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Kitas öff­nen am 8. März in fes­ten Gruppen

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Schritt­wei­se wei­te­re Schul­öff­nun­gen ab 15. März — Ton­ne: „Gro­ßer Schritt nach vor­ne bei den Kleins­ten, bis Ostern besu­chen alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler ihre Schule”

In Nie­der­sach­sen ste­hen nach den Bund-Län­der-Bera­tun­gen am (gest­ri­gen) Mitt­woch wei­te­re Schrit­te zur Öff­nung des Bil­dungs­be­rei­ches an.

Die Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen wer­den bereits ab Mon­tag, 08.03.2021, geöff­net für den ein­ge­schränk­ten Regel­be­trieb („Kita-Sze­na­rio B”). Die Kitas sind damit im Grund­satz geöff­net und bie­ten Betreu­ung in Regel­grup­pen­grö­ße an, aber ohne Gruppenmischung.

Zwei Ände­run­gen im Schul­be­reich wer­den eben­falls am 08.03.2021 vor­ge­nom­men: So ist im Unter­richt auch am Sitz­platz grund­sätz­lich in allen Jahr­gän­gen der Sekun­dar­be­rei­che I und II eine Mund-Nasen-Bede­ckung zu tra­gen. Zudem gilt wie­der, dass die Prä­senz­pflicht — mit Aus­nah­me der Risi­ko­grup­pen — wie­der­her­ge­stellt ist.

Eine Woche spä­ter, ab 15.03.2021, wird der Schul­be­reich geöff­net für Unter­richt im Wech­sel­mo­dell nach Sze­na­rio B für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Schul­jahr­gän­ge 5–7 im Sekun­dar­be­reich I sowie den Schul­jahr­gang 12 im Sekun­dar­be­reich II. Außer­dem wer­den die Berufs­ein­stiegs­schu­len sowie Berufs­schul­klas­sen für Jugend­li­che mit son­der­päd­ago­gi­schem Unter­stüt­zungs­be­darf ohne Aus­bil­dungs­ver­hält­nis und die För­der­schu­len im För­der­schwer­punkt kör­per­li­che und moto­ri­sche Ent­wick­lung und in För­der­schwer­punk­ten Hören und Sehen (Taub­blin­de) für Unter­richt nach Sze­na­rio B geöffnet.

Ab 22.03.2021 und damit noch vor den Oster­fe­ri­en kom­men dann alle Schu­len und Schul­jahr­gän­ge zurück in Sze­na­rio B.

Nie­der­sach­sens Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne zur Kita-Öff­nung: „Die letz­ten Wochen und Mona­te waren für vie­le Kin­der und Eltern eine gro­ße Belas­tung. Psy­cho­so­zi­al und auch öko­no­misch hat die Schlie­ßung der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen vie­le Fami­li­en unter Druck gesetzt. Es ist auch ein kaum mach­ba­rer Spa­gat, im Home­of­fice zu arbei­ten und gleich­zei­tig klei­ne Kin­der zu betreu­en. Und wir alle mer­ken natür­lich, dass es den Kin­dern nicht gut­tut, wenn sozia­le Kon­tak­te feh­len; spie­len, malen, toben mit ande­ren dür­fen nicht dau­er­haft feh­len. Daher bin ich sehr froh, dass wir bei den Kleins­ten einen gro­ßen Schritt nach vor­ne machen. Der ein­ge­schränk­te Betrieb sieht ein Betreu­ungs­an­ge­bot für alle Kin­der vor, die in der jewei­li­gen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung einen Betreu­ungs­platz haben.  Das bedeu­tet, die Kitas kön­nen in gewohn­tem Umfang früh­kind­li­che Bil­dung und Betreu­ung anbie­ten. Das sind gute Bot­schaf­ten für Kin­der und Eltern. Um den Gesund­heits­schutz zu gewähr­leis­ten und die Hygie­ne­plä­ne ein­hal­ten zu kön­nen, sind offe­ne Grup­pen­kon­zep­te sowie die Durch­mi­schung von Grup­pen nicht zuläs­sig. Die­se päd­ago­gisch-qua­li­ta­ti­ve Ein­schrän­kung ist not­wen­dig und ver­tret­bar mit Blick auf den Infek­ti­ons- und Gesundheitsschutz.”

Die Schul-Öff­nung kom­men­tiert der Kul­tus­mi­nis­ter: „Wir wol­len und wir wer­den vor Ostern allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern Prä­senz­un­ter­richt im Wech­sel­mo­dell nach Sze­na­rio B anbie­ten. Mit Blick auf die Gesamt­ge­menge­la­ge — dif­fu­ses Infek­ti­ons­ge­sche­hen, Muta­tio­nen, Sta­gna­ti­on bei Inzi­denz —  bin ich froh, dass wir heu­te die­sen wei­te­ren Öff­nungs­schritt machen kön­nen. Wir befin­den uns nach wie vor im Span­nungs­feld zwi­schen Kin­des­wohl, Bil­dungs­chan­cen und Fami­li­en­freund­lich­keit einer­seits und Pan­de­mie-Bekämp­fung andererseits.

Ich habe mich immer dafür aus­ge­spro­chen, dass wir die­se Abwä­gung ver­ant­wort­bar im Sin­ne der Kin­der und Jugend­li­chen vor­neh­men — das haben wir ein­mal mehr getan und kom­men unterm Strich dazu, die Schu­len für deut­lich mehr Kin­der zu öff­nen. Wir machen das aller­dings behut­sam und acht­sam. Alle sol­len sicher Tritt fas­sen und die Schu­len sich nach und nach fül­len. Wir set­zen damit unse­re Linie fort, erst die Jün­ge­ren und die mit bald anste­hen­den Abschlüs­sen in die Schu­len zu holen. Das hat sich bewährt und wird ausgebaut.

Par­al­lel zu die­sen Schrit­ten flan­kie­ren wir über Imp­fen und Testen.

Ich gehe davon aus, dass noch im März die ers­ten Imp­fun­gen ange­bo­ten wer­den kön­nen. Die Impf­zen­tren gehen auf die Schu­len zu und bit­ten um Daten­über­mitt­lung, denn die Erhe­bung der Impf­da­ten ist der ers­te not­wen­di­ge Schritt.

Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um hat ein Test-Kon­zept erar­bei­tet und in Abstim­mung mit den ande­ren Res­sorts hier­für auch die nöti­gen Wei­chen gestellt. Wir wer­den aller Vor­aus­sicht nach in der letz­ten Schul­wo­che vor den Oster­fe­ri­en eine „Test­wo­che” an den nie­der­säch­si­schen Schu­len anbie­ten, um den Umgang mit den Selbst­tests ein­zu­üben. Nach den Oster­fe­ri­en wer­den wir wochen­wei­se und bei bestimm­ten Anläs­sen wei­te­re Tes­tun­gen vor­se­hen. Bei betrof­fe­nen Klas­sen gel­ten ohne­hin die Anord­nun­gen der ört­li­chen Gesund­heits­äm­ter mit Qua­ran­tä­ne und Tes­tun­gen, auch für die Kon­takt­per­so­nen, die kom­men dann noch dazu.

Wir sind also auf einem guten Weg und wer­den das Tem­po wei­ter hochhalten.

Mit der Kom­bi­na­ti­on aus Tes­ten, Imp­fen, Mas­ken plus Abstand, Hygie­ne und Lüf­ten erhö­hen wir die Sicher­heit immer wei­ter und schüt­zen Kin­der und Beschäftigte.”

Die Maß­nah­men für die Zeit ab dem 08.03.2021 bis zum Ende der Oster­fe­ri­en am 09.04.2021 im Überblick:

 

Sze­na­rio B in Kindertageseinrichtungen:

Die Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen wech­seln in das Sze­na­rio B und sind damit im Grund­satz geöff­net. Es gilt damit der ein­ge­schränk­te Regel­be­trieb: Betreu­ung in Regel­grup­pen­grö­ße, aber kei­ne Gruppenmischung.

 

Sze­na­rio B in Schulen:

Ab dem 15. März 2021 gilt das Sze­na­rio B für

Ø die Schul­jahr­gän­ge 5–7 und die Abschluss­klas­sen des Sekun­dar­be­reichs I

Ø die Schul­jahr­gän­ge 12 und 13 des Sekun­dar­be­reichs II, Abschluss­klas­sen an BBS

Ø die För­der­schu­len GE, KME, Taub­blin­de (alle Jahrgänge)

Ø Tages­bil­dungs­stät­ten

Ø Berufs­ein­stiegs­schu­len und Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit einem son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­darf ohne Ausbildungsstelle

Ø den Primarbereich

Ab dem 22. März 2021 gilt das Sze­na­rio B für

Ø alle Schü­le­rin­nen und Schüler

 

Prä­senz­pflicht:

Ab dem 8. März 2021 gilt wie­der, dass kein frei­wil­li­ges Distanz­ler­nen mög­lich ist. Die Rege­lun­gen für vul­nerable Per­so­nen blei­ben wei­ter­hin bestehen.

Mas­ken­pflicht:
Ab dem 8. März 2021 ist im Unter­richt auch am Sitz­platz grund­sätz­lich in allen Jahr­gän­gen der Sekun­dar­be­rei­che I und II eine Mund-Nasen-Bede­ckung zu tragen.

 

Not­be­treu­ung Schule:

Not­be­treu­ung wird ange­bo­ten für die Kin­der der Schul­jahr­gän­ge 1–6 in der Regel zwi­schen 08:00 Uhr und 13:00 Uhr.

 

Hot-Spot-Rege­lung:

Die beschrie­be­nen Öff­nun­gen von Kita und Schu­le gel­ten aus­schließ­lich für Ein­rich­tun­gen in Kreisen/kreisfreien Städ­ten, bei denen eine Sie­ben-Tage-Inzi­denz von bis zu 100 fest­ge­stellt wird. Bei über 100 kön­nen kei­ne wei­te­ren Öff­nungs­schrit­te gemacht wer­den, bis die Inzi­denz dann sta­bil — min­des­tens drei Tage — wie­der unter 100 gefal­len ist: Bei drei Tagen unun­ter­bro­chen unter 100 erfolgt der Wech­sel in Sze­na­rio B.


 

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen und Leer fährt wieder

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line ver­bin­det Leer und Gro­nin­gen wieder

Wee­ner. Nach fast elf Jah­ren Unter­bre­chung ist die Frie­sen­brü­cke über die Ems wie­der für den Bahn­ver­kehr frei­ge­ge­ben. Mit einer Son­der­fahrt wur­de am Don­ners­tag, 1. Okto­ber 2026, die neue Ver­bin­dung zwi­schen Gro­nin­gen und Leer offi­zi­ell eröff­net. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber, sol­len die regu­lä­ren Per­so­nen­zü­ge wie­der grenz­über­schrei­tend verkehren.

Die Wie­der­eröff­nung mar­kiert einen wich­ti­gen Schritt für die soge­nann­te Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen, Leer und künf­tig Bre­men. Die rund 173 Kilo­me­ter lan­ge Ver­bin­dung soll die Nie­der­lan­de und Deutsch­land bes­ser mit­ein­an­der ver­knüp­fen und ins­be­son­de­re für Pend­ler, Stu­die­ren­de, Arbeit­neh­mer und Tou­ris­ten eine wich­ti­ge grenz­über­schrei­ten­de Ver­bin­dung darstellen.

Ste­phan Christ: „Nach fast elf Jah­ren ist die Frie­sen­brü­cke end­lich fertig“

Zur Eröff­nung äußer­te sich Ste­phan Christ, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen-Land­tags­frak­ti­on, erfreut über die Wie­der­auf­nah­me des Zugverkehrs.

Christ bezeich­ne­te die Fer­tig­stel­lung nach fast elf Jah­ren als wich­ti­gen Schritt. Damit sei die Stre­cke für den inter­na­tio­na­len Zug­ver­kehr zwi­schen den Nie­der­lan­den und Deutsch­land wie­der befahr­bar. Der Zer­stö­rung der alten Brü­cke durch einen Frach­ter im Dezem­ber 2015 sei eine jah­re­lan­ge Unter­bre­chung mit meh­re­ren Ver­zö­ge­run­gen gefolgt.

Umso grö­ßer sei die Freu­de dar­über, dass die Wun­der­line nun wie­der durch­gän­gig fah­ren könne.

Beson­ders hob Christ auch die neue Bedeu­tung der Brü­cke für den Fuß- und Rad­ver­kehr her­vor. Die­ser wer­de nicht mehr ledig­lich gedul­det, son­dern habe nun offi­zi­ell einen eige­nen Platz auf der Brü­cke. Neben der Bahn­tras­se befin­det sich ein 2,5 Meter brei­ter Fuß- und Rad­weg. Das Land Nie­der­sach­sen habe des­sen Bau mit mehr als sechs Mil­lio­nen Euro gefördert.

Gleich­zei­tig rich­tet Christ den Blick bereits auf die nächs­te Auf­ga­be. Nun sei der Bund am Zug. Die Stre­cke zwi­schen Olden­burg und Leer müs­se aus­ge­baut wer­den, damit die Züge wie geplant künf­tig bis Bre­men durch­fah­ren könnten.

 

 

Foto: Ste­phan Christ (links) und Tammo Len­ger — Foto­nach­weis: privat

Tammo Len­ger: „Ein ech­ter Mei­len­stein für die Region“

Auch Tammo Len­ger, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Grü­nen-Kreis­tags­frak­ti­on Leer, bezeich­net die Wie­der­eröff­nung als bedeu­ten­den Tag für die Region.

Für die Men­schen vor Ort sei die Frei­ga­be ein ech­ter Mei­len­stein. Über zehn Jah­re hät­ten Anwoh­ner und Pend­ler mit Umwe­gen, Ersatz­ver­keh­ren und Unsi­cher­heit leben müssen.

Ursprüng­lich war die Wie­der­auf­nah­me des Zug­ver­kehrs bereits für Ende 2024 vor­ge­se­hen. Die Eröff­nung wur­de jedoch mehr­fach ver­scho­ben. Umso wich­ti­ger sei es nun, dass die­ses Kapi­tel abge­schlos­sen wer­den könne.

Len­ger betont zudem die euro­päi­sche Bedeu­tung der Ver­bin­dung. Die Wie­der­eröff­nung sei ein wich­ti­ges Zei­chen für Euro­pa, weil die Bahn­stre­cke Men­schen und Regio­nen über die deutsch-nie­der­län­di­sche Gren­ze hin­weg mit­ein­an­der verbinde.

Bahn­hof Ihr­ho­ve wie­der in Betrieb

Mit der Wie­der­auf­nah­me der Ver­bin­dung gibt es eine wei­te­re wich­ti­ge Neue­rung für die Regi­on: Der Bahn­hof Ihr­ho­ve wird nach mehr als fünf Jahr­zehn­ten wie­der als Halt genutzt. Nach Anga­ben von Len­ger stärkt dies den länd­li­chen Raum spürbar.

Gleich­zei­tig sieht er wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. Der Bahn­hof in Ihr­ho­ve müs­se zusätz­lich an den RE15 in Rich­tung Müns­ter ange­bun­den werden.

Die Reak­ti­vie­rung des Bahn­hofs Ihr­ho­ve gehört zu den Maß­nah­men im Zuge der Wie­der­auf­nah­me des grenz­über­schrei­ten­den Bahn­ver­kehrs. Auch der Bahn­hof Bun­de wur­de für die neue Ver­bin­dung reaktiviert.

Frie­sen­brü­cke nach Unfall 2015 kom­plett neu gebaut

Die neue Frie­sen­brü­cke war not­wen­dig gewor­den, nach­dem das Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 mit der dama­li­gen Klapp­brü­cke kol­li­diert und die­se schwer beschä­digt hat­te. Der Bahn­ver­kehr zwi­schen Leer und Gro­nin­gen war dar­auf­hin für fast elf Jah­re unterbrochen.

Die neue Kon­struk­ti­on ist eine tech­nisch auf­wen­di­ge Hub-Dreh­brü­cke und gilt als größ­te Eisen­bahn-Hub-Dreh­brü­cke Euro­pas. Neben der Bahn­stre­cke ver­fügt sie über den neu­en Fuß- und Rad­weg sowie eine sepa­ra­te Dienst- und Rettungsroute.

Für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer war die neue Brü­cke bereits im Sep­tem­ber 2025 frei­ge­ge­ben wor­den. Seit dem 1. Okto­ber 2026 ist nun auch die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung wie­der hergestellt.

Regu­lä­rer Zug­ver­kehr star­tet am 5. Oktober

Die offi­zi­el­le Eröff­nung erfolg­te zunächst mit einer Son­der­fahrt. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber 2026, sol­len wie­der regu­lä­re Per­so­nen­zü­ge zwi­schen Gro­nin­gen und Leer verkehren.

Damit ist ein ent­schei­den­der Abschnitt der Wun­der­line abge­schlos­sen. Für einen voll­stän­di­gen Aus­bau der Ver­bin­dung bis Bre­men sind jedoch wei­te­re Maß­nah­men erforderlich.

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Sil­via Sin­ning begeis­tert in Jem­gum: Song­poe­tin sorgt für Stan­ding Ovations

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Song­poe­tin Sil­via Sin­ning begeis­tert Publi­kum im Bür­ger­haus Jemgum

Jem­gum. Am Sams­tag, 26. Sep­tem­ber, wur­de das Bür­ger­haus Jem­gum zum Schau­platz eines beson­de­ren Kon­zert­abends. Um 19.30 Uhr füll­te sich der Saal zuse­hends mit Besu­che­rin­nen und Besu­chern im Alter von etwa acht bis 80 Jah­ren. Das Inter­es­se war so groß, dass kurz­fris­tig noch Stüh­le für drei zusätz­li­che Rei­hen auf­ge­stellt wer­den mussten.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand die Song­poe­tin Sil­via Sin­ning aus Leer, die zahl­rei­che selbst getex­te­te und kom­po­nier­te Lie­der aus ihrem umfang­rei­chen Reper­toire präsentierte.

Musi­ka­li­sche Viel­falt ohne Schubladen

Rund ein­ein­halb Stun­den lang nahm Sil­via Sin­ning ihr Publi­kum mit auf eine musi­ka­li­sche Rei­se. Dabei beglei­te­te sie sich selbst am Kla­vier, an der Gitar­re und am Saxo­fon.

Ange­kün­digt war das Kon­zert als „sti­lis­ti­sche Viel­falt auf hohem Niveau“. Tat­säch­lich erwies sich das Pro­gramm als musi­ka­li­sches Cross­over, das sich kaum in eine bestimm­te Schub­la­de ein­ord­nen lässt.

So prä­sen­tier­te Sin­ning unter ande­rem einen Reg­gae auf Platt­deutsch sowie einen Folk-Song mit einem Bos­sa-Nova-Zwi­schen­teil auf Por­tu­gie­sisch. Ein wei­te­res Stück ver­band Pop, Rock und Latin und setz­te sich inhalt­lich mit dem Frie­den und den Grund­wer­ten unse­res Grund­ge­set­zes auseinander.

Die musi­ka­li­sche Band­brei­te kam beim Publi­kum sicht­bar gut an. Bei meh­re­ren Lie­dern gab es bereits wäh­rend des Vor­trags Sze­nen­ap­plaus. Teil­wei­se stimm­ten die Kon­zert­be­su­cher sogar direkt in die Refrains ein.

Über­ra­schungs­gäs­te sor­gen für zusätz­li­chen Klang

Für eine beson­de­re Über­ra­schung sorg­ten wei­te­re Musi­ker, die im Ver­lauf des Kon­zerts auf die Büh­ne kamen. Ingo Arndt unter­stütz­te das Kon­zert an den Con­gas und am Cajón, wäh­rend Mar­kus Schoor­mann den E‑Bass übernahm.

Zusätz­lich stieß der Frie­dens- und Frei­heits­chor aus Leer dazu. Gemein­sam prä­sen­tier­ten die Musi­ker zwei Hym­nen, mit denen sie das Publi­kum eben­falls begeisterten.

Aus dem ursprüng­lich als Solo­auf­tritt ange­kün­dig­ten Kon­zert wur­de damit zeit­wei­se ein musi­ka­li­sches Zusam­men­spiel aus Song­poe­tin, Band und Chor.

Stan­ding Ova­tions für Sil­via Sin­ning und ihre Mitstreiter

Am Ende belohn­te das Publi­kum die Künst­ler mit lang anhal­ten­dem Applaus und Stan­ding Ova­tions. Nach einer schwung­vol­len und einer besinn­li­chen Zuga­be ver­ab­schie­de­te sich Sil­via Sin­ning gemein­sam mit den Musi­kern und dem Chor von den Konzertbesuchern.

Doch auch nach dem letz­ten Ton war der Abend noch nicht vor­bei. Im Anschluss an das Kon­zert ent­wi­ckel­te sich ein reger Aus­tausch über das musi­ka­li­sche Erleb­nis und die ver­schie­de­nen Facet­ten des Abends.

Wei­te­res Kon­zert in Leer geplant

Wer Sil­via Sin­ning erneut live erle­ben möch­te, soll dazu bereits im Janu­ar 2026 Gele­gen­heit bekom­men. Ein ähn­li­ches Kon­zert ist im Musik­ate­lier von Sil­via Sin­ning in Leer geplant.

Der Kon­zert­abend im Bür­ger­haus Jem­gum hat dabei gezeigt, dass selbst kom­po­nier­te Musik, unter­schied­li­che Stil­rich­tun­gen und mehr­spra­chi­ge Tex­te ein Publi­kum über Gene­ra­tio­nen hin­weg errei­chen können.

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Frie­sen­brü­cke über die Ems: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Millionen

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Frie­sen­brü­cke: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Mil­lio­nen Euro

Weener/Westoverledingen. Die Frie­sen­brü­cke über die Ems ver­bin­det die ost­frie­si­schen Kom­mu­nen Wee­ner und Wes­t­ov­er­le­din­gen und ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen in den Nie­der­lan­den. Nach der Kol­li­si­on mit dem Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 war die rund 335 Meter lan­ge Eisen­bahn­brü­cke nicht mehr nutz­bar. Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land kri­ti­siert nun die Ent­wick­lung von Kos­ten und Bau­zeit beim Ersatzneubau.

Unfall mach­te wich­ti­ge Ver­bin­dung unpassierbar

In der Nacht zum 3. Dezem­ber 2015 kol­li­dier­te das Fracht­schiff „Ems­moon“ mit der Frie­sen­brü­cke. Die Eisen­bahn­klapp­brü­cke wur­de dabei so schwer beschä­digt, dass sie anschlie­ßend nicht mehr genutzt wer­den konnte.

Die Fol­gen waren weit­rei­chend. Die Frie­sen­brü­cke ist Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen und damit eine wich­ti­ge Ver­bin­dung zwi­schen Deutsch­land und den Nie­der­lan­den. Gleich­zei­tig stellt sie eine bedeu­ten­de Que­rungs­mög­lich­keit für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer dar.

Ins­be­son­de­re für den Fahr­rad­tou­ris­mus sowie für die Men­schen in der Regi­on bedeu­te­te der Aus­fall erheb­li­che Ein­schrän­kun­gen. Die nächs­te Mög­lich­keit, die Ems zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zu über­que­ren, liegt rund zehn Kilo­me­ter entfernt.

Ursprüng­lich waren rund 30 Mil­lio­nen Euro vorgesehen

Nach dem Unfall plan­te die Deut­sche Bahn als Eigen­tü­me­rin der Frie­sen­brü­cke zunächst einen kon­struk­tiv opti­mier­ten Ersatz der bis­he­ri­gen Klapp­brü­cke. Damit soll­te die Bahn­ver­bin­dung ver­gleichs­wei­se schnell wie­der­her­ge­stellt werden.

Nach dama­li­gen Pla­nun­gen wur­de von einer Bau­zeit von rund fünf Jah­ren aus­ge­gan­gen. Die Wie­der­in­be­trieb­nah­me war für 2021 vor­ge­se­hen. Die Kos­ten wur­den zunächst auf etwa 30 Mil­lio­nen Euro geschätzt.

Nach Dar­stel­lung des Bun­des der Steu­er­zah­ler änder­te sich die­se Pla­nung jedoch grundlegend.

Land, Kom­mu­nen und Werft for­der­ten grö­ße­re Durchfahrtsbreite

Das Land Nie­der­sach­sen, die anlie­gen­den Kom­mu­nen und eine gro­ße, an der Ems ansäs­si­ge Werft setz­ten sich für eine deut­lich grö­ße­re Durch­fahrts­brei­te für Schif­fe ein.

Statt der bis­he­ri­gen 25 Meter soll­te die neue Brü­cke eine Durch­fahrts­brei­te von 56 Metern ermög­li­chen. Dafür wur­de eine neu­ar­ti­ge Kon­struk­ti­on als Hub-Dreh­brü­cke ins Spiel gebracht.

Hin­ter­grund waren unter ande­rem die Ein­schrän­kun­gen bei Schiffs­über­füh­run­gen der Werft. Bei der bis­he­ri­gen Brü­cke muss­te der mitt­le­re Brü­cken­teil bei ent­spre­chen­den Über­füh­run­gen mit einem Schiffs­kran aus­ge­ho­ben und anschlie­ßend wie­der ein­ge­setzt wer­den. Dadurch konn­te die Brü­cke teil­wei­se bis zu drei Tage für den Ver­kehr gesperrt werden.

Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler hät­te aller­dings auch der ursprüng­lich geplan­te 1:1‑Ersatz kon­struk­tiv so opti­miert wer­den kön­nen, dass sich die Sperr­zeit auf etwa einen Tag reduziert.

Ent­schei­dung für die Hub-Drehbrücke

Mit­te 2017 ent­schied sich das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um für die Hub-Dreh­brü­cke. Das Land Nie­der­sach­sen sag­te gleich­zei­tig eine Betei­li­gung an den zusätz­li­chen Kos­ten zu.

Zu die­sem Zeit­punkt wur­den die Kos­ten für die neue Kon­struk­ti­on auf rund 50 Mil­lio­nen Euro geschätzt. Die Inbe­trieb­nah­me war nun für 2024 vorgesehen.

Der Bund der Steu­er­zah­ler kri­ti­siert ins­be­son­de­re, dass nach sei­ner Dar­stel­lung zuvor kei­ne Wirt­schaft­lich­keits­rech­nung für unter­schied­li­che Brü­cken­va­ri­an­ten vor­ge­le­gen habe. Die Ent­schei­dung für die auf­wen­di­ge­re Kon­struk­ti­on sei viel­mehr poli­tisch getrof­fen worden.

Kos­ten stei­gen auf 66 und anschlie­ßend 96 Mil­lio­nen Euro

Im April 2018 teil­te die Deut­sche Bahn mit, dass bei der geplan­ten Hub-Dreh­brü­cke auch die vor­han­de­nen Vor­land­brü­cken nicht wei­ter genutzt wer­den könn­ten. Des­halb muss­ten auch die­se Berei­che neu gebaut werden.

Die Kos­ten­pro­gno­se stieg dadurch auf 66 Mil­lio­nen Euro.

Nur einen Monat spä­ter folg­te bereits die nächs­te deut­li­che Erhö­hung. Die Deut­sche Bahn ver­an­schlag­te die Kos­ten nun auf 96 Mil­lio­nen Euro. Dabei wur­den unter ande­rem Risi­ken im Zusam­men­hang mit dem auf­wen­di­gen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren berücksichtigt.

Der Ersatz der Frie­sen­brü­cke ent­wi­ckel­te sich damit zuneh­mend zu einem kom­plet­ten Neubauprojekt.

Bau­ar­bei­ten begin­nen erst 2021

Die umfang­rei­chen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren führ­ten dazu, dass die Bau­ar­bei­ten erst im Som­mer 2021 begin­nen konnten.

Auch die Kos­ten­pro­gno­se stieg wei­ter an. Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler wur­den zunächst 125 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2021, anschlie­ßend 210 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2022 und schließ­lich 277 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2024 veranschlagt.

Als Grün­de für die Kos­ten­stei­ge­run­gen wur­den unter ande­rem gestie­ge­ne Mate­ri­al- und Per­so­nal­kos­ten genannt.

Der Bund der Steu­er­zah­ler sieht aller­dings auch einen Zusam­men­hang mit der außer­ge­wöhn­li­chen Kon­struk­ti­on. Mit der neu­en Frie­sen­brü­cke ent­stand eine euro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Hub-Dreh­brü­cke. Dadurch habe man beim Bau tech­nisch Neu­land betreten.

Neue Frie­sen­brü­cke seit 2025 für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer geöffnet

Eine ers­te wich­ti­ge Etap­pe wur­de im Sep­tem­ber 2025 erreicht. Nach fast zehn Jah­ren war die neue Frie­sen­brü­cke wie­der für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer nutzbar.

Für den Bahn­ver­kehr dau­er­te die Wie­der­her­stel­lung noch län­ger. Die Frei­ga­be für Züge ist nach der aktu­el­len Pla­nung für Herbst 2026 vorgesehen.

Damit könn­te die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung zwi­schen Leer und Gro­nin­gen nach fast elf Jah­ren wie­der voll­stän­dig her­ge­stellt werden.

Kri­tik des Bun­des der Steuerzahler

Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land stellt bei sei­ner Kri­tik ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung von Kos­ten, Bau­zeit und Pla­nung in den Mit­tel­punkt. Nach sei­ner Dar­stel­lung hät­te ein deut­lich güns­ti­ge­rer und schnel­ler umsetz­ba­rer Ersatz der ursprüng­li­chen Klapp­brü­cke zur Ver­fü­gung gestanden.

Aus den zunächst ver­an­schlag­ten rund 30 Mil­lio­nen Euro für einen 1:1‑Ersatz wur­de eine Kos­ten­pro­gno­se von zuletzt 277 Mil­lio­nen Euro für die neue Hub-Drehbrücke.

Der Fall Frie­sen­brü­cke zeigt damit ein­drucks­voll, wie stark sich Kos­ten und Zeit­plan eines Infra­struk­tur­pro­jekts ver­än­dern kön­nen, wenn sich die ursprüng­li­che Pla­nung grund­le­gend ändert.

Bei­trags­bild: Ingo Ton­sor @LeserECHO

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