Wirtschaft

Wirt­schaft­li­cher Druck hält an: Insol­ven­zen in Nie­der­sach­sen stei­gen weiter

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Wirt­schaft unter Druck: Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Nie­der­sach­sen stei­gen wei­ter an

Han­no­ver. Die wirt­schaft­li­che Lage in Nie­der­sach­sen bleibt ange­spannt. Wie das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) in sei­ner aktu­el­len Pres­se­mit­tei­lung bekannt gab, ist die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen im ver­gan­ge­nen Jahr 2025 erneut gestie­gen. Ins­ge­samt 1.910 Betrie­be muss­ten den Gang zum Amts­ge­richt antre­ten – ein Zuwachs von 4,7 % gegen­über dem Vorjahr.

Obwohl sich die Dyna­mik im Ver­gleich zum Vor­jahr (Plus von 33,5 %) deut­lich abge­schwächt hat, bleibt der Trend besorg­nis­er­re­gend. Über alle Berei­che hin­weg wur­den im Jahr 2025 ins­ge­samt 15.835 Insol­venz­ver­fah­ren regis­triert, was einer Gesamt­zu­nah­me von 6,1 % entspricht.

Han­del und Bau­ge­wer­be beson­ders im Fokus

Ein Blick auf die Bran­chen zeigt eine Ver­schie­bung der Schwer­punk­te. Mit 342 Fäl­len (+3,3 %) ver­zeich­ne­te der Bereich Han­del sowie die Instand­hal­tung und Repa­ra­tur von Kraft­fahr­zeu­gen die meis­ten Insol­venz­an­trä­ge. Damit lös­te die­ser Sek­tor das Bau­ge­wer­be ab, das im Jahr 2024 noch die Sta­tis­tik ange­führt hat­te. Im Bau­ge­wer­be war im Jahr 2025 zwar ein Rück­gang der Insol­ven­zen um 11,0 % zu ver­zeich­nen, den­noch belegt die Bran­che wei­ter­hin den zwei­ten Platz in der Negativstatistik.

Tau­sen­de Arbeits­plät­ze gefährdet

Trotz der gestie­ge­nen Anzahl an Fir­men­plei­ten gibt es bei der Zahl der betrof­fe­nen Arbeit­neh­mer eine leich­te Ent­span­nung. Im Jahr 2025 waren rund 12.500 Beschäf­tig­te von den Insol­ven­zen ihrer Arbeit­ge­ber betrof­fen. Dies sind 19,2 % weni­ger als im Jahr zuvor, als noch rund 15.500 Arbeits­plät­ze auf dem Spiel standen.

Beson­ders kri­tisch stellt sich die Situa­ti­on in grö­ße­ren Betriebs­ein­hei­ten dar:

  • Ver­ar­bei­ten­des Gewer­be: Hier waren allein rund 3.200 Arbeits­plät­ze gefährdet.

  • Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen: Rund 2.200 Beschäf­tig­te bang­ten um ihre Stellen.

Auf­fäl­lig ist, dass in die­sen bei­den Bran­chen mit durch­schnitt­lich mehr als 20 Beschäf­tig­ten pro Insol­venz­fall über­pro­por­tio­nal vie­le Arbeits­plät­ze pro Ver­fah­ren betrof­fen sind.


Auch Pri­vat­per­so­nen zuneh­mend zahlungsunfähig

Nicht nur Unter­neh­men, auch Pri­vat­per­so­nen kämp­fen ver­stärkt mit finan­zi­el­len Pro­ble­men. Die Zahl der Ver­brau­cher­insol­ven­zen stieg im Jahr 2025 um 5,8 % auf ins­ge­samt 11.165 Fäl­le an. Im Durch­schnitt ist jede betrof­fe­ne Pri­vat­per­son mit rund 41.300 Euro verschuldet.

Ergänzt wird das Bild durch wei­te­re Insolvenzgruppen:

  • Ehe­mals Selbst­stän­di­ge: 2.461 Anträ­ge (+7,9 %)

  • Nach­lass­in­sol­ven­zen: 250 Ver­fah­ren (+12,6 %)

  • Gesell­schaf­ter: 49 Anträ­ge (-3,9 %)

Die Daten ver­deut­li­chen, dass die wirt­schaft­li­chen Nach­wir­kun­gen und Rah­men­be­din­gun­gen sowohl Unter­neh­men als auch pri­va­te Haus­hal­te in Nie­der­sach­sen wei­ter­hin vor enor­me finan­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen stellen.

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