Lokal

Zuneh­men­de Über­grif­fe auf Zug­per­so­nal: DB Regio tes­tet Ton­auf­nah­men bei Bodycams

Veröffentlicht

am

Über­grif­fe stei­gen: DB Regio reagiert mit Ton­auf­nah­men bei Bodycams

Stand der Über­grif­fe auf Zug­be­glei­ter im 1. Halb­jahr gestie­gen • Pilot­pro­jekt zur Ton­auf­zeich­nung star­tet im Herbst 2026

Bei einem gemein­sa­men Ter­min mit Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Stef­fen Bil­ger hat Har­men van Zij­der­veld, Vor­stands­vor­sit­zen­der der DB Regio AG, heu­te neue Zah­len zu Über­grif­fen auf Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Bahn sowie Maß­nah­men für mehr Sicher­heit in den Zügen vor­ge­stellt: Im ers­ten Halb­jahr 2026 kam es ins­ge­samt zu 989 Über­grif­fen auf Mit­ar­bei­ten­de der DB Regio. Dar­un­ter fal­len 781 Fäl­le von ein­fa­cher Kör­per­ver­let­zung (schub­sen, grei­fen, bespu­cken) sowie 185 Fäl­le von ver­such­ter Kör­per­ver­let­zung. Lei­der waren auch 22 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter Opfer schwe­rer Kör­per­ver­let­zun­gen. Unver­ges­sen bleibt der Tod von Ser­kan Çalar zu Beginn des Jahres.

Bun­des­mi­nis­ter Stef­fen Bil­ger: „Die rei­nen Zah­len, aber auch die Schil­de­run­gen der Bahn-Beschäf­tig­ten, sind erschüt­ternd. Wir dür­fen ange­sichts die­ser gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung nicht in Schock­star­re ver­fal­len, son­dern müs­sen gemein­sam beson­nen aber ent­schlos­sen gegen­steu­ern. Denn Sicher­heit im Zug ist kein Rand­the­ma. Sie ist eine Grund­vor­aus­set­zung für einen funk­tio­nie­ren­den öffent­li­chen Ver­kehr. Umso wich­ti­ger ist, dass die Beschäf­tig­ten der Deut­schen Bahn für ihre Auf­ga­ben best­mög­lich aus­ge­rüs­tet sind. Sie sind es, die täg­lich die Mobi­li­tät von Mil­lio­nen Men­schen gewähr­leis­ten. Dafür gilt ihnen mein Respekt und Dank.“

Har­men van Zij­der­veld, Vor­stands­vor­sit­zen­der DB Regio AG: „Die Zah­len bele­gen, was unse­re Mit­ar­bei­ten­den nahe­zu täg­lich erle­ben: sie wer­den beschimpft, bespuckt, geschla­gen und getre­ten. Das ist umso trau­ri­ger, wenn man weiß, mit wel­cher Lei­den­schaft sie ihren Beruf aus­üben und leben. Wir tun daher alles, um die Sicher­heit unse­rer Mit­ar­bei­ten­den bei Kon­troll­si­tua­tio­nen zu erhö­hen und mit der ver­stärk­ten Per­so­nal­prä­senz auch brenz­li­ge Situa­ti­on bes­ser dees­ka­lie­ren zu kön­nen. Die Ton­auf­zeich­nung der Body­cams ist ein wei­te­rer wich­ti­ger Schritt für mehr Sicher­heit. Sie unter­stützt die Dees­ka­la­ti­on, hilft aber auch enorm bei der Ver­folg­bar­keit von Straftaten.“

Im ers­ten Schritt wird die Ton­auf­zeich­nung in der Regi­on Rhein-Neckar-Pfalz ab spä­tes­tens 1. Okto­ber für zwei Mona­te getes­tet. Der Hes­si­sche Beauf­trag­te für Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­frei­heit ist durch den Kon­zern­da­ten­schutz und die Kon­zern­si­cher­heit des DB-Kon­zerns in den Ein­füh­rungs­pro­zess ein­ge­bun­den und infor­miert. Aus die­ser Pilot­pha­se her­aus erfolgt dann unmit­tel­bar im zwei­ten Schritt die suk­zes­si­ve bun­des­wei­te Umsetzung.

Wir kön­nen die gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung nicht ändern, aber dafür sor­gen, dass unse­re Züge Orte der Sicher­heit und des Respekts im öffent­li­chen Raum sind – für Mit­ar­bei­ten­de und Fahr­gäs­te. Dafür haben wir unver­züg­lich umfas­sen­de Maß­nah­men getroffen:

  • Body­cam-Aus­stat­tung im Nah- und Fernverkehr

  • Pilot­pro­jek­te zu 1/1‑Begleitungen, bei der Kun­den­be­treue­rin­nen und Kun­den­be­treu­er durch eine wei­te­re Per­son mit Sicher­heits­kennt­nis­sen beglei­tet wer­den, sowie Dop­pel­be­set­zun­gen im Kundenservice

  • Ein­satz von Prüf­grup­pen (6–8 Kun­den­be­treue­rin­nen und Kun­den­be­treu­er kon­trol­lie­ren gleich­zei­tig einen Zug)

  • Erwei­te­rung der per­sön­li­chen Schutz­aus­rüs­tung um stich­fes­te Wes­ten für Kun­den­be­treue­rin­nen und Kun­den­be­treu­er und Hel­me für die Mobi­le Unterstützungsgruppe

Neben der Ein­füh­rung der Mög­lich­keit von Ton­auf­zeich­nun­gen bei Akti­vie­rung der Body­cam und der Ver­net­zung von Prio-Ruf (Alarm­sys­tem per Knopf­druck am Arm­band) und Body­cam wird auch der Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) geprüft.

Dar­über hin­aus haben wir gemein­sam mit der Bun­des­re­gie­rung eine lan­des­wei­te Respekt-Kam­pa­gne gestartet.

Anzeige 
Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen