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Gefahr­gut-Ein­satz unter Real­be­din­gun­gen: Feu­er­weh­ren pro­ben den Ernst­fall in Diele

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Gefahr­gut und Men­schen­ret­tung: Feu­er­weh­ren pro­ben den Ernst­fall in Diele

Am Sams­tag­mor­gen absol­vier­ten die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren Ober­rhei­der­land und Ween­er­moor eine umfang­rei­che und rea­li­täts­na­he Ein­satz­übung. Im Fokus der gemein­sa­men Übung stand die Bewäl­ti­gung eines kom­ple­xen Gefahr­gut­sze­na­ri­os, um die Zusam­men­ar­beit und die tak­ti­schen Ein­satz­ab­läu­fe der bei­den Weh­ren unter Beweis zu stel­len und wei­ter zu optimieren.

Gegen 08:30 Uhr schrill­ten die Mel­der der Ein­satz­kräf­te. Als Übungs­ob­jekt dien­te ein ehe­ma­li­ges, leer­ste­hen­des land­wirt­schaft­li­ches Anwe­sen im Osse­weg in Die­le (Stadt Wee­ner). Die ange­nom­me­ne Lage hat­te es in sich: Bewoh­ner des Anwe­sens hat­ten einen qual­men­den Eimer ent­deckt und ver­sucht, die­sen mit Was­ser zu löschen. Was sie nicht ahn­ten, war, dass der Eimer mit Kar­bid gefüllt war. Durch den Kon­takt mit Was­ser kam es zu einer hef­ti­gen che­mi­schen Reak­ti­on und einer star­ken Rauchentwicklung.


Schnel­le Men­schen­ret­tung unter Atemschutz

Beim Ein­tref­fen der ers­ten Ein­satz­kräf­te drang bereits dich­ter Qualm aus dem Gebäu­de. Die Feu­er­wehr­leu­te sahen sich sofort mit meh­re­ren Her­aus­for­de­run­gen gleich­zei­tig konfrontiert.

  • Was­ser­ver­sor­gung: Um die Brand­be­kämp­fung ein­zu­lei­ten, muss­te zunächst eine über 100 Meter lan­ge Schlauch­lei­tung ver­legt wer­den, um die Was­ser­ver­sor­gung zu sichern.

  • Per­so­nen­ret­tung: Danach gin­gen meh­re­re Trupps unter Atem­schutz in das ver­qualm­te Gebäu­de vor und ret­te­ten erfolg­reich zwei Per­so­nen aus dem Erd­ge­schoss sowie eine wei­te­re Per­son aus dem Obergeschoss.

Auf­bau der Sofort-Dekontamination

Da es sich um einen Ein­satz mit Gefahr­stof­fen han­del­te, wur­de par­al­lel zur Men­schen­ret­tung ein Platz zur soge­nann­ten Sofort-Dekon­ta­mi­na­ti­on (Dekon-Stu­fe I) aufgebaut.

Die­se unver­zü­li­che Not­fall­maß­nah­me dient der schnel­len Besei­ti­gung gefähr­li­cher Stof­fe direkt am Ein­satz­ort. Dabei wird die ver­un­rei­nig­te Schutz­klei­dung der Atem­schutz­trupps so abge­legt, dass jeg­li­cher Haut­kon­takt mit dem Gefahr­stoff ver­mie­den wird.

Ins­ge­samt waren über 30 Ein­satz­kräf­te mit vier Ein­satz­fahr­zeu­gen vor Ort.


Posi­ti­ves Fazit der Einsatzleitung

Der stell­ver­tre­ten­de Stadt­brand­meis­ter und Ein­satz­lei­ter Stef­fen Voß zeig­te sich nach dem Ende der Übung äußerst zufrie­den mit dem Ergeb­nis. Der Ablauf sei rei­bungs­los gewe­sen, die Reak­ti­on schnell und die Zusam­men­ar­beit der bei­den Weh­ren hoch­gra­dig effek­tiv. Sol­che gemein­sa­men Übun­gen sei­en essen­zi­ell, um die Ein­satz­be­reit­schaft auf hohem Niveau zu hal­ten und im Ernst­fall schnell und koor­di­niert Hil­fe leis­ten zu können.

Foto: Joa­chim Rand

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