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Frei­bad für Leer: SPD legt nach – Debat­te nimmt wei­ter Fahrt auf

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Im Juni 2014 prä­sen­tier­te sich das Frei­bad der Stadt Leer noch in vol­lem Betrieb, wie die­se Auf­nah­me zeigt. Es war die letz­te Sai­son unter der Regie des Betrei­bers aus Papen­burg, der das Bad über­nom­men hat­te. Auf­grund ver­trag­li­cher Schwie­rig­kei­ten sah sich die Stadt Leer jedoch gezwun­gen, die Not­brem­se zu zie­hen und den Ver­trag zu kün­di­gen, was letzt­lich zur Schlie­ßung des Bades führ­te. (Foto: Ingo Tonsor)

Frei­bad für Leer: SPD bekräf­tigt For­de­rung und wirbt für neue Ideen

Debat­te um ein Frei­bad bewegt die Men­schen in Leer weiter

Die Dis­kus­si­on um ein mög­li­ches Frei­bad für Leer sorgt wei­ter­hin für gro­ßes Inter­es­se. Nach­dem die ers­te Pres­se­mit­tei­lung der SPD auf der Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ des Lese­r­ECHO-Ver­lags inten­siv dis­ku­tiert wur­de und zahl­rei­che Leser ihre Mei­nung äußer­ten, mel­de­te sich auch die CDU zu Wort. Sie bezeich­ne­te die For­de­rung aus finanz­po­li­ti­scher Sicht als nicht rea­lis­tisch und ver­wies auf die erheb­li­chen Kos­ten eines sol­chen Projekts.

Nun legt die SPD mit einer wei­te­ren Pres­se­mit­tei­lung nach und hält an ihrem Vor­schlag fest. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten beto­nen, dass sie kei­nes­wegs neue unge­deck­te Aus­ga­ben für die Stadt schaf­fen möch­ten. Statt­des­sen for­dern sie, neue Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten und krea­ti­ve Kon­zep­te ernst­haft zu prü­fen. Über die bis­he­ri­gen Ent­wick­lun­gen und Stel­lung­nah­men hat­te das Lese­r­ECHO bereits aus­führ­lich berichtet.

SPD kri­ti­siert Reak­ti­on der CDU

„Völ­lig unkrea­tiv und am The­ma vor­bei“, so bewer­tet die SPD die Ant­wort der CDU auf die For­de­rung, in der kom­men­den Wahl­pe­ri­ode des Stadt­ra­tes ernst­haft über die Rea­li­sie­rung eines Frei­ba­des in Leer nachzudenken.

Nach Auf­fas­sung der Sozi­al­de­mo­kra­ten dür­fe man sich nicht mit älte­ren Berech­nun­gen zufrie­den­ge­ben. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te die SPD-Stadt­rats­frak­ti­on einen ent­spre­chen­den Antrag ein­ge­bracht. Damals sei­en ledig­lich älte­re Zah­len vor­ge­legt wor­den, ohne neue Mög­lich­kei­ten oder alter­na­ti­ve Finan­zie­rungs­mo­del­le näher zu untersuchen.

Krea­ti­ve Ideen statt vor­schnel­ler Absagen

Die SPD ist über­zeugt, dass neue Wege not­wen­dig sind, wenn Leer lang­fris­tig ein Frei­bad erhal­ten soll, ohne den städ­ti­schen Haus­halt zu überfordern.

Als Bei­spiel nen­nen die Sozi­al­de­mo­kra­ten einen Wohn­mo­bil­stell­platz mit Ver- und Ent­sor­gungs­mög­lich­kei­ten in Ver­bin­dung mit Hal­len- und Frei­bad. Dadurch könn­ten vor­han­de­ne Sani­tär­an­la­gen gemein­sam genutzt und zusätz­li­che Ein­nah­men erzielt wer­den. Gleich­zei­tig betont die SPD, dass dies ledig­lich ein ers­ter Denk­an­satz sei und wei­te­re Ideen ent­wi­ckelt wer­den müssten.

Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten und För­der­mit­tel prüfen

Nach Ansicht der SPD gebe es zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten, Betriebs­kos­ten zu sen­ken, neue Ein­nah­me­quel­len zu erschlie­ßen und För­der­pro­gram­me von Land, Bund oder ande­ren Insti­tu­tio­nen zu nutzen.

Die­se Poten­zia­le könn­ten jedoch nur erkannt wer­den, wenn sich Poli­tik und Ver­wal­tung inten­siv mit dem The­ma beschäf­tig­ten. Es rei­che nicht aus, ledig­lich auf hohe Kos­ten hin­zu­wei­sen. Wer ein Frei­bad für unmög­lich erklä­re, ohne alter­na­ti­ve Kon­zep­te zu prü­fen, wer­de dem Wunsch vie­ler Bür­ger nicht gerecht, so die SPD.

Frei­bad als Stand­ort­fak­tor für Leer

Die Sozi­al­de­mo­kra­ten ver­wei­sen zudem auf die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen. Fami­li­en und Besu­cher, die im Som­mer im Frei­en baden möch­ten, fah­ren der­zeit in ande­re Städ­te oder Gemein­den und geben dort auch ihr Geld aus. Ein Frei­bad kön­ne daher nicht nur die Lebens­qua­li­tät erhö­hen, son­dern auch den Tou­ris­mus und den ört­li­chen Ein­zel­han­del stärken.

Hin­zu kom­me, dass Kin­der und Jugend­li­che häu­fig auf Fahr­diens­te ange­wie­sen sei­en, wenn sie ein Frei­bad außer­halb Leers besu­chen möch­ten. Aus Sicht der SPD sei dies ein wei­te­rer Grund, die Dis­kus­si­on offen und ohne Vor­be­hal­te zu führen.

Auch Sicher­heits­aspek­te spie­len eine Rolle

Als wei­te­res Argu­ment nennt die SPD die Sicher­heit der Bade­gäs­te. Sie ver­weist auf einen kürz­lich bekannt gewor­de­nen Ret­tungs­ein­satz in einem Emder Frei­bad. Dort habe geschul­tes Per­so­nal schnell ein­grei­fen kön­nen. An unbe­wach­ten Bade­seen sei­en sol­che Hilfs­mög­lich­kei­ten oft­mals nicht vorhanden.

SPD ruft alle Par­tei­en zum Mit­den­ken auf

Abschlie­ßend appel­liert die SPD an alle Par­tei­en, die nach der Kom­mu­nal­wahl im neu­en Stadt­rat ver­tre­ten sein wer­den, sich kon­struk­tiv an der Dis­kus­si­on zu beteiligen.

„Wir rufen des­halb alle im künf­ti­gen Rat ver­tre­te­nen Par­tei­en auf, sich nicht bequem zurück­zu­leh­nen, son­dern Anstren­gun­gen zu unter­neh­men, um für die Stadt Leer eine wich­ti­ge Ver­bes­se­rung zu errei­chen, die Ein­hei­mi­schen und Gäs­ten der Stadt glei­cher­ma­ßen nutzt.“

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