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Gro­ße Ein­satz­übung an der Friesenbrücke

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Groß­an­ge­leg­te Ein­satz­übung an der Frie­sen­brü­cke: Feu­er­weh­ren pro­ben kom­ple­xe Rettungsszenarien

Feu­er­weh­ren aus Wee­ner und Wes­t­ov­er­le­din­gen trai­nie­ren Brand­be­kämp­fung, Men­schen­ret­tung und Was­ser­ver­sor­gung unter rea­li­täts­na­hen Bedingungen

Weener/Westoverledingen. An der Frie­sen­brü­cke hat am Mon­tag­abend, 29. Sep­tem­ber 2026, eine umfang­rei­che Ein­satz­übung der Feu­er­weh­ren aus der Stadt Wee­ner (Ems) und der Gemein­de Wes­t­ov­er­le­din­gen statt­ge­fun­den. Die Ein­satz­kräf­te trai­nier­ten dabei ver­schie­de­ne kom­ple­xe Brand- und Ret­tungs­sze­na­ri­en. Im Mit­tel­punkt stan­den ins­be­son­de­re die Men­schen­ret­tung unter Atem­schutz, die Brand­be­kämp­fung sowie der Auf­bau einer umfang­rei­chen Löschwasserversorgung.

Die Übung war in zwei gro­ße Ein­satz­ab­schnit­te auf­ge­teilt. Sowohl auf der Weenera­ner als auch auf der Wes­t­ov­er­le­din­ger Sei­te der Frie­sen­brü­cke wur­den unter­schied­li­che Ein­satz­la­gen ange­nom­men, die von den betei­lig­ten Feu­er­weh­ren bewäl­tigt wer­den mussten.

Brand im Brü­cken­wär­ter­haus auf der Weenera­ner Seite

Auf der Weenera­ner Sei­te wur­den die Ein­satz­kräf­te gegen 19:08 Uhr über die Brand­mel­de­an­la­ge des Brü­cken­wär­ter­hau­ses alar­miert. Nach dem ange­nom­me­nen Übungs­sze­na­rio bestand zu die­sem Zeit­punkt kein Kon­takt mehr zu drei Per­so­nen, die sich noch in dem Gebäu­de auf­hal­ten sollten.

Nur weni­ge Minu­ten nach der Alar­mie­rung traf die Feu­er­wehr Wee­ner an der Ein­satz­stel­le ein und begann unmit­tel­bar mit der Erkun­dung. Dabei bestä­tig­te sich die ange­nom­me­ne Lage: Im Hei­zungs­raum des Brü­cken­wär­ter­hau­ses war ein Feu­er aus­ge­bro­chen. Gleich­zei­tig gal­ten drei Per­so­nen wei­ter­hin als vermisst.

Auf­grund des erhöh­ten Bedarfs an Atem­schutz­ge­rä­te­trä­gern wur­de zusätz­lich die Feu­er­wehr Hol­thusen alar­miert. Wäh­rend wei­te­re Ein­satz­kräf­te zur Unter­stüt­zung anrück­ten, bau­ten die Feu­er­wehr­leu­te eine Lösch­was­ser­ver­sor­gung vom nächst­ge­le­ge­nen Hydran­ten auf.

Par­al­lel dazu rüs­te­ten sich meh­re­re Ein­satz­trupps mit Atem­schutz­ge­rä­ten aus. Sie gin­gen zur Per­so­nen­su­che in das Gebäu­de vor und began­nen mit der Ret­tung der ver­miss­ten Personen.

Die drei ver­miss­ten Per­so­nen, die im Rah­men der Übung durch Übungs­pup­pen dar­ge­stellt wur­den, konn­ten zügig loka­li­siert und aus dem Gefah­ren­be­reich gebracht werden.

An die­sem Übungs­ab­schnitt waren neben den Feu­er­weh­ren Wee­ner und Hol­thusen auch die Hygie­ne­grup­pe der Feu­er­wehr Rhei­der­land betei­ligt. Die Abläu­fe wur­den vor Ort zudem von Not­fall­ma­na­gern der Deut­schen Bahn beob­ach­tet. Eben­falls mach­ten sich Stadt­brand­meis­ter Jörg Fis­ser und sein Stell­ver­tre­ter Stef­fen Voss ein Bild vom Übungsgeschehen.

Ver­puf­fung im Haupt­pfei­ler der Friesenbrücke

Auf der Sei­te von Wes­t­ov­er­le­din­gen wur­de eben­falls zunächst eine aus­ge­lös­te Brand­mel­de­an­la­ge als Aus­gangs­la­ge ange­nom­men. Dar­auf­hin wur­de die Orts­feu­er­wehr Gro­te­gas­te zur Frie­sen­brü­cke alarmiert.

Bei der ers­ten Erkun­dung stell­te sich die ange­nom­me­ne Ein­satz­la­ge jedoch als wesent­lich umfang­rei­cher her­aus. Im Haupt­pfei­ler der Frie­sen­brü­cke, in dem sich auch das Dreh­ge­lenk der Brü­cke befin­det, war es im Übungs­sze­na­rio zu einer Ver­puf­fung gekommen.

Der gesam­te Bereich war stark ver­raucht. Zudem wur­den im Inne­ren des Brü­cken­pfei­lers drei Per­so­nen vermisst.

Auf­grund der Lage wur­de die Alarm­stu­fe umge­hend auf das Stich­wort F3Y für Gewer­be­be­trie­be erhöht. Dar­auf­hin wur­den wei­te­re Ein­satz­kräf­te nachalarmiert.

Das Stich­wort F3 steht dabei für eine ent­spre­chend hohe Alarm­stu­fe bei einem Brand­er­eig­nis. Der Zusatz Y weist dar­auf hin, dass Men­schen­le­ben in Gefahr sind. Ent­spre­chend umfang­reich war der für das ange­nom­me­ne Sze­na­rio erfor­der­li­che Kräfteansatz.

Atem­schutz­trupps suchen nach ver­miss­ten Personen

Meh­re­re Trupps gin­gen unter Atem­schutz in den stark ver­rauch­ten Brü­cken­pfei­ler vor. Ihre Auf­ga­be bestand dar­in, die drei ver­miss­ten Per­so­nen im Inne­ren des Pfei­lers zu fin­den und anschlie­ßend aus dem Gefah­ren­be­reich zu retten.

Die Men­schen­ret­tung stell­te dabei beson­de­re Anfor­de­run­gen an die Ein­satz­kräf­te, da der ange­nom­me­ne Brand­ort inner­halb des Brü­cken­pfei­lers lag und die Sicht durch die star­ke Ver­rau­chung erheb­lich ein­ge­schränkt war.

Par­al­lel zur Per­so­nen­su­che und Men­schen­ret­tung muss­te eine umfang­rei­che Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut wer­den. Das Lösch­was­ser soll­te von der Land­sei­te bis zum ers­ten im Was­ser ste­hen­den Brü­cken­pfei­ler geführt werden.

Dafür muss­ten meh­re­re hun­dert Meter Schlauch­lei­tung ver­legt wer­den. Die gro­ße Ent­fer­nung zwi­schen der Was­ser­ent­nah­me­stel­le und dem Ein­satz­be­reich sowie die beson­de­re Lage an der Frie­sen­brü­cke mach­ten den Auf­bau der Was­ser­ver­sor­gung zu einer erheb­li­chen logis­ti­schen Herausforderung.

Meh­re­re Feu­er­weh­ren und Ein­hei­ten beteiligt

An dem Übungs­ab­schnitt auf der Wes­t­ov­er­le­din­ger Sei­te waren die Orts­feu­er­weh­ren Gro­te­gas­te, Ihr­ho­ve, Völ­len und Völ­len­er­fehn betei­ligt. Zusätz­lich kamen die IuK-Ein­heit sowie die Hygie­ne-Ein­heit zum Einsatz.

Die Übung bot den betei­lig­ten Feu­er­weh­ren damit die Mög­lich­keit, ver­schie­de­ne Ein­satz­ab­läu­fe unter mög­lichst rea­li­täts­na­hen Bedin­gun­gen zu trai­nie­ren. Neben der Koor­di­na­ti­on der Ein­satz­kräf­te stan­den ins­be­son­de­re die Men­schen­ret­tung unter Atem­schutz, die Brand­be­kämp­fung und die Her­stel­lung einer funk­tio­nie­ren­den Lösch­was­ser­ver­sor­gung über grö­ße­re Ent­fer­nun­gen im Mittelpunkt.

Durch die Auf­tei­lung in zwei Ein­satz­ab­schnit­te konn­ten gleich­zei­tig unter­schied­li­che Sze­na­ri­en an der Frie­sen­brü­cke trai­niert wer­den. Dabei wur­de deut­lich, wel­che beson­de­ren Anfor­de­run­gen Ein­sät­ze an einem Bau­werk wie der Frie­sen­brü­cke an die Feu­er­weh­ren stel­len – ins­be­son­de­re dann, wenn ver­miss­te Per­so­nen geret­tet, Atem­schutz­trupps ein­ge­setzt und Lösch­was­ser über grö­ße­re Ent­fer­nun­gen zur Ein­satz­stel­le trans­por­tiert wer­den muss.

Die Ein­satz­übung dien­te damit nicht nur der prak­ti­schen Aus­bil­dung der ein­zel­nen Ein­satz­kräf­te, son­dern auch dem Zusam­men­spiel ver­schie­de­ner Feu­er­weh­ren und Spezialeinheiten.

Wei­te­re Fotos von Joa­chim Rand und Mar­kus Bruns auf Face­book “Wir Leeraner”

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