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Land­kreis lässt sich mes­sen an der Kul­tur — Jah­res­rück­blick 2022, Teil 8

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Edith Pundt, Dol­lart, nicht datiert, Zeich­nung auf Foto­gra­fie auf Kar­ton, 70 x 100 cm, Foto: Jür­gen Bam­bro­wicz, © Kunst­haus Leer

Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment und kom­mu­na­le Kul­tur­ar­beit ergän­zen und befruch­ten sich

Land­kreis lässt sich mes­sen an der Kul­tur — Jah­res­rück­blick 2022, Teil 8

 
Der frü­he­re Ober­kreis­di­rek­tor und Land­schafts-Prä­si­dent Peter Els­ter gab einst den Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ten eine klu­ge Erkennt­nis mit auf den Weg: “Ihr wer­det spä­ter nicht dar­an gemes­sen, wie­viel Stra­ßen ihr gebaut, son­dern was Ihr für die Kul­tur getan habt.” Die­ses gedank­li­che Ver­mächt­nis Els­ters wirkt bis heu­te und ist sicht­bar: Die Kul­tur im Land­kreis Leer genießt einen hohen Stellenwert.
 
Vie­le enga­gier­te Bür­ger, vie­le Ein­zel­künst­ler, kul­tu­rel­le Ver­ei­ne und Orga­ni­sa­tio­nen machen von sich reden. Mit Chö­ren, Thea­ter- und Tanz­grup­pen, Muse­en und Kunstkreisen.
 
Land­rat Mat­thi­as Groo­te stellt in sei­nem Jah­res­be­richt klar: “Kul­tur hat einen erheb­li­chen Anteil dar­an, dass unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sich wohl­füh­len und ihre Frei­zeit abwechs­lungs­reich gestal­ten kön­nen. Grund­la­ge ist das bür­ger­schaft­li­che Engagement.”
 
Der Land­kreis und auch die Städ­te und Gemein­den unter­stüt­zen die­sen ehren­amt­li­chen Ein­satz. Meh­re­re Säu­len tra­gen die kul­tu­rel­le Arbeit des Land­krei­ses als staat­li­che Kör­per­schaft. Neben der Hane­burg mit der Volks­hoch­schu­le sind vor allem zu nen­nen die Ehe­ma­li­ge Jüdi­sche Schu­le, das Kunst­haus, die Kreis­mu­sik­schu­le und das Schloss Even­burg mit sei­nem Park. Kul­tur­amts­lei­te­rin Bir­git Zim­mer­mann fasst zusam­men: “Mit die­sem breit gefä­cher­ten kul­tu­rel­len Ensem­ble brau­chen wir kei­nen Ver­gleich zu scheu­en. Und was mich beson­ders freut: Wir begrü­ßen nicht nur vie­le  ein­hei­mi­sche Besu­cher und Gäs­te, son­dern auch mehr und mehr Tages­tou­ris­ten und Urlauber.”
Ehe­ma­li­ge Jüdi­sche Schule
Mit der Ehe­ma­li­gen Jüdi­schen Schu­le schafft der Land­kreis durch Aus­stel­lun­gen und kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen einen Zugang zur Geschich­te des Hau­ses und zu jüdi­scher Kul­tur in der Region.
 
 
Zu nen­nen sind für 2022 ein Som­mer­fest, auf dem Valen­tin Klär sein Pro­jekt “Emi­gra­ti­ons­ge­schich­ten jüdi­scher Leera­ner und Leera­ne­rin­nen” vor­stell­te. Viel Anklang fand die Buch­vor­stel­lung “Wer­der Bre­men im Natio­nal­so­zia­lis­mus — Lebens­ge­schich­ten jüdi­scher Ver­eins­mit­glie­der” mit Fabi­an Ettrich und Tho­mas Hafke.
 
Die Fach­ta­gung “Anti­se­mi­tis­mus­prä­ven­ti­on und Demo­kra­tie­för­de­rung” wand­te sich an Leh­rer, Refe­ren­da­re, Stu­die­ren­de und Inter­es­sier­te. Die Lei­te­rin der Ehe­ma­li­gen Jüdi­schen Schu­le, Susan­ne Bracht, lei­te­te die Tagung gemein­sam mit Frie­de­ri­ke Hen­jes (Carl von Ossietz­ky Uni­ver­si­tät Olden­burg), Prof. Dr. Frau­ke Gritt­ner (Regio­nal-Päd­ago­gi­sches Zen­trum), Frau­ke Thees (Stu­di­en­se­mi­nar Leer) und Andre­as Scheep­ker (Arbeits­stel­le für evan­ge­li­sche Reli­gi­ons­päd­ago­gik Ostfriesland.
 
Die Son­der­aus­stel­lung “Le‘Chaim! Jüdi­sches Leben in Olden­burg” sowie Vor­trag und Gespräch mit Dr. Eli­sa­beth Schle­sin­ger, Vor­sit­zen­de der Jüdi­schen Gemein­de Olden­burg run­de­ten das Pro­gramm ab.
 

Kunst­haus Leer

Das Kunst­haus Leer lei­te­te das Jahr mit der Aus­stel­lung “Gerd Rokahr und die Druck­gra­phik der Moder­ne” ein. Es prä­sen­tier­te die Wer­ke des ost­frie­si­schen Künst­lers sowie Aus­zü­ge aus sei­ner umfang­rei­chen pri­va­ten Druck­gra­phik­samm­lung. Höhe­punkt des Jah­res war das zehn­jäh­ri­ge Bestehen des Kunst­hau­ses Leer dar, das mit der Som­mer­aus­stel­lung “Neue Bil­der zum Jubi­lä­um” und zahl­rei­chen Gäs­ten gefei­ert wur­de. Zu sehen waren Arbei­ten aus den jüngs­ten Samm­lungs­auf­nah­men mit ein­drucks­vol­len Expo­na­ten von Hart­mut Bleß, Wolf­gang Epp­le, Hel­mut Feld­mann, Marik­ke Heinz-Hoek und Edith Pundt.
 
Die Win­ter­aus­stel­lung “Nächt­li­che Impres­sio­nen” — noch bis zum 29. Janu­ar 2023 zu sehen — beschäf­tigt sich der Jah­res­zeit gemäß mit Dar­stel­lun­gen Ost­fries­lands und sei­ner fas­zi­nie­ren­den Him­mels­er­schei­nun­gen am nächt­li­chen Fir­ma­ment, her­vor­ge­bracht von Künst­lern und Künst­le­rin­nen der Gegen­wart in den Kate­go­rien Male­rei, Zeich­nung, Druck­gra­phik, Mail Art und Fotografie.
Kreis­mu­sik­schu­le
Die Kreis­mu­sik­schu­le mel­det, dass vier Schü­le­rin­nen aus der Gesangs­klas­se von Ange­la Hem­ken am Wett­be­werb Jugend Musi­ziert teil­ge­nom­men haben. Drei von ihnen schaff­ten über den Lan­des­wett­be­werb hin­aus den Sprung zum Bundeswettbewerb.
 
Der Öffent­lich­keit prä­sen­tier­ten sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler wäh­rend der “Jun­gen Kul­tur­wo­che”. Sie musi­zier­ten über eine gan­ze Woche in klei­ne­ren und grö­ße­ren Ensem­bles auf der Büh­ne im Even­burg­park. Den Abschluss bil­de­te ein Tag der offe­nen Tür. Lehr­kräf­te stell­ten ihre Instru­men­te vor, Besu­cher schnup­per­ten in die Welt der Musik und der Instru­men­te. Extra für die­sen Tag hat­te eine Mit­ar­bei­te­rin eine “Digi­ta­le Instru­men­ten­vor­stel­lung” ent­wi­ckelt, orga­ni­siert und zur “Jun­gen Kul­tur­wo­che” vor­ge­stellt. Besu­cher konn­ten sich mit Infor­ma­ti­ons­ta­feln und QR-Codes über alle Instru­men­te vor­ab informieren.
 
Für das neue Schul­jahr hat die Musik­schu­le wei­te­re Kin­der­ta­ges­stät­ten und Schu­len als Koope­ra­ti­ons­part­ner gewon­nen. So spannt sich das Netz­werk der Part­ner­schaf­ten mitt­ler­wei­le von Wymeer bis nach Sta­pel in Uple­n­gen. Die Schü­ler­zah­len bewe­gen sich auf dem Niveau des zurück­lie­gen­den Schul­jah­res mit leicht anstei­gen­der Tendenz.
Schloss Even­burg
Das Schloss Even­burg war­te­te wie­der mit her­aus­ra­gen­den Aus­stel­lun­gen und Events auf. Län­ger als ein hal­bes Jahr dau­er­te die Son­der­aus­stel­lung “Zau­ber beweg­ter Kind­heit”. Sie zeig­te zur Sai­son­er­öff­nung eine Viel­falt an Spiel­zeug und fah­ren­den Gefähr­ten der Kind­heit. Zu bestau­nen waren sel­te­ne Expo­na­te von 1880 bis in die Neu­zeit. Kin­der­mo­tor­rä­der, Flug­zeu­ge, Ruder­ren­ner oder Rol­ler mit unter­schied­li­chen Antriebs­sys­te­men fas­zi­nier­ten jun­ge und älte­re Gäste.
 
Als Gegen­pol wirk­te ein Raum, der den heu­ti­gen Medi­en­kon­sum von Kin­dern und Jugend­li­chen dar­bot. Im Erleb­nis­raum pro­bier­ten Gäs­te die eige­ne Geschick­lich­keit. Die Aus­stel­lung war dank der Zusam­men­ar­beit mit dem Deut­schen Fahr­rad­mu­se­um, Bad Brü­cken­au, der pri­va­ten Samm­lung May­er, Bad Endorf, und dem Ost­frie­si­schen Zwei­rad­mu­se­um, Dinus Voß, Emden möglich.
 
“Tul­pen gegen den Hun­ger” hieß es Ostern 2022. Gemäß einer Idee der Akti­ons­grup­pe Leer der Welt­hun­ger­hil­fe wur­den im Herbst 5.000 Zwie­beln im Park gepflanzt. Besu­cher haben sie in die­sem Früh­jahr gegen Spen­de geschnit­ten. Land­rat Mat­thi­as Groo­te und die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Git­ta Con­ne­mann pflanz­ten gemein­sam mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Daa­ler Schu­le die ers­ten Zwie­beln. Ende März waren die ers­ten Tul­pen schnitt­reif. Aus ganz Leer kamen die Men­schen, um die Blü­ten zu foto­gra­fie­ren oder sich einen Strauß zu schnei­den. Am Ende sum­mier­ten sich 2.420,10 Euro für ein Was­ser­pro­jekt in Sim­bab­we. Die Fir­ma Bru­no Nebe­lung GmbH aus Evers­win­kel, die Anwalts­kanz­lei Dr. Hapig & Kol­le­gen aus Leer und das Gra­fik Team Leer unter­stütz­ten die Aktion.
 
Ein Glanz­stück des Som­mers war die Ost­fries­land Bien­na­le. Der Ver­ein glei­chen Namens rich­te­te ein deutsch-nie­der­län­di­sches Kunst­fes­ti­val in der Ems-Dol­lart-Regi­on aus. 30 inter­na­tio­nal bekann­te und viel­ver­spre­chen­de Künst­ler zeig­ten ihre Wer­ke an beson­de­ren Orten. Im Park und Umfeld der Even­burg konn­ten Besu­cher gleich vier Kunst­wer­ke betrachten.
 
Das Kul­tur­netz­werk Leer nutz­te das För­der­pro­gramm des Lan­des “Durch­star­ten nach Coro­na” und rich­te­te eine “Jun­ge Kul­tur­wo­che” aus. Dazu gehör­ten ver­schie­de­ne Work­shops für Kin­der und Jugend­li­che zu The­men wie Upcy­cling, Graf­fi­ti oder Musik statt. Am 3. Juli stan­den im Even­burg­park mit dem Spiel­mo­bil und den Spaß­rä­dern sport­li­che Akti­vi­tä­ten und krea­ti­ve Ange­bo­te wie Künst­ler­bü­cher gestal­ten, Frei­es Malen oder Natur­man­da­las auf dem Programm.
 
“Lücht un Spö­öl bi d´Evenbörg – Mas­ke­ra­de”: Zum zwei­ten Mal ver­wan­del­te das Thea­ter ANU in Koope­ra­ti­on mit der Tou­ris­tik GmbH “Süd­li­ches Ost­fries­land” den Park in eine illu­mi­nier­te Traumwelt.
 
Die Son­der­aus­stel­lung “Peter August Böck­stie­gel. Expres­sio­nis­mus” mit Wer­ken aus der Samm­lung Bun­te läuft noch bis zum 10.Januar. Böck­stie­gel (1889 – 1951) gilt als einer der bedeu­tends­ten Künst­ler des 20. Jahr­hun­derts aus West­fa­len und ist ein Ver­tre­ter der soge­nann­ten “zwei­ten Gene­ra­ti­on” des deut­schen Expres­sio­nis­mus. Pro­fes­sor Her­mann-Josef Bun­te leiht dem Schloss aus­drucks­star­ke Gemäl­de und Aquarelle.

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Ver­zö­ge­rung auf B70: Stadt prüft recht­li­che Schritte

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Stadt prüft recht­li­che Schrit­te: Erneu­te Ver­zö­ge­rung an der B70 sorgt für Unmut

Leer. Die Geduld der Stadt­ver­wal­tung Leer ist am Ende: Die für Mon­tag­mor­gen um 9:00 Uhr ange­kün­dig­te halb­sei­ti­ge Sper­rung der Papen­bur­ger Stra­ße (B70) süd­lich der Leda­brü­cke wur­de erneut nicht umge­setzt. Ange­sichts der wie­der­hol­ten Miss­ach­tung von Ver­ein­ba­run­gen prüft die Stadt nun recht­li­che Schrit­te gegen die zustän­di­ge Baufirma.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­fi­zi­te und aus­ge­blie­be­ne Infos

Nach­dem die Sper­rung am Vor­mit­tag nicht wie geplant akti­viert wur­de, blieb zudem die erfor­der­li­che Infor­ma­ti­on der städ­ti­schen Ver­kehrs­be­hör­de durch das Bau­un­ter­neh­men aus. Erst Stun­den spä­ter gelang es der Stadt­ver­wal­tung, die Ver­ant­wort­li­chen zu erreichen.

Die Stadt Leer hat auf­grund die­ser Vor­fäl­le sowohl gegen­über der Bau­fir­ma als auch gegen­über der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­hör­de für Stra­ßen­bau und Ver­kehr (NLStBV) als Auf­trag­ge­be­rin der Bau­maß­nah­me ihren deut­li­chen Unmut geäu­ßert. Es ist nicht das ers­te Mal, dass getrof­fe­ne Abspra­chen bei die­sem Pro­jekt nicht ein­ge­hal­ten wurden.

Neu­er Ter­min für Mitt­woch geplant

Nach den nun erfolg­ten Gesprä­chen gibt es einen neu­en Zeit­plan für die Ver­kehrs­ein­schrän­kung. Die halb­sei­ti­ge Sper­rung soll nun vor­aus­sicht­lich am Mitt­woch um 9:00 Uhr akti­viert werden.

Die Stadt­ver­wal­tung betont, dass die Zuver­läs­sig­keit bei Bau­maß­nah­men an solch zen­tra­len Ver­kehrs­kno­ten­punk­ten wie der B70 obers­te Prio­ri­tät haben müs­se, um das Ver­kehrs­chaos für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger so gering wie mög­lich zu halten.

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Geden­ken im Wes­ter­hamm­rich: Mah­nung gegen das Vergessen

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Geden­ken im Wes­ter­hamm­rich: Der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Bru­no Schach­ner und Heis­fel­des Orts­vor­ste­he­rin Bea­te Stamm­witz mahn­ten am Sonn­abend anläss­lich des 81. Jah­res­ta­ges der Ermor­dung von fünf nie­der­län­di­schen Wider­stands­kämp­fern durch die Grup­pe um den Hoch­stap­ler Wil­li Herold zu Frie­den und Menschlichkeit.

„Nicht zulas­sen, dass sich Geschich­te wie­der­holt“: Bewe­gen­des Geden­ken im Westerhammrich

Leer. Ein stil­ler Nach­mit­tag im Wes­ter­hamm­rich wur­de am ver­gan­ge­nen Sonn­abend zum Ort tie­fer Erin­ne­rung und mah­nen­der Wor­te. Im Zen­trum stan­den fünf Namen: Kor­ne­lis Fiel­stra, Johan­nes Kok, Caro­lus Mager­mans, Johan­nes Mager­mans und Johan­nes Ver­biest. Die­se fünf Nie­der­län­der wur­den vor genau 81 Jah­ren, am 24. April 1945, Opfer eines grau­sa­men Ver­bre­chens, das kurz vor Ende des Zwei­ten Welt­kriegs die Stadt Leer erschütterte.

Ein Ver­bre­chen kurz vor Kriegsende

Die Geschich­te hin­ter dem Geden­ken ist erschüt­ternd. In der Nähe des heu­ti­gen Gedenk­orts wur­den die fünf Män­ner von der Grup­pe um den damals erst 19-jäh­ri­gen Hoch­stap­ler Wil­li Herold ermor­det. Herold, der sich als Haupt­mann aus­gab und als „Hen­ker vom Ems­land“ trau­ri­ge Berühmt­heit erlang­te, ließ die Wider­stands­kämp­fer nach einem will­kür­li­chen Schein­pro­zess erschießen.

Der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Bru­no Schach­ner erin­ner­te in sei­ner Anspra­che an die­se dunk­len Stun­den und die Skru­pel­lo­sig­keit der Täter. Er zeich­ne­te den Weg der Män­ner nach, der sie über das Leera­ner Rat­haus – wo damals die Poli­zei­wa­che und ein Gefäng­nis unter­ge­bracht waren – in den Tod führ­te. Bereits am Mit­tag wur­den dort, an der Gedenk­ta­fel am Sei­ten­ein­gang, Rosen als Zei­chen der Ehr­erbie­tung niedergelegt.

Mah­nung für die Gegenwart

Heis­fel­des Orts­vor­ste­he­rin Bea­te Stamm­witz schlug in ihrer Rede die Brü­cke zur Gegen­wart. Ihr Appell an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von Leer war deutlich:

„Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass sich Geschich­te wiederholt.“

Frie­den, Frei­heit und Mensch­lich­keit sei­en kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern die höchs­ten Güter, die es jeden Tag aufs Neue zu schüt­zen gelte.

Ein per­sön­li­cher Abschluss: Dank an die Aufarbeitung

Beson­ders emo­tio­nal wur­de die Gedenk­stun­de durch die Anwe­sen­heit von Kees Fiel­stra, dem Sohn des damals getö­te­ten Kor­ne­lis Fiel­stra. In einer bewe­gen­den Dan­kes­re­de rich­te­te er sich direkt an Men­na Hens­mann, die ehe­ma­li­ge Lei­te­rin des Stadtarchivs.

Ein bewe­gen­der Moment des Dan­kes: Kees Fiel­stra mit der ehe­ma­li­gen Stadt­ar­chi­va­rin Men­na Hens­mann. Jahr­zehn­te­lang wuss­te Fiel­stra nicht, wie sein Vater 1945 ums Leben kam – erst die Recher­chen von Hens­mann brach­ten 2010 die ent­schei­den­de Gewiss­heit und ermög­lich­ten ihm so eine spä­te Ver­bin­dung zu sei­ner Familiengeschichte.

Lan­ge Zeit blieb für die Fami­lie Fiel­stra im Unkla­ren, wie der Vater genau zu Tode gekom­men war. Erst durch ein Zusam­men­tref­fen mit Hens­mann im Jahr 2010 konn­ten die Puz­zle­tei­le zusam­men­ge­setzt wer­den. „Men­na hat mein Leben im Hin­blick auf die Ereig­nis­se im April 1945 berei­chert“, beton­te Fiel­stra. Dank ihrer For­schungs­ar­beit habe er auf eine beson­de­re Wei­se einen spä­ten Kon­takt zu sei­nem Vater gefun­den und Gewiss­heit über des­sen Schick­sal erhalten.

Die Gedenk­fei­er unter­strich ein­mal mehr, wie wich­tig die loka­le Erin­ne­rungs­kul­tur ist – nicht nur zur Auf­ar­bei­tung der Ver­gan­gen­heit, son­dern als Kom­pass für eine mensch­li­che Zukunft.

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Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis 2026 im Leera­ner Rathaus

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Fest­akt im his­to­ri­schen Rat­haus: Stadt Leer ver­leiht den Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis 2026

Ein beson­de­res Jubi­lä­um wirft sei­ne Schat­ten vor­aus: Zum zehn­ten Mal ehrt die Stadt Leer her­aus­ra­gen­des lite­ra­ri­sches Schaf­fen im Geis­te ihrer bedeu­ten­den Ehren­bür­ge­rin und Schrift­stel­le­rin Wil­hel­mi­ne Sief­kes (1890–1984). In fei­er­li­chem Rah­men wird im Mai der renom­mier­te Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis ver­lie­hen, um das kul­tu­rel­le Erbe der Regi­on und die platt­deut­sche Spra­che leben­dig zu halten.

Eine hoch­ka­rä­ti­ge Jury hat entschieden

Die Aus­wahl der dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ge­rin oder des Preis­trä­gers lag in den Hän­den einer fach­kun­di­gen Jury. Neben Bür­ger­meis­ter Claus-Peter Horst brach­ten Dr. Rein­hard Goltz aus Bre­men, Griet­je Kamm­ler aus Aurich sowie Claus Drei­er aus Holt­land ihre Exper­ti­se ein. Als Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler und pro­fun­de Ken­ner der platt­deut­schen Spra­che bür­gen sie für die hohe Qua­li­tät die­ser Aus­zeich­nung, die alle vier Jah­re ver­ge­ben wird.

Ein­la­dung zur öffent­li­chen Preisverleihung

Die Stadt Leer lädt alle Bür­ge­rin­nen, Bür­ger und Lite­ra­tur­in­ter­es­sier­ten herz­lich dazu ein, die­sem kul­tu­rel­len Höhe­punkt bei­zu­woh­nen. Der Fest­akt fin­det statt am:

  • Datum: Sonn­tag, 10. Mai 2026

  • Uhr­zeit: 17:00 Uhr

  • Ort: Fest­saal des his­to­ri­schen Rat­hau­ses, Leer

Der his­to­ri­sche Fest­saal bie­tet die idea­le Kulis­se, um das Werk der Namens­ge­be­rin zu wür­di­gen und die aktu­el­le Preis­trä­ge­rin oder den Preis­trä­ger gebüh­rend zu feiern.


Anmel­dung erforderlich

Da die Kapa­zi­tä­ten im his­to­ri­schen Rat­haus begrenzt sind, wird um eine recht­zei­ti­ge Anmel­dung gebe­ten. Inter­es­sier­te kön­nen sich über die fol­gen­den Wege einen Platz reservieren:

  • Tele­fon: 0491 97 82 242

  • E‑Mail: kultur@leer.de

Erle­ben Sie einen Abend im Zei­chen der Lite­ra­tur und der regio­na­len Iden­ti­tät – ganz im Sin­ne von Wil­hel­mi­ne Siefkes.

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SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on: War­um Lese­r­ECHO der rich­ti­ge Part­ner für nach­hal­ti­ges Mar­ke­ting ist Im digi­ta­len Wett­be­werb reicht es längst nicht mehr...

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Reich­wei­te, Rele­vanz, Regio­na­li­tät – Media­da­ten der Sei­te „Wir Leeraner“

Media­da­ten – Face­book­sei­te „Wir Leeraner“ Ein Ange­bot des LeserECHO-Verlags Die Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ ist die reich­wei­ten­star­ke Social-Media-Platt­form des Lese­r­ECHO-Ver­lags für...

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Mit SEO erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men vom Lese­r­ECHO-Por­tal profitieren

Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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Best Of Poet­ry Slam 2026 kehrt nach Leer zurück

Durch den Abend führt wie gewohnt Andy Strauß, gebür­ti­ger Leera­ner, lang­jäh­ri­ger Mode­ra­tor und einer der prä­gends­ten Köp­fe der deutsch­spra­chi­gen Slam-Sze­ne. Foto:...

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19. Klein­bahn-Lauf in Rhauderfehn

Lau­fen und Wal­ken in Gemein­schaft – das steht beim 19. Klein­bahn-Lauf in Rhau­der­fehn im Mit­tel­punkt. Bild: KI-generiert 19. Klein­bahn-Lauf in...

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80er-Par­ty bringt Kult­mu­sik ins LMC Hinte

Das Team DJ, Lopi (li) und Brun­ki (re), wird die Gäste wie­der zurück in eine ande­re Zeit kata­pul­tie­ren. Dies­mal sind...

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Eins­Sein-Mes­se Olden­burg: Impul­se für Gesund­heit und bewuss­te Lebensgestaltung

Die Eins­Sein-Mes­se in Olden­burg bie­tet Mes­se­be­su­chern eine beein­dru­cken­de Viel­falt: Rund 70 Exper­ten prä­sen­tie­ren am 18. und 19. April 2026 in...

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Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Kunst­hand­wer­ker­markt in Gro­te­gas­te lädt ein

Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Wes­t­ov­er­le­din­gen lädt zum gro­ßen Kunst- und Hand­wer­ker­markt in Grotegaste Wes­t­ov­er­le­din­gen. Alle zwei Jah­re ver­wan­delt sich einer der...

Veranstaltung

Arten­viel­falt im Even­burg­park ent­de­cken: Exkur­sio­nen und digi­ta­les Monitoring

Mit dem NABU die Flo­ra und Fau­na des Even­burg­parks ent­de­cken: Exkur­sio­nen in die viel­fäl­ti­ge Parklandschaft In Leer bie­tet sich die...

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Früh­lings­treff 2026 in August­fehn: Sai­son­auf­takt mit Action und Verlosung

Sai­son­auf­takt im Ammer­land: Der Früh­lings­treff 2026 bei Börjes In August­fehn hat der Beginn der Motor­rad­sai­son eine lan­ge Tra­di­ti­on und einen...

Lokal

Vor­trag in Leer: Bio­gra­fien von Über­le­ben­den des KZ Bergen-Belsen

Bild­rech­te: LBZH BS — Mar­tin Bein  Über­le­ben nach dem Grau­en: Vor­trag über Bio­gra­fien aus dem KZ Ber­gen-Bel­sen in Leer LEER. Die Fol­gen...

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Blau-weiß-schwar­ze Nacht: Die HSV-Kult­band kehrt nach Hin­te zurück!

Schon 2019 und 2024 waren die Ham­bur­ger ABSCHLACH! im Live Music Cen­ter Emden in Hin­te zu Gast und prä­sen­tier­ten ihre...

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Ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag in Moorm­er­land bie­tet Früh­jahrs­trends und Wohndesign

Früh­lings­er­wa­chen in Moorm­er­land: Ein Sonn­tag zwi­schen Wohn­de­sign, Trö­del­glück und einer beson­de­ren Premiere Moorm­er­land. Wenn sich der April von sei­ner bes­ten...

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