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Herz-Gehirn-Kohä­renz: Wie Heart­Math hel­fen kann, Stress abzu­bau­en und das Wohl­be­fin­den zu stärken

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Heil­prak­ti­ke­rin Astrid Frey aus Wes­t­ov­er­le­din­gen zeigt eine Atem­übung aus dem Heart­Math-Kon­zept und erläu­tert, wie die bewuss­te Ver­bin­dung von Atmung, Herz und Gefüh­len das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den unter­stüt­zen kann.

Wenn Herz und Gehirn im Ein­klang sind: Wie Heart­Math und Herz-Gehirn-Kohä­renz unser Wohl­be­fin­den beein­flus­sen können

Ein Bei­trag von Astrid Frey, Heil­prak­ti­ke­rin aus Westoverledingen

Stress, inne­re Unru­he und eine hohe Belas­tung gehö­ren für vie­le Men­schen zum All­tag. Oft fällt es schwer, in sol­chen Situa­tio­nen zur Ruhe zu kom­men und wie­der einen kla­ren Kopf zu bekom­men. Dabei kann es hilf­reich sein, die Auf­merk­sam­keit bewusst auf den eige­nen Kör­per und ins­be­son­de­re auf die Ver­bin­dung zwi­schen Herz und Gehirn zu richten.

Ein Ansatz, der sich mit die­ser Ver­bin­dung beschäf­tigt, ist das Heart­Math-Kon­zept. Es stellt die soge­nann­te Herz-Gehirn-Kohä­renz und den bewuss­ten Umgang mit den eige­nen Gefüh­len in den Mit­tel­punkt. Als Heil­prak­ti­ke­rin beschäf­ti­ge ich mich mit der Fra­ge, wie sol­che Metho­den das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den unter­stüt­zen können.

Herz und Gehirn ste­hen in engem Austausch

Das Herz ist weit mehr als eine Pum­pe, die den Kör­per mit Blut ver­sorgt. Es steht über das Ner­ven­sys­tem in stän­di­gem Aus­tausch mit dem Gehirn. Dabei spie­len ver­schie­de­ne Ner­ven­bah­nen eine Rol­le, unter ande­rem der Vagus­nerv, der wesent­lich an der Regu­la­ti­on des vege­ta­ti­ven Ner­ven­sys­tems betei­ligt ist.

Das vege­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem steu­ert zahl­rei­che Kör­per­funk­tio­nen, die wir nor­ma­ler­wei­se nicht bewusst beein­flus­sen kön­nen. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Herz­schlag, Atmung und Ver­dau­ung. Es reagiert auf kör­per­li­che und emo­tio­na­le Belas­tun­gen eben­so wie auf Ent­span­nung und posi­ti­ve Erfahrungen.

Unse­re Gefüh­le kön­nen sich des­halb auch kör­per­lich bemerk­bar machen: Stress kann den Herz­schlag beschleu­ni­gen, wäh­rend Ruhe und Ent­span­nung häu­fig mit einer ver­än­der­ten Herz­ak­ti­vi­tät einhergehen.

Was bedeu­tet Herz-Gehirn-Kohärenz?

Der Begriff Herz-Gehirn-Kohä­renz beschreibt einen Zustand, in dem bestimm­te kör­per­li­che Regu­la­ti­ons­pro­zes­se in einem geord­ne­ten und har­mo­ni­schen Mus­ter ablau­fen. Im Heart­Math-Kon­zept wird dabei ins­be­son­de­re die Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät (HRV) betrachtet.

Die Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät beschreibt die natür­li­chen zeit­li­chen Schwan­kun­gen zwi­schen zwei Herz­schlä­gen. Ein gesun­der Herz­rhyth­mus ist nicht wie das gleich­mä­ßi­ge Ticken einer Uhr. Die Abstän­de zwi­schen den ein­zel­nen Herz­schlä­gen ver­än­dern sich stän­dig. Die­se Anpas­sungs­fä­hig­keit hängt unter ande­rem mit der Akti­vi­tät des vege­ta­ti­ven Ner­ven­sys­tems zusammen.

Auch die Atmung beein­flusst den Herz­rhyth­mus: Beim Ein­at­men steigt die Herz­fre­quenz häu­fig etwas an, beim Aus­at­men sinkt sie wie­der. Die­ses natür­li­che Zusam­men­spiel wird als respi­ra­to­ri­sche Sinus­ar­rhyth­mie bezeichnet.

Eine ruhi­ge, gleich­mä­ßi­ge Atmung kann die­se Schwan­kun­gen ver­stär­ken und zu einem geord­ne­te­ren Mus­ter der Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät bei­tra­gen. Genau hier set­zen ver­schie­de­ne Atem- und Bio­feed­back-Übun­gen an.

Wie Heart­Math mit Atmung und Gefüh­len arbeitet

Das Heart­Math-Kon­zept ver­bin­det die bewuss­te Wahr­neh­mung des Herz­be­reichs mit einer ruhi­gen Atmung und dem geziel­ten Erin­nern posi­ti­ver Gefüh­le. Dazu kön­nen bei­spiels­wei­se Dank­bar­keit, Wert­schät­zung, Mit­ge­fühl oder ein Gefühl von Gebor­gen­heit gehören.

Die Auf­merk­sam­keit wird dabei bewusst vom Gedan­ken­ka­rus­sell weg und auf den eige­nen Kör­per gelenkt. Ziel ist es, einen Zustand inne­rer Ruhe und Aus­ge­gli­chen­heit zu fördern.

Dabei geht es nicht dar­um, unan­ge­neh­me Gefüh­le zu ver­drän­gen oder sich zwang­haft posi­tiv zu stim­men. Viel­mehr soll ein bewuss­te­rer Umgang mit den eige­nen Emp­fin­dun­gen entstehen.

Eine ein­fa­che Übung für den Alltag

Eine kur­ze Übung aus die­sem Ansatz lässt sich ohne beson­de­re Hilfs­mit­tel ausprobieren:

  1. Einen ruhi­gen Platz suchen: Set­zen Sie sich bequem hin und neh­men Sie eine ent­spann­te Kör­per­hal­tung ein.

  2. Die Auf­merk­sam­keit auf den Brust­be­reich rich­ten: Legen Sie bei Bedarf eine Hand auf die Mit­te des Brustkorbs.

  3. Ruhig und gleich­mä­ßig atmen: Atmen Sie ent­spannt ein und aus, ohne die Atmung zu erzwingen.

  4. Ein posi­ti­ves Gefühl erin­nern: Den­ken Sie an einen Men­schen, einen schö­nen Ort oder einen Moment, der in Ihnen Dank­bar­keit, Freu­de, Wert­schät­zung oder Gebor­gen­heit auslöst.

  5. Eini­ge Atem­zü­ge dabei blei­ben: Ver­su­chen Sie, die ruhi­ge Atmung und das ange­neh­me Gefühl für eini­ge Momen­te bewusst wahrzunehmen.

Neh­men Sie sich anschlie­ßend Zeit, wie­der in den All­tag zurück­zu­keh­ren. Jeder Mensch erlebt sol­che Übun­gen unter­schied­lich. Man­che emp­fin­den schnell mehr Ruhe, bei ande­ren stellt sich zunächst kei­ne beson­de­re Ver­än­de­rung ein. Wich­tig ist, ohne Leis­tungs­druck und in einem ange­neh­men Tem­po zu üben. Soll­ten Schwin­del, Atem­not oder ande­re Beschwer­den auf­tre­ten, been­den Sie die Übung.

War­um die Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät inter­es­sant ist

Die Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät ist ein wis­sen­schaft­lich unter­such­ter Para­me­ter, der Hin­wei­se auf die Regu­la­ti­on des vege­ta­ti­ven Ner­ven­sys­tems geben kann. Stu­di­en zu lang­sa­mer Atmung und HRV-Bio­feed­back zei­gen, dass sol­che Metho­den kurz­fris­tig mess­ba­re Ver­än­de­run­gen der Herz­rhyth­mus­mus­ter her­vor­ru­fen kön­nen. Sie kön­nen außer­dem dabei hel­fen, den Umgang mit Stress zu verbessern.

Aller­dings ist die Herz­ra­ten­va­ria­bi­li­tät von vie­len Fak­to­ren abhän­gig. Alter, Gesund­heits­zu­stand, kör­per­li­che Akti­vi­tät, Schlaf, Stress und die jewei­li­ge Mess­me­tho­de spie­len eine Rol­le. Ein mög­lichst hoher HRV-Wert ist des­halb nicht auto­ma­tisch in jeder Situa­ti­on besser.

Auch soll­te zwi­schen den wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen zu Atem­übun­gen und HRV-Bio­feed­back und den wei­ter­ge­hen­den Aus­sa­gen ein­zel­ner Heart­Math-Ansät­ze unter­schie­den wer­den. Nicht alle Annah­men über eine beson­de­re Herz­in­tel­li­genz oder eine umfas­sen­de Syn­chro­ni­sa­ti­on von Kör­per und Gehirn sind wis­sen­schaft­lich belegt.

Herz­in­tel­li­genz: Kör­per und Gefüh­le bewusst wahrnehmen

Wenn im Zusam­men­hang mit Heart­Math von „Herz­in­tel­li­genz“ gespro­chen wird, ist damit nicht gemeint, dass das Herz unab­hän­gig vom Gehirn denkt oder Ent­schei­dun­gen trifft.

Viel­mehr geht es um die Fähig­keit, eige­ne Gefüh­le und kör­per­li­che Signa­le bewuss­ter wahr­zu­neh­men und in die per­sön­li­che Ent­schei­dungs­fin­dung ein­zu­be­zie­hen. Neben dem ratio­na­len Den­ken kön­nen auch Intui­ti­on, emo­tio­na­le Erfah­run­gen und das eige­ne Kör­per­ge­fühl wich­ti­ge Ori­en­tie­rung geben.

Das Herz steht dabei sinn­bild­lich für unse­re emo­tio­na­le Wahr­neh­mung. Kör­per und Gefüh­le beein­flus­sen sich gegen­sei­tig – und die­ses Zusam­men­spiel kön­nen wir bewuss­ter kennenlernen.

Klei­ne Aus­zei­ten mit gro­ßer Bedeutung

Die Übun­gen las­sen sich gut in den All­tag inte­grie­ren. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se vor einem wich­ti­gen Gespräch, nach einem anstren­gen­den Arbeits­tag oder in Momen­ten inne­rer Unru­he hilf­reich sein.

Schon weni­ge Minu­ten bewuss­ter Atmung und Auf­merk­sam­keit kön­nen eine Gele­gen­heit schaf­fen, inne­zu­hal­ten und die eige­ne Wahr­neh­mung neu aus­zu­rich­ten. Ent­schei­dend ist nicht, mög­lichst schnell einen bestimm­ten Zustand zu errei­chen, son­dern sich regel­mä­ßig klei­ne Aus­zei­ten zu gönnen.

Für mich steht dabei ein Gedan­ke im Mit­tel­punkt: Wer lernt, die eige­nen Gefüh­le und Kör­per­si­gna­le bewuss­ter wahr­zu­neh­men, kann einen acht­sa­me­ren Umgang mit sich selbst entwickeln.

Die Beschäf­ti­gung mit der Herz-Gehirn-Ver­bin­dung eröff­net dafür einen inter­es­san­ten Zugang. Sie ersetzt kei­ne medi­zi­ni­sche Dia­gno­se oder Behand­lung, kann aber eine sinn­vol­le Ergän­zung zu einem bewuss­ten Umgang mit dem eige­nen Wohl­be­fin­den sein.


Astrid Frey
Heil­prak­ti­ke­rin
Spie­keoo­ger Str. 12
26810 Wes­t­ov­er­le­din­gen

Tele­fon: 04955 9899844
E‑Mail: info@astridfrey.de

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