Blaulicht
Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Leer/Emden für das Jahr 2021
Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Leer/Emden für das Jahr 2021
Die Anzahl der Straftaten bleibt weiterhin auf einem niedrigen Niveau und hat sich im Vergleich zum Jahr 2020 (12.660 Taten) auf 12.184 Taten im Landkreis Leer und der Stadt Emden verringert. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8%.
Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 3,3% auf 69,6% gestiegen (2020: 66,3%).
Thomas Memering, Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden äußert sich zu dieser Entwicklung: „Ich bin sehr erfreut, dass wir im Jahr 2021 einen erneuten Anstieg bei den aufgeklärten Straftaten verzeichnen können. Erfreulich ist auch der Rückgang der Kriminalitätsbelastung. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, in unserer Region erkennbar unter dem Landesdurchschnitt.“
Eigentumsdelikte
Der positive Trend aus den Vorjahren hat sich fortgesetzt. Im Jahr 2021 wurden rund 17% weniger Diebstahlsdelikte (3297) verzeichnet.
Der prägnanteste Rückgang ist im Bereich der Einbruchskriminalität festzustellen. Im Vergleich zum Jahr 2020 halbierte sich die Anzahl der Einbruchsdelikte annähernd (-48,8%) auf nunmehr 168 Taten.
Memering sieht hier einen deutlichen Zusammenhang mit der Pandemie: „Viele Menschen befanden sich im Homeoffice oder betreuten zu Hause ihre Kinder. Damit fehlten den Tätern die günstigen Gelegenheiten, um Einbrüche zu begehen oder sie mussten sich stärker beobachtet fühlen. Deshalb kann man nicht von einem verlässlichen Trend sprechen. Die präventive Sicherung des Eigenheims hat nach wie vor eine große Bedeutung, damit es Einbrechern auch nach Ende der Pandemie nicht leichtgemacht wird.“ Anbieter von zertifiziertem Einbruchschutz finden Interessierte unter: https://www.k‑einbruch.de/fachbetriebssuche/
Rohheitsdelikte
Im Bereich der Rohheitsdelikte, zu denen insbesondere Körperverletzungs- und Raubdelikte gehören, konnte für das Jahr 2021 ein Rückgang von 2,1% verzeichnet werden. Allein der Anteil der Körperverletzungsdelikte sank um rund 5% im Vergleich zum Vorjahr. Angelika Grüter, Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, sagt dazu: „Auch diese Entwicklung dürfte mit der Pandemie zusammenhängen. Es gab kaum Feiermöglichkeiten, da Discotheken überwiegend geschlossen bleiben mussten und auch andere Feste ausblieben.“
Sexualdelikte
Im Jahr 2021 wurden 387 Sexualdelikte festgestellt. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2020 (271 Taten) einen Anstieg um fast 43%. Die Ursache für diesen Anstieg liegt vor allem im Bereich des Verbreitens, Herstellens und des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Inhalten.
Auffällig ist, dass vermehrt Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige erfasst wurden. Die bei Schülerinnen und Schülern sehr beliebten sogenannten (WhatsApp-) Sticker (Memes) spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit nur wenigen Klicks ist ein solcher Sticker, beispielsweise mit einem Nacktbild eines Kindes, fertiggestellt bzw. manipuliert und versendbar. Memering: „Kinder und Jugendliche sind sich oftmals nicht bewusst darüber, dass sie strafrechtlich relevante Inhalte teilen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit auch darin, gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Emden die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen, aber auch die der Erziehungsberechtigten zu stärken. Viele Eltern sind im Unklaren darüber, mit welchen Inhalten ihre Kinder täglich in Berührung kommen.“
Angelika Grüter nennt einen weiteren Faktor für den Anstieg der Fallzahlen: „Die Strafverfolgungsbehörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungsarbeit auf diesem Themengebiet in den letzten Jahren stark forciert und intensiviert. Es konnte erreicht werden, dass viele Fälle durch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit ausländischen Strafverfolgungsbehörden oder Organisationen wie z.B. das National Center For Missing And Exploited Children (NCMEC) bekannt gemacht wurden und in dem Zusammenhang strafrechtlich verfolgt werden konnten. Jedem kinderpornografischen Bild liegt ein Missbrauchsfall zu Grunde, den es aufzudecken gilt. Deshalb investieren wir sehr viel Arbeit in dieses Kriminalitätsfeld. Wir wollen möglichst viele Taten aufklären.
Im Bereich der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse konnten wir im Jahr 2021 fast 97% der Straftaten aufklären. Auch im gesamten Bereich aller Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung kann eine stetig steigende Aufklärungsquote verzeichnet werden. Diese liegt nunmehr bei über 90%.“
Tatmittel Internet/Cybercrime
Mit den Begriffen Internetkriminalität oder Cybercrime werden Taten zusammengefasst, die unter Nutzung des Internets begangen werden. Unter dieses Deliktsfeld fallen z.B. alle Online-Betrugsarten, wie Waren- und Warenkreditbetrug, Kinderpornographie, aber auch Beleidigungen und Bedrohungen. Im Jahr 2021 wurden 1136 Straftaten festgestellt, die mit dem Internet zusammenhingen. Das bedeutet zum Jahr 2020 (1053 Taten) einen Anstieg von 7,8%.
Angelika Grüter dazu: „Die Digitalisierung der Gesellschaft bringt viele neue Anwendungen in unseren Alltag. Bedauerlicherweise führt das aber auch dazu, dass Sicherheitslücken entstehen, die ausgenutzt werden. Dabei geht es in den überwiegenden Fällen darum, an Daten wie z.B. Kontodaten zu kommen oder aber Menschen zu täuschen und so die Herausgabe von Geld oder Wertsachen zu bewirken. Aufgrund der Pandemie haben sich mutmaßlich auch einige Einbrecher umgestellt auf digitale Straftaten. Wir arbeiten stetig an der Aufklärung in der Bevölkerung, um dem Phänomen zu begegnen.“
Gewalt gegen Polizeibeamte
Unter dem Begriff „Gewalt gegen Polizeibeamte“ werden Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte zusammengefasst. Zwar wurden 2021 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Leer/Emden 12 Taten weniger registriert (78) als im Jahr 2020 (90), dennoch sind die Zahlen seit geraumer Zeit auf einem hohen Niveau. Im Fünfjahresvergleich haben sich die Fälle mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden 96 Polizeibeamte Opfer von Widerstandshandlungen oder tätlichen Angriffen.
Memering betrachtet die Entwicklung mit Sorge: „Auch in unserem Inspektionsbereich gab es in der jüngsten Vergangenheit äußert brutale Widerstände und tätliche Angriffe, durch die unsere Kolleginnen und Kollegen verletzt wurden.
Sie werden zwar durch gezielte Trainings auf solche schwierigen Situationen vorbereit. Aber die tödlichen Schüsse auf die beiden Polizeibeamten in Rheinland-Pfalz machen deutlich, dass wir jederzeit mit unvermittelten, brutalsten Angriffen rechnen müssen.“
Betäubungsmittelkriminalität
Betäubungsmitteldelikte sind im Vergleich zum Vorjahr (1147) erneut angestiegen. Im Jahr 2021 wurden 1361 Rauschgiftdelikte (+ 18,7%) registriert.
Ein Grund dafür ist, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 60% mehr Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss festgestellt wurden. Im vergangenen Jahr wurden gegen 346 Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Fahrens unter Betäubungsmitteleinfluss eingeleitet. Gleichzeitig handelt es sich beim Besitz des verbotenen konsumierten Stoffes auch um eine Straftat, die Eingang in der Statistik findet.
Daneben konnten umfangreiche Ermittlungsverfahren erfolgreich zu Ende geführt werden und im Zuge groß angelegter Durchsuchungsmaßnahmen umfassende Mengen an Betäubungsmitteln und Beweisstücken wie z.B. mobile Datenträger beschlagnahmt werden. Dies führte zu einer Vielzahl von Strafverfahren.
Jugendkriminalität
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 652 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende als Tatverdächtige ermittelt. Im Gegensatz zum Abwärtstrend im Vorjahr (584) wurden somit 11,6% mehr Personen im Alter bis 21 Jahre einer Straftat verdächtigt.
Auffällig hierbei ist der Anstieg von Sachbeschädigungen/Vandalismus, die durch diese Altersklasse begangen wurden. Ein Auslöser könnte auch hier die Pandemie sein. Fehlende Freizeitangebote, kein Vereinssport oder auch der lange Unterrichtsausfall können für ein erhöhtes Maß an Langweile und Frustration gesorgt haben. Das Phänomen, dass sich Frustration in Aggression gegen Sachen richtet, lässt sich insbesondere in dieser Altersklasse verstärkt beobachten.
Straftaten zum Nachteil von Senioren
Delikte, die gezielt zum Nachteil von älteren Menschen begangen werden beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl dieser Personengruppe nachhaltig. Besonders in der Pandemiezeit war ein erhöhtes Aufkommen dieser Taten spürbar. Im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden haben sich vor allem Fälle im Betrugsbereich erhöht, wobei mittlerweile das Tatphänomen Schockanruf eine herausragende Stellung einnimmt. Auch ist zu beobachten, dass vermehrt Taten unter der Nutzung von Messenger-Diensten in Erscheinung treten, wie z.B. der sogenannte WhatsApp-Trick. Im Bereich der Schadenssummen, die bei diesen Taten von den Betrügern erbeutet wurden, konnte eine Zunahme von 59% festgestellt werden. Betrug die ermittelte Schadensumme im Jahr 2020 noch 40.000 Euro, ist für das Jahr 2021 ein Schaden von 63.550 Euro zu verzeichnen. Dazu Thomas Memering:“ Obwohl wir durch intensive Aufklärungs-und Präventionsarbeit die betroffene Bevölkerungsgruppe bereits gut sensibilisieren konnten, gehen wir davon aus, dass sich ein Großteil der Taten im Dunkelfeld verbirgt. Grund hierfür ist oft die Scham der Opfer nach solchen Taten. Daher werden wir weiterhin intensiv an der Bekämpfung dieser Delikte, welche durch organisierte Tätergruppen begangen werden, arbeiten.“
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Run auf Wohneigentum ist ungebrochen — Sparkasse: Tausende sind registriert

Tausende sind registriert
Sparkasse: Verkauf oft innerhalb weniger Wochen
Der Run auf Wohneigentum ist ungebrochen – und die Experten der Sparkasse LeerWittmund sind gewappnet: Tausende Immobiliensuchende haben sich bei der Sparkasse registrieren lassen, hinzu kommen Zehntausende, die über den Sparkassen-Verbund gelistet sind. „Deshalb gibt es für mehr als die Hälfte der angebotenen Häuser und Wohnungen bereits nach wenigen Wochen einen Käufer“, sagt Immobilienmakler Michael Abels. „Oft gelingt das zu einem von den Eigentümern kaum für möglich gehaltenen Preis.“
Die Immobilienmakler der Sparkasse sind in der Region verwurzelt, kennen sich hier aus und haben die besten Marktkenntnisse. Zudem wird das gesamte Filialnetz genutzt, um potenzielle Käufer anzusprechen: „Wir sind der richtiger Ansprechpartner, wenn es um den Verkauf einer Immobilie geht“, betont Michael Abels. Kunden erhalten bei der Sparkasse einen Rundum-Service. Und die ganzheitliche Betreuung endet nicht mit dem Verkauf eines Hauses: Auch im Anschluss stehen die Berater bei Nachfragen zur Verfügung.
Da die Sparkassen-Experten unter anderem über gute Kontakte zu Gutachtern, Behörden und Energieberatern verfügen, können sie viele für den Verkauf einer Immobilie notwendigen Unterlagen besorgen. „Wir garantieren eine stressfreie, einfache und stets seriöse Abwicklung“, sagt Michael Abels. Für den Immobilienverkauf kann übrigens auch das kostenlose und exklusive Bieterportal der Sparkasse genutzt werden. Die Besichtigungen führen die Mitarbeiter in der Regel nur mit zuvor finanzierungsgeprüften Interessenten durch.
Blaulicht
Pkw-Brand, Drogenfahrten und E‑Scooter-Fahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss
POL-LER: Pressemitteilung der Polizeiinspektion Leer/Emden für Sonntag, 04.10.2026
Brand eines Pkw++Führen eines Pkw unter Drogeneinfluss++Sachbeschädigung an Pkw++2 x Führen E‑Scooter unter Drogen- bzw. Alkoholeinfluss
Leer — Brand eines Pkw
Gegen 02 Uhr des Sonntages kam zu einem Brand eines Pkw VW Golf im Hermann-Lange-Ring. Da der Brand schon kurz nach der Entstehung entdeckt wurde, konnte die Feuerwehr ein komplettes Ab-/Ausbrennen verhindern. Die Ermittlungen der Polizei zur Entstehung wurden aufgenommen. Zeugen der Tat melden sich bitte bei der Polizei in Leer.
Leer — Führen eines Pkw unter Drogeneinfluss
Bei einer Kontrolle durch die Polizei in der Papenburger Straße gegen 13 Uhr des Samstages mussten die Beamten feststellen, dass der 37-jährige Pkw-Führer aus Papenburg die Fahrt unter Drogeneinfluss durchgeführt hatte. Ein Vortest bestätigte den Verdacht. Die Weiterfahrt wurde untersagt und eine Blutentnahme durchgeführt.
Emden — Sachbeschädigung an Pkw
Am Freitag kam es zwischen 22:00 und 23:10 Uhr auf einem Parkplatz in der Johann-Wessels-Straße zu einer Sachbeschädigung an einem Pkw der Marke Nissan. Ein bislang unbekannter Täter beschädigte hier mittels eines unbekannten Gegenstandes die Lackierung und die Windschutzscheibe des Fahrzeuges. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Emden zu melden.
Emden — E‑Scooter-Fahrer unter Drogeneinfluss
Am Samstagabend wurde um 22:30 Uhr durch die Polizei in Emden ein 34-jähriger E‑Scooter-Fahrer aus Emden in der Hermann-Löns-Straße kontrolliert. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass dieser unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Eine Blutprobe wurde entnommen, ein Strafverfahren wurde eingeleitet und die Weiterfahrt untersagt.
Emden — E‑Scooter-Fahrer unter Alkoholeinfluss
In den frühen Stunden des Sonntages wurde gegen 02:45 Uhr in der Emder Innenstadt, im Bereich “Am Tonnenhof”, ein 20-jähriger E‑Scooter-Fahrer aus Emden durch die Polizei kontrolliert, welcher unter dem Einfluss von Alkohol stand. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,19 Promille. Eine Blutprobe wurde entnommen, die Weiterfahrt untersagt und ein Strafverfahren eingeleitet.
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Küchenbrand in Großwolde: Wohnung nach Feuer unbewohnbar
Küchenbrand in Großwolde: Wohnung nach Feuer unbewohnbar
Rund 45 Einsatzkräfte der Feuerwehr Westoverledingen bei Brand in der Raiffeisenstraße im Einsatz
Großwolde. Am Samstagmorgen, 3. Oktober 2026, ist es in Großwolde zu einem Küchenbrand gekommen. Gegen 9:22 Uhr wurden die Einsatzkräfte mit dem Alarmstichwort „F – Küchenbrand“ zu einem Gebäude an der Raiffeisenstraße alarmiert.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stellte sich heraus, dass es in der Küche auf einem Tisch brannte. Umgehend gingen zwei Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Den Einsatzkräften gelang es, das Feuer schnell zu löschen und eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Wohnung nach Brand unbewohnbar
Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr wurde die betroffene Wohnung durch die Folgen des Brandes so stark beeinträchtigt, dass sie derzeit nicht bewohnbar ist.
Nach Abschluss der erforderlichen Einsatzmaßnahmen wurde die Einsatzstelle an den Eigentümer übergeben.
Rund 45 Einsatzkräfte im Einsatz
Insgesamt waren rund 45 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen vor Ort. Beteiligt waren die Ortsfeuerwehren Flachsmeer und Großwolde sowie die IuK-Einheit und die Hygiene-Einheit der Feuerwehr Westoverledingen.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Zur Ursache und zur möglichen Schadenshöhe liegen derzeit keine weiteren Angaben vor.
Bildquelle: Markus Bruns, Feuerwehr Westoverledingen
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Große Einsatzübung an der Friesenbrücke
Großangelegte Einsatzübung an der Friesenbrücke: Feuerwehren proben komplexe Rettungsszenarien
Feuerwehren aus Weener und Westoverledingen trainieren Brandbekämpfung, Menschenrettung und Wasserversorgung unter realitätsnahen Bedingungen
Weener/Westoverledingen. An der Friesenbrücke hat am Montagabend, 29. September 2026, eine umfangreiche Einsatzübung der Feuerwehren aus der Stadt Weener (Ems) und der Gemeinde Westoverledingen stattgefunden. Die Einsatzkräfte trainierten dabei verschiedene komplexe Brand- und Rettungsszenarien. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Menschenrettung unter Atemschutz, die Brandbekämpfung sowie der Aufbau einer umfangreichen Löschwasserversorgung.
Die Übung war in zwei große Einsatzabschnitte aufgeteilt. Sowohl auf der Weeneraner als auch auf der Westoverledinger Seite der Friesenbrücke wurden unterschiedliche Einsatzlagen angenommen, die von den beteiligten Feuerwehren bewältigt werden mussten.
Brand im Brückenwärterhaus auf der Weeneraner Seite
Auf der Weeneraner Seite wurden die Einsatzkräfte gegen 19:08 Uhr über die Brandmeldeanlage des Brückenwärterhauses alarmiert. Nach dem angenommenen Übungsszenario bestand zu diesem Zeitpunkt kein Kontakt mehr zu drei Personen, die sich noch in dem Gebäude aufhalten sollten.
Nur wenige Minuten nach der Alarmierung traf die Feuerwehr Weener an der Einsatzstelle ein und begann unmittelbar mit der Erkundung. Dabei bestätigte sich die angenommene Lage: Im Heizungsraum des Brückenwärterhauses war ein Feuer ausgebrochen. Gleichzeitig galten drei Personen weiterhin als vermisst.
Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurde zusätzlich die Feuerwehr Holthusen alarmiert. Während weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung anrückten, bauten die Feuerwehrleute eine Löschwasserversorgung vom nächstgelegenen Hydranten auf.
Parallel dazu rüsteten sich mehrere Einsatztrupps mit Atemschutzgeräten aus. Sie gingen zur Personensuche in das Gebäude vor und begannen mit der Rettung der vermissten Personen.
Die drei vermissten Personen, die im Rahmen der Übung durch Übungspuppen dargestellt wurden, konnten zügig lokalisiert und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.
An diesem Übungsabschnitt waren neben den Feuerwehren Weener und Holthusen auch die Hygienegruppe der Feuerwehr Rheiderland beteiligt. Die Abläufe wurden vor Ort zudem von Notfallmanagern der Deutschen Bahn beobachtet. Ebenfalls machten sich Stadtbrandmeister Jörg Fisser und sein Stellvertreter Steffen Voss ein Bild vom Übungsgeschehen.
Verpuffung im Hauptpfeiler der Friesenbrücke
Auf der Seite von Westoverledingen wurde ebenfalls zunächst eine ausgelöste Brandmeldeanlage als Ausgangslage angenommen. Daraufhin wurde die Ortsfeuerwehr Grotegaste zur Friesenbrücke alarmiert.
Bei der ersten Erkundung stellte sich die angenommene Einsatzlage jedoch als wesentlich umfangreicher heraus. Im Hauptpfeiler der Friesenbrücke, in dem sich auch das Drehgelenk der Brücke befindet, war es im Übungsszenario zu einer Verpuffung gekommen.
Der gesamte Bereich war stark verraucht. Zudem wurden im Inneren des Brückenpfeilers drei Personen vermisst.
Aufgrund der Lage wurde die Alarmstufe umgehend auf das Stichwort F3Y für Gewerbebetriebe erhöht. Daraufhin wurden weitere Einsatzkräfte nachalarmiert.
Das Stichwort F3 steht dabei für eine entsprechend hohe Alarmstufe bei einem Brandereignis. Der Zusatz Y weist darauf hin, dass Menschenleben in Gefahr sind. Entsprechend umfangreich war der für das angenommene Szenario erforderliche Kräfteansatz.
Atemschutztrupps suchen nach vermissten Personen
Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz in den stark verrauchten Brückenpfeiler vor. Ihre Aufgabe bestand darin, die drei vermissten Personen im Inneren des Pfeilers zu finden und anschließend aus dem Gefahrenbereich zu retten.
Die Menschenrettung stellte dabei besondere Anforderungen an die Einsatzkräfte, da der angenommene Brandort innerhalb des Brückenpfeilers lag und die Sicht durch die starke Verrauchung erheblich eingeschränkt war.
Parallel zur Personensuche und Menschenrettung musste eine umfangreiche Wasserversorgung aufgebaut werden. Das Löschwasser sollte von der Landseite bis zum ersten im Wasser stehenden Brückenpfeiler geführt werden.
Dafür mussten mehrere hundert Meter Schlauchleitung verlegt werden. Die große Entfernung zwischen der Wasserentnahmestelle und dem Einsatzbereich sowie die besondere Lage an der Friesenbrücke machten den Aufbau der Wasserversorgung zu einer erheblichen logistischen Herausforderung.
Mehrere Feuerwehren und Einheiten beteiligt
An dem Übungsabschnitt auf der Westoverledinger Seite waren die Ortsfeuerwehren Grotegaste, Ihrhove, Völlen und Völlenerfehn beteiligt. Zusätzlich kamen die IuK-Einheit sowie die Hygiene-Einheit zum Einsatz.
Die Übung bot den beteiligten Feuerwehren damit die Möglichkeit, verschiedene Einsatzabläufe unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Neben der Koordination der Einsatzkräfte standen insbesondere die Menschenrettung unter Atemschutz, die Brandbekämpfung und die Herstellung einer funktionierenden Löschwasserversorgung über größere Entfernungen im Mittelpunkt.
Durch die Aufteilung in zwei Einsatzabschnitte konnten gleichzeitig unterschiedliche Szenarien an der Friesenbrücke trainiert werden. Dabei wurde deutlich, welche besonderen Anforderungen Einsätze an einem Bauwerk wie der Friesenbrücke an die Feuerwehren stellen – insbesondere dann, wenn vermisste Personen gerettet, Atemschutztrupps eingesetzt und Löschwasser über größere Entfernungen zur Einsatzstelle transportiert werden muss.
Die Einsatzübung diente damit nicht nur der praktischen Ausbildung der einzelnen Einsatzkräfte, sondern auch dem Zusammenspiel verschiedener Feuerwehren und Spezialeinheiten.
Weitere Fotos von Joachim Rand und Markus Bruns auf Facebook “Wir Leeraner”
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