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Wirt­schafts­mi­nis­ter Ton­ne for­dert sofor­ti­ge Preis­sen­kung an den Zapfsäulen

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Hin­weis: Alle gezeig­ten Tank­stel­len und Preis­an­ga­ben stam­men vom 08.04.2026. Die Auf­nah­men wur­den jedoch zeit­ver­setzt erstellt – ein direk­ter Preis­ver­gleich ist daher nicht mög­lich, da es sich um Moment­auf­nah­men handelt.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Ton­ne: „Ölprei­se fal­len – jetzt müs­sen auch die Sprit­prei­se sofort sinken“

HANNOVER / REGION. Vor dem Hin­ter­grund der jüngs­ten Ent­wick­lun­gen im Nahen Osten sen­det Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne ein deut­li­ches Signal in Rich­tung der Mine­ral­öl­kon­zer­ne. Nach der ver­ein­bar­ten Waf­fen­ru­he im Iran-Kon­flikt und der ange­kün­dig­ten Öff­nung der Stra­ße von Hor­mus sind die Ölprei­se auf den Welt­märk­ten spür­bar gefal­len. Für Ton­ne ist damit die Zeit der Aus­re­den vor­bei: Er for­dert eine sofor­ti­ge und spür­ba­re Sen­kung der Kraft­stoff­prei­se an den Zapfsäulen.

„Die Lage hat sich kurz­fris­tig ent­spannt – und das sieht man unmit­tel­bar am Ölpreis. Jetzt gibt es kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung mehr für dau­er­haft hohe Sprit­prei­se“, erklär­te der Minis­ter. Er kri­ti­sier­te scharf, dass Ent­las­tun­gen auf den Roh­stoff­märk­ten oft nur ver­zö­gert bei den Ver­brau­chern ankom­men: „Was auf den Roh­stoff­märk­ten nach unten geht, muss umge­hend auch an der Zapf­säu­le ankom­men – und zwar ohne Verzögerung.“

For­de­rung nach Sprit­preis­de­ckel nach Luxem­bur­ger Vorbild

Um den Druck auf den Markt zu erhö­hen, erneu­er­te Ton­ne sei­ne For­de­rung nach einem staat­li­chen Ein­griff. Als kon­kre­tes Modell nann­te er einen Sprit­preis­de­ckel nach dem Vor­bild Luxem­burgs. Dort begrenzt der Staat die Prei­se direkt und ver­hin­dert so Preis­exzes­se. „Wir brau­chen die­ses kla­re Signal nicht irgend­wann, son­dern jetzt“, so Ton­ne. Der Staat müs­se in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in der Lage sein, schüt­zen­de Leit­plan­ken zu set­zen und die Sta­bi­li­tät für Bür­ger und Unter­neh­men zu gewährleisten.

Belas­tun­gen für Pend­ler und die gesam­te Wirtschaft

Hohe Kraft­stoff­prei­se sei­en kein iso­lier­tes Pro­blem für Auto­fah­rer, son­dern fun­gier­ten als „Preis­be­schleu­ni­ger für die gesam­te Volks­wirt­schaft“. Beson­ders im Flä­chen­land Nie­der­sach­sen sei­en Pend­ler, Hand­werks­be­trie­be, der Mit­tel­stand und die Logis­tik­bran­che mas­siv betrof­fen. Stei­gen­de Trans­port­kos­ten wür­den die Lie­fer­ket­ten ver­teu­ern, was am Ende über höhe­re Prei­se im Super­markt­re­gal oder bei Hand­werks­auf­trä­gen wie­der die End­ver­brau­cher belas­te. Damit ste­he nicht nur die indi­vi­du­el­le Kauf­kraft, son­dern die gesam­te Wett­be­werbs­fä­hig­keit der regio­na­len Wirt­schaft auf dem Spiel.

Kri­tik an Bun­des­po­li­tik und Mineralölkonzernen

Ton­ne spar­te nicht mit Kri­tik am Ver­hal­ten der Mine­ral­öl­kon­zer­ne. Wäh­rend Preis­stei­ge­run­gen oft in Rekord­tem­po wei­ter­ge­ge­ben wür­den, blie­ben Sen­kun­gen häu­fig aus. „Die­ses Ungleich­ge­wicht ist nicht akzep­ta­bel“, beton­te er. Gleich­zei­tig rich­te­te er deut­li­che Wor­te an die Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che. Die bis­he­ri­gen Maß­nah­men auf Bun­des­ebe­ne grif­fen laut Ton­ne schlicht zu kurz und sei­en nicht wirk­sam genug.

Zuspruch gab es hin­ge­gen für Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil, der ein Spit­zen­ge­spräch mit Wirt­schaft und Gewerk­schaf­ten plant. Es sei gut, dass hier nun „das Heft des Han­dels in die Hand genom­men wird“, um wich­ti­ge Impul­se zur Redu­zie­rung der Ener­gie­kos­ten zu setzen.

Maß­nah­men­pa­ket für mehr Transparenz

Aus Sicht Nie­der­sach­sens blei­ben über den Preis­de­ckel hin­aus wei­te­re Refor­men auf der Agen­da, um den Markt zu bändigen:

  • Preis-Fixie­rung: Erhö­hun­gen soll­ten nur ein­mal täg­lich zu einem fes­ten Zeit­punkt (vor­ge­schla­gen wird 20:00 Uhr) mög­lich sein.

  • Wett­be­werb stär­ken: Ein­füh­rung geziel­ter Trans­pa­renz­re­geln nach dem „Öster­reich-Modell“.

  • Kar­tell­recht: Stär­ke­re Ein­grif­fe und ein zen­tra­ler Voll­zug durch den Bund.

„Die Men­schen und die Wirt­schaft erwar­ten zu Recht, dass der Staat han­delt“, so Ton­ne abschlie­ßend. Soll­ten die Prei­se nicht kurz­fris­tig fal­len, müss­ten deut­lich schär­fe­re poli­ti­sche Instru­men­te zum Ein­satz kommen.

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