Wirtschaft

Wirt­schaft im Abseits? Düs­te­re Aus­sich­ten für Ost­fries­land und Papenburg

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Wirt­schaft unter Druck: Düs­te­re Pro­gno­sen für Ost­fries­land und Papenburg

Die wirt­schaft­li­che Tal­fahrt in der Regi­on setzt sich fort. Laut der neu­es­ten Kon­junk­tur­um­fra­ge der IHK für Ost­fries­land und Papen­burg bli­cken die Betrie­be mit wach­sen­der Skep­sis auf das Jahr 2026. Beson­ders struk­tu­rel­le Pro­ble­me und man­geln­de poli­ti­sche Pla­nungs­si­cher­heit belas­ten die Stimmung.

Die Zah­len spre­chen eine deut­li­che Spra­che: Der Kli­ma­in­dex der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK), der die aktu­el­le Lage und die Zukunfts­er­war­tun­gen bün­delt, ist von 87 auf 82 Punk­te gefal­len. Damit ent­fernt sich der Wert wei­ter von der neu­tra­len 100-Punk­te-Mar­ke und spie­gelt eine tief­sit­zen­de Ver­un­si­che­rung in der regio­na­len Wirt­schaft wider.

Pro­du­zie­ren­des Gewer­be vor gro­ßen Hürden

IHK-Prä­si­dent Theo Eilers sieht vor allem das pro­du­zie­ren­de Gewer­be in einer pre­kä­ren Lage. Hohe Ener­gie­prei­se und eine aus­ufern­de Büro­kra­tie brem­sen not­wen­di­ge Inno­va­tio­nen und Kli­ma­schutz­be­mü­hun­gen aus. „Auf­grund von man­geln­der Plan­bar­keit und Ver­läss­lich­keit der Ener­gie- und Kli­ma­po­li­tik wer­den Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen auf­ge­scho­ben und im schlech­tes­ten Fall ins Aus­land ver­la­gert“, warnt Eilers. Dies füh­re zu einer schlei­chen­den Ero­si­on von indus­tri­el­len Arbeits­plät­zen und Wert­schöp­fung vor Ort.

Zukunfts­aus­sich­ten trü­ben sich mas­siv ein

Wäh­rend die aktu­el­le Geschäfts­la­ge im vier­ten Quar­tal 2025 sta­gniert – fast jeder drit­te Betrieb bewer­tet sie als „schlecht“ – ist der Ein­bruch bei den Erwar­tun­gen beson­ders dras­tisch. Nur noch 9 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men rech­nen mit einer güns­ti­gen Ent­wick­lung, wäh­rend 33 Pro­zent von einer wei­te­ren Ver­schlech­te­rung ausgehen.

Dabei zei­gen sich jedoch auch klei­ne Lichtblicke:

  • Export: Die Erwar­tun­gen im Außen­han­del haben sich spür­bar erholt.

  • Ertrags­la­ge: Hier ist eine leich­te Ent­span­nung im Ver­gleich zum Vor­quar­tal fest­zu­stel­len, wenn­gleich das Niveau wei­ter­hin nied­rig bleibt.

  • Arbeits­markt: Die Beschäf­tig­ten­zah­len in der Regi­on blei­ben vor­erst stabil.

Wirt­schafts­po­li­tik als größ­tes Risiko

Für 78 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men stel­len die wirt­schafts­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen das größ­te Geschäfts­ri­si­ko dar. Dicht dar­auf fol­gen stei­gen­de Arbeits­kos­ten und eine schwa­che Inlands­nach­fra­ge. Der Fach­kräf­te­man­gel, lan­ge Zeit das Sor­gen­kind Num­mer eins, rückt ange­sichts der aku­ten Kon­junk­tur­schwä­che mit 47 Pro­zent der­zeit etwas in den Hintergrund.

For­de­rung nach Reformtempo

IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Max-Mar­tin Deinhard sieht die Poli­tik in der Pflicht. Um das Ver­trau­en der Betrie­be zurück­zu­ge­win­nen, sei­en schnel­le­re Struk­tur­re­for­men und ein spür­ba­rer Abbau von Büro­kra­tie unum­gäng­lich. „Vie­le Unter­neh­men ver­schie­ben Inves­ti­tio­nen, weil ihnen kla­re Per­spek­ti­ven feh­len“, so Deinhard. Nur wett­be­werbs­fä­hi­ge Stand­ort­kos­ten könn­ten den Mut für künf­ti­ges Wachs­tum zurückbringen.

An der Umfra­ge betei­lig­ten sich über 200 Unter­neh­men aus Indus­trie, Han­del, Dienst­leis­tung, Gast­ge­wer­be und Verkehr.

Bei­trags­bild: Das Archiv­fo­to dient der Illus­tra­ti­on und steht in kei­nem direk­ten Zusam­men­hang mit den aktu­ell beschrie­be­nen Vorfällen.

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