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Zukunfts­per­spek­ti­ven im Hand­werk: CDU-Poli­ti­ker Thie­le besucht Tisch­le­rei WoodStock

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Aus­tausch über das Hand­werk in Ost­rhau­der­fehn (von links): Sven Hünd­ling (Geschäfts­füh­rer Tisch­le­rei Wood­Stock), der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le, Doris Bronn (Tisch­le­rei Wood­Stock), Bur­chard Esters, Gün­ther Lüken und Nor­bert Pie­per (alle drei CDU Ost­rhau­der­fehn) erör­ter­ten aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen der Bran­che. Foto: Wahl­kreis­bü­ro Ulf Thiele

Hand­werk in der Bil­dungs­gas­se: Zwi­schen Lei­den­schaft und Lehrstellenmangel

Ost­rhau­der­fehn. Wenn Sven Hünd­ling über sein Hand­werk spricht, schwingt die Begeis­te­rung für das Mate­ri­al mit. In sei­ner Tisch­le­rei „Wood­Stock“ ent­ste­hen maß­ge­fer­tig­te Trep­pen, Fens­ter und moder­ne Kon­struk­tio­nen aus Holz, Stahl und Glas. Doch die Werk­bank in dem aner­kann­ten Aus­bil­dungs­be­trieb bleibt der­zeit leer. Nicht, weil der Chef sein Wis­sen nicht tei­len möch­te, son­dern weil die Pas­sung zwi­schen Schu­le und Berufs­welt immer sel­te­ner stimmt.

Die Rea­li­tät der Ausbildungsreife

Bei einem Besuch des CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ulf Thie­le in der Fehn-Tisch­le­rei wur­de deut­lich, wo die Säge klemmt. Der Fach­kräf­te­man­gel ist im Hand­werk längst kein abs­trak­tes Schlag­wort mehr, son­dern eine täg­li­che Hür­de. Laut einer Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung vom Janu­ar 2025 bekla­gen 80 Pro­zent der Fach­kräf­te eine nach­las­sen­de Aus­bil­dungs­rei­fe. Es fehlt oft an den Fun­da­men­ten: Mathe­ma­tik und Rechtschreibung.

Sven Hünd­ling bestä­tigt die­sen Trend. Trotz der Viel­falt und der Moder­ni­tät des Tisch­ler­be­rufs man­gelt es sowohl quan­ti­ta­tiv als auch qua­li­ta­tiv an geeig­ne­ten Bewer­bern. Die Kon­se­quenz ist para­dox: Ein Betrieb, der hän­de­rin­gend Per­so­nal sucht und aus­bil­den könn­te, sieht sich gezwun­gen, die Aus­bil­dung vor­erst einzustellen.

Kri­tik an der Landespolitik

Für den Abge­ord­ne­ten Ulf Thie­le liegt die Ursa­che in einer ver­fehl­ten Bil­dungs­po­li­tik der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung. Die Pro­ble­me wür­den eher ver­schärft als gelöst.

„In einem roh­stoff­ar­men Land muss die Bil­dung höchs­te Prio­ri­tät haben. Wir brau­chen kei­ne Unter­richts­aus­fäl­le, son­dern eine ver­läss­li­che Unter­richts­ver­sor­gung und eine stär­ke­re Ver­knüp­fung von Theo­rie und Pra­xis“, so Thiele.

Beson­ders im Bereich der klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men (KMU) ste­cke jedoch enor­mes Poten­zi­al. Thie­le betont, dass das Hand­werk gera­de im Zeit­al­ter der Künst­li­chen Intel­li­genz eine beson­de­re Resi­li­enz auf­wei­se. Wäh­rend sich vie­le Berufs­fel­der durch KI rasant ver­än­dern, bleibt die hand­werk­li­che Prä­zi­si­on vor Ort unersetzbar.

Chan­ce zur Unternehmensnachfolge

Ein wei­te­rer Aspekt für jun­ge Men­schen ist die lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve. Vie­le Betriebs­in­ha­ber suchen in den kom­men­den Jah­ren nach einer Nach­fol­ge­lö­sung. Das Hand­werk bie­tet damit nicht nur einen siche­ren Arbeits­platz, son­dern auch den Weg in die Selbstständigkeit.

Die Fle­xi­bi­li­tät klei­ner Betrie­be macht sie kri­sen­re­sis­ten­ter als vie­le Groß­kon­zer­ne. Was fehlt, sind die „fri­schen Ideen“ der nächs­ten Gene­ra­ti­on, die bereit ist, an bestehen­de Erfolgs­sto­rys anzu­knüp­fen – vor­aus­ge­setzt, die schu­li­sche Basis wird recht­zei­tig gelegt.

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