Wirtschaft

Wind­ener­gie 2026: Rekord­zah­len bei den Geneh­mi­gun­gen – doch bremst die Poli­tik den Aus­bau jetzt wie­der aus?

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Wind­ener­gie­aus­bau an Land im ers­ten Halb­jahr 2026: Rekord­ge­neh­mi­gun­gen tref­fen auf Sor­ge um geplan­te Gesetzgebung

BERLIN / FRANKFURT. Der Aus­bau der Onshore-Wind­ener­gie in Deutsch­land zeigt in der ers­ten Hälf­te des Jah­res 2026 ein soli­des Wachs­tum, sieht sich jedoch durch anste­hen­de poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen mit neu­en Hür­den kon­fron­tiert. Nach einer aktu­el­len Aus­wer­tung der Fach­agen­tur Wind und Solar im Auf­trag des Bun­des­ver­ban­des Wind­Ener­gie (BWE) und von VDMA Power Sys­tems wur­den zwi­schen Janu­ar und Juni 2026 Wind­ener­gie­an­la­gen mit einer Brut­to-Leis­tung von 2.363 Mega­watt (MW) neu in Betrieb genom­men. Dies ent­spricht einem Zuwachs von sie­ben Pro­zent gegen­über dem Vorjahreszeitraum.

Trotz des Zuwach­ses war­nen die Bran­chen­ver­bän­de ein­dring­lich vor den Aus­wir­kun­gen der geplan­ten Novel­le des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes (EEG 2027) sowie des neu­en Netz­an­schluss­pa­kets der Bundesregierung.

Die Halb­jah­res­zah­len 2026 im Überblick

Zum Stich­tag 30. Juni 2026 umfass­te der Gesamt­be­stand in Deutsch­land 29.248 Wind­ener­gie­an­la­gen an Land mit einer instal­lier­ten Gesamt­leis­tung von 69.952 MW. Damit deckt die Onshore-Wind­ener­gie fast ein Vier­tel der deut­schen Strom­ver­sor­gung ab.

  • Brut­to-Zubau: 423 Anla­gen mit ins­ge­samt 2.363 MW Leis­tung (davon Repowe­ring: 135 Anla­gen mit 770 MW).

  • Rück­bau / Still­le­gung: 307 Anla­gen mit einer Leis­tung von 436 MW.

  • Net­to-Zubau: 116 Anla­gen mit einer Net­to-Leis­tung von 1.927 MW.

  • Geneh­mi­gungs­vo­lu­men: Im 1. Halb­jahr wur­den 1.419 Anla­gen mit 9.150 MW (9,1 GW) neu genehmigt.

  • Pro­jekt­spei­cher: Das Gesamt­vo­lu­men geneh­mig­ter Pro­jek­te stieg auf 48,1 GW, wovon rund 19 GW bis­her noch kei­nen Aus­schrei­bungs­zu­schlag erhal­ten haben.

Die Aus­bau­pro­gno­se der Bran­che für das Gesamt­jahr 2026 liegt bei ambi­tio­nier­ten 8 GW, was auf­grund des vor­han­de­nen Zuschlags­vo­lu­mens als erreich­bar gilt, sofern büro­kra­ti­sche und logis­ti­sche Aus­bau­hemm­nis­se zügig abge­baut werden.

 

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Kri­tik an EEG-Novel­le und Netzanschlusspaket

Die Bran­chen­spit­zen äußern deut­li­che Kri­tik an den Geset­zes­ent­wür­fen des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums. Sie befürch­ten, dass durch neue Unwäg­bar­kei­ten der gesetz­li­che Ziel­pfad von 10 GW Zubau pro Jahr ver­fehlt wird.

„Die Wind­ener­gie an Land ist das Rück­grab der deut­schen Strom­ver­sor­gung. Die aktu­el­len Geset­zes­ent­wür­fe sor­gen jedoch nicht für die not­wen­di­gen inves­ti­ti­ons­si­che­ren Rah­men­be­din­gun­gen. Die Plä­ne dro­hen, den Aus­bau emp­find­lich aus­zu­brem­sen und Deutsch­lands fos­si­le Abhän­gig­keit zu zementieren.“

— Bär­bel Hei­de­br­oek, Prä­si­den­tin des Bun­des­ver­ban­des Wind­Ener­gie (BWE)

Dr. Den­nis Rend­schmidt, Geschäfts­füh­rer von VDMA Power Sys­tems, ergänzt, dass die Indus­trie über die nöti­gen Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten ver­fü­ge, aber Ver­läss­lich­keit benötige:

„Wenn beim Netz­pa­ket nicht nach­ge­bes­sert wird, gera­ten Inves­ti­tio­nen, Inno­va­tio­nen, Wert­schöp­fung und der Aus­bau einer resi­li­en­ten Ener­gie­ver­sor­gung unter Druck. Mit ver­läss­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen sowie Ver­bes­se­run­gen bei Netz­an­schlüs­sen und Trans­port­be­din­gun­gen kann der Zubau-Rück­stand auf­ge­holt werden.“

— Dr. Den­nis Rend­schmidt, Geschäfts­füh­rer VDMA Power Systems

Kern­for­de­run­gen der Wind­ener­gie­bran­che an die Politik

Um den Aus­bau­pf­ad auch über das Jahr 2026 hin­aus zu sichern, for­dern BWE und VDMA Nach­bes­se­run­gen im par­la­men­ta­ri­schen Verfahren:

  1. Ver­teil­netz­aus­bau beschleu­ni­gen: Digi­ta­li­sie­rung, Finan­zie­rung und der phy­si­sche Aus­bau der Ver­teil­net­ze müs­sen mit dem Zubau der Wind­ener­gie Schritt hal­ten. Eng­pass­ge­biet-Rege­lun­gen im Netz­pa­ket dür­fen den Aus­bau nicht blockieren.

  2. Zusatz­vo­lu­men effek­tiv nut­zen: Das im Kli­ma­schutz­pro­gramm beschlos­se­ne Zusatz­vo­lu­men von 12 GW Wind­ener­gie an Land wird begrüßt – ins­be­son­de­re zur Stär­kung der Süd­re­gi­on. Die Umset­zung dür­fe jedoch nicht durch Redis­patch-Vor­be­hal­te oder pra­xis­un­taug­li­che Refor­men des Refe­renz­er­trags­mo­dells ent­wer­tet werden.

  3. IT- und Anla­gen­si­cher­heit stär­ken: Die phy­si­sche und digi­ta­le Sicher­heit der Ener­gie­an­la­gen muss ange­sichts poten­zi­el­ler Bedro­hun­gen höchs­te Prio­ri­tät haben. Gesetz­li­che Rege­lungs­lü­cken, ins­be­son­de­re bezüg­lich Fern­zu­grif­fen und Steue­rungs­kon­trol­len, müs­sen umge­hend geschlos­sen werden.

Mit inzwi­schen mehr als 130.000 Arbeits­plät­zen bleibt die Wind­ener­gie an Land ein zen­tra­ler Pfei­ler für indus­tri­el­le Wert­schöp­fung, Ver­sor­gungs­si­cher­heit und bezahl­ba­re Strom­prei­se am Wirt­schafts­stand­ort Deutschland.

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