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Pün­te Amdorf-Wilts­hau­sen: „Fähr­mann hol over!“ – Erle­ben Sie die his­to­ri­sche Handfähre

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Die Pün­te: Seit über 450 Jah­ren im Rhyth­mus der Gezeiten

Wilts­hau­sen. „Fähr­mann hol over!“ – Wenn die­ser Ruf am 1. Mai an den Ufern von Leda und Jüm­me erschallt, beginnt für eine der ältes­ten Attrak­tio­nen Ost­fries­lands die neue Sai­son. Die Pün­te, eine hand­ge­zo­ge­ne Trei­del­pün­te, ver­bin­det seit über 450 Jah­ren die Sei­ten des Flus­ses und ist heu­te ein leben­di­ges Denk­mal regio­na­ler Verkehrsgeschichte.

Ein Erbe aus dem Jahr 1562

Bereits im Jahr 1562 fand die Pün­te ihre ers­te schrift­li­che Erwäh­nung. Wäh­rend frü­her Post­kut­schen und Vieh­ge­span­ne auf dem Weg von West­fa­len nach Ost­fries­land den Fluss an die­ser stra­te­gisch wich­ti­gen Stel­le über­quer­ten, sind es heu­te vor allem Aus­flüg­ler, Rad­fah­rer und Old­ti­mer-Fans, die den Ent­schleu­ni­gungs­ef­fekt der Über­fahrt suchen. Trotz der Jahr­hun­der­te ist die Bau­form der Fäh­re iden­tisch geblie­ben: Ein stäh­ler­nes Seil, Mus­kel­kraft und das Wis­sen um das Was­ser sind die Zuta­ten für den Fährbetrieb.

Vol­les Haus beim Sai­son­start: Die Pün­te fei­ert den 1. Mai

Wilts­hau­sen. Strah­len­der Son­nen­schein und ein Rekordan­drang: Die Pün­te Amdorf-Wilts­hau­sen ist mit einem Pau­ken­schlag in die Sai­son 2026 gestar­tet. Rund um das Fähr­an­le­ger-Gelän­de herrsch­te eine Atmo­sphä­re wie auf einem Volks­fest, als der tra­di­tio­nel­le Ruf „Fähr­mann hol over!“ die ers­ten Fahr­gäs­te über die Jüm­me begleitete.

Ein Fest für alle Generationen

Das Pro­gramm bot bes­te Unter­hal­tung für Jung und Alt: Wäh­rend ein Chor für mari­ti­mes Flair sorg­te, heiz­te ein DJ dem Publi­kum ordent­lich ein. Gemein­sam mit den Schau­stel­lern ver­wan­del­ten sie das Ufer bei der Land­gast­stät­te in eine leben­di­ge Fest­mei­le, auf der aus­gie­big getanzt und gelacht wurde.

Gedulds­pro­be am „stil­len Örtchen“

Wo so vie­le Men­schen fei­ern, rückt ein The­ma zwangs­läu­fig in den Fokus, das vor Ort für reich­lich Gesprächs­stoff sorg­te: die Situa­ti­on der sani­tä­ren Anla­gen. Die War­te­schlan­gen vor den Toi­let­ten waren zeit­wei­se fast so lang wie die Geschich­te der Pün­te selbst. Doch die Besu­cher nah­men es gelas­sen und nutz­ten die War­te­zeit in der Schlan­ge ein­fach für den nächs­ten gesel­li­gen Klönschnack.

Ein gelun­ge­ner Auftakt

Trotz der klei­nen Her­aus­for­de­run­gen im Sani­tär­be­reich war die Eröff­nung ein vol­ler Erfolg. Die enor­me Besu­cher­zahl zeigt ein­mal mehr, wie tief die his­to­ri­sche Hand­fäh­re in den Her­zen der Regi­on ver­an­kert ist. Einem Som­mer vol­ler erfolg­rei­cher Über­fahr­ten steht nun nichts mehr im Wege.

Sai­son­start bei strah­len­dem Son­nen­schein: Zahl­rei­che Gäs­te ver­sam­meln sich auf der Wilts­hau­ser Sei­te vor der Land­gast­stät­te zur Jüm­me-Fäh­re, um die fei­er­li­che Wie­der­auf­nah­me des Fähr­be­triebs bei bes­tem Aus­flugs­wet­ter aus­gie­big zu genießen.
Tra­di­tio­nel­le Hand­ar­beit auf dem Was­ser: Die his­to­ri­sche Pün­te nähert sich nach der Über­que­rung der Jüm­me dem Amdor­fer Ufer, wäh­rend die Fähr­leu­te das Tra­di­ti­ons­ge­spann sicher anle­gen las­sen, um die ers­ten Rad­ler und Wan­de­rer abzusetzen.

 

Hand­ar­beit und Natur­kräf­ten zum Trotz

Der Betrieb der Pün­te ist eng mit der Natur ver­knüpft, denn die Jüm­me ist ein Tide­ge­wäs­ser. Wie an der Nord­see wech­seln Ebbe und Flut etwa alle sechs Stun­den. Das for­dert von den Fähr­leu­ten vol­len Ein­satz: Je nach­dem, aus wel­cher Rich­tung das Was­ser drückt, muss das schwe­re Fähr­seil auf unter­schied­li­che Rol­len gelegt wer­den. Bei extre­mem Hoch- oder Nied­rig­was­ser kann es daher vor­kom­men, dass der Betrieb kurz­zei­tig pau­sie­ren muss. Wer sicher­ge­hen möch­te, kann die Ein­satz­be­reit­schaft direkt beim Fähr­per­so­nal unter der Num­mer 0151 62427171 oder per E‑Mail unter faehrmann@puentenverein.de erfragen.

Sai­son­start und Fährzeiten

Vom 1. Mai bis zum 4. Okto­ber 2026 ist die Pün­te wie­der im Ein­satz. Die Über­fahr­ten fin­den jeweils von Mitt­woch bis Sonn­tag zwi­schen 10:00 Uhr und ca. 17:30 Uhr statt. Mon­tag und Diens­tag sind Ruhetage.

Preis­über­sicht für die Überfahrt:

  • Fuß­gän­ger: 2,00 €

  • Fahr­rad­fah­rer: 3,00 €

  • Motor­rad­fah­rer: 5,00 €

  • PKW (inkl. Fah­rer): 6,00 €

  • Jeder wei­te­re Mit­fah­rer: 2,00 €

Zu fin­den ist die his­to­ri­sche Fäh­re in der Amdor­fer Stra­ße 101, 26789 Leer. Ein Besuch bie­tet die sel­te­ne Gele­gen­heit, Tech­nik­ge­schich­te nicht nur zu betrach­ten, son­dern haut­nah zu erle­ben, wenn die Fähr­leu­te die Fracht per Hand über den Strom ziehen.

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