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Thiele: Landesregierung setzt Breitbandförderung für Ostfriesland aus
Foto: Abgehängt oder der Stecker gezogen wird offenbar seitens der Landesregierung die ostfriesische Versorgung mit Breitbandanschlüssen. Foto: Jürgen Eden/Wahlkreisbüro Ulf Thiele
Thiele: Landesregierung stoppt Breitbandförderung für Ostfriesland
Schnelles Internet? Beim erforderlichen Breitbandausbau droht Ostfriesland nun abgehängt zu werden. Das befürchtet der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele aus Stallbrüggerfeld. Denn der Wirtschaftsminister der Rot-Grünen Landesregierung, Olaf Lies, hat angekündigt, die überaus wichtige niedersächsische Ko-Finanzierung der Bundesförderung für den Breitbandausbau nicht fortzuführen. In einer kleinen Anfrage fordert Thiele nun Antworten vom zuständigen Minister Olaf Lies (SPD).
Worum geht es konkret? Um schnelle Internetverbindungen in Straßen, in denen die Verlegung von Glasfaserleitungen ohne Zuschüsse für die Telekommunikationsunternehmen zu teuer und daher unwirtschaftlich ist. Diese wurden und werden in zwei Ausbaustufen mit Unterstützung des Bundes und des Landes angeschlossen. Es fehlen allerdings noch viele Adressen, die ohne eine weitere Förderung keine Aussicht haben, einen Anschluss an das schnelle Internet zu erhalten. Dies gilt für Privathäuser, aber auch für Gewerbebetriebe und sogar für die gesamte Insel Spiekeroog. Genau hier will der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, Olaf Lies, nun aber sparen. So hatte er am 19. Juli 2023 verkündet, dass das Land Niedersachsen bei der Kofinanzierung zum Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau aussteige.
Dabei gibt es in Deutschland beim Ausbau des Breitbandausbaus noch viel zu tun. Laut einer Erhebung der Plattform Speedtest liegt Singapur klar vorne. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist mit fast 250Bit pro Sekunde dreimal so schnell wie in Deutschland. Seit dem Jahr 2015 gibt es die „Gigabitförderung 2.0“ des Bundes. Ziel ist es, den Ausbau überall dort zu unterstützten, wo privatwirtschaftliche zu teuer wäre. Auch Restgebiete in bereits ausgebauten Flächen profitierten davon. Dies ist laut Thiele auch deshalb unabdingbar, da der Ausbau der 5G-Breitbandtechnologie für den Mobilfunkt ebenfalls zwingend auf den flächendeckenden Ausbau der Breitbandtechnologie angewiesen ist. „Ohne Breitband auch kein leistungsfähiger Mobilfunk! Breitbandverbindungen sind Grundlage für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ländlichen Räumen, und sie sind zugleich zentrale Wirtschaftsförderung. Und genau dagegen verschließt sich der niedersächsische Wirtschaftsminister“, so Thiele. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sei Deutschland mit der Errichtung von schnellen Internetverbindungen ohnehin eher auf dem Standstreifen als auf der Überholspur unterwegs. Niedersachsen werde, wenn es bei dieser Entscheidung bleibe, jetzt auch innerhalb Deutschlands weiter zurückfallen. Die CDU-Landtagsfraktion habe, so Thiele, im Rahmen von Haushaltsanträgen für Nachtragshaushalte in diesem Jahr bereits zweimal beantragt, 120 Millionen Euro für die weitere Förderung bereitzustellen und aus der mit knapp einer Milliarde Euro gut gefüllten Rücklage des Landes zu finanzieren. „Leider hat die rot-grüne Koalition dies bisher abgelehnt. Wir werden aber auch für das kommende Haushaltsjahr nicht lockerlassen und weitere Anträge stellen, um die Förderung fortsetzen zu können“, kündigte Thiele an, der auch haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion ist.
Die bisherige Finanzierung sah vor, dass der Bund sich mit 50 Prozent an der nachgewiesenen Wirtschaftlichkeitslücke des Breitbandausbaus beteiligt, das Land mit 25 Prozent und die Kommunen die verbleibenden 25 Prozent übernehmen. „Dünn besiedelte Gebiete werden mit dieser geplanten Streichung nun das Nachsehen haben. Die Kommunalen Spitzenverbände aus Niedersächsischem Landkreistag, Niedersächsischem Städtetag und Niedersächsischem Städte- und Gemeindebund bezeichneten den Schritt des Landes, sich aus der Breitbandförderung zurückzuziehen bereits als ein „fatales Signal“ so Thiele. In einer gemeinsamen Stellungnahme zum Landeshaushalt 2024 forderten Sie unmissverständlich eine Fortsetzung der Förderung. Das sieht Thiele genauso und fordert die Rückkehr in die Förderung. „Für mich stellt sich die Frage, welche Maßnahmen die Landesregierung künftig ergreifen möchte, um Flächenlandkreise wie beispielsweise die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund in Ostfriesland möglichst vollständig mit Glasfaser zu versorgen. Wie ist der aktuelle Stand und hat die rot-grüne Landesregierung überhaupt vor, diese Unterversorgung zu lösen“, so Thiele.
In seiner parlamentarischen Anfrage will Thiele auch wissen, wieviel Potential die Landesregierung für Ostfriesland sieht, den Lückenschluss eigenwirtschaftlich, also durch die Telekommunikationsunternehmen und ohne Förderung, zu erreichen. Außerdem möchte Thiele vom Wirtschaftsminister wissen, welche Projekte in dieser Region bisher vom Land gefördert wurden. Da das Land selbst Eigentümer von Gebäuden in der Region ist, stelle sich zudem die Frage, welche Objekte bereits mit einer Breitbandgeschwindigkeit von mindestens 1Gbit/s versorgt und wo entsprechende Möglichkeiten bereits vorhanden seien. „Einen besonderen Stellenwert haben bei der Betrachtung natürlich auch unsere Unternehmen und Privathaushalte. Nur wenn der Breitbandausbau gut ist, können neue Betriebe angesiedelt werden und vorhandene Unternehmen sich vor Ort entwickeln. Sonst werden die strukturellen Standortnachteile für unsere Region noch größer“, so Thiele. Das setze sich bei den Fachkräften mit ihren Familien, aber auch bei den Studenten und Schülern fort, denn auch sie sind auf schnelle Internetverbindungen angewiesen.
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Wahlkampf trifft Bingo: Politik mal ganz anders in Ihrenerfeld
Wahlkampf einmal anders: „Bingo trifft Bürgermeisterkandidat“ in Ihrenerfeld
Westoverledingen. Ein ungewöhnlicher Ansatz im Kommunalwahlkampf: Unter dem Motto „Bingo trifft Bürgermeisterkandidat“ lädt der Bürgermeisterkandidat Thorsten Sinning zu einem Abend in die Gaststätte Gossling nach Ihrenerfeld ein. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 21. Mai 2026, ab 19:00 Uhr statt und bricht bewusst mit den Traditionen klassischer politischen Kundgebungen.
Anstelle von starren Wahlkampfreden setzt das Konzept auf eine Kombination aus Unterhaltung, persönlichem Austausch und kommunalpolitischem Dialog in lockerer Atmosphäre. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein geselliger Bingo-Abend, bei dem es neben Präsentkörben und kleineren Überraschungen vor allem um das direkte Gespräch auf Augenhöhe geht. Das erklärte Ziel der Veranstaltung ist es, Menschen aus der Gemeinde zusammenzubringen und Hemmschwellen im Kontakt mit der Politik abzubauen.
Bürgernähe und Dialog im Fokus
Thorsten Sinning betont die Absicht, den Abend nahbar und unkompliziert zu gestalten. Die Priorität liege nicht auf der Selbstdarstellung, sondern auf dem Zuhören und dem gemeinsamen Entwickeln von Perspektiven für die Region.
„Kommunalpolitik lebt vom Miteinander. Ich möchte zuhören, mit den Menschen ins Gespräch kommen und gemeinsam Ideen für Westoverledingen entwickeln.“
Raum für wichtige Zukunftsthemen
Trotz des spielerischen Rahmens wird der Abend Raum für inhaltliche Fragen bieten. Zwischen den Spielrunden gibt es ausreichend Gelegenheit, zentrale Themen der Gemeinde anzusprechen. Diskutiert werden können unter anderem die Bereiche Infrastruktur und Digitalisierung, die Förderung des Ehrenamts, die Unterstützung von Familien sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaft.
Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Westoverledingen – unabhängig von Alter oder politischer Orientierung. Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltungsdaten im Überblick:
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Ort: Gaststätte Gossling, Ihrenerfeld / Westoverledingen
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Datum: Donnerstag, 21. Mai 2026
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Beginn: 19:00 Uhr
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Eintritt: Frei

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Starke Frauen stärken das Handwerk
Betriebswirtschaftliche Beraterin Svea Janssen (v.l.), Unternehmenstrainerin Gesa Lüken und Vizepräsidentin Imke Hennig gestalteten die Veranstaltung.
Weibliche Führungsqualitäten im Fokus: Starke Frauen für ein starkes Handwerk
Moderne Führungskultur, transparente Kommunikation und die Stärkung der eigenen Rolle: Diese Themen standen im Mittelpunkt der jährlichen Netzwerkveranstaltung „Frauensache. Starke Frauen für ein starkes Handwerk“, zu der die Handwerkskammer für Ostfriesland eingeladen hatte. Rund 30 Teilnehmerinnen – darunter Unternehmerinnen, Meisterinnen, Gesellinnen und mitarbeitende Ehefrauen – nutzten den Abend, um neue Impulse für den betrieblichen Alltag zu gewinnen.
Anerkennung und Zielsetzung
Imke Hennig, Vizepräsidentin der Handwerkskammer, eröffnete die Veranstaltung und betonte die unverzichtbare Rolle von Frauen im Handwerk. Sie hob hervor, wie entscheidend die weibliche Seite für die zukunftsorientierte Gestaltung und den Erfolg der Betriebe ist. Das erklärte Ziel des Netzwerktreffens: Frauen darin zu bestärken, ihre Führungspositionen selbstbewusst und aktiv auszubauen
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Werkzeuge für moderne Führung
Der fachliche Teil des Abends bot konkrete Ansätze für die tägliche Praxis in den Betrieben:
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Shopfloor-Management für mehr Struktur: Referentin Svea Janssen, betriebswirtschaftliche Beraterin der Handwerkskammer, stellte das sogenannte Shopfloor-Management vor. Dieses Instrument dient dazu, Abläufe im Arbeitsalltag klarer zu strukturieren, Transparenz zu schaffen und die Kommunikation im Team effizienter zu gestalten – ein wesentlicher Baustein für eine moderne Führungskultur.
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Klarheit durch Selbstführung: Gesa Lüken, Unternehmenstrainerin bei CATS! Consulting aus Uplengen, legte den Fokus auf die innere Haltung. Erfolgreiche Mitarbeiterführung beginne demnach bei der eigenen Person. Nur wer die eigenen Werte kenne und authentisch handle, anstatt in eine künstliche Rolle zu schlüpfen, könne auch andere überzeugend leiten.
Austausch und Beratung
Nach den Fachvorträgen bot ein gemeinsamer Imbiss den passenden Rahmen für intensives Networking. Die Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, um Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte innerhalb des regionalen Handwerks zu knüpfen.
AnzeigeBeratungsangebot der Handwerkskammer Für Mitgliedsunternehmen, die das Thema „Shopfloor-Management“ im eigenen Betrieb umsetzen möchten, bietet Svea Janssen eine kostenfreie Beratung an.
Kontakt: Tel. 04941 1797–29 | E‑Mail: s.janssen@hwk-aurich.de

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Sozialer Wohnungsbau in Leer nimmt weiter Fahrt auf
Sozialer Wohnungsbau: KWL startet durch
Leer-Loga – Am Logaer Weg in Leer-Loga ist der offizielle Startschuss für den Bau eines neuen Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten gefallen. Auf Einladung der Kommunalen Wohnungsverwaltung Leer (KWL) kamen am Montag Vertreter der Stadtverwaltung, des Stadtrats, des ausführenden Bauunternehmens sowie des Architekturbüros zusammen, um mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Bauphase einzuleiten.
Der Neubau ist wesentlicher Bestandteil eines umfassenden KWL-Strategiepapiers. Wie Bürgermeister Claus-Peter Horst vor Ort berichtete, verfolgt die Stadt damit das klare Ziel, auf eigenen Grundstücken im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Aktuell umfasst die Planung mehr als 50 Wohneinheiten, die sich auf die Okko-ten-Broek-Straße, den Logaer Weg, die Breslauer Straße, die Logabirumer Straße, den Weidenweg und den Eichenweg verteilen. Davon befinden sich derzeit 20 Einheiten in der aktiven Umsetzung, während einige andere bereits fertiggestellt werden konnten. Eine Fortsetzung der Initiative im Zuge einer behutsamen Nachverdichtung und unter Nutzung des sogenannten „Bauturbos“ ist im Anschluss vorgesehen.
Moderner und barrierefreier Wohnraum mit Nachhaltigkeitskonzept
Auf dem rund 900 Quadratmeter großen Grundstück am Logaer Weg entsteht ein durchdachter Mix aus verschiedenen Wohnungsgrößen. KWL-Betriebsleiterin Elke Hinrichs erläuterte die genaue Aufteilung: Geplant sind jeweils zwei Einheiten mit 59 und 69 Quadratmetern sowie zwei weitere Wohnungen mit 52 und 58 Quadratmetern. Um den Bedürfnissen aller Generationen gerecht zu werden, werden die drei Einheiten im Erdgeschoss vollkommen barrierefrei gestaltet.
Auch in puncto Nachhaltigkeit setzt das Projekt Maßstäbe. Als zentrales Heizsystem wird eine moderne Wärmepumpe installiert, zudem wird das Dach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Zum Gesamtensemble gehören außerdem feste Parkplätze, praktische Schuppenabteile für die Mieter sowie eigene Balkone beziehungsweise Terrassen für jede Wohneinheit.
Einzug im Mai 2027 – Vergabe startet im Herbst
Der Zeitplan für das Bauvorhaben steht fest: Nach den nun anlaufenden Rohbau- und Dachdeckerarbeiten soll das Richtfest voraussichtlich Ende September gefeiert werden. Da das Projekt maßgeblich durch Wohnraumfördermittel des Landes finanziert wird, kann der Wohnraum zu einer günstigen Kaltmiete von 6,10 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Die Fertigstellung und der Bezug der Wohnungen sind für den 1. Mai 2027 geplant.
Interessenten können sich ab Oktober direkt bei der KWL melden. Für die Anmietung ist zwingend ein Wohnberechtigungsschein (WBS) erforderlich.
Kontakt und Auskunft
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Mietinteressenten (ab Oktober): Telefon: 0491 / 9782–178 (Frau Ulfers) oder 0491 / 9782–430 (Frau Büchter)
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Auskünfte zum Wohnberechtigungsschein (WBS): Telefon: 0491 / 9782–215 (Herr Abels) oder 0491 / 9782–365 (Frau Remmers-Behrends)
























