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Albert Lienemann als Präsident der Handwerkskammer Ostfriesland bestätigt – Starkes Handwerk, starke Zukunft!
Das neue Präsidium wird für fünf Jahre der Vollversammlung vorstehen (v.r.): Präsident Albert Lienemann, Arbeitnehmer-Vizepräsident Jörg Klein und Arbeitgeber-Vizepräsidentin Imke Hennig. Es gratulieren zur Wahl Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs (2.v.l.) und sein Stellvertreter Dirk Bleeker (l.).
AnzeigePräsident im Amt bestätigt
Albert Lienemann steht der Handwerkskammer für Ostfriesland erneut für fünf Jahre vor. Neue Vollversammlung nimmt Arbeit auf.
Ostfriesland. Zehn Jahre führt Albert Lienemann die Handwerkskammer für Ostfriesland. Nun wurde er in seinem Wirken bestärkt. Die Vollversammlung hat den 59-jährigen Gas- und Wasserinstallateur- sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister aus Holtrop am Dienstag, 4. März, mit überwältigender Mehrheit als Präsident bestätigt. Unter Leitung von Oberstudiendirektorin Anja Poppen von der BBS II in Aurich wurde das höchste Beschlussgremium des selbstverwaltenden Handwerks per Friedenswahl am 18. Dezember für die Wahlperiode 2025 bis 2030 gewählt.
Es setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen. Zwei Drittel davon sind selbstständige Handwerksunternehmerinnen und ‑unternehmer, ein Drittel sind Arbeitnehmende aus dem Handwerk. Sie vertreten derzeit mehr als 5.700 Betriebe mit geschätzten 35.000 Beschäftigten und rund 2.400 Auszubildenden. Wichtigster Tagesordnungspunkt der konstituierenden Sitzung im Hotel am Schloss: die Neuwahlen des Präsidenten, der Vizepräsidenten und des Vorstandes. Mit jeweils ähnlich überzeugenden Mehrheiten im Amt bestätigt wurden außerdem Arbeitgeber-Vizepräsidentin Imke Hennig (42), Friseurmeisterin aus Wiesmoor sowie Arbeitnehmer-Vizepräsident Jörg Klein (66), Konditormeister aus Südbrookmerland.
Ein Präsident für alle Handwerker
Lienemann amtiert seit dem 25. Februar 2015 als neunter Präsident der Handwerkskammer. „Wer mich kennt, weiß: Ich bin kein Alibi-Präsident! Im Kern bin ich Handwerker und Unternehmer aus der Praxis“, betonte der Geschäftsführer zweier Sanitär‑, Heizungs- und Klimatechnik-Unternehmen in Holtrop und Carolinensiel. 70 Mitarbeitende und neun Auszubildende sind dort beschäftigt. Immer an seiner Seite: seine Ehefrau Tina, die den Vorsitz der UnternehmerFrauen Ostfriesland innehält. Für die breite Unterstützung aus dem obersten Beschlussgremium bedankte er sich. „Es ist mir eine Ehre, das Handwerk vertreten zu dürfen.“ In seiner dritten Amtsperiode wolle er weiterhin allen Handwerkerinnen und Handwerkern über die Grenzen der Berufe und Gewerke hinaus gerecht werden. Er werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass der Wirtschaftszweig in der Öffentlichkeit und auf politischer Ebene die Wahrnehmung erhalte, die ihm aufgrund seiner Wirtschaftsstärke, aber auch als einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder zustehe.
Lienemann fordert spürbare Entlastungen
„Wir haben turbulente Zeiten hinter uns und noch viele Hürden zukünftig zu meistern“, sagte Lienemann. Die weltpolitische Lage und die wirtschaftlichen Unsicherheiten beeinflussten das regionale Handwerk stark. Hohe Steuerlasten, steigende Sozialabgaben und explodierende Energiekosten belasteten das personalintensive Handwerk enorm. Mit Blick auf den aktuellen Wahlentscheid mahnte der Betriebswirt und Dipl.-Badgestalter (SHK), die Regierungsbildung schnell voranzutreiben: „Jetzt ist nicht die Zeit zum Taktieren. Wir brauchen eine Regierung, die unsere wirtschaftliche Stärke zurückbringt und politische Lösungen anbietet.“ Er forderte spürbare Entlastungen und einen Bürokratieabbau, der auch tatsächlich bei den Betrieben ankommt, um den wirtschaftlichen Aufschwung voranzutreiben.
Neben dem Präsidium wurden folgende Mitglieder in den Vorstand für die Arbeitgeberseite gewählt: Friseurmeister Heiner Heijen (Weener), Maler- und Lackierermeister Alexander Nannen (Nortmoor), Konditormeister Jörg Tapper (Norden) und Fernmeldeanlagenelektronikermeister Jens Boelen (Leer).
Ämter im Vorstand der Arbeitnehmerseite übernehmen Bestatterin Wiebke Peters (Südbrookmerland) und Bäcker Michael Wunder (Krummhörn).
Weitere Vertreter der Vollversammlung auf Arbeitgeberseite:
Maurer- und Betonbauermeister Folkert Busker (Aurich), Landmaschinenmechanikermeister Jan-Ulfert Claassen (Wittmund), Metallbauermeister Wilfried de Jonge (Norden), Tischlermeister Wilhelm Eden (Uplengen), Gas- und Wasserinstallateurmeister Reiner Faßbender (Wittmund), Fleischermeister Markus Leggedör (Weener), Tischlermeister Thomas Smid (Ihlow), Dipl.-Ing. Uwe Tellkamp (Westoverledingen), Tischlermeister Rudolf Voskamp (Rhauderfehn) und Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Edzard Wagner (Emden).
Die Arbeitnehmerseite vertreten außerdem:
Raumausstattermeister Alexander Ahlers (Leer), Rohrleitungsbauer Menne Bakker (Upgant-Schott), Installateur- und Heizungsbauermeister Kai Emken (Blomberg), Tischlermeister Manfred Fecht (Schwerinsdorf) und Maurer Garik Oganisjan (Leer).
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Kommunalwahl in Leer: 138 falsche Stimmzettel bei Ratswahl – mögliche Teilwiederholungswahl im November
Kommunalwahl in Leer: 138 falsch zugeordnete Stimmzettel für die Ratswahl
Leer – Bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 sind im Wahllokal 021 in der Daalerschule 2 teilweise falsch zugeordnete Stimmzettel für die Wahl zum Rat der Stadt Leer ausgegeben worden. Insgesamt handelt es sich um 138 Stimmzettel. Die übrigen Wahlen waren von dem Fehler nicht betroffen.
Im Wahllokal 021, das zum Wahlbereich 2 gehört, standen insgesamt vier Kartons mit Stimmzetteln für die Wahl zum Rat der Stadt Leer zur Verfügung. In einem dieser Kartons befanden sich jedoch irrtümlich Stimmzettel für den Wahlbereich 1.
Wie es zu der falschen Zuordnung gekommen ist, lässt sich nach Angaben der Stadt nicht mehr nachvollziehen. Es ist somit offen, ob der Fehler bereits bei der externen Anlieferung der Wahlunterlagen oder erst bei der internen Verteilung entstanden ist.
Fehler am Wahltag bemerkt
Der falsch zugeordnete Stimmzettel wurde am Mittag von einer wahlberechtigten Person bemerkt. Daraufhin wurde die Wahl im Wahllokal ausschließlich mit den korrekt zugeordneten Stimmzetteln fortgesetzt.
Bei der Auszählung am Wahlabend wurden die falsch zugeordneten Stimmzettel entsprechend einer gesetzlichen Regelung der Niedersächsischen Kommunalwahlordnung als ungültig gewertet.
Insgesamt geht es um 138 Stimmzettel.
16.935 Menschen haben tatsächlich gewählt
Zur Einordnung der Zahlen: Bei der Kommunalwahl in Leer waren am Sonntag insgesamt 26.389 Menschen wahlberechtigt. Tatsächlich abgegeben wurden 16.935 Stimmen.
Von dem Fehler bei den Stimmzetteln ist die Briefwahl nicht betroffen. Auch die anderen am 13. September durchgeführten Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt.
Betroffen ist ausschließlich die Wahl zum Rat der Stadt Leer. Die Wahlen zum Kreistag, zum Landrat und zum Bürgermeister sind von dem Vorgang nicht betroffen.
Wahlausschuss stellt Ergebnis fest – Wahlprüfung folgt
Die weitere Vorgehensweise wurde nach Angaben der Stadt mit der Landeswahlleitung abgestimmt.
Nachdem der Wahlausschuss am Dienstag das rechnerische Ergebnis der Kommunalwahl festgestellt hat, folgt nun die öffentliche amtliche Bekanntmachung des Ergebnisses. Gegen diese Bekanntmachung kann innerhalb von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden.
Der Wahlausschuss hatte dabei nicht die Aufgabe, bereits über mögliche wahlprüfungsrechtliche Folgen des Fehlers zu entscheiden.
Nach dem Niedersächsischen Kommunalwahlgesetz ist es Aufgabe des neu gewählten Rates der Stadt Leer, im Rahmen eines Wahlprüfungsverfahrens über mögliche Einsprüche und gegebenenfalls über eine Teilwiederholungswahl zu entscheiden.
Teilwiederholungswahl würde 999 Wahlberechtigte betreffen
Sollte eine Teilwiederholungswahl erforderlich werden, würde diese nach den vorliegenden Angaben exakt 999 Wahlberechtigte betreffen.
Eine Entscheidung darüber wird voraussichtlich im Rahmen der konstituierenden Sitzung des neuen Rates im November 2026 getroffen.
Damit ist die Angelegenheit trotz des inzwischen festgestellten rechnerischen Wahlergebnisses noch nicht vollständig abgeschlossen. Entscheidend wird sein, ob innerhalb der gesetzlichen Frist Einspruch eingelegt wird und welche Entscheidung der neu gewählte Rat anschließend im Wahlprüfungsverfahren trifft.
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Kreistagswahl im Landkreis Leer 2026: Diese 54 Politiker ziehen in den Kreistag ein
Frauenpower im Kreistag: Auf dem Foto zu sehen sind Melanie Nonte, Gitta Connemann und Grietje Oldigs-Nannen. Alle drei CDU-Politikerinnen konnten bei der Kreistagswahl beachtliche Stimmergebnisse erzielen und bleiben weiterhin im Kreistag des Landkreises Leer aktiv. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO
Vorläufiges Ergebnis der Kreistagswahl im Landkreis Leer am 13.09.2026
Landkreis Leer, 14. September 2026, 15:41 Uhr: Das vorläufige Ergebnis der Kreistagswahl im Landkreis Leer vom 13. September 2026 liegt vor. Besonders deutlich konnten einige bekannte Politikerinnen und Politiker bei der Wahl punkten.
Die meisten Stimmen unter den gewählten Kreistagskandidaten erhielt Nico Bloem (SPD) im Wahlbereich IV mit 8.315 Stimmen. Auf Platz zwei folgt Matthias Groote (SPD), der im Wahlbereich V 6.776 Stimmen erreichte. Ebenfalls besonders viele Stimmen erhielt Ulf Thiele (CDU) im Wahlbereich III mit 5.103 Stimmen.
Auch Jannik Körte (AfD) erzielte im Wahlbereich V mit 4.254 Stimmen ein starkes Ergebnis. Bei der CDU kam Dieter Baumann im Wahlbereich II auf 3.930 Stimmen, während Gitta Connemann im Wahlbereich I 3.697 Stimmen erreichte.
Weitere besonders hohe persönliche Ergebnisse erzielten Jens de Vries (SPD) mit 1.950 Stimmen, Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) mit 2.148 Stimmen, Michael Kolkmann (AfD) mit 2.267 Stimmen sowie Tammo Lenger (GRÜNE) mit 1.849 Stimmen.
Insgesamt sind 263 von 263 Ergebnissen eingegangen. Für den Kreistag des Landkreises Leer wurden 54 Sitze vergeben.
Wahlbeteiligung bei 65,07 Prozent
Im Landkreis Leer waren bei der Kreistagswahl 139.384 Menschen wahlberechtigt. Insgesamt gingen 90.696 Wählerinnen und Wähler zur Wahl. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 65,07 Prozent.
Von den abgegebenen Stimmzetteln waren 2.141 ungültig, was einem Anteil von 2,36 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 88.555 gültige Stimmzettel gezählt. Die Zahl der gültigen Stimmen lag bei 259.977.
| Ergebnis | Zahl |
|---|---|
| Wahlberechtigte | 139.384 |
| Wählerinnen und Wähler | 90.696 |
| Wahlbeteiligung | 65,07 % |
| Ungültige Stimmzettel | 2.141 |
| Anteil ungültiger Stimmzettel | 2,36 % |
| Gültige Stimmzettel | 88.555 |
| Anteil gültiger Stimmzettel | 97,64 % |
| Gültige Stimmen | 259.977 |
Die gewählten Kandidatinnen und Kandidaten
SPD
- Serhat Özdemir – Wahlbereich I, direkt – 1.737 Stimmen
- Florian Stoye – Wahlbereich I, Listenplatz 1 – 924 Stimmen
- Ruth Scheffler – Wahlbereich I, Listenplatz 2 – 394 Stimmen
- Jens de Vries – Wahlbereich II, direkt – 1.950 Stimmen
- Ingo Brinker – Wahlbereich II, direkt – 913 Stimmen
- Svenja Rastedt – Wahlbereich II, Listenplatz 1 – 763 Stimmen
- Anja Troff-Schaffarzyk – Wahlbereich III, direkt – 2.148 Stimmen
- Sascha Laaken – Wahlbereich III, Listenplatz 2 – 1.702 Stimmen
- Nico Bloem – Wahlbereich IV, direkt – 8.315 Stimmen
- Markus Stanggassinger – Wahlbereich IV, direkt – 1.595 Stimmen
- Helmut Geuken – Wahlbereich IV, direkt – 1.348 Stimmen
- Lukas Enno Oltrop – Wahlbereich IV, direkt – 981 Stimmen
- Lea Timmer – Wahlbereich IV, Listenplatz 3 – 825 Stimmen
- Matthias Groote – Wahlbereich V, direkt – 6.776 Stimmen
- Laura Kruse – Wahlbereich V, direkt – 1.426 Stimmen
- Dr. Keno Borde – Wahlbereich V, direkt – 979 Stimmen
- Geert Hüser – Wahlbereich V, Listenplatz 2 – 580 Stimmen
CDU
- Gitta Connemann – Wahlbereich I, direkt – 3.697 Stimmen
- Grietje Oldigs-Nannen – Wahlbereich I, Listenplatz 2 – 801 Stimmen
- Dieter Baumann – Wahlbereich II, direkt – 3.930 Stimmen
- Gerd Dählmann – Wahlbereich II, direkt – 1.552 Stimmen
- Melanie Nonte – Wahlbereich II, Listenplatz 1 – 817 Stimmen
- Ulf Thiele – Wahlbereich III, direkt – 5.103 Stimmen
- Johann Sandersfeld – Wahlbereich III, direkt – 1.433 Stimmen
- Rainer Jürgens – Wahlbereich III, direkt – 1.227 Stimmen
- Simone Erdmann – Wahlbereich III, Listenplatz 2 – 530 Stimmen
- Reinhard Schüür – Wahlbereich IV, direkt – 1.312 Stimmen
- Hildegard Hinderks – Wahlbereich IV, Listenplatz 1 – 1.304 Stimmen
- Silke Kuhlemann – Wahlbereich V, direkt – 1.332 Stimmen
- Tim Lauterbach – Wahlbereich V, Listenplatz 2 – 207 Stimmen
GRÜNE
- Engeline Kramer – Wahlbereich I, direkt – 766 Stimmen
- Micha Halfwassen – Wahlbereich I, Listenplatz 2 – 481 Stimmen
- Rainer Kottke – Wahlbereich II, Listenplatz 1 – 317 Stimmen
- Dieter Ertwiens-Buchwald – Wahlbereich III, Listenplatz 1 – 604 Stimmen
- Dr. Walter Eberlei – Wahlbereich IV, direkt – 772 Stimmen
- Tammo Lenger – Wahlbereich V, Listenplatz 1 – 1.849 Stimmen
AfD Niedersachsen
- Arno Arndt – Wahlbereich I, Listenplatz 1 – 643 Stimmen
- Jörn Marschner – Wahlbereich II, direkt – 1.721 Stimmen
- Julijana Eggert – Wahlbereich II, Listenplatz 2 – 406 Stimmen
- Rolf-Dieter Hohmann – Wahlbereich III, direkt – 1.443 Stimmen
- Erhard Eggert – Wahlbereich III, Listenplatz 1 – 759 Stimmen
- Michael Kolkmann – Wahlbereich IV, direkt – 2.267 Stimmen
- Maria Pirrung – Wahlbereich IV, Listenplatz 2 – 671 Stimmen
- Jannik Körte – Wahlbereich V, direkt – 4.254 Stimmen
- Max Klimpel – Wahlbereich V, Listenplatz 1 – 611 Stimmen
- Lars Grünwald – Wahlbereich V, Listenplatz 3 – 1.211 Stimmen
MOIN Landkreis Leer
- Claus Garrels – Wahlbereich III, direkt – 1.465 Stimmen
- Andreas Meinders – Wahlbereich V, direkt – 1.760 Stimmen
BSW Niedersachsen
- Günter Däuber – Wahlbereich II, Listenplatz 1 – 345 Stimmen
Die Linke
- Gulhat Demir – Wahlbereich I, Listenplatz 1 – 546 Stimmen
- Nicole Zirngast – Wahlbereich II, Listenplatz 1 – 567 Stimmen
- Laura Rödiger – Wahlbereich V, Listenplatz 1 – 1.020 Stimmen
MWG
- Torsten Bruns – Wahlbereich II, direkt – 947 Stimmen
Damit liegt das vorläufige Ergebnis der Kreistagswahl vom 13. September 2026 im Landkreis Leer vor. Sämtliche 263 von 263 Ergebnissen sind eingegangen.
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Nordgeorgsfehnkanal: 31,8 Kilometer Geschichte, Schleusen und Freizeit auf Ostfrieslands Wasserstraße
Die MS „Ella“ auf dem Nordgeorgsfehnkanal. Das Foto wurde von Hans-Albert Dirks aufgenommen.
Nordgeorgsfehnkanal: Historische Wasserstraße zwischen Jümme und Ems-Jade-Kanal
Der Nordgeorgsfehnkanal (NGFK) ist eine der bedeutenden historischen Wasserstraßen Ostfrieslands. Auf einer Länge von 31,8 Kilometern verbindet er die Jümme bei Stickhausen mit dem Ems-Jade-Kanal bei Marcardsmoor nördlich von Wiesmoor. Heute ist der Kanal vor allem für Sportbootfahrer, Kanuten, Ausflugsschiffe und Angler von Bedeutung. Ursprünglich wurde er jedoch vor allem für die Entwässerung der Moorgebiete und den Transport von Torf und Kohle gebaut.
31,8 Kilometer Wasserstraße mit acht Schleusen
Der Nordgeorgsfehnkanal ist rund 13 Meter breit und ermöglicht einen Tiefgang von bis zu 1,4 Metern. Die zulässige Durchfahrtshöhe beträgt grundsätzlich etwa 2,2 Meter. Entlang der Strecke befinden sich insgesamt acht Schleusen, außerdem 15 feste und zehn bewegliche Brücken.
Der Kanal befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen und wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben.
Der endgültige Ausbau des Nordgeorgsfehnkanals wurde 1916 abgeschlossen. Der Kanal zweigt bei Kilometer 42,400 in Marcardsmoor vom Ems-Jade-Kanal ab und stellt auf einer Strecke von 31,8 Kilometern die Verbindung zum Leda-Jümme-Gebiet her.
Geschichte reicht bis in die 1820er-Jahre zurück
Die Geschichte des Nordgeorgsfehnkanals reicht deutlich weiter zurück als bis zu seiner endgültigen Fertigstellung.
Der südliche Abschnitt wurde bereits in den 1820er-Jahren gebaut. Er führte von der Jümme bei Stickhausen durch das Moorgebiet bis nach Nordgeorgsfehn. Dieser Teil war bis 1829 fertiggestellt und wurde zunächst als „Stickhauser Kanal“ bezeichnet.
Die weiteren Abschnitte wurden anschließend nicht in einem zusammenhängenden Bauprojekt errichtet. Die Verlängerung über Remels bis nach Neudorf in der Gemeinde Uplengen sowie später der weitere Ausbau bis zum Ems-Jade-Kanal wurden jeweils in kleineren Teilstücken geplant.
Insbesondere die Moorkolonisten waren am Ausbau beteiligt. Zwischen 1906 und 1916 entstand schließlich der Abschnitt bis zum Ems-Jade-Kanal bei Marcardsmoor nördlich von Wiesmoor. Die schrittweise Umsetzung führte dazu, dass sich die Fertigstellung des gesamten Kanals über viele Jahrzehnte hinzog.
Vom Tidebereich bei Stickhausen bis in die Höhenlage bei Wiesmoor
Der Nordgeorgsfehnkanal beginnt nordöstlich von Stickhausen an der Jümme. Der südwestliche Abschnitt zwischen der Jümme und der Schleuse bei Nordgeorgsfehn steht unter dem Einfluss der Tide.
In diesem Bereich bewegt sich der Wasserstand zwischen einem mittleren Tideniedrigwasser von NN +0,30 Meter und einem mittleren Tidehochwasser von NN +1,20 Meter.
Von Nordgeorgsfehn aus steigt der Wasserspiegel deutlich an. Bis zur Schleuse „NGDFK VI Wiesmoor Zentrum“ erreicht er NN +9,00 Meter. Anschließend fällt der Wasserstand wieder ab. Bei der Schleuse „NGDFK VII Wiesmoor Nord“ liegt der Kanal schließlich auf dem Niveau des Ems-Jade-Kanals bei NN +5,70 Metern.
Eine Besonderheit ist die achte Schleuse „NGDFK VIII Marcardsmoor“. Dort besteht kein Höhenunterschied. Die Schleuse dient ausschließlich der Sicherheit und ist deshalb stets geöffnet.
Früher Torf und Kohle, heute Sportboote und Kanus
Der Ausbau des Nordgeorgsfehnkanals hatte ursprünglich vor allem zwei wichtige Aufgaben: Zum einen sollte er die großen Hochmoorgebiete im südlichen Landkreis Wittmund entwässern, zum anderen sollte er die Verkehrsanbindung der Moorkolonien verbessern, die insbesondere um 1900 im Raum Wiesmoor entstanden.
Der Kanal wurde deshalb auch für den Gütertransport genutzt. Vor allem Torf und Kohle wurden über die Wasserstraße transportiert. Die Kohle diente unter anderem der Versorgung des Kraftwerks in Wiesmoor.
Mit dem Strukturwandel verlor die Wasserstraße ihre Bedeutung für den gewerblichen Güterverkehr. Die Frachtschifffahrt wurde 1962 eingestellt.
Seitdem steht die Freizeitnutzung im Mittelpunkt. Der Nordgeorgsfehnkanal wird von Sportbooten, Kanuten und Ausflugsschiffen genutzt. Außerdem ist er ein beliebtes Angelgewässer.
Der Kanal stellt für die Freizeitschifffahrt eine interessante Verbindung zwischen Weser, Ems und Jade her.
Bedeutung für die Wasserwirtschaft
Neben Schifffahrt und Freizeit hat der Nordgeorgsfehnkanal bis heute eine wichtige wasserwirtschaftliche Funktion.
Eine besondere Aufgabe ist die sogenannte Tauchtiefenbewirtschaftung. Wasser, das durch Pumpwerke an den fünf südlichen Schleusen gewonnen wird, fließt in Richtung Ems-Jade-Kanal. Dort trägt es zur Niedrigwasseraufhöhung bei.
Damit ist der Nordgeorgsfehnkanal nicht nur eine historische Verkehrsverbindung, sondern weiterhin Bestandteil der regionalen Wasserbewirtschaftung.

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Hinweise für Sportbootfahrer
Wer den Nordgeorgsfehnkanal mit einem Sportboot befahren möchte, muss einige Besonderheiten beachten.
Die Schleusen können nur nach vorheriger Anmeldung passiert werden. Dafür stehen die Telefonnummern 04956/1207 und 0170/2291417 zur Verfügung. Die Anmeldung sollte nach Möglichkeit zwei Werktage vor dem geplanten Fahrtantritt erfolgen.
Besondere Aufmerksamkeit ist im südlichen Kanalabschnitt zwischen Stickhausen und Brückenfehn erforderlich. Dieser Bereich steht unter Tideeinfluss.
Die Straßen- und Eisenbahnbrücke in Stickhausen haben bei mittlerem Tideniedrigwasser eine Durchfahrtshöhe von etwa 2,65 Metern. Die tatsächliche Durchfahrtshöhe hängt jedoch vom jeweiligen Ablaufen des Tideniedrigwassers ab.
Mit der Tide richtig planen
Für Sportbootfahrer ist deshalb eine genaue Planung der Fahrtzeiten wichtig.
Wer von Stickhausen in Richtung Wiesmoor unterwegs ist, sollte die Brücken möglichst mit dem letzten Ebbestrom unterqueren. Anschließend empfiehlt es sich, am Warteanleger des NLWKN hinter der Eisenbahnbrücke auf die Flut zu warten.
Eine unmittelbare Weiterfahrt ist in der Regel nicht möglich, weil der Kanal in Richtung Brückenfehn bei Niedrigwasser teilweise nur etwa 30 Zentimeter Wasser führt.
In der Gegenrichtung – also von Wiesmoor kommend – sollten Sportbootfahrer mit dem Hochwasser in Brückenfehn ablegen. Am Warteanleger des NLWKN vor der Eisenbahnbrücke in Stickhausen kann anschließend auf das Niedrigwasser gewartet werden.
Beliebtes Ziel für Freizeit und Angeln
Heute ist der Nordgeorgsfehnkanal vor allem ein ruhiges Revier für die Freizeit auf dem Wasser. Neben Sportbootfahrern nutzen auch Kanuten die historische Wasserstraße. Ausflugsschiffe verkehren ebenfalls auf dem Kanal.
Auch für Angler ist die Strecke interessant. Der Nordgeorgsfehnkanal wird als Angelgewässer genutzt. Gastkarten sind beispielsweise bei der Tourist Information oder beim Camping- und Bungalowpark Ottermeer erhältlich.
So verbindet der Nordgeorgsfehnkanal heute Geschichte, Wasserwirtschaft und Freizeitnutzung. Was einst als Infrastruktur für die Entwässerung der Moore und den Transport von Torf und Kohle entstand, ist inzwischen eine wichtige Wasserverbindung für die Freizeitschifffahrt in Ostfriesland.
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