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KI im Hand­werk: Wis­sens­ma­nage­ment digi­tal effi­zi­ent gestalten

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Wäh­rend des Bran­chen­tref­fens auf dem Kon­gress Zukunft Hand­werk im Mün­chen Anfang März wur­de die Ent­wick­lung von Sven Glo­wal­la (3.v.l.)  vor­ge­stellt. Mit dabei waren Ver­triebs­part­ner Den­nis Schnier (4.v.l.) und Ver­tre­ter der Hand­werks­kam­mer für Ost­fries­land: Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jörg Fre­richs (l.), Prä­si­dent Albert Lie­ne­mann (2.v.l.), Vize­prä­si­den­tin Imke Hen­nig (3.v.r.), Vize­prä­si­dent Jörg Klein (2.v.r.) und Betriebs­be­ra­ter Dani­el Bigl (r.).

Künst­li­che Intel­li­genz im Hand­werk: Effi­zi­en­tes Wis­sens­ma­nage­ment durch KI-Wiki

Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet dem Hand­werk zahl­rei­che Chan­cen, um den Her­aus­for­de­run­gen durch den Fach­kräf­te­man­gel zu begeg­nen und stei­gen­de Kun­den­an­sprü­che zu bewäl­ti­gen. Ein Pra­xis­bei­spiel aus Witt­mund zeigt, wie durch den geziel­ten Ein­satz von Künst­li­che Intel­li­genz im Hand­werk ope­ra­ti­ve Pro­zes­se opti­miert und inter­ne Wis­sens­lü­cken geschlos­sen wer­den können.

Unter­stüt­zung durch die Digitalisierungswerkstatt

Im Rah­men des Pro­jek­tes „Künst­li­che Intel­li­genz – neu­er Pro­blem­lö­ser im Hand­werk“ des Mit­tel­stand-Digi­tal Zen­trums Hand­werk erhiel­ten deutsch­land­weit über 1000 Betrie­be die Gele­gen­heit, digi­ta­le Lösun­gen ken­nen­zu­ler­nen. Ziel der Digi­ta­li­sie­rungs­werk­statt war es, Unter­neh­men durch Vor­trä­ge, Work­shops und den Aus­tausch mit Exper­ten fit für die digi­ta­le Zukunft zu machen.

Dani­el Bigl, Bera­ter für Inno­va­ti­on und Tech­no­lo­gie der Hand­werks­kam­mer für Ost­fries­land, betreu­te 31 Teil­neh­mer aus ver­schie­de­nen Berei­chen, dar­un­ter Elek­tro­be­trie­be, Anla­gen­bau­er und Stahl­bau­un­ter­neh­men. Die Ergeb­nis­se der inten­si­ven Pro­jekt­ar­beit wur­den Anfang März auf der Inter­na­tio­na­len Hand­werks­mes­se (IHM) in Mün­chen prä­sen­tiert. Dabei wur­de deut­lich: Pra­xis­na­he KI-Lösun­gen sind auch ohne tief­grei­fen­de Pro­gram­mier­kennt­nis­se umsetzbar.

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Sven Glo­wal­la (l.) führt Betriebs­be­ra­ter Dani­el Bigl (r.) das Unter­neh­mens­wi­ki vor.

Vom PDF-Cha­os zum auto­ma­ti­sier­ten Wissensmanagement

Ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für gelun­ge­ne Inno­va­ti­on ist das Unter­neh­men „SGUJ Prüf­dienst Sven Glo­wal­la und Juni­or“ aus Witt­mund. Der Juni­or­chef Oli­ver Glo­wal­la, Betriebs­wirt und Soft­ware-Ent­wick­ler, stand vor einer wach­sen­den orga­ni­sa­to­ri­schen Her­aus­for­de­rung. In sechs Jah­ren wuchs das Unter­neh­men von zwei auf 50 Mit­ar­bei­ten­de. Mit dem Wachs­tum stieg die Kom­ple­xi­tät: Arbeits­an­wei­sun­gen, wech­seln­de Vor­schrif­ten und zahl­rei­che Kun­den­an­fra­gen sorg­ten für ein hohes Auf­kom­men an Abstim­mungs­be­darf. Ins­be­son­de­re die Urlaubs­ver­tre­tung stell­te ohne zen­tra­le Doku­men­ta­ti­on ein Risi­ko für den Betriebs­ab­lauf dar.

Um die­se Pro­ble­ma­tik zu lösen, ent­wi­ckel­te Glo­wal­la wäh­rend der Teil­nah­me an der Digi­ta­li­sie­rungs­werk­statt das web­ba­sier­te KI-Wiki namens „DRUVIS“. Das Sys­tem fun­giert als zen­tra­le Wissensdatenbank.

Funk­ti­ons­wei­se und Mehr­wert von DRUVIS

Nach einer Ent­wick­lungs­zeit von etwa 200 Arbeits­stun­den ent­stand eine Platt­form, die fir­men­in­ter­nes Know-how, Pro­zes­se und Doku­men­te intel­li­gent mit­ein­an­der ver­knüpft. Das Wis­sens­ma­nage­ment-Sys­tem zeich­net sich durch fol­gen­de Aspek­te aus:

  • Sekun­den­schnel­le Ant­wort­zei­ten: Mit­ar­bei­ter­an­fra­gen, etwa zu Urlaubs­an­trä­gen oder spe­zi­fi­schen Mess­ver­fah­ren, wer­den durch das Sys­tem auto­ma­tisch mit dem ent­spre­chen­den Quel­len­ver­weis beantwortet.

  • Struk­tu­rier­te Daten­hal­tung: Infor­ma­tio­nen wer­den sys­te­ma­tisch auf­be­rei­tet, was die Such­zei­ten im Ver­gleich zur klas­si­schen Datei­ver­wal­tung mas­siv verkürzt.

  • Unter­stüt­zung im Onboar­ding: Ein inte­grier­ter Assis­tent gene­riert auto­ma­tisch aus Arbeits­an­wei­sun­gen Ent­wür­fe für Schulungsunterlagen.

Die­ser Auto­ma­ti­sie­rungs­grad führt zu einer geschätz­ten Reduk­ti­on der inter­nen Rück­fra­gen um rund 70 Pro­zent. Aktu­ell durch­läuft das Tool eine Test­pha­se, bei der unter ande­rem ein Sani­täts­haus wert­vol­le Rück­mel­dun­gen zur Pra­xis­taug­lich­keit liefert.

Fazit und Kontakt

Die Ent­wick­lung zeigt, dass Künst­li­che Intel­li­genz im Hand­werk nicht zwin­gend hoch­kom­ple­xe Sys­te­me erfor­dert, son­dern durch geziel­tes Wis­sens­ma­nage­ment den Arbeits­all­tag spür­bar ent­las­ten kann. Betrie­be, die an einer ähn­li­chen Lösung oder an einer digi­ta­len Pro­zess­op­ti­mie­rung inter­es­siert sind, kön­nen die Bera­tungs­an­ge­bo­te der Hand­werks­kam­mer für Ost­fries­land nutzen.

  • Infor­ma­tio­nen zu DRUVIS: www.druvis.de

  • Bera­tung: Dani­el Bigl, Tele­fon 04941 1797–60, E‑Mail: d.bigl@hwk-aurich.de

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