ler ent­wi­ckeln elf Anträ­ge und brin­gen ihre Ideen in den Stadtrat

Rund 80 Jugend­li­che der Möör­ken­schu­le dis­ku­tie­ren über die Zukunft ihrer Stadt – bes­se­re Bus­ver­bin­dun­gen, mehr Was­ser­spen­der und zusätz­li­che Ange­bo­te für jun­ge Men­schen ste­hen auf der Wunschliste.

Wie soll sich die Stadt Leer künf­tig ent­wi­ckeln? Was muss sich ver­bes­sern, damit sich Kin­der und Jugend­li­che in ihrer Hei­mat­stadt wohl­füh­len? Mit die­sen Fra­gen haben sich rund 80 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Real­schu­le Möör­ken­schu­le im Rah­men des poli­ti­schen Plan­spiels „Pimp your town“ beschäf­tigt. Zum Abschluss des drei­tä­gi­gen Pro­jekts fand am heu­ti­gen Vor­mit­tag eine fik­ti­ve Rats­sit­zung im Fest­saal des Rat­hau­ses in Leer statt.

Dabei wur­de deut­lich: Die Jugend­li­chen haben kon­kre­te Vor­stel­lun­gen davon, was sich in Leer ver­än­dern soll­te. Ins­ge­samt elf Anträ­ge hat­ten sie in den ver­gan­ge­nen bei­den Tagen aus­ge­ar­bei­tet. Dar­un­ter Vor­schlä­ge für bes­se­re Bus­ver­bin­dun­gen und zusätz­li­che Bus­hal­te­stel­len, mehr Was­ser­spen­der für Men­schen und Tie­re sowie län­ge­re Öff­nungs­zei­ten und ein erwei­ter­tes Ange­bot im Jugendzentrum.

Drei Schü­ler­frak­tio­nen dis­ku­tie­ren über die Zukunft von Leer

Für das Plan­spiel wur­den drei neun­te Klas­sen der Möör­ken­schu­le in poli­ti­sche Frak­tio­nen auf­ge­teilt: die „Frak­ti­on 9a“, die „Frak­ti­on 9b“ und die „Frak­ti­on 9c“. Sie ent­wi­ckel­ten eige­ne Ideen, for­mu­lier­ten Anträ­ge und berei­te­ten sich auf die abschlie­ßen­de Abstim­mung vor.

Am heu­ti­gen Sit­zungs­tag kamen die drei Frak­tio­nen im Fest­saal des Rat­hau­ses zusam­men, um über ihre Vor­schlä­ge zu bera­ten und demo­kra­tisch abzu­stim­men. Gelei­tet wur­de die fik­ti­ve Rats­sit­zung von Stadt­bau­rat Jens Lüning.

Bei den Dis­kus­sio­nen ging es nicht nur dar­um, eige­ne Ideen vor­zu­stel­len. Die Jugend­li­chen muss­ten sich auch mit unter­schied­li­chen Mei­nun­gen aus­ein­an­der­set­zen, Argu­men­te aus­tau­schen und Mehr­hei­ten für ihre Vor­schlä­ge fin­den. Den meis­ten der ins­ge­samt elf Anträ­ge stimm­ten die Schü­ler nach teil­wei­se aus­führ­li­chen Dis­kus­sio­nen schließ­lich zu.

Eine beson­de­re Auf­ga­be über­nahm die Klas­se 10a. Sie bil­de­te das Pres­se­team und beglei­te­te das poli­ti­sche Plan­spiel jour­na­lis­tisch. Dazu gehör­ten das Foto­gra­fie­ren, das Füh­ren von Inter­views und die Pro­duk­ti­on eines eige­nen Films.

Rats­mit­glie­der unter­stüt­zen die Jugendlichen

Das Demo­kra­tie-Pro­jekt wur­de vom gemein­nüt­zi­gen Ver­ein „Poli­tik zum Anfas­sen“ gemein­sam mit der Fach­stel­le Kin­der, Jugend und Gemein­we­sen­ar­beit der Stadt Leer organisiert.

Auch meh­re­re Mit­glie­der des Leera­ner Stadt­ra­tes betei­lig­ten sich an „Pimp your town“. Sie unter­stütz­ten die Jugend­li­chen ins­be­son­de­re am zwei­ten Pro­jekt­tag bei den Sit­zun­gen der drei the­ma­ti­schen Ausschüsse.

Die­se beschäf­tig­ten sich mit den Bereichen:

  • Ener­gie, Umwelt, Kli­ma und Verkehr

  • Sozia­les, Kin­der, Jugend und Sport

  • Stadt­ent­wick­lung, Wirt­schaft, Tou­ris­mus und Kultur

Die Rats­mit­glie­der stan­den den Schü­lern bera­tend zur Sei­te und gaben Ein­bli­cke in die kom­mu­nal­po­li­ti­sche Arbeit. Auch bei der abschlie­ßen­den Rats­sit­zung waren eini­ge Ver­tre­ter der poli­ti­schen Frak­tio­nen anwe­send. Gemein­sam mit Stadt­bau­rat Jens Lüning zeig­ten sie sich ange­tan von der Ideen­viel­falt und den enga­gier­ten Dis­kus­sio­nen der Jugendlichen.

Schü­ler­ideen kön­nen tat­säch­lich Wirk­lich­keit werden

Dass die Vor­schlä­ge aus dem Plan­spiel nicht zwangs­läu­fig in der Schub­la­de ver­schwin­den müs­sen, zeigt ein kon­kre­tes Bei­spiel aus Leer: Der­zeit ent­steht im Julia­nen­park ein neu­er Jugend­platz. Sei­ne Pla­nung geht auf Ideen zurück, die Jugend­li­che bereits beim Plan­spiel „Pimp your town“ im Jahr 2023 ent­wi­ckelt hatten.

Auch die aktu­el­len Beschlüs­se sol­len nun der rea­len Kom­mu­nal­po­li­tik vor­ge­legt wer­den. Die zustän­di­gen poli­ti­schen Gre­mi­en kön­nen dar­aus eige­ne Anträ­ge ent­wi­ckeln und sich mit den Vor­schlä­gen der Jugend­li­chen befassen.

Das Plan­spiel zeigt damit, wie kom­mu­na­le Demo­kra­tie prak­tisch funk­tio­nie­ren kann: Jun­ge Men­schen erhal­ten die Mög­lich­keit, ihre Anlie­gen ein­zu­brin­gen, poli­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se ken­nen­zu­ler­nen und sich aktiv mit der Ent­wick­lung ihrer Stadt aus­ein­an­der­zu­set­zen. Und viel­leicht wird auch dies­mal aus einer Idee der Schü­ler ein kon­kre­tes Pro­jekt für Leer.

 
Anzeige 
Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen