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Wee­ner: Der Hafen­Markt lockt mit Hand­werk, Kul­tur und mari­ti­mer Atmosphäre

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Hafen­markt in Wee­ner: Wenn der Ems-Hafen zum Markt­platz der Mög­lich­kei­ten wird

Wee­ner. Es sind oft die klei­nen, beharr­lich gepfleg­ten Tra­di­tio­nen, die einer Regi­on ihr Gesicht geben. Wenn am Sonn­tag, den 7. Juni 2026, im Alten Hafen von Wee­ner der dies­jäh­ri­ge Hafen­markt eröff­net wird, geschieht dies in einer Atmo­sphä­re, die sich wohl­tu­end vom Lärm der über­re­gio­na­len Event­kul­tur abhebt. Von 11 bis 18 Uhr ver­wan­delt sich das Are­al an der Ems in einen Schau­platz, der den Bogen zwi­schen loka­lem Hand­werk, bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment und dem beschau­li­chen Genuss eines Som­mer­ta­ges spannt.

Was den Besu­cher in Wee­ner erwar­tet, ist kein blo­ßes Spek­ta­kel, son­dern eine lie­be­voll kura­tier­te Zusam­men­kunft. Man fin­det hier noch die Sorg­falt, die der indus­tri­el­len Mas­sen­wa­re fern­bleibt: Mar­le­ne de Vries prä­sen­tiert hand­ge­näh­te Kin­der­klei­dung unter ihrem Label „Faden­lie­be“, wäh­rend die „Schnüs­ter Bude“ von Anni­ka Hill­mer mit gehä­kel­ten Uni­ka­ten auf­war­tet. Auch die Ver­bin­dung von Altem und Neu­em fin­det ihren Aus­druck – etwa wenn Sil­via Wil­bers aus aus­ge­dien­ten Mesh-Ban­nern des letz­ten Hafen­som­mers Taschen fer­tigt oder Moni­ka ter Hark Gar­ten­kunst aus alten Huf­ei­sen schmiedet.

Der Markt ver­steht sich zudem als ein Ort der Begeg­nung und der akti­ven Teil­ha­be. Der Schüt­zen­ver­ein Wee­ner von 1621 bie­tet den Besu­chern die Gele­gen­heit, sich im Bogen­schie­ßen zu ver­su­chen – eine Dis­zi­plin, die Kon­zen­tra­ti­on und Ruhe erfor­dert und einen reiz­vol­len Kon­trast zum geschäf­ti­gen Markt­trei­ben dar­stellt. Wer den Nach­mit­tag akti­ver gestal­ten möch­te, fin­det auf den angren­zen­den Wie­sen eine will­kom­me­ne Anlauf­stel­le: Die Reit­the­ra­peu­tin Mar­ti­na Swart ermög­licht dort das geführ­te Pony­rei­ten. Für Kin­der ist dies oft der Höhe­punkt des Tages, der den direk­ten Kon­takt zum Tier in den Mit­tel­punkt rückt und ein Bewusst­sein für den respekt­vol­len Umgang mit der Natur schafft.

Auch der intel­lek­tu­el­le Aus­tausch kommt nicht zu kurz. Wer wis­sen möch­te, wie Baum­pfle­ge nach den Regeln der Bio­lo­gie funk­tio­niert, fin­det bei Tim Schmidt einen kun­di­gen Gesprächs­part­ner. Der NABU Rhei­der­land gibt prak­ti­sche Hil­fe­stel­lung für den eige­nen Gar­ten, und der Hof Ems­Au­en illus­triert anschau­lich, wie soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft heu­te – jen­seits der Anony­mi­tät des Super­markt­re­gals – funk­tio­nie­ren kann.

Für das leib­li­che Wohl wird im Sti­le eines nord­deut­schen Markt­ta­ges gesorgt, wobei Fisch­spe­zia­li­tä­ten die obli­ga­to­ri­sche Kon­stan­te bil­den. Musi­ka­lisch unter­malt wird der Tag ab 14 Uhr durch die Dol­lard Swing Band, deren Jazz- und Swing-Klän­ge den Hafen in eine Kulis­se ver­wan­deln, die zum Ver­wei­len ein­lädt. Wäh­rend die Elek­tro­boo­te laut­los ihre Run­den dre­hen und die Ems von ihrer stills­ten Sei­te erleb­bar machen, bie­tet der Markt ins­ge­samt eine sel­te­ne Gele­gen­heit, einen Sonn­tag bewusst und ent­schleu­nigt zu verbringen.

Es ist die­se Mischung aus Hand­fes­tem, sport­li­chem Ehr­geiz und Leicht­fü­ßi­gem, die den Besuch des Hafen­mark­tes zu einer loh­nen­den Unter­neh­mung macht. Wer am Sonn­tag den Weg nach Wee­ner fin­det, trifft auf ein Stück geleb­ter Regio­na­li­tät, die sich weder auf­drängt, noch ihre Bedeu­tung hin­ter dem Kom­merz ver­steckt. Eine Ein­la­dung, den Blick schwei­fen zu las­sen – sei es über die Boo­te im Hafen oder auf die sorg­sam gefer­tig­ten Arbei­ten derer, die hier ihre Krea­ti­vi­tät zur Schau stellen.

 

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