Lokal
Ulf Thiele: Kultusministerin darf Samtgemeinde Hesel mit Schulmensa nicht hängen lassen
Foto: Von links: Thomas Bohlen CDU-Ratsmitglied Gemeinde Holtland, CDU-Generalsekretär Dr. Marco Mohrmann, Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann, CDU-Landtagsabgeordneter Ulf Thiele, CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende und Kreisvorsitzende Melanie Nonte, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Samtgemeinderat Hesel Hans-Hermann Joachim, Vorsitzender CDU Holtland Jonny Siebens. Foto: Wahlkreisbüro Ulf Thiele
Ulf Thiele: Appell an Kultusministerin, Samtgemeinde Hesel bei Schulmensa zu unterstützen
Für den Bau der Mensa der Gundschule Holtland drohen der Samtgemeinde Hesel nach wie vor hohe Rückzahlungen in Höhe von bis zu 630.000 Euro an Bund und Land. Nach Wegen aus dieser für die Kommune finanziell bedrohlichen Situation suchte am Samstag bei einem Ortstermin der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele gemeinsam mit Hesels Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann und dem Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Dr. Marko Mohrmann (Zeven, Landkreis Rotenburg), sowie Vertretern des CDU-Samtgemeindverbandes Hesel unter Leitung der Verbands- und Kreisvorsitzenden Melanie Nonte. Die klare Forderung von Thiele: „Die Kultusministerin darf die Samtgemeinde Hesel mit den Kosten der Schulmensa Holtland nicht hängen lassen. Schließlich wurde durch den Bund, mit Zustimmung des Landes, gerade erst der Rechtsanspruch auf einen Ganztags-Grundschulplatz eingeführt. Dafür müssen viele Kommunen in Mensen und Räume investieren. Das schaffen sie nicht aus eigener Finanzkraft.“
Eigentlich ist es eine Erfolgsgeschichte. Die Grundschule Holtland ist stabil zweizügig und bereits seit 2014 eine offene Ganztagsschule. Und das Interesse von Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme am Ganztagsunterricht wächst stetig. Von den 150 Kindern nutzen aktuell ein Drittel das Angebot der Grundschule, mit weiter steigender Tendenz. Um dieses Angebot überhaupt zu ermöglichen, musste bisher viel improvisiert werden. So diente ein kleiner Unterrichtsraum nicht nur zur Wissensvermittlung, sondern auch als Schulmensa und für Nachhilfeangebote in den Nachmittagsstunden. „Bei immer größerer Nachfrage und dem ab 2026 folgenden Rechtsanspruch auf dieses Angebot ist dieser Zustand nicht dauerhaft haltbar. Dazu gehört auch ein adäquates Lern- und Betreuungsumfeld“, sagte Thiele. Allerdings kann eine finanzschwache Kommune wie die Samtgemeinde Hesel ein derart großes Bauvorhaben seiner Meinung nach kaum aus eigener Kraft stemmen. „Bund und Land sind in der Pflicht, denn sie haben den Eltern die Ganztagsschule versprochen“, so Thiele weiter. Umso erfreulicher war es dann aus Sicht der Samtgemeinde, im Sommer 2021 ein Bewilligungsbescheid des Niedersächsischen Kultusministeriums in Höhe von 678.000 Euro zu erhalten. Konkret handelte es sich dabei um Mittel aus dem Ganztagsfinanzierungsgesetzes (GaFG), die vom Bund stammen und durch das Land verteilt wurden. Mit der Richtlinie wurden Zuwendungen zur Förderung des beschleunigten Infrastrukturausbaus der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Niedersachsen an die Samtgemeinde ausgezahlt und auch der Bau der multifunktionalen Mensa in Holtland überhaupt erst möglich. Die Bedingung: Bis zum 31. Dezember 2021 hätte das Vorhaben abgeschlossen werden müssen. Das war in Zeiten von Corona, akutem Fachkräfte- und Materialmangel allerdings unmöglich. Die Bundesregierung gewährte daher eine Fristverlängerung bis Ende 2022.
Was waren die besonderen Herausforderungen?
Die Rahmenbedingungen für die Ausführungen des Baus der Mensa in Holtland haben sich seither allerdings nicht verbessert, ganz im Gegenteil. Zu den erstgenannten Herausforderungen kamen nun aufgrund des Ukraine-Krieges weitere Lieferengpässe bei den Baumaterialien. Auch die formalen Hürden bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen wurden zumindest aufgrund der Corona-Maßnahmen besonders herausfordernd. Dazu zählen beispielsweise die Information und Beratung der verantwortlichen Gremien, Anfertigungen oder Änderungen von Bebauungsplänen, Auslegungsfristen und die Ausschreibungsverfahren für öffentliche Projekte. Alles nahm viel Zeit in Anspruch. Die Frist reichte nicht aus und die Rückzahlung der Förderung drohte.
Anhörung im Bundestag und Parlamentarische Anfrage an das Kultusministerium
Konfrontiert mit der Forderung nach Rückzahlung der Fördermittel stellte Samtgemeindebürgermeister Themann das Problem im Februar 2023 während einer Anhörung sogar im Deutschen Bundestag ausführlich dar. Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann hatte ihn als Anzuhörenden dort durchgesetzt. Als hiesiger Landtagsabgeordneter schaltete sich auch Ulf Thiele ein und stellte im Januar 2023 eine Parlamentarische Anfrage an das Kultusministerium in Hannover, mit der Bitte Lösungen für das Probleme der Kommune nach der nicht fristgerechten Umsetzung des Mensa-Baus aufzuzeigen. Die Kultusministerin räumte ein, dass neben Hesel auch andere Kommunen Probleme bei der Umsetzung hätten. Daher stellte sie in ihrer Antwort eine unkomplizierte Lösung für alle Beteiligten in Aussicht. Bei dem Ortstermin in Holtland sprach er die durch das Kultusministerium in Aussicht gestellten Lösungswege erneut an. Nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Themann wird immer noch geprüft, ob Teilabrechnungen für Arbeiten erfolgen können, die fristgerecht durchgeführt werden konnten. Das könnte die Rückförderung um etwa 100.000 Euro reduzieren. „Das wäre bei dem hohen Rückzahlungsvolumen jedoch leider nur eine relativ kleine Hilfe für eine finanzschwache Kommune im ländlichen Raum, zumal diese Situation nicht von ihr zu verantworten ist. Zudem dauert diese Prüfung inzwischen viel zu lange an. Wir brauchen jetzt Entscheidungen“, so Thiele.
Gezielte Förderung für kleine Bildungseinrichtungen ermöglichen
Außerdem sieht er die Chance, bei der Auflage des neuen Förderprogramms „Investitionsprogramm Ganztagsausbau“ des Bundes dabei zu sein. Das Kultusministerium hatte in seiner Antwort auf Thieles Anfrage erkennen lassen, dass eine Förderung der nicht fristgerecht fertiggestellten Teile der Mensa auch aus diesem Programm denkbar sei. „Die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bundesfamilienministerium, Bundesbildungsministerium und den Ländern liegt seit Mitte Juni vor. Jetzt muss die Kultusministerin Wort halten und auf dieser Basis die Mensa in Holtland auskömmlich fördern“, fordert Thiele. Dafür sei es erforderlich, die zur Verfügung stehenden Mittel gezielt für Baumaßnahmen für den Ganztagsausbau von Bildungsreinrichtungen einzusetzen, und auch einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zuzulassen. „Eine im Kultusministerium ebenfalls diskutierte Verteilung des Geldes nach dem Gießkannenprinzip würde der Samtgemeinde Hesel hingegen kaum helfen. Das wäre für dünnbesiedelte Kommunen und damit für den gesamten ländlichen Raum ein großer Nachteil und würde alle großen Städte bevorzugen“, sagte Thiele. Daher plädiert er für eine gezielte Förderung von einzelnen Projekten. „Letztendlich würden weder Land noch Bund ein Schaden entstehen, wenn die Mensa in Holtland durch das neue Programm finanziert würde. Die Samtgemeinde würde den Förderbetrag aus dem alten Programm zurückzahlen und das Geld aus dem neuen Förderprogramm zurückerhalten. Es müsste letztlich nur umgebucht werden“, sagte Thiele. Er kündigte nach dem Treffen am Samstag eine erneute Parlamentarische Anfrage an, mit der Bitte die Interessen des ländlichen Raumes bei dem Aufbau der neuen Förderkulisse durch den Bund zu berücksichtigen und die Förderung der Mensa in Holtland dort zu berücksichtigen. In diesem Sinne wollen CDU-Generalsekretär Mohrmann und Thiele auch Gespräche in der CDU-Landtagsfraktion führen, um dort Rückendeckung für dieses Vorhaben zu bekommen.
Anzeige

Lokal
Wärmepumpen in Ostfriesland gefragt: Woortmann in Flachsmeer mit vollen Auftragsbüchern
Im Gespräch (von links): Nico Bloem, Friedhelm Wortmann, Prokurist Ubbo Höneke und Ernst-Ingo Lind. Bild: privat
Nachfrage nach Wärmepumpen steigt deutlich: Handwerksbetrieb Woortmann in Flachsmeer gut ausgelastet
Westoverledingen/Flachsmeer – Die Nachfrage nach Wärmepumpen zieht deutlich an. Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einbau einer neuen Heizung für diese Technologie. Das berichtete Friedhelm Wortmann, Chef des Handwerksbetriebs „Woortmann Heizung – Bäder – Elektro“ in Flachsmeer, beim Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Nico Bloem im Rahmen seiner Sommerreise. Begleitet wurde Bloem vom Kreistagsabgeordneten und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Ernst-Ingo Lind.
„Wer sich eine neue Heizung anschafft, wählt jetzt immer häufiger die Wärmepumpe“, erklärte Friedhelm Wortmann. Sein 1990 gegründeter Betrieb ist im Raum Leer und Papenburg tätig und derzeit gut ausgelastet. Die Auftragsbücher sind voll, insgesamt 25 Männer und Frauen haben bei Woortmann einen Arbeitsplatz.
Heizung, Bäder und Elektro aus einer Hand
Ein Markenzeichen des Unternehmens ist das breite Angebot. „Wir bieten alles an. Wenn jemand ein Swimmingpool auf einem Schornstein haben möchte, dann machen wir das“, sagte Wortmann mit einem Augenzwinkern.
Auch mit der Ausbildungssituation zeigt sich der Firmenchef zufrieden. Derzeit beschäftigt der Betrieb drei Auszubildende. Dennoch sieht Wortmann Herausforderungen für das Handwerk und die gesamte Baubranche.
„Es wird zu viel gebremst. Wenn Unsicherheiten da sind, zögern die Kunden eben“, kritisierte der Unternehmer. Gerade bei Investitionen in neue Heizungen und Gebäudetechnik könnten unklare Rahmenbedingungen dazu führen, dass Entscheidungen hinausgezögert werden.

Immer informiert mit „Wir Leeraner“ & dem LeserECHO-Portal!
Wissen, was in der Region los ist? Die Facebook-Seite „Wir Leeraner“ und das digitale Nachrichtenportal „LeserECHO“ liefern Ihnen alle wichtigen Neuigkeiten, Veranstaltungstipps und Geschichten direkt aus der Heimat.
Das Beste: Unser Angebot ist vollständig kostenlos und kommt ganz ohne Abokosten aus!
Handwerk wünscht sich neuen Schwung beim Neubau
Wie viele Handwerksunternehmen in der Region hofft auch Friedhelm Wortmann darauf, dass der Neubausektor in Ostfriesland wieder stärker in Schwung kommt. Eine Belebung der Bautätigkeit würde nach seiner Einschätzung auch dem regionalen Handwerk zugutekommen.
Nico Bloem verwies in diesem Zusammenhang auf den Bauturbo und neue Bauordnungen, die das Bauen insgesamt erleichtern sollen. Ziel sei es, Hemmnisse abzubauen und Bauvorhaben schneller auf den Weg zu bringen.
Anzeige
Bloem: „Es muss eine klare Linie in der Energiepolitik geben“
Der SPD-Landtagsabgeordnete bedankte sich bei Friedhelm Wortmann für den Einblick in den Betrieb und die offenen Worte. „Die kleinen und mittleren Handwerksunternehmen tragen unsere Wirtschaft und damit auch unsere Gesellschaft“, betonte Bloem.
Die Kritik des Unternehmers könne er gut nachvollziehen und teile diese ebenfalls. „Es darf keine Verunsicherungen geben. Es muss eine klare Linie in der Energiepolitik geben“, so der Landtagsabgeordnete.
Dazu gehöre seiner Meinung nach auch, dass die Anschaffung von Wärmepumpen weiterhin gefördert werden müsse. Gerade für Handwerksbetriebe seien verlässliche politische Rahmenbedingungen wichtig, damit Unternehmen und Kunden langfristig planen könnten.
Auch die Entwicklung des Betriebs Woortmann würdigte Bloem: „Woortmann hat sich über Jahre einen hervorragenden Ruf in der Region erarbeitet – und ich freue mich natürlich über jede Nachricht, dass der Laden läuft“, sagte der Landtagsabgeordnete.
Der Besuch machte deutlich, welche Themen das regionale Handwerk derzeit beschäftigen: eine steigende Nachfrage nach Wärmepumpen und moderner Heiztechnik, volle Auftragsbücher, Fachkräfte- und Ausbildungsfragen sowie der Wunsch nach verlässlichen Rahmenbedingungen und mehr Dynamik im Neubau.
Anzeige
Lokal
Jugendfeuerwehren in Folmhusen: Holterfehn gewinnt Jugendnachmittag
Die Sieger der Jugendfeuerwehr Holterfehn freuen sich über den ersten Platz beim Jugendnachmittag in Folmhusen. Foto: Jugendfeuerwehr Folmhusen
Jugendfeuerwehren zeigen Teamgeist und Einsatz in Folmhusen
Spannender Jugendnachmittag mit sieben Gruppen – Holterfehn sichert sich den ersten Platz
FOLMHUSEN. Teamarbeit, Geschicklichkeit und Schnelligkeit standen am Samstagnachmittag in Folmhusen im Mittelpunkt. Beim diesjährigen Jugendnachmittag der Jugendfeuerwehren traten insgesamt sieben Gruppen in einem gemeinsamen Wettbewerb gegeneinander an.
An verschiedenen Stationen mussten die Nachwuchsfeuerwehrleute unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Dabei waren nicht nur Geschick und Schnelligkeit gefragt, sondern vor allem auch eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen. Die Jugendlichen zeigten großen Einsatz und sorgten damit für einen abwechslungsreichen und spannenden Nachmittag.
Am Ende durfte sich die Jugendfeuerwehr Holterfehn über den Sieg freuen. Sie setzte sich gegen die Konkurrenz durch und belegte den ersten Platz. Rang zwei ging an die Jugendfeuerwehr Westrhauderfehn, gefolgt von Völlenerfehn auf dem dritten Platz.

Das Beste: Unser Angebot ist vollständig kostenlos und kommt ganz ohne Abokosten aus!
Immer informiert mit „Wir Leeraner“ & dem LeserECHO-Portal!
Wissen, was in der Region los ist? Die Facebook-Seite „Wir Leeraner“ und das digitale Nachrichtenportal „LeserECHO“ liefern Ihnen alle wichtigen Neuigkeiten, Veranstaltungstipps und Geschichten direkt aus der Heimat.
Die Platzierungen im Überblick
- Holterfehn
- Westrhauderfehn
- Völlenerfehn
- Völlenerkönigsfehn
- Flachsmeer 1
- Folmhusen
- Flachsmeer 2
Bei der anschließenden Siegerehrung wurden die Leistungen der Jugendlichen entsprechend gewürdigt. Die drei erstplatzierten Gruppen erhielten jeweils einen Pokal. Doch auch für alle anderen Teilnehmer gab es eine Belohnung: Jede teilnehmende Jugendfeuerwehr durfte sich über eine große Packung Haribo freuen.
Im Mittelpunkt des Jugendnachmittags stand jedoch nicht allein der Wettbewerb. Die Veranstaltung bot den Nachwuchsfeuerwehrleuten vor allem die Gelegenheit, Gemeinschaft, Teamgeist und Kameradschaft über die Grenzen der einzelnen Ortsfeuerwehren hinweg zu erleben.
Solche Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit der Feuerwehr. Sie verbinden Spiel und Wettbewerb mit wichtigen Erfahrungen, die auch für den späteren Feuerwehrdienst von Bedeutung sind: gemeinsam anpacken, sich aufeinander verlassen und als Team Lösungen finden.
Quelle: Markus Bruns, Gemeindefeuerwehrpressewart, Freiwillige Feuerwehr Westoverledingen
Anzeige
Lokal
Ulf Thiele vermittelt 11,7 Millionen Euro Förderung: Neue Gewerbeflächen in Leer
Der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (CDU) hatte großen Anteil an der Erweiterung des Leeraner Gewerbegebietes Benzstraße. Gemeinsam mit Bürgermeister Claus-Peter Horst und zahlreichen Ehrengästen durchschnitt er das rote Band. Nach der Vermittlung einer Landesförderung konnte der moorige Boden ausgetauscht werden.
Foto: Jürgen Eden/Wahlkreisbüro Ulf Thiele
Neue Gewerbeflächen an der Benzstraße in Leer eröffnet – 11,7 Millionen Euro Förderung ermöglichen Erschließung
Leer. Nach langer Vorbereitung ist ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Leer geschafft: Die rund 12,5 Hektar große Gewerbefläche an der Benzstraße direkt an der A31 ist offiziell eröffnet und freigegeben. Die neuen, verkehrsgünstig gelegenen Gewerbeflächen sollen Unternehmen Raum für Neuansiedlungen, Investitionen und Betriebserweiterungen bieten.
Die Erschließung des Areals war allerdings mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Der Untergrund besteht aus Moorboden, wodurch die Arbeiten besonders aufwendig und kostenintensiv wurden. Eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung spielte deshalb die Unterstützung des Landes Niedersachsen. Im Jahr 2022 wurde eine Förderung von rund 11,7 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ermöglicht.
Eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Förderung spielte der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele. Er hatte sich intensiv für die Entwicklung der Gewerbefläche eingesetzt und dabei insbesondere den Austausch zwischen der Stadt Leer und dem damals CDU-geführten niedersächsischen Wirtschaftsministerium unterstützt.
Thiele: „Wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Zukunft Leers“
Bei der offiziellen Eröffnung machte Ulf Thiele deutlich, welche Bedeutung die neuen Gewerbeflächen für die Stadt haben.
„Eine wirtschaftlich starke Stadt braucht Platz für Unternehmen, die investieren, sich ansiedeln oder ihren bestehenden Betrieb erweitern wollen. Genau dieser Platz hat Leer über viele Jahre gefehlt. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Zukunft unserer Kreisstadt, dass die Stadt jetzt endlich wieder eigene Gewerbeflächen anbieten kann“, erklärte Thiele.
Ohne die öffentliche Förderung wäre die Erschließung nach seiner Einschätzung kaum zu wirtschaftlich vertretbaren Grundstückspreisen möglich gewesen. Die schwierigen Bodenverhältnisse hätten die Kosten erheblich in die Höhe getrieben.
In den Gesprächen mit der Stadt sei seinerzeit deutlich geworden, dass ohne entsprechende Unterstützung Grundstückspreise von etwa 200 Euro pro Quadratmeter hätten kalkuliert werden müssen. Ein solches Preisniveau sei zwar in Metropolregionen denkbar, für eine kleinere Stadt wie Leer jedoch kaum realisierbar.
Unterstützung durch Althusmann und Lindner
Vor dem Durchschneiden des roten Bandes erinnerte Ulf Thiele ausdrücklich an den damaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann sowie seinen damaligen Staatssekretär Dr. Berend Lindner.
„Bernd Althusmann hat die politische Unterstützung für das Vorhaben gegeben und damit eine entscheidende Voraussetzung für die Realisierung geschaffen. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie intensiv Berend Lindner als Staatssekretär im Hintergrund daran mitgewirkt hat, die offenen Fragen zu klären und den Weg für einen erfolgreichen Förderantrag freizumachen. Dafür bin ich beiden bis heute sehr dankbar“, sagte Thiele.
Auch er selbst habe sich seinerzeit intensiv dafür eingesetzt, die Stadt Leer und das Wirtschaftsministerium zusammenzubringen.
„Mir war wichtig, dass aus dem lange bestehenden Bedarf endlich ein realisierbares Projekt wird“, so Thiele.
Er habe an verschiedenen Stellen die Gespräche unterstützt und dafür geworben, gemeinsam eine tragfähige Lösung für die schwierige Erschließung zu finden.
„Dass dies gelungen ist, zeigt, was möglich ist, wenn Kommune und Land gemeinsam an einem Strang ziehen“, betonte der Landtagsabgeordnete.
GRW-Förderung bringt auch Einschränkungen mit sich
Die Förderung des Landes hat allerdings nicht nur Vorteile. Durch die Förderbedingungen der GRW-Förderung gelten bestimmte Vorgaben für die Vermarktung der neuen Gewerbeflächen.
Die Grundstücke sollen vorrangig Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, die die entsprechenden GRW-Förderkriterien erfüllen. Das bedeutet gleichzeitig, dass bestimmte überwiegend regional tätige Gewerke und Branchen auf den neu erschlossenen Flächen nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt werden können.
Thiele bezeichnete dies als „Kehrseite“ der Förderung.
„Das ist die Kehrseite der Förderung, die die Erschließung dieses schwierigen Geländes wirtschaftlich überhaupt erst möglich gemacht hat. Gerade deshalb müssen wir bei der weiteren Gewerbeflächenentwicklung auch diejenigen heimischen Unternehmen im Blick behalten, die aufgrund der Förderbedingungen hier nicht zum Zuge kommen können“, erklärte er.
Weitere Gewerbeflächen an der Benzstraße bereits in Planung
Mit der Eröffnung der neuen Fläche soll die Gewerbeentwicklung in Leer jedoch nicht beendet sein. Im Gegenteil: Bereits eine weitere Erweiterung des Gewerbegebietes ist im Rahmen des Bebauungsplans Nr. 236 in Planung.
Thiele sieht deshalb einen direkten Zusammenhang zwischen dem jetzt fertiggestellten Abschnitt und der weiteren Entwicklung des Gewerbestandortes.
„Der heutige Tag ist für mich deshalb nicht der Schlusspunkt der Gewerbeflächenentwicklung an der Benzstraße. Mit der Erschließung des B‑Plans 205 wird zugleich eine wichtige infrastrukturelle Grundlage für die weitere Entwicklung dieses Gewerbestandortes geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent fortzusetzen“, sagte Thiele.
Gerade bei der nächsten Erweiterung bestehe die Möglichkeit, Finanzierung und Vermarktung so zu gestalten, dass auch Unternehmen eine Perspektive bekommen, die aufgrund der GRW-Vorgaben im jetzt erschlossenen Abschnitt nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt werden können.
Heimische Unternehmen sollen ebenfalls wachsen können
Aus Sicht des Landtagsabgeordneten sollten insbesondere die bereits in Leer ansässigen Handwerks- und Gewerbebetriebe bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.
„Gerade unsere heimischen Handwerks- und Gewerbebetriebe brauchen Erweiterungsmöglichkeiten. Wer seit vielen Jahren in Leer Arbeitsplätze schafft, junge Menschen ausbildet, investiert und Gewerbesteuer zahlt, muss auch die Chance bekommen, in Leer weiter zu wachsen“, erklärte Thiele.
Bei der nächsten Erweiterung müsse deshalb von Beginn an darauf geachtet werden, möglichst große Handlungsspielräume für diese Betriebe zu erhalten.
„Neue Ansiedlungen und Wachstum des heimischen Mittelstandes gehören zusammen“, so Thiele.
Anzeige
Gewerbeflächen sind strategisch wichtig für den Wirtschaftsstandort Leer
Für die Stadt Leer hat die kontinuierliche Entwicklung neuer Gewerbeflächen eine strategische Bedeutung. Als Kreisstadt und wirtschaftliches Zentrum der Region müsse Leer dauerhaft über ein ausreichendes und möglichst vielfältiges Angebot an Gewerbegrundstücken verfügen.
Die neue Fläche an der Benzstraße bietet dabei einen besonderen Standortvorteil: Sie liegt verkehrsgünstig an der A31 und schafft damit attraktive Voraussetzungen für Unternehmen, die auf eine gute Verkehrsanbindung angewiesen sind.
Thiele sieht in der Landesförderung deshalb nicht nur einen Beitrag zur aktuellen Erschließung.
„Die Landesförderung hat nicht nur dazu beigetragen, dass wir heute diese neuen Gewerbeflächen eröffnen können. Mit der jetzt geschaffenen Erschließung entsteht zugleich eine wesentliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Standortes. Diese Chance sollten wir nutzen“, erklärte er.
„Ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Leer“
Bei der offiziellen Eröffnung durchschnitten Ulf Thiele, Bürgermeister Claus-Peter Horst und zahlreiche weitere Ehrengäste gemeinsam das rote Band.
Für Thiele ist die Eröffnung zugleich ein persönlicher Abschluss eines langen politischen Einsatzes für das Projekt.
„Dass Leer endlich wieder eigene Gewerbeflächen anbieten und damit wirtschaftlich weiterwachsen kann, war mir von Anfang an ein großes Anliegen. Ich freue mich deshalb sehr über die heutige Eröffnung. Sie ist ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Leer – und zugleich der Auftrag, bei der weiteren Gewerbeflächenentwicklung jetzt konsequent den nächsten Schritt zu gehen“, so Thiele abschließend.
Damit steht der Stadt Leer nun ein rund 12,5 Hektar großes neues Gewerbeareal zur Verfügung. Die Erschließung des schwierigen Mooruntergrunds konnte dank der umfangreichen Landesförderung realisiert werden. Gleichzeitig soll die bereits geplante weitere Entwicklung des Gewerbestandortes dafür sorgen, dass künftig auch heimische Unternehmen ausreichend Möglichkeiten für Wachstum und Erweiterungen erhalten.
Anzeige






















