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Gesund durch den Herbst: So kön­nen Sie Ihr Immun­sys­tem mit Ernäh­rung, Schlaf und Bewe­gung unterstützen

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Astrid Frey, Heil­prak­ti­ke­rin aus Wes­t­ov­er­le­din­gen, lei­tet die Lauf­grup­pe, die sich jeden Mitt­woch im Julia­nen­park trifft. Bewe­gung und gemein­sa­mes Lau­fen gehö­ren für sie zu den wich­ti­gen Bau­stei­nen für Gesund­heit und Wohlbefinden

Fit und stark durch den Herbst: Was das Immun­sys­tem jetzt unterstützt

Der Herbst bringt kür­ze­re Tage, sin­ken­de Tem­pe­ra­tu­ren und für vie­le Men­schen auch die ers­te Erkäl­tungs­wel­le. Wer sein Immun­sys­tem unter­stüt­zen möch­te, kann im All­tag an meh­re­ren Stel­len anset­zen: aus­rei­chend Schlaf, regel­mä­ßi­ge Bewe­gung, Tages­licht, eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung und mög­lichst wenig dau­er­haf­ter Stress gehö­ren zu den wich­tigs­ten Fak­to­ren. Auch natur­heil­kund­li­che Ansät­ze wer­den häu­fig genutzt – ihre Wir­kung soll­te aller­dings dif­fe­ren­ziert betrach­tet werden.

Der Okto­ber mar­kiert den Über­gang in die käl­te­re Jah­res­zeit. Für vie­le Men­schen ist das ein guter Zeit­punkt, die eige­nen Gewohn­hei­ten zu über­prü­fen. Denn das Immun­sys­tem arbei­tet nicht iso­liert: Schlaf, Bewe­gung, Ernäh­rung und Stress beein­flus­sen zahl­rei­che Pro­zes­se im Körper.

Kine­sio­lo­gie: indi­vi­du­el­ler Ansatz, aber wis­sen­schaft­lich umstritten

In der Natur­heil­kun­de wird unter ande­rem die Kine­sio­lo­gie ein­ge­setzt. Dabei soll ein Mus­kel­test Hin­wei­se dar­auf geben, wel­che Belas­tun­gen oder Bedürf­nis­se für den jewei­li­gen Men­schen rele­vant sein könn­ten. Befür­wor­ter nut­zen den Ansatz bei­spiels­wei­se, um indi­vi­du­el­le Stres­so­ren oder mög­li­che Zusam­men­hän­ge zwi­schen Ernäh­rung und Wohl­be­fin­den zu besprechen.

Wich­tig ist jedoch die wis­sen­schaft­li­che Ein­ord­nung: Die Aus­sa­ge­kraft ange­wand­ter Kine­sio­lo­gie als dia­gnos­ti­sches Ver­fah­ren ist nicht aus­rei­chend belegt. Eine aktu­el­le sys­te­ma­ti­sche Über­sichts­ar­beit kommt bei kine­sio­lo­gi­schen Mus­kel­tests zu sehr unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen bei der Zuver­läs­sig­keit und bewer­tet bestimm­te Test­ver­fah­ren, ins­be­son­de­re bei soge­nann­ten „Chal­lenges“, als nicht aus­rei­chend für den kli­ni­schen Einsatz.

Kine­sio­lo­gie kann daher allen­falls als ergän­zen­der Ansatz betrach­tet wer­den und soll­te eine medi­zi­ni­sche Dia­gnos­tik oder Behand­lung nicht ersetzen.

Natur­heil­kun­de und Ernäh­rung im Herbst

Auch natur­heil­kund­li­che Ange­bo­te set­zen häu­fig auf eine ganz­heit­li­che Betrach­tung. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se bestimm­te Kur- und Ent­span­nungs­an­ge­bo­te sowie pflanz­li­che Präparate.

In der Vor­la­ge wird unter ande­rem eine soge­nann­te Ent­gif­tungs-The­ra­pie beschrie­ben, die Leber, Nie­ren und Haut vor der kal­ten Jah­res­zeit ent­las­ten soll. Für sol­che „Detox“-Versprechen gibt es aller­dings kei­ne aus­rei­chen­den Bele­ge dafür, dass gesun­de Men­schen dadurch eine beson­de­re Ent­gif­tung des Kör­pers errei­chen. Leber und Nie­ren über­neh­men bereits unter nor­ma­len Bedin­gun­gen zen­tra­le Auf­ga­ben beim Stoff­wech­sel und bei der Aus­schei­dung von Stoffwechselprodukten.

Auch pflanz­li­che Prä­pa­ra­te wie die genann­ten Immun­auf­bau-Trop­fen von Koh­ne wer­den in der Natur­heil­kun­de ange­bo­ten. Sie soll­ten jedoch nicht mit einer Grip­pe­imp­fung gleich­ge­setzt wer­den. Eine Imp­fung ist eine medi­zi­nisch geprüf­te Maß­nah­me zur Vor­beu­gung bestimm­ter Infek­ti­ons­krank­hei­ten; pflanz­li­che Trop­fen haben eine ande­re Funk­ti­on und kön­nen eine Imp­fung nicht ersetzen.

War­me Mahl­zei­ten und sai­so­na­le Lebensmittel

Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung ist unab­hän­gig von der Jah­res­zeit eine wich­ti­ge Grund­la­ge für die nor­ma­le Funk­ti­on des Immun­sys­tems. Im Herbst bie­ten sich zahl­rei­che sai­so­na­le Lebens­mit­tel an.

Dazu gehö­ren beispielsweise:

  • Kür­bis

  • Rote Bete

  • Karot­ten

  • Nüs­se

  • Ing­wer

  • Kur­ku­ma

  • Kreuz­küm­mel

  • Kar­da­mom

  • Zimt

  • Nel­ken

War­me Spei­sen wie Gemü­se­sup­pen, Ein­töp­fe oder ein gekoch­ter Brei kön­nen gera­de bei küh­le­ren Tem­pe­ra­tu­ren ange­nehm sein. Als Geträn­ke bie­ten sich bei­spiels­wei­se unge­süß­te Kräu­ter- oder Früch­te­tees sowie war­mes Ing­wer­was­ser an.

In natur­heil­kund­li­chen Kon­zep­ten, ins­be­son­de­re in der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Medi­zin und der west­li­chen Kräu­ter­heil­kun­de, wird häu­fig emp­foh­len, im Herbst stär­ker auf war­me und gekoch­te Lebens­mit­tel zu set­zen. Die Vor­stel­lung, dass Roh­kost den Kör­per grund­sätz­lich „aus­kühlt“ und dadurch das Immun­sys­tem schwächt, ist aller­dings kei­ne wis­sen­schaft­lich gesi­cher­te Erkenntnis.

Wer Roh­kost gut ver­trägt, muss des­halb nicht grund­sätz­lich dar­auf ver­zich­ten. Sala­te, Gemü­se oder Obst kön­nen pro­blem­los Bestand­teil einer aus­ge­wo­ge­nen Ernäh­rung sein. Wer emp­find­lich auf gro­ße Men­gen Roh­kost reagiert, kann sie bei­spiels­wei­se als klei­ne­re Bei­la­ge zu einer war­men Mahl­zeit essen.

Schlaf: wich­ti­ge Zeit für Regeneration

Eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen für die Gesund­heit ist aus­rei­chen­der und regel­mä­ßi­ger Schlaf. Wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen zei­gen Zusam­men­hän­ge zwi­schen gutem Schlaf und der Funk­ti­on des Immun­sys­tems. Eine vom Natio­nal Insti­tu­tes of Health unter­stütz­te Stu­die fand bei­spiels­wei­se Hin­wei­se dar­auf, dass regel­mä­ßi­ger guter Schlaf die nor­ma­le Pro­duk­ti­on und Pro­gram­mie­rung bestimm­ter Zel­len des ange­bo­re­nen Immun­sys­tems unterstützt.

Wäh­rend des Schlafs lau­fen zahl­rei­che Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zes­se ab. Auch die Regu­la­ti­on von Ent­zün­dungs­pro­zes­sen steht in engem Zusam­men­hang mit Schlaf und dem zir­ka­dia­nen Rhythmus.

Des­halb lohnt es sich gera­de im Herbst, mög­lichst regel­mä­ßi­ge Schla­fens­zei­ten ein­zu­hal­ten und dem Kör­per aus­rei­chend Erho­lung zu gönnen.

Tages­licht bringt den bio­lo­gi­schen Rhyth­mus in Schwung

Wenn die Tage kür­zer wer­den, ver­brin­gen vie­le Men­schen deut­lich weni­ger Zeit im Frei­en. Regel­mä­ßi­ges Tages­licht kann jedoch hel­fen, den Tag-Nacht-Rhyth­mus zu stabilisieren.

Ein Spa­zier­gang am Mor­gen oder am frü­hen Nach­mit­tag ver­bin­det dabei gleich meh­re­re posi­ti­ve Fak­to­ren: Tages­licht, Bewe­gung und Zeit an der fri­schen Luft.

Auch die Vit­amin-D-Ver­sor­gung hängt unter ande­rem von der Son­nen­ein­strah­lung ab. In den Herbst- und Win­ter­mo­na­ten reicht die UV-B-Strah­lung in Deutsch­land aller­dings häu­fig nicht aus, um die kör­per­ei­ge­ne Vit­amin-D-Bil­dung zuver­läs­sig sicher­zu­stel­len. Ob eine Sup­ple­men­tie­rung sinn­voll ist, soll­te indi­vi­du­ell und gege­be­nen­falls ärzt­lich abge­klärt werden.

Bewe­gung und Stressabbau

Regel­mä­ßi­ge mode­ra­te Bewe­gung gehört eben­falls zu einem gesun­den Lebens­stil. Spa­zier­gän­ge, Wal­king, Nor­dic Wal­king oder Yoga kön­nen hel­fen, kör­per­lich aktiv zu blei­ben und gleich­zei­tig Stress abzubauen.

Wer ger­ne gemein­sam unter­wegs ist, kann sich bei­spiels­wei­se einer Nor­dic-Wal­king-Grup­pe anschlie­ßen. Eine Grup­pe trifft sich mitt­wochs um 14 Uhr auf dem Park­platz des Bur­ger King in Leer und läuft anschlie­ßend etwa fünf Kilo­me­ter im Julia­nen­park.

Regel­mä­ßi­ge Bewe­gung kann außer­dem dazu bei­tra­gen, Stress zu redu­zie­ren. Gera­de chro­ni­scher Stress kann sich nega­tiv auf das all­ge­mei­ne Wohl­be­fin­den und ver­schie­de­ne kör­per­li­che Regu­la­ti­ons­pro­zes­se aus­wir­ken. Aktu­el­le For­schung unter­sucht zudem wei­ter­hin die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Bewe­gung, Schlaf und Entzündungsprozessen.

Ent­span­nung gehört eben­falls dazu

Neben Bewe­gung kön­nen auch bewuss­te Ruhe­pha­sen hel­fen, den All­tag aus­zu­glei­chen. Medi­ta­ti­on, Atem­übun­gen, Wech­sel­du­schen oder Sau­na­be­su­che wer­den von vie­len Men­schen zur Ent­span­nung genutzt.

Dabei gilt: Sol­che Maß­nah­men kön­nen das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den för­dern, erset­zen aber kei­ne medi­zi­ni­sche Behand­lung. Wer häu­fig krank ist, unge­wöhn­lich star­ke Beschwer­den ent­wi­ckelt oder unter län­ger anhal­ten­den Sym­pto­men lei­det, soll­te die­se ärzt­lich abklä­ren lassen.

Gesund durch den Herbst

Das Immun­sys­tem lässt sich nicht mit einem ein­zel­nen Lebens­mit­tel oder einer bestimm­ten Metho­de „auf­bau­en“. Viel­mehr kommt es auf das Zusam­men­spiel ver­schie­de­ner Fak­to­ren an.

Aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung
Aus­rei­chend Schlaf
Regel­mä­ßi­ge Bewe­gung
Tages­licht und Zeit im Frei­en
Erho­lung und Stress­ab­bau
Aus­rei­chend trinken

Wer die­se Grund­la­gen im All­tag berück­sich­tigt, schafft gute Vor­aus­set­zun­gen für Gesund­heit und Wohl­be­fin­den in der käl­te­ren Jah­res­zeit. Natur­heil­kund­li­che Ver­fah­ren kön­nen dabei für man­che Men­schen eine ergän­zen­de Rol­le spie­len – soll­ten jedoch mit einem rea­lis­ti­schen Blick auf ihre wis­sen­schaft­li­che Evi­denz ein­ge­setzt werden.

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