Wirtschaft
BDR Thermea plant umfassende Transformation in Deutschland
Weichenstellung für BDR Thermea Deutschland: Volle Konzentration auf Kundenbetreuung, Vertrieb und Innovation
Rastede/Schweinfurt. Die BDR Thermea Group, einer der führenden Hersteller intelligenter Klima- und Warmwasserlösungen, stellt ihre Geschäftsaktivitäten in Deutschland strategisch neu auf. Mit dem Ziel, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld zu sichern, plant das Unternehmen eine umfassende Transformation bis Anfang 2027. Im Fokus stehen dabei eine verstärkte Marktnähe und die Bündelung zentraler Servicefunktionen.
Reaktion auf volatile Märkte und regulatorische Unsicherheit
Die Heizungsbranche steht aktuell vor immensen wirtschaftlichen Herausforderungen. Laut BDR Thermea sind die anhaltende regulatorische Unsicherheit, eine volatile Kundennachfrage sowie ein hoher Wettbewerbsdruck die Hauptgründe für die Neuausrichtung. Um finanziell stabil und handlungsfähig zu bleiben, wird das Unternehmen seine Fertigungsstrategie anpassen: Die Produktion von Wärmeerzeugern soll schrittweise aus Deutschland abgezogen und in das bereits bestehende europäische Fertigungsnetzwerk der Gruppe integriert werden.
„Die aktuelle Marktentwicklung stellt unsere gesamte Branche vor große wirtschaftliche Herausforderungen“, erklärt Tjarko Bouman, CEO der BDR Thermea Group. Ziel sei es, BDR Thermea Deutschland als kundenorientiertes und finanziell stabiles Unternehmen für die Zukunft zu rüsten.
Rastede wird zum zentralen Service-Hub
Ein wesentlicher Pfeiler der neuen Strategie ist die Stärkung des Standorts Rastede. Dieser soll zu einem zentralen Service-Hub ausgebaut werden, in dem die Servicefunktionen und die Ersatzteilproduktion für die drei starken Marken Brötje, Remeha und SenerTec gebündelt werden.
Diese Zentralisierung dient vor allem der Optimierung der Kundenbetreuung. Im Zuge dieser Aufwertung sollen in Rastede rund 40 neue qualifizierte Arbeitsplätze im Servicebereich entstehen. Damit unterstreicht das Unternehmen sein Versprechen, ein verlässlicher Partner für das Fachhandwerk und die Endkunden zu bleiben.
Veränderungen in der Produktion und personelle Konsequenzen
Während die Servicebereiche gestärkt werden, bedeutet die Neuausrichtung gleichzeitig das Ende der deutschen Produktion von Wärmeerzeugern:
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Rastede: Die Fertigung soll hier bis Ende 2026 eingestellt werden. Dies führt, zusammen mit Kapazitätsanpassungen in Verwaltung und Betrieb, zu einem Abbau von ca. 108 Vollzeitarbeitsplätzen.
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Schweinfurt: Auch hier wird die Produktion eingestellt und in das europäische Netzwerk verlagert.
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Gesamtbild: Insgesamt sind von der Neuaufstellung in Deutschland rund 203 Vollzeitarbeitsplätze betroffen.
Tjarko Bouman betont die soziale Verantwortung: „Wir wissen, dass die Veränderungen für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Entscheidung von großer Tragweite sind. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir faire und verantwortungsvolle Lösungen entwickeln.“
Investitionen in Effizienz und Zukunft
Trotz der Einschnitte investiert BDR Thermea gezielt in die Modernisierung der deutschen Struktur. Dazu gehört der bereits erfolgte Umzug des Standorts Emsdetten in moderne Räumlichkeiten in Saerbeck. Zudem steht die Einführung eines neuen SAP-Systems bevor, welches Geschäftsprozesse integrieren und die Organisation effizienter sowie kundenfreundlicher gestalten soll.
Unveränderte Pläne für Augustfehn
Die aktuellen Maßnahmen an den Standorten Schweinfurt, Rastede und Saerbeck haben keine Auswirkungen auf den Standort Augustfehn. Die bereits im Mai 2025 kommunizierte Auslagerung der Heizkörperproduktion wird wie geplant fortgesetzt; ein Verkauf der dortigen Fertigungsstätte wird weiterhin angestrebt.
Mit diesem radikalen Schritt reagiert BDR Thermea konsequent auf die veränderten Rahmenbedingungen im Wärmemarkt. Durch die Bündelung von Kompetenzen im neuen Service-Hub in Rastede und die Straffung der Produktion will das Unternehmen seine Position als Innovationsführer behaupten und die Transformation hin zu intelligenten Klimalösungen in Deutschland aktiv vorantreiben.