Blaulicht

Gefähr­li­cher Fund in Papen­burg: Schlag gegen die Drogen-Mafia!

Veröffentlicht

am

Schlag gegen die Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät: 15.000 Liter Che­mie­ab­fäl­le in Papen­burg sichergestellt

PAPENBURG / KÖLN / HANNOVER. In einer bei­spiel­lo­sen kon­zer­tier­ten Akti­on haben euro­päi­sche Sicher­heits­be­hör­den das bis­her größ­te zusam­men­hän­gen­de Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die Pro­duk­ti­on syn­the­ti­scher Dro­gen zum Erfolg geführt. Ein zen­tra­ler Schau­platz der Maß­nah­men war Papen­burg: Dort hoben Ermitt­ler am ver­gan­ge­nen Frei­tag ein ille­ga­les Lager mit 15.000 Litern hoch­gif­ti­ger Che­mie­ab­fäl­le aus. Unter der Koor­di­na­ti­on von Euro­pol („Ope­ra­ti­on Fabry­ka“) und mit maß­geb­li­cher Betei­li­gung der GER Osna­brück („Ope­ra­ti­on Nexus“) wur­den euro­pa­weit ins­ge­samt 24 ille­ga­le Groß­la­bo­re zer­schla­gen und über 85 Per­so­nen festgenommen.

Die „Ope­ra­ti­on Fabry­ka“: Ein euro­päi­sches Netz­werk im Visier

Über ein Jahr lang arbei­te­ten Jus­tiz- und Sicher­heits­be­hör­den aus Polen, den Nie­der­lan­den, Bel­gi­en, Tsche­chi­en, Spa­ni­en und Deutsch­land ver­deckt zusam­men. Im Fokus stand eine pol­ni­sche Täter­grup­pie­rung, die als logis­ti­sches Rück­grat für diver­se kri­mi­nel­le Orga­ni­sa­tio­nen fun­gier­te. Die Grup­pe soll hun­der­te Ton­nen Che­mi­ka­li­en zur Her­stel­lung von Dro­gen wie Amphet­amin, MDMA und 4‑CMC gelie­fert haben.

Der Erfolg der Ermitt­lun­gen ist beachtlich:

  • 24 pro­fes­sio­nel­le Groß­la­bo­re wur­den (vor­ran­gig im euro­päi­schen Aus­land) ausgehoben.

  • 3,5 Ton­nen syn­the­ti­sche Dro­gen wur­den sichergestellt.

  • Über 1.000 Ton­nen Vor­läu­fer­sub­stan­zen konn­ten ermit­telt werden.

  • 85 Fest­nah­men und hun­der­te Ton­nen Che­mie­ab­fäl­le mar­kie­ren das Ende der Operation.

Deutsch­land im Fokus: Zugriff in Papen­burg und Borken

In Deutsch­land führ­ten die Ermitt­lun­gen der Gemein­sa­men Ermitt­lungs­grup­pe Rausch­gift (GER) Osna­brück zu mas­si­ven Erfol­gen. Unter dem Code­na­men „Ope­ra­ti­on Nexus“ wur­den bereits im Vor­feld sechs Labo­re in Schles­wig-Hol­stein, Nie­der­sach­sen, Bran­den­burg und Nord­rhein-West­fa­len zerschlagen.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, dem 16. Janu­ar 2026, gip­fel­ten die Maß­nah­men in einem euro­pa­wei­ten „Action Day“. In Deutsch­land kam es dabei zu fol­gen­den ent­schei­den­den Zugriffen:

  • Papen­burg (Nie­der­sach­sen): Hier stell­ten die Beam­ten rund 15.000 Liter gefähr­li­cher Che­mie­ab­fäl­le sicher, die aus der ille­ga­len Dro­gen­pro­duk­ti­on stam­men und dort zwi­schen­ge­la­gert wur­den. Im Zuge der Durch­su­chun­gen kam es in Papen­burg zu einer Festnahme.

  • Kreis Bor­ken (NRW): Ent­de­ckung einer pro­fes­sio­nel­len Can­na­bis­plan­ta­ge mit über 1.350 Pflanzen.

Ins­ge­samt wur­den im Rah­men der deut­schen Ermitt­lun­gen bis­lang 46 Per­so­nen fest­ge­nom­men und über 800 Kilo­gramm syn­the­ti­sche Dro­gen sowie 175.000 Liter hoch­gif­ti­ge Abfäl­le sichergestellt.

Exper­ten war­nen vor enor­men Umwelt- und Gesundheitsgefahren

Die Rück­stän­de der Dro­gen­her­stel­lung sind eine enor­me öko­lo­gi­sche Gefahr. Die Abfäl­le sind oft hoch­to­xisch und leicht ent­zünd­lich. Auf­grund der Explo­si­ons- und Ver­gif­tungs­ge­fahr muss­ten bei den Durch­su­chun­gen, ins­be­son­de­re beim Abtrans­port der Che­mi­ka­li­en in Papen­burg, Spe­zi­al­ein­hei­ten des Zolls sowie spe­zia­li­sier­te Kräf­te der Feu­er­wehr und des Tech­ni­schen Hilfs­werks (THW) unter Atem­schutz zum Ein­satz kommen.

Stim­men zum Ermittlungserfolg

Frie­do de Vries, Prä­si­dent der Poli­zei­di­rek­ti­on Osnabrück:

„Die­ser Schlag euro­päi­scher Sicher­heits­be­hör­den ist in die­ser Dimen­si­on bis­lang ein­ma­lig. Eine Osna­brü­cker Ermitt­lungs­grup­pe hat dabei eine zen­tra­le Rol­le gespielt. Es zeigt aber auch, dass wir Kin­der und Jugend­li­che bes­ser schüt­zen und durch Prä­ven­ti­on auf­klä­ren müssen.“

Dr. Tino Igel­mann, Lei­ter des Zollkriminalamtes:

„Die her­vor­ra­gen­de Zusam­men­ar­beit hat die­sen Erfolg mög­lich gemacht. Der deut­sche Zoll setzt an zen­tra­len Punk­ten an – ins­be­son­de­re bei der Über­wa­chung von che­mi­schen Grund­stof­fen. Hier mün­de­te die Kon­trol­le von Vor­läu­fer­che­mi­ka­li­en im Ver­lauf der Ermitt­lun­gen in meh­re­re Fest­nah­men sowie in der Sicher­stel­lung von Che­mi­ka­li­en, deren Abfäl­le teil­wei­se hoch­to­xisch sind.“

Die Ermitt­lun­gen dau­ern an, da die Aus­wer­tung der sicher­ge­stell­ten Beweis­mit­tel und die wei­te­ren Ver­neh­mun­gen der 85 Beschul­dig­ten vor­aus­sicht­lich noch Mona­te in Anspruch neh­men werden.

Anzeige 
Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen