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Stein­haus Bund­er­hee und Tam­mens­hof: His­to­ri­sche Bau­wer­ke und idyl­li­scher Gar­ten im Rhei­der­land entdecken

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Das Stein­haus Bund­er­hee zählt zu den ältes­ten erhal­te­nen Bur­gen Ost­fries­lands. Der mit­tel­al­ter­li­che Wehr­turm aus dem 14. Jahr­hun­dert ist bis heu­te weit­ge­hend in sei­ner ursprüng­li­chen Form erhal­ten und macht die beweg­te Geschich­te der ost­frie­si­schen Häupt­lings­zeit sicht­bar. Foto: Hans-Albert Dirks
 
His­to­ri­sche Bau­wer­ke und idyl­li­sche Park­land­schaft: Zwei beson­de­re Aus­flugs­zie­le in Bunderhee

Stein­haus aus dem 14. Jahr­hun­dert und his­to­ri­scher Gar­ten Tam­men ver­bin­den ost­frie­si­sche Geschich­te, Archi­tek­tur und Natur im Her­zen des Rheiderlands

Bund­er­hee in der Gemein­de Bun­de hat gleich meh­re­re beson­de­re Sehens­wür­dig­kei­ten zu bie­ten. Zwi­schen his­to­ri­schen Back­stein­mau­ern, lie­be­voll gestal­te­ten Gar­ten­an­la­gen und einer idyl­li­schen Park­land­schaft lässt sich ein Stück ost­frie­si­scher Geschich­te entdecken.

Beson­ders sehens­wert sind das mit­tel­al­ter­li­che Stein­haus Bund­er­hee und der his­to­ri­sche Gar­ten Tam­men, der mit sei­ner weit­läu­fi­gen Anla­ge zum Ver­wei­len und Spa­zie­ren­ge­hen ein­lädt. Die bei­den Orte bil­den gemein­sam mit dem his­to­ri­schen Gulfhof Tam­mens­hof ein reiz­vol­les Kul­tur­quar­tier im Rheiderland.

Die hier gezeig­ten Foto­auf­nah­men von Hans-Albert Dirks ver­mit­teln ein­drucks­voll die beson­de­re Atmo­sphä­re die­ser bei­den his­to­ri­schen Orte. Sie zei­gen nicht nur die cha­rak­te­ris­ti­sche Archi­tek­tur der Gebäu­de, son­dern auch die reiz­vol­le Park­land­schaft, die das Ensem­ble umgibt. Ein herz­li­cher Dank gilt Hans-Albert Dirks für die­se schö­nen foto­gra­fi­schen Impres­sio­nen aus Bunderhee.

Das his­to­ri­sche Stein­haus Bund­er­hee mit sei­nen mar­kan­ten roten Fens­ter­klap­pen ist ein beson­de­res Zeug­nis mit­tel­al­ter­li­cher Bau­kunst in Ost­fries­land. Foto: Hans-Albert Dirks
Das Stein­haus Bund­er­hee mit sei­nem mar­kan­ten mit­tel­al­ter­li­chen Wehr­turm und den spä­ter ent­stan­de­nen Anbau­ten. Das his­to­ri­sche Gebäu­de­en­sem­ble erzählt von meh­re­ren Jahr­hun­der­ten ost­frie­si­scher Bau- und Wohn­kul­tur. Foto: Hans-Albert Dirks

Das Stein­haus Bund­er­hee – eine der ältes­ten Bur­gen Ostfrieslands

In der Stein­haus­stra­ße 64 steht mit dem Stein­haus Bund­er­hee eines der bedeu­tends­ten mit­tel­al­ter­li­chen Bau­wer­ke der Regi­on. Nach aktu­el­lem For­schungs­stand reicht der Ursprung des drei­ge­schos­si­gen Back­stein­ge­bäu­des bis ins 14. Jahr­hun­dert zurück. Es gilt als eine der ältes­ten erhal­te­nen Bur­gen Ost­fries­lands und als beson­ders ursprüng­lich erhal­te­ne Häuptlingsburg.

Sei­ne Ent­ste­hung fällt in eine Zeit, in der ein­zel­ne ost­frie­si­sche Fami­li­en inner­halb der frei­en Lan­des­ge­mein­den zuneh­mend an Macht und Ein­fluss gewan­nen. Die­se Häupt­lings­fa­mi­li­en errich­te­ten wehr­haf­te Stein­häu­ser, die ihren Bewoh­nern Schutz boten und zugleich ihre gesell­schaft­li­che Stel­lung unterstrichen.

Ursprüng­lich hat­te das Gebäu­de vor allem eine Schutz­funk­ti­on. Der Ein­gang befand sich an der Ost­sei­te in etwa drei Metern Höhe und war nur über Lei­tern oder Trep­pen erreich­bar. Klei­ne Fens­ter und noch heu­te erkenn­ba­re Schieß­schar­ten erin­nern an den wehr­haf­ten Cha­rak­ter des Bauwerks.

Im Lau­fe des 16. Jahr­hun­derts ver­än­der­te sich die Nut­zung. Das Stein­haus wur­de zuneh­mend wohn­li­cher gestal­tet. Grö­ße­re Fens­ter und spät­go­ti­sche offe­ne Kami­ne sorg­ten für mehr Kom­fort. Ein klei­ner Anbau an der West­sei­te ermög­lich­te einen beque­me­ren Zugang.

Zwi­schen 1712 und 1735 wur­de die­ser Anbau noch­mals erwei­tert. Wap­pen und Inschrift an der West­wand erin­nern an Johan­nes van Hete­ren, den dama­li­gen Besit­zer und letz­ten Bauherrn.

Auch die Lage des Stein­hau­ses ist geschicht­lich inter­es­sant: Bund­er­hee lag frü­her zeit­wei­se unmit­tel­bar am Was­ser und hat­te direk­ten Zugang zum Meer. Archäo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen deu­ten dar­auf hin, dass das Stein­haus bis ins 16. Jahr­hun­dert über den Was­ser­weg erreich­bar war. Ver­mut­lich dien­te Bund­er­hee im Mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit als Hafen von Bunde.

Seit 1976 befin­det sich das Gebäu­de im Eigen­tum der Ost­frie­si­schen Land­schaft. Zwi­schen 2010 und 2011 wur­de das teil­wei­se stark sanie­rungs­be­dürf­ti­ge Denk­mal umfas­send restau­riert. Seit April 2011 ist es für die Öffent­lich­keit zugäng­lich. Füh­run­gen, Aus­stel­lun­gen und Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen machen die Geschich­te der ost­frie­si­schen Häupt­lin­ge und ihrer Zeit erlebbar.

Der his­to­ri­sche Gar­ten Tam­men in Bund­er­hee lädt mit sei­nen geschwun­ge­nen Wegen, alten Bäu­men und groß­zü­gi­gen Grün­flä­chen zum Ver­wei­len ein. Die lie­be­voll wie­der­her­ge­stell­te Park­an­la­ge ist ein beson­de­res Bei­spiel ost­frie­si­scher Gar­ten­kul­tur um 1900. Foto: Hans-Albert Dirks

 

His­to­ri­scher Gar­ten Tam­men – ein Stück eng­li­scher Gar­ten­kunst in Ostfriesland

Nur weni­ge Schrit­te ent­fernt befin­det sich der his­to­ri­sche Gar­ten Tam­men. Die rund 1,5 Hekt­ar gro­ße Anla­ge ent­stand ursprüng­lich um 1900 rund um den Gulfhof der Fami­lie Hesse.

Im 19. Jahr­hun­dert brach­te die Land­wirt­schaft im frucht­ba­ren Rhei­der­land vie­len wohl­ha­ben­den Bau­ern­fa­mi­li­en beträcht­li­chen Wohl­stand. Die soge­nann­ten Pol­der­fürs­ten und Her­ren­bau­ern zeig­ten ihren gesell­schaft­li­chen Rang nicht nur durch statt­li­che Gulfhö­fe, son­dern auch durch reprä­sen­ta­ti­ve Gartenanlagen.

Beson­ders beliebt waren die soge­nann­ten Slin­ger­tuins, die sich an eng­li­schen Land­schafts­gär­ten ori­en­tier­ten. Geschwun­ge­ne Wege, groß­zü­gi­ge Rasen­flä­chen, beson­de­re Ein­zel­bäu­me und kunst­voll ange­leg­te Tei­che präg­ten die­se Gartenform.

Auch der Gar­ten in Bund­er­hee wur­de nach die­sem Vor­bild gestal­tet. Der nie­der­län­di­sche Gar­ten­ar­chi­tekt Jan Vroom seni­or ent­warf die Anla­ge um 1900. Zu den beson­de­ren Gestal­tungs­ele­men­ten gehö­ren ein künst­lich ange­leg­ter Teich mit einer wei­ßen Holz­brü­cke, halb­run­de Bee­te und ein klei­ner Hügel mit Sitz­bank, der einen schö­nen Blick über die Park­land­schaft ermög­licht. Ein Teil des Gar­tens war ursprüng­lich für den Gemü­se- und Obst­an­bau vorgesehen.

Mit der Hei­rat von Wil­hel­mi­ne Hes­se und dem Land­wirt Ihno Ihnen Tam­men im Jahr 1934 änder­te sich der Hof­na­me zu Tam­men. Der his­to­ri­sche Gar­ten trägt seit­dem eben­falls die­sen Namen.

Nach­dem die Anla­ge zwi­schen­zeit­lich ver­wil­dert war, wur­de sie ab 2019 anhand des erhal­te­nen his­to­ri­schen Gar­ten­plans wie­der­her­ge­stellt. Am 2. Juli 2020 wur­de der his­to­ri­sche Gar­ten offi­zi­ell eröff­net. Seit­dem ist er wie­der ein attrak­ti­ver Ort für Spa­zier­gän­ge und Erholung.

Der his­to­ri­sche Tam­mens­hof in Bund­er­hee zeigt sich im herbst­li­chen Ambi­en­te. Das denk­mal­ge­schütz­te Gulfhaus ver­bin­det ost­frie­si­sche Bau­ge­schich­te mit moder­nem Charme und ist Teil des beson­de­ren Kul­tur­ensem­bles rund um den his­to­ri­schen Gar­ten Tam­men und das Stein­haus Bund­er­hee. Foto: Hans-Albert Dirks

Tam­mens­hof – Gas­tro­no­mie und Geschich­te unter einem Dach

Zum his­to­ri­schen Ensem­ble gehört auch der denk­mal­ge­schütz­te Gulfhof Tam­mens­hof. Das Gebäu­de wur­de mit viel Lie­be zum Detail restau­riert und ver­bin­det heu­te his­to­ri­sche Bau­sub­stanz mit moder­ner Gastronomie.

Am 1. Okto­ber 2022 eröff­ne­te der Tam­mens­hof als Restau­rant mit Café und Außen­ter­ras­se. Ange­bo­ten wer­den sai­so­na­le Gerich­te und regio­na­le Spe­zia­li­tä­ten. Die Außen­ter­ras­se grenzt unmit­tel­bar an den his­to­ri­schen Gar­ten und bie­tet einen beson­de­ren Blick auf die Parklandschaft.

Dar­über hin­aus dient der Tam­mens­hof als Ver­an­stal­tungs­ort für Hoch­zei­ten, Geburts­ta­ge, Fami­li­en­fei­ern und Fir­men­ver­an­stal­tun­gen. Auch für Rad­fah­rer bie­tet sich die Anla­ge als Zwi­schen­stopp an, denn sie liegt am Nordseeküstenradweg.

So ist in Bund­er­hee ein beson­de­res Ensem­ble ent­stan­den, in dem Geschich­te, Gar­ten­kul­tur und Gas­tro­no­mie mit­ein­an­der ver­bun­den sind.

Ein Besuch im Rhei­der­land lohnt sich

Das Stein­haus Bund­er­hee, der his­to­ri­sche Gar­ten Tam­men und der Tam­mens­hof zei­gen auf ein­drucks­vol­le Wei­se, wie viel Geschich­te und kul­tu­rel­le Viel­falt in den ost­frie­si­schen Dör­fern steckt.

Ob bei einem Spa­zier­gang durch den his­to­ri­schen Gar­ten, einer Besich­ti­gung des mit­tel­al­ter­li­chen Stein­hau­ses oder einer gemüt­li­chen Ein­kehr im Tam­mens­hof – Bund­er­hee bie­tet ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, einen Aus­flug in das süd­li­che Ost­fries­land zu gestalten.

Die Auf­nah­men von Hans-Albert Dirks machen Lust dar­auf, die­se beson­de­re his­to­ri­sche Anla­ge selbst zu ent­de­cken. Vie­len Dank an den Foto­gra­fen für die schö­nen Impres­sio­nen aus Bunderhee.

 

Bild­nach­weis: Fotos: Hans-Albert Dirks – vie­len Dank für die Bereit­stel­lung der ein­drucks­vol­len Aufnahmen.

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