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Umbenennung der Hindenburgstraße: CDU-Fraktion fordert Kurskorrektur
CDU-Fraktion beantragt Aufhebung der Hindenburgstraßen-Umbenennung
Die Diskussion um die Hindenburgstraße in der Stadt Leer geht in eine neue Runde. Die CDU-Fraktion hat einen offiziellen Antrag an den Rat der Stadt gestellt, den bisherigen Beschluss zur Umbenennung aufzuheben. Als Hauptgründe führt die Fraktion einen tiefen Unfrieden in der Bürgerschaft sowie eine mangelnde Beteiligung bei der entscheidenden Abstimmung an.
In einem Schreiben an Bürgermeister Claus-Peter Horst fordert die CDU-Fraktion, den politischen Entscheidungsprozess erneut zu öffnen. Zur Begründung heißt es, dass seit dem Beschluss zur Umbenennung ein anhaltender Unfrieden innerhalb der Bevölkerung wahrzunehmen sei. Die Entscheidung habe nach Wahrnehmung der Fraktion nicht zur Befriedung beigetragen, sondern vielmehr zu einer weiteren Polarisierung geführt.
Kritik an demokratischem Prozess und fehlender Debatte Die CDU führt weiter aus, dass das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger in demokratische Entscheidungsprozesse nachhaltig beeinträchtigt worden sei. Insbesondere wird bemängelt, dass eine breite öffentliche Diskussion sowie eine ausgewogene Abwägung unterschiedlicher Positionen nicht in dem Maße stattgefunden hätten, wie es der Tragweite der Entscheidung entsprochen hätte.
Da der Ratsbeschluss rechtlich bislang noch nicht umgesetzt wurde, sieht die Fraktion weiterhin die Möglichkeit, die Entscheidung verantwortungsvoll zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Ziel des Vorstoßes sei es, Schaden vom demokratischen Miteinander in der Stadt abzuwenden und eine Lösung herbeizuführen, die auf einer breiteren Akzeptanz in Rat und Bürgerschaft beruht.
Zehn Ratsmitglieder bei Abstimmung abwesend Ein weiteres Argument der Antragsteller bezieht sich auf die Zusammensetzung des Gremiums am Tag der Abstimmung. Laut CDU konnten zehn Ratsmitglieder aus gesundheitlichen oder privaten Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen. Damit sei ein erheblicher Teil des Rates an dieser weitreichenden Entscheidung nicht beteiligt gewesen.
Vor diesem Hintergrund hält es die CDU-Fraktion für geboten, die Angelegenheit erneut zur Beratung in den Rat einzubringen. In dem Schreiben werden zudem jene Ratsmitglieder, die der Umbenennung ursprünglich zugestimmt haben, gebeten, ihre Position vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse und der Reaktionen aus der Bevölkerung kritisch zu überdenken.
Beitragsfoto: Ingo Tonsor LeserECHO
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