Wirtschaft

Büro­kra­tie und Netz­hür­den belas­ten Solar­bran­che in Ostrhauderfehn

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Das Foto zeigt (v. l. n. r.): Bur­chard Esters, Nor­bert Pie­per (bei­de CDU Ost­rhau­der­fehn), Tim Schul­te (Geschäfts­füh­rer SEZ Solar), Ulf Thie­le MdL, Ilo­na Schul­te (Geschäfts­füh­re­rin SEZ Solar), Gün­ther Lüken (CDU Ost­rhau­der­fehn) und Ger­win Schul­te (SEZ Solar). Im Vor­der­grund steht ein Solar­ko­cher, der als Demons­tra­ti­ons­ob­jekt die enor­me Leis­tungs­fä­hig­keit der Son­nen­en­er­gie ver­an­schau­licht. Foto: Wahl­kreis­bü­ro Ulf Thiele

Solar­bran­che in der Büro­kra­tie-Fal­le: Ulf Thie­le zu Besuch bei SEZ Solar in Ostrhauderfehn

Ost­rhau­der­fehn. Maß­ge­schnei­der­te Lösun­gen und der Mut zur Inno­va­ti­on: Das ist seit über 40 Jah­ren das Erfolgs­re­zept der Son­nen-Ener­gie-Zen­trum GmbH (SEZ Solar) aus Ost­rhau­der­fehn. Was einst in einer Gara­ge begann, ist heu­te ein moder­ner Fami­li­en­be­trieb in zwei­ter Gene­ra­ti­on. Doch trotz des Booms bei Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen brem­sen Büro­kra­tie, Daten­schutz und Netz­pro­ble­me die Bran­che unnö­tig aus.

Der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le besuch­te gemein­sam mit Ver­tre­tern der CDU Ost­rhau­der­fehn die Solar­pio­nie­re Ger­win, Ilo­na und Tim Schul­te, um über die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Ener­gie­wen­de vor Ort zu sprechen.

Von der Gara­ge zum Bran­chen­pio­nier: 40 Jah­re Erfahrung

Die Geschich­te von SEZ Solar ist eine ech­te ost­frie­si­sche Erfolgs­sto­ry. Ilo­na und Ger­win Schul­te wag­ten bereits vor vier Jahr­zehn­ten den Schritt in den damals völ­lig neu­en Markt der alter­na­ti­ven Ener­gien. „Gro­ße Ideen ent­ste­hen oft im Klei­nen. Die Umset­zung hier ist sehr boden­stän­dig und beein­dru­ckend“, lob­te Ulf Thie­le die Ent­wick­lung des mit­tel­stän­di­schen Unternehmens.

Wäh­rend in den Grün­dungs­jah­ren die Solar­ther­mie im Fokus stand, liegt der Schwer­punkt heu­te auf hoch­mo­der­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen. Geschäfts­füh­rer Tim Schul­te führt die­se Tra­di­ti­on fort, wobei die indi­vi­du­el­le Bera­tung der Kun­den für das Team an ers­ter Stel­le steht.

Büro­kra­tie und Netz­an­schluss als „Brems­klotz“

Trotz der tech­ni­schen Eta­blie­rung schil­der­te Fami­lie Schul­te im Gespräch die mas­si­ven Hür­den im Tagesgeschäft:

  • Zunah­me der Doku­men­ta­ti­on: Frü­her reich­te eine Sei­te für die Anmel­dung beim Netz­be­trei­ber. Heu­te for­dern Netz­ge­sell­schaf­ten umfang­rei­che tech­ni­sche Unter­la­gen, was zu lan­gen Bear­bei­tungs­zei­ten und for­ma­len Rück­wei­sun­gen führt.

  • Ver­al­te­te Netz­in­fra­struk­tur: Die Nie­der­span­nungs­net­ze in Ost­fries­land sind his­to­risch auf Strom­be­zug, nicht auf die mas­si­ve Ein­spei­sung durch Solar­an­la­gen ausgelegt.

  • Daten­schutz-Hür­den: Stren­ge Daten­schutz­re­geln erschwe­ren die digi­ta­le Ver­net­zung und den Auf­bau soge­nann­ter Smart Grids (intel­li­gen­te Stromnetze).

Ulf Thie­le kri­ti­sier­te in die­sem Zusam­men­hang die aktu­el­le Lan­des­po­li­tik: „Büro­kra­tie macht uns nicht hand­lungs­fä­hi­ger, son­dern bremst den Erfin­der­geist aus. Die Lan­des­re­gie­rung bleibt hin­ter ihren Ver­spre­chen zur Büro­kra­tie­ent­las­tung zurück.“

Spei­cher­tech­no­lo­gie und bidi­rek­tio­na­les Laden

Ein wei­te­res zen­tra­les The­ma war die Spei­cher­tech­no­lo­gie. Schul­tes beton­ten das Poten­zi­al des bidi­rek­tio­na­len Ladens. Hier­bei die­nen Elek­tro­fahr­zeu­ge als mobi­le Spei­cher, die Strom bei Bedarf wie­der ins Haus­netz zurück­spei­sen kön­nen. Thie­le for­der­te hier mehr Enga­ge­ment der Auto­mo­bil­her­stel­ler, die­se Tech­nik seri­en­mä­ßig und flä­chen­de­ckend anzubieten.

War­nung vor aggres­si­vem Wett­be­werb und „Drü­cker­me­tho­den“

Mit Sor­ge betrach­ten die Exper­ten von SEZ Solar den zuneh­men­den Wett­be­werbs­druck durch bran­chen­frem­de Ver­triebs­fir­men. Die­se arbei­ten oft mit Sub­un­ter­neh­men statt eige­nem Per­so­nal und set­zen auf aggres­si­ve Call­cen­ter-Akqui­se oder Haustürgeschäfte.

Ulf Thie­le mahn­te zur Vor­sicht: „Bei sol­chen Ange­bo­ten ste­hen Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit sel­ten im Mit­tel­punkt. Gut geführ­te Fach­be­trie­be, die sich an Regeln hal­ten, dür­fen nicht das Nach­se­hen gegen­über aggres­si­ven Drü­cker­me­tho­den haben.“

Fazit und poli­ti­scher Ausblick

Ulf Thie­le ver­sprach, die Impul­se aus Ost­rhau­der­fehn in die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit ein­flie­ßen zu las­sen. Hand­lungs­be­darf sieht der Abge­ord­ne­te vor allem bei:

  1. Dem kon­se­quen­ten Büro­kra­tie­ab­bau in Genehmigungsverfahren.

  2. Der Beschleu­ni­gung von Netz­an­schlüs­sen.

  3. Der Schaf­fung fai­rer Wett­be­werbs­be­din­gun­gen für das regio­na­le Handwerk.


 

 

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